Dienstag, 23. November 2021

Corona-Maßnahme: Hundertschaft der Polizei riegelt Rathaus ab

Westsachsen/Zwickau.- Am Montagabend machten sich erneut hunderte Bürger bei einem Spaziergang durch die Zwickauer Innenstadt Luft. Die Maßnahmen der Sächsischen Landesregierung unter dem Deckmantel des angeblichen Seuchenschutzes stoßen auf immer breiter werdende Ablehnung. Das Verbot der Weihnachtsmärkte in Sachsen, welches vor wenigen Tagen von der Landesspitze unter Michael Kretschmer (CDU) diktiert wurde, ist nur ein weiterer Tropfen in das bereits volle Fass allgemeinen Unmuts. Mittlerweile nehmen die Forderungen regierungsnaher Politiker immer groteskere Formen an. Während die Fernsehsendung „Brisant“ bereits offen eine „Impfpflicht, die notfalls auch gewaltsam durchgesetzt werden sollte“, thematisierte, ließ es sich auch der äußerst umstrittene CDU-Bundestagsabgeordnete Carsten Körber aus Mülsen (Foto unten) nicht nehmen, mit in dieses Horn zu blasen. Das Wort „Zwangsimpfung“ wurde hierbei bis dato noch geflissentlich vermieden.
Der friedliche Protestspaziergang am Montag machte deutlich, was die Zwickauer von solchen totalitären Plänen halten. Vom Hauptmarkt zog man kurz nach 18 Uhr durch die Fußgängerzone, über den Dr-Friedrichs-Ring, die Katharinenstraße und den Kornmarkt bis zurück zum Rathaus. Unterwegs schwoll der Protestspaziergang auf mehrere hundert Teilnehmer an. Zu Gewalttätigkeiten vonseiten der Polizei, wie es in der vergangenen Woche der Fall war (WSZ berichtete), kam es an diesem Montagabend nicht. Die Uniformierten waren zwar mit etwa einhundert Beamten vor Ort, beschränkten sich allerdings darauf, die Bürger zu begleiten. Dies wird mittlerweile als obligatorische Einschüchterungsmaßnahme bewertet, deren Drohpotenzial sich zunehmend abnutzt.
Während derzeit zahlreiche Polizisten trotz doppelter Impfung wegen Corona krank geschrieben sind und sich in Quarantäne befinden, rückte am selben Abend ein riesiges Aufgebot auf das erzgebirgische Zwönitz vor, um den dortigen Bürgerspaziergang zu verhindern. Für Zwickau reichten möglicherweise somit nicht mehr die Kapazitäten für eine noch massivere Präsenz aus. Die freiheitsliebenden Zwickauer Bürger reagieren mittlerweile gelassen auf diese Zustände. Das Lied „Deutsch un frei“ von Anton Günther in der textlichen Neufassung von Horst Berghöfer erklang auch diesmal wieder während des Spaziergangs auf Zwickaus Straßen. Zum Abschluss des Rundgangs, der wie mittlerweile üblich im Foyer des Zwickauer Rathauses stattfand, wurde das Lied erneut angestimmt. Oberbürgermeisterin Constance Arndt (BfZ), die der musikalische Beitrag aus ihrem Büro lockte, reagierte etwas unbeholfen auf diesen unerwarteten Kulturbeitrag. Die Polizisten, die sich nun vor dem Eingang des Rathauses zusammenrotteten, waren sich uneinig, mit welcher Begründung man Bürger am Singen hindern könne. Dennoch entschlossen sich die Uniformierten schließlich, das Rathaus abzuriegeln und etliche Anwesende, die sich im Innern des Rathauses befanden, mit Personenkontrollen zu schikanieren. Ein Grund für diese Maßnahme wurde auch auf wiederholte Nachfrage nicht angegeben. Die Uniformträger weigerten sich zudem sich auszuweisen und fielen teilweise durch einen rüden Umgangston auf. Eine anwesende Frau, die an posttraumatischer Belastungsstörung leidet, erlitt durch das aggressive Auftreten der maskierten Polizisten eine Panikattacke. Auch ein gehbehinderter Mann im Rollstuhl wurde während der Maßnahme von Polizisten bedrängt und am Weiterfahren gehindert.
Nach etwa einer Stunde räumten die Uniformierten schließlich den Weg und ließen die Abendspaziergänger in Frieden. Letztere bewerteten den Abend trotz der lästigen Polizeischikanen als vollen Erfolg. Unbestätigten Gerüchten zufolge soll es am kommenden Montag um 18 Uhr erneut einen unangemeldeten Spontan-Spaziergang vom Zwickauer Hauptmarkt aus geben. Trotz des abgesagten Weihnachtsmarktes dürfte zumindest zum Wochenanfang demnach für Innenstadtbelebung gesorgt sein.
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