Mittwoch, 28. Oktober 2020

Kommentar zum Rathaus-Sprecher: Geht die Ära Merz bald zu Ende?

Westsachsen/Zwickau.-
Mathias Merz (Foto), derzeit noch Pressesprecher der Stadt Zwickau, sieht seine Hauptaufgabe offenbar in zunehmendem Maße in der Verbreitung von Falschmeldungen und der Gängelung unliebsamer Medienvertreter. Seit geraumer Zeit bittet die Foto-Redaktion der Westsächsischen Zeitung um die Erteilung einer Fotoerlaubnis für eine Gedenktafel am Bürgersaal des Zwickauer Rathauses.
Die noch amtierende Oberbürgermeisterin Pia Findeiß (SPD) hatte während ihrer Amtszeit ein generelles Foto- und Videoverbot für das Rathaus erlassen und beansprucht seitdem das Recht, Medienvertreter nach eigenem Gutdünken zu selektieren. Ihr aus Erlangen stammender Duzfreund Mathias Merz, der bereits seit der Vettermann-Ära den Posten des Rathaus-Sprechers für sich beansprucht, kommt dieser ihm gestellten Aufgabe offensichtlich mit besonderem Eifer nach.
Seit mehreren Wochen verschleppt Merz die Genehmigung eines Fototermins für die Westsächsische Zeitung unter fadenscheinigen Gründen. Sein letzter Vorwand war die Behauptung, am Freitag, dem 16. Oktober, fände eine Veranstaltung statt, die den vor Monaten beantragten Fototermin unmöglich mache. Ein Gang ins Rathaus bewies das Gegenteil. Der Bürgersaal wurde zum genannten Zeitpunkt weder genutzt noch war eine Veranstaltung jemals in Planung gewesen, wie mehrere Mitarbeiter des Rathauses vor Ort bestätigten.
Hierbei stellt sich die Frage, ob Merz tatsächlich noch die richtige Besetzung für die Stelle des Stadt-Sprechers ist oder ob er und seine Arbeitsweise eher ein Symbol für veraltete und verkrustete Strukturen darstellen. Ein frisches, unverbrauchtes Gesicht wäre dem Rathaus wohl ebenso zu wünschen wie den Bürgern der Stadt.

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