Freitag, 1. Oktober 2021

Gaga-Zwickau: Grünen-Politiker bewirbt mutmaßliche Linksterroristen

Westsachsen/Zwickau.- Die Nachwehen der Bundestagswahl waren auch am Donnerstag während der Stadtratsitzung noch deutlich zu spüren. Vor allem ihrem wohl größten Verlierer, dem Grünen-Politiker Wolfgang Wetzel (Foto mit Maske links), steckte der Frust über sein niederschmetterndes Ergebnis noch deutlich sichtbar in den Knochen. Nicht ohne Grund, denn selbst die Wähler der Grünen hatten dem umtriebigen Caritas-Drogenberater, der am Ende der vergangenen Legislaturperiode für einen ausgeschiedenen Parteikollegen in den Bundestag nachrutschen konnte, eine schallende Ohrfeige erteilt.
Das trotz riesigem Werbeaufwand sehr magere Ergebnis der Grünen im Landkreis Zwickau von nur 4,9 Prozent unterbot Direktkandidat Wetzel noch einmal deutlich. Fast 20 Prozent der Grünen-Wähler hatten Wetzel ihre Erststimme versagt. Damit traf das ein, was man in Kreisen der sächsischen Grünen offensichtlich bereits im Vorfeld vermutet hatte, als man entschloss, Wetzel nicht als Listenkandidat aufzustellen, sondern ihm stattdessen lediglich die aussichtslose Rolle des Direktkandidaten zu überantworten.
Hinter dieser Entscheidung dürfte Kalkül gesteckt haben, denn auf der sächsischen Landesliste der Grünen suchte man offen linksextreme Agitatoren vom Schlage eines Wetzel oder Kasek vergeblich. Viel mehr war die Partei bemüht, sich einen bürgerlichen Anstrich zu verpassen. Wetzels peinliche Auftritte in der Vergangenheit scheinen selbst in der eigenen Partei als kontraproduktiv empfunden zu werden. Ungeachtet dessen bedankte sich Wetzel zur Stadtratssitzung am Donnerstag für an ihn gerichtete Glückwünsche und behauptete, einen „grandiosen Erfolg“ errungen zu haben.
Von wenig Erfolg hingegen war sein Denunziationsversuch gegen den Gewinner der hiesigen Direktwahl, den AfD-Kandidaten Mathias Moosdorf, geprägt, gegen den Wetzel seit seiner Wahlniederlage eine Hetz- und Diffamierungskampagne betreibt. In seiner Rede beschwerte er sich, dass Mossdorf in der Zeit des Wahlkampfes der Zwickauer Ballsaal „Neue Welt“ als Konzertort zur Verfügung gestellt worden war. Offenbar gilt es für den grünen Drogenberater als Selbstverständlichkeit, dass man einem international renommierten Musiker Auftrittsmöglichkeiten untersagt, sofern dieser nicht das linksgrüne Weltbild Wetzels teilt. Von der Zwickauer Stadtspitze erhielt er für seinen allzu plumpen Denunziationsversuch jedenfalls einen Korb.
Bemerkenswertes Detail am Rande des Geschehens war, dass Wetzel während der Stadtratssitzung für alle sichtbar für die linksextreme Gruppierung „Leipzig nimmt Platz“ warb, deren Mitglieder nach Angaben von Wetzels Parteifreund Jürgen Kasek vom Verfassungsschutz überwacht werden. Das sogenannte „Aktionsnetzwerk“ ist integraler Bestandteil der linksextremen Szene in Leipzig, aus deren Dunstkreis seit Jahren Verbrechen wie Angriffe auf Leib und Leben politisch Andersdenkender, Brandstiftungen, Sachbeschädigungen, Landfriedensbrüche und Angriffe auf Polizisten und Polizeieinrichtungen verübt werden. Das von Wetzel beworbene „Aktionsnetzwerk“ solidarisiert sich ebenfalls offen mit der linksterroristischen „Hammerbande“, gegen die derzeit vor dem Staatsschutzsenat des Oberlandesgerichts in Dresden verhandelt wird.
Das offene Tragen politischer Losungen ist Besuchern der Zwickauer Stadtratssitzungen ausdrücklich untersagt, wie auch Zwickaus Oberbürgermeisterin Constance Arndt (BfZ) am Donnerstag zu Beginn der Sitzung informierte. Unklar ist dagegen, ob sich dieses Verbot auch auf Werbung für verfassungsfeindliche Strukturen durch anwesende Stadträte bezieht. Ebenfalls unklar ist, wie es nach Ansicht der Zwickauer Stadtspitze mit der Würde des Hauses vereinbar ist, wenn Stadträte, die sich sonst gerne nach außen hin als „demokratisch“ und „rechtsstaatlich“ ausgeben, offen für verfassungsfeindliche Strukturen werben.
Das Recherche-Team der Westsächsischen Zeitung hat der Zwickauer Oberbürgermeisterin diesbezüglich eine Anfrage vorgelegt, über deren Beantwortung wir informieren werden, sobald diese erfolgt ist.
Folgt uns auch auf Telegram: https://t.me/westsaechsische_zeitung