Montag, 31. Juli 2017

Sonderausstellung - Hommage à Ekkehart Rautenstrauch

OLYMPUS DIGITAL CAMERA         Zwickau.- Mit der neuen Ausstellung in der Galerie am Domhof kehrt Ekkehart Rautenstrauch, dessen Werke u. a. in mehreren französischen Museen gezeigt wurden, in seine Geburtsstadt Zwickau zurück. Zu sehen sind mehr als sechzig Arbeiten, von denen die frühesten ins Jahr 1964 datieren, die jüngsten ins Jahr 2011. Die Bandbreite reicht von Malerei über Grafik und Fotografie bis hin zu Collagen und Videokunst. Die Sonderausstellung wir am Sonntag, dem 13. August um 11 Uhr eröffnet und ist bis 24. September zu sehen.
In seinen Arbeiten versuchte Rautenstrauch, Musik und Malerei zu vereinen. So wie Töne, Rhythmen und Klänge sich zu einem Klangraum fügen, so sollte auch in seiner Kunst mit Farben, Zeichen und Bewegung ein „Bildraum“ entstehen. Die Musik spielte in allen seinen Bildern und Kunstwerken eine große Rolle: Sei es bei der Videomusik-Arbeit „Brachland“, seiner künstlerischen Interpretation von Johann Sebastian Bachs „Goldberg-Variationen“ oder auch nur in Form von in seine Werke hineinkomponierten, unzähligen Notenzitaten moderner Komponisten. So sind manche Arbeiten durchaus auch als Klangkompositionen zu sehen.
Um die Plastizität seiner Bilder zu erhöhen, begann Rautenstrauch schon sehr früh, seinen Bildern Schnüre, Seile, Holzlatten und Plastikfiguren vorzulagern. Gern arbeitete er auch mit dem Mittel der Stereoskopie, um ein virtuelles Raumerleben zu ermöglichen. Sehkästen und „Sehbetrachter“ (observateurs stéréoscopiques), mehr Plastik als Sehhilfe, wurden aufgestellt, faszinierende Bilder entstanden. Doch auch ohne diese visuellen Hilfsmittel blieben die Arbeiten komplex und ungewöhnlich, gingen über das Gesehene hinaus.
Nach seinen Jahren in Paris begann Ekkehart Rautenstrauch in der Natur zu arbeiten. Er analysierte die Strömungen in der zeitgenössischen Kunst, fing an, die eigene künstlerische Position kritisch zu hinterfragen. Hinzu kam die Lehrtätigkeit an der Kunstakademie in Nantes und später an der Hochschule für Architektur. Der ständige intellektuelle Austausch mit jungen Studenten wirkte sich auf seine eigene Tätigkeit befruchtend aus.
Vita Ekkehart Rautenstrauch
Ekkehart Rautenstrauch Porträt 2011Am 5. Januar 1941 wurde Ekkehart Rautenstrauch in Zwickau geboren. Seine Familie siedelte 1945 ins Württembergische über - zunächst nach Unterberken bei Schorndorf, 1949 nach Sulz und 1952 nach Ebingen. 1962 ging Ekkehart Rautenstrauch an die Akademie für Bildende Künste in Stuttgart, wo er 1967 sein Kunststudium abschloss.
1968 siedelte er nach Frankreich über. Zunächst lebte er in Paris, ein Jahr später zog er nach Nantes an die Loiremündung. 1972 wurde er Professor an der École des Beaux Arts in Nantes. Seit 1982 lehrte er an der dortigen École d‘Architecture. Am 3. Januar 2012, zwei Tage vor seinem 71. Geburtstag, ist er nach schwerer Krankheit in seiner Wahlheimat Nantes an der französischen Atlantikküste gestorben.
„Schauen, aber so, wie man Klängen nachhört! Dann kann man vielleicht das körperliche Berühren, das greifbare Fassen von immateriellen Formen erfahren.“ Ekkehart Rautenstrauch (1941-2012)
Museumspädagogisches Begleitprogramm
Zu den Ausstellungen in der Galerie am Domhof sind museumspädagogische Begleitprogramme buchbar. Nähere Informationen, Terminvorschläge und Preise auf Anfrage.
Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag, Feiertag: 13 bis 18 Uhr
Eintritt: Erwachsene 3 Euro, ermäßigt 2 Euro (Schüler, Vollzeit-Studenten über dem vollendeten 18. Lebensjahr, jedoch nicht Gasthörer, berufsbegleitende Studiengänge, Fernstudium, Beurlaubung) sowie Schwerbehinderte (mind. 50% GdB) gegen Vorlage eines gültigen Nachweises. Freier Eintritt für Kinder und Jugendliche bis zum 18. Lebensjahr und Zwickau-Pass-Inhaber.
Zur Eröffnung der Ausstellung ist für maximal 15 Personen eine induktive Höranlage verfügbar. Um Voranmeldung zur Nutzung wird gebeten: Galerie am Domhof Zwickau, Domhof 2, 08056 Zwickau, Telefon (0375) 834567, Email galerie@zwickau.de.

Quelle und Fotos: www.galerie-zwickau.de