Donnerstag, 29. November 2018

Staatsanwaltschaft verweigert Aufklärung trotz vorliegender Beweise

Staatsanwaltschaft_Zwickau3Chemnitz/Plauen/Zwickau.- Im Fall des dreijährigen Jungen, der von seinem Vater und einem vom Gericht bestellten Umgangspfleger mehrfach sexuell missbraucht und dabei gefilmt worden sein soll (WSZ berichtete), gibt es neue Erkenntnisse. Ein Tondokument soll die Anschuldigungen gegen den Hauptbe-schuldigten, dem pädophile Handlungs-weisen vorgeworfen werden, erhärten. Ungeachtet davon hat die Zweigstelle der Zwickauer Staatsanwaltschaft in Plauen das Verfahren erneut eingestellt. Dazu führt die Chemnitzer Rechtsanwalts-kanzlei, die die Mutter des mutmaßlichen Opfers vertritt, aus: „Trotz aller Unschuldsvermutungen erweckt die Handlungsweise der Staatsanwaltschaft nach unserem Empfinden mittlerweile den Eindruck, dass hier (bisher) ausschließlich entlastende Tatsachen vorgebracht wurden.“ Vier für die Wahrheitsfindung wichtige Zeugen seien zudem nicht vernommen worden, was diesen Eindruck noch verstärke, so die Chemnitzer Rechtsanwälte. Sie haben wiederum Beschwerde gegen eine erneute Einstellungsverfügung eingelegt.
Nach der WSZ-Veröffentlichung am 1. Oktober 2018  meldeten sich einige Leser/innen mit der Forderung einer Gegendarstellung, da sie die Vorwürfe für nicht zutreffend hielten. Dafür fehlt bisher jegliche Grundlage. „Solange die betroffene Mutter nicht 100%ige Gewissheit hat, dass es ihrem Kind in Obhut des Hauptbeschuldigten gut geht, gibt es keinen Grund zur Entwarnung“, so die Juristen. Besonders, da bisher offensichtlich keine Vernehmung zu den Vorwürfen auf dem Tondokument stattgefunden hat. Brisant ist außerdem, dass die Staatsanwaltschaft sich nach wie vor beharrlich weigert, beim Beschuldigten eine Hausdurchsuchung durchzuführen. Und das vor dem Hintergrund eines weiteren laufenden Verfahrens gegen ihn wegen einer nicht registrierten Waffe (Aktenzeichen: 140 Js 22389/18).

Foto (Staatsanwaltschaft Zwickau): ZPA