Montag, 20. August 2018

Psychiatrische Klinik Rodewisch unter Scientology-Verdacht

Dipl_Med_Wilfried_MeissnerSaalfeld/Rodewisch.- Nachdem die Westsächsische Zeitung über fragwürdige Methoden der Patientenbehandlung in der Forensischen Psychiatrie des Sächsischen Krankenhaus Rodewisch (SKH) berichtet hatte (Artikel hier), meldet sich nun ein ehemaliger Mitarbeiter zu Wort. Der Saalfelder Dipl. med. Wilfried Meißner (Foto) ist Facharzt für Anatomie, Psychiatrie, Psychotherapie a.D. und war als Bereichsoberarzt der Allgemeinpsychiatrie in Rodewisch tätig. Außerdem war Meißner psychologischer Leiter der Gruppe Justizkontrolle / Scientology Abwehr Deutschland. Aus dieser Erfahrung heraus sind ihm Ungereimtheiten beim Umgang mit Patienten aufgefallen, die er in einem Brief an das Sächsische Sozialministerium am 24. Juli 2018 formulierte.
Zunächst ging es Meißner darum, ob es Ärzten, Dipl.-Psychologen, Sozialpädagogen oder anderen Mitarbeitern in den Sächsischen Kliniken erlaubt wäre, nebenbei – offen oder insgeheim – dem „Scientology“-System dienstbar zu sein. Seine Frage bezieht sich dabei auf die Handlungsweisen einzelner Mitarbeiter. Namentlich geht es bei der Anfrage an das Sächsische Sozialministerium um Chefarzt Dr. med. Liskowsky, die Dipl. Psychologin Görner (beide Station 8.1.) sowie den Ärztlichen Direktor, Prof. Riedel. Der Mediziner will ihnen Fragen zur Anwendung von „Scientology“ – „Ethik“ bzw. beziehungsdestruktiven und betrügerischen Praktiken aus dem „Handbuch des Rechts“ stellen.
Anlass für die neuerliche Scientology-Vermutung bietet Meißner ein aktueller Fall, bei dem ein dreijähriger Junge über sieben Wochen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie in Rodewisch behandelt wurde, ohne dass sich die Verantwortlichen mit der Sicht der Mutter und mit kritischen Kollegenanfragen befassen wollten. Die Mutter macht sich nun große Sorgen um das Wohlergehen des Kindes, das zunächst ohne Angabe eines Grundes bis heute nicht wieder in ihre Obhut entlassen wurde.
Die Klinikleitung des SKH Rodewisch verweigert bisher jegliche Stellungnahme.

Quelle: ZPA
Foto: Privat

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