Mittwoch, 1. September 2021

Kommentar: PHM Tschimmel und seine niedrige Hemmschwelle

Berlin/Westsachsen/Zwickau.-
Ältere Leser werden sich an die Zeit erinnern, als Polizisten noch bestrebt waren, ihrem Image als „Freunde und Helfer“ in der Öffentlichkeit einigermaßen gerecht zu werden. Spätestens seit der sogenannten Corona-Krise gehört diese Wahrnehmung jedoch endgültig der Vergangenheit an. So wurden am vergangenen Wochenende vor allem in Berlin wieder zahllose Menschen Opfer polizeilicher Schikanen und gewalttätiger Übergriffe. Die früher unter kultivierten Menschen als selbstverständlich geltenden Hemmungen, brutal auch auf Kinder und alte Menschen einzuschlagen, scheinen mittlerweile beim Vorgehen der hiesigen Staatsmacht keine nennenswerte Rolle mehr zu spielen. Selbst die dubiosen Todesumstände eines 49jährigen, der vor einigen Wochen im Berliner Polizeigewahrsam angeblich an Herzversagen starb, nachdem er von Polizisten malträtiert worden war, scheinen kein Umdenken in den Reihen der Uniformträger bewirkt zu haben.
Diese Negativentwicklung macht auch vor Zwickau nicht Halt. Die schikanösen Corona-Maßnahmen und ihre ständigen, kaum überschaubaren Veränderungen, bieten hierfür den passenden Aufhänger. Als besonders anfällig für die Verlockungen, Menschen drangsalieren zu können, gelten vor allem Beamte mit niedrigem Selbstbewusstsein und offensichtlich geringer Intelligenz. Ein solches Negativbeispiel ist der in Zwickau tätige Polizeihauptmeister Tschimmel (Foto), der am vergangenen Freitag gegen 18 Uhr mehrere Passanten massiv belästigte und ihnen das Tragen von FFP2-Masken in der Fußgängerzone verordnen wollte. Dass es dafür keine rechtliche Grundlage gab, interessierte den uniformierten Heißsporn nicht. Er kündigte an, dass bei „fehlender Höflichkeit“ seine „Hemmschwelle heute sehr niedrig“ sei. Auf die Frage, ob man diese merkwürdige Ankündigung als Drohung auffassen müsse, konnte Tschimmel aufgrund seiner offensichtlich sehr geringen rhetorischen und intellektuellen Fähigkeiten keine sinnvolle Antwort erteilen. Stattdessen drohte er mit Anzeigen wegen Beleidigung, falls man seinen Namen falsch ausspräche (Schimmel statt Tschimmel). Tschimmels Kollege, der sich während des Einsatzes im Hintergrund hielt, war das asoziale Verhalten seines Partners sichtlich unangenehm. Allerdings soll es keineswegs das erste Mal gewesen sein, dass Tschimmel durch Übereifer und fehlende Manieren auffällig wurde, wie mehrere Zeugen der seltsamen Szene bestätigten.
Am vergangenen Samstagabend, sah die Zwickauer Polizei ihre Hauptaufgabe darin, das Konzert eines bekannten Liedermachers im Landkreis zu unterbinden und dafür ein massives Aufgebot in Bewegung zu setzen. So observierten nach Zeugenberichten dreizehn Einsatzwagen ein Zwickauer Vereinsheim, in dem man zu Unrecht den Veranstaltungsort vermutete. Kraftfahrer, die in den Abendstunden die Leipziger Straße entlang fuhren, wurden wahllos herausgewunken, durch langwierige Fahrzeugkontrollen belästigt und mit Anzeigen bedroht, falls sie sich an diesem Abend noch weiter in der Nähe aufhalten würden. Auf die Frage, was eigentlich genau der Vorwurf sei, erhielt ein Kraftfahrer im Beisein anderer verwunderter Passanten die Antwort: „Wegen Abnutzung der Straße.“
Was ebenfalls zum immer weiter sinkenden Ansehen der Polizei führt, ist ihr vollständiges Versagen bei der Kriminalitätsbekämpfung. Während viele Parkanlagen in Zwickau mittlerweile von unbehelligten Drogendealern beherrscht werden (WSZ berichtete), Teile der Stadt nach Beginn der Dunkelheit vor allem von Frauen und Mädchen nicht mehr gefahrlos frequentiert werden und messerschwingende Afrikaner durch die Stadt marodieren können, konzentriert sich die Zwickauer Polizei in zunehmendem Maße darauf, mit großem Eifer deutsche Kraftfahrer und Maskenverweigerer zu drangsalieren. Ob sich dies auf Dauer positiv auf das gesellschaftliche Miteinander auswirken wird, darf stark bezweifelt werden.