05 November 2026

Offener Brief an OB: Unterstützen Sie rechtswidriges Verhalten?

Westsachsen/Werdau.-
Nachfolgend veröffentlichen wir, wie angekündigt, im Wortlaut den Offenen Brief einer Werdauer Bürgerin an Oberbürgermeister Sören Kristensen. Das Schreiben bezieht sich auf die Veranstaltung „Talking Rechtsstaat“ vom 23. Oktober im Werdauer Rathaus und beinhaltet ein Ultimatum, zu dem sich der OB hätte nochmals äußern können. Auch wir haben mehrmals um Stellungnahme gebeten. Ohne nennenswertes Ergebnis.
Zum besseren Verständnis für die Leser verweisen wir auf unsere beiden Beiträge zum Thema vom 24. Oktober „Vertrauen in den Rechtsstaat? Dieser Schuss ging nach hinten los“ und vom 31. Oktober „Nach Bürgerforum im Rathaus: Unwissenheit oder Vorsatz?“

Offener Brief an den Werdauer Oberbürgermeister Sören Kristensen (26.10.2026)

Betreff: Nachtrag zur Veranstaltung „Talking Rechtsstaat“ vom 23.10.2026

Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister Kristensen,

im Nachgang zur Veranstaltung im Rathaus Werdau am 23.10.2026 wende ich mich auf diesem Weg an Sie. Da es mir im Rahmen dieser Runde nicht möglich war, auf Ihre öffentlich vorgebrachten Beschuldigungen zu antworten und die Sachverhalte vor den Anwesenden richtigzustellen, fordere ich Sie auf, die nachfolgende Gegendarstellung zur Kenntnis zu nehmen.

Sie behaupteten öffentlich, ein zweistündiges persönliches Gespräch mit mir habe damals „unangenehm geendet“, und stellten mich so dar, als hätte ich Sie grundlos beleidigt. Die Wahrheit über den Ablauf dieses Gesprächs sieht völlig anders aus:

Ich wandte mich damals in einer schweren existenziellen Notlage, tief getroffen und hilfesuchend an Sie als Oberbürgermeister, um auf die ständige Schädigung durch die Justiz, die Anwälte und die physische Überklebung des Rechtskraftvermerks aufmerksam zu machen. Statt mir in dieser Notlage behördlich zuzuhören, nutzten Sie das Gespräch, um persönlich zu werden, mir von Ihrer eigenen Beziehungsfähigkeit zu erzählen und ständig vom Thema abzulenken.

Am Ende lenkten Sie das Gespräch auf Haus und Garten und versuchten, mir Ihre persönliche Einstellung aufzudrücken: Haus und Garten machten doch viel zu viel Arbeit und Ihnen wäre das gar nichts; Sie sagten sogar lachend, dass es Ihnen schon zu viel wäre, sich überhaupt zu bücken.

Da ich extrem viel körperlich arbeiten musste für all das, was die Justiz mir meines Erachtens unrechtmäßig wegzunehmen versucht, wurde ich angesichts Ihrer herabwürdigenden und primitiven, unsachlichen und einer Amtsperson unwürdigen Haltung damals ungehalten. Ich fragte Sie daraufhin direkt, ob Sie wohl zu den Leuten gehören, die nach getaner Arbeit und Ernte ANDERER dann nur zum großen „Fressen“ kommen. Ihre wörtliche Antwort darauf lautete: „Aber nur, wenn's Fleeesch (Fleisch) gibt!“

Als Oberbürgermeister unserer Stadt wurden Sie am Freitag Zeuge, wie Staatsministerin Prof. Dr. Constanze Geiert mich vor den anwesenden Bürgern meines Erachtens öffentlich diskreditierte und unglaubwürdig machen wollte, indem sie behauptete, ich sei „bescheidlos gestellt“.

Dabei ist unbestritten und durch offizielle Dokumente belegt, dass meine Kritik an den Abläufen durch anwaltliche Stellungnahmen gestützt wird. So hält beispielsweise der Rechtsanwalt und Landtagsabgeordnete Martin Braukmann in seiner schriftlichen Stellungnahme gegenüber dem Amtsgericht Pirna (Az.: 13 C 760/21) unmissverständlich fest, dass die Sachbehandlung durch Rechtsanwalt Schübel „alles andere als vorbildlich“ war und das OLG Dresden – dessen Senat laut Braukmann ebenfalls jämmerlich versagte – über ein „nicht zulässig eingelegtes Rechtsmittel“ verhandelte, was erhebliche finanzielle Nachteile für mich verursachte.

Diese und noch weitere Bestätigungen von Juristen überreiche ich Ihnen hiermit ausdrücklich zur Kenntnisnahme, damit Sie über die tatsächlichen Handlungsweisen der Justiz und den Wahrheitsgehalt der Erklärungen von Frau Justizministerin Geiert einmal ernsthaft nachdenken können. Die Missachtung des § 64 FamFG und die rechtswidrige Überklebung sind aktenkundig; meine erstatteten Anzeigen waren und sind ausnahmslos gerechtfertigt.

Gestern warfen Sie mir im Saal vor, man hätte einen Anwalt und Oberstaatsanwalt Markus Colli „in Zwangsjacke“ in der Zeitung veröffentlicht, und erweckten bei den Anwesenden fälschlicherweise den Eindruck, ich sei dafür verantwortlich. Diese Form der Gerüchteverbreitung weise ich entschieden zurück.

Der eigentliche Kern des Problems, den Sie völlig ignorieren, liegt darin, dass OStA Colli nachweislich in einer Einstellungsverfügung einen nicht existierenden Doktortitel für RA Schübel aufführte, um diesen zu schützen. Dass Frau Ministerin Geiert diesen Oberstaatsanwalt trotz dieses Vorgangs zum Direktor des Amtsgerichts Aue-Bad Schlema befördert hat, ist meines Erachtens also der eigentliche Skandal. Dass für Sie als Oberbürgermeister ein Bild in der Zeitung mehr Grund zur Aufregung bietet als die Tatsache, dass die Justiz einen Anwalt deckt, der mit einem falschen Doktortitel täuscht, ist tief bedenklich.

Ich erwarte von einem Oberbürgermeister, dass er Bürger in Not nicht rhetorisch abkanzelt, private Ablenkungsmanöver unterlässt und in der Öffentlichkeit keine einseitigen Gerüchte verbreitet, ohne den Betroffenen das Recht auf Gehör zu gewähren.

Ergänzend muss ich festhalten: Zu Beginn der Veranstaltung baten Sie noch ausdrücklich um eine faire und sachliche Gesprächsführung. Doch im weiteren Verlauf ließen Sie zu, dass ich für meinen wahrheitsgemäßen und sachgerechten Vortrag von einigen Personen im Raum – vor allem von den in der ersten Reihe sitzenden, wie bestellt und angewiesen wirkenden jungen Leuten, die offenkundig zur Justizministerin zu gehören schienen – regelrecht ausgelacht, unterbrochen und fast schon feindselig angegangen wurde.

Angesichts dieses Verhaltens drängt sich die berechtigte Frage auf: War das von vornherein so geplant?
Als Anlage füge ich Ihnen zur Verdeutlichung meinen öffentlichen Kommentar unter dem Artikel der Westsächsischen Zeitung (WSZ) vom 24.10.2026 bei, den ich zu diesen Vorgängen verfasst habe:

„Es geht längst nicht mehr nur um das Jahr 2012 – es geht um anhaltende Justizwillkür und das Wegsehen der Verantwortlichen.
Wer den Fall auf das Jahr 2012 reduzieren will, ignoriert bewusst die Realität. Es geht hier längst nicht mehr nur um die damaligen Vorgänge, sondern um die bis heute andauernden, schädlichen Folgen und juristischen Kämpfe, die daraus resultieren. Es ist in einem Rechtsstaat schlicht und einfach unhaltbar, dass Gerichtsakten manipuliert bleiben und offizielle, gültige Dokumente bis heute mit weißen Blättern überklebt bleiben, statt den Fehler durch einen sauberen Berichtigungsbeschluss transparent zu korrigieren. Doch statt diesen Vertuschungsskandal aufzuarbeiten, wird er auf ministerieller und behördlicher Ebene gedeckt.
Besonders bedenklich ist, wenn Amtsträger wie Oberbürgermeister Sören Kristensen öffentlich über Vorgänge urteilen, bei denen ihnen offenkundig jegliches Hintergrundwissen fehlt – und die sich zudem weigern, sich mit den tatsächlichen Fakten und anwaltlichen Belegen auseinanderzusetzen. Wer in Unkenntnis der Aktenlage Bürger in Not öffentlich 'vorverurteilt' und zum SCHWEIGEN bringen will, betreibt keine sachliche Politik, sondern schützt meines Erachtens ein fehlerhaftes System. Wer Missstände und Manipulationen wissentlich hinnimmt und nicht korrigiert, schützt das Unrecht. Damit macht man sich politisch und moralisch gemein mit den Verursachern!?“

Abschließend erkläre ich mich zu einem klärenden Gespräch bereit.

Ich sehe einer sachbezogenen Antwort Ihrerseits bis spätestens 30.10.2026 entgegen. Sollte ich bis zu diesem Datum keine angemessene Reaktion von Ihnen erhalten, werde ich dieses Schreiben zu meiner öffentlichen Rehabilitation als offenen Brief zugänglich machen. Der zugrundeliegende Sachverhalt ist von erheblichem öffentlichen Interesse: Er betrifft das Fundament unseres Rechtsstaates, wenn Gerichtsakten nachweislich manipuliert bleiben und gesetzlich gebotene Korrekturen – wie ein förmlicher Berichtigungsbeschluss unter Angabe der Rechtsgrundlagen – entgegen dem Rechtsstaatsprinzip pflichtwidrig verweigert werden.

Mit freundlichen Grüßen...

Hinweis: Die Verfasserin ist der WSZ persönlich bekannt. Aus Gründen des Opferschutzes bleibt ihre Identität bis auf weiteres anonym.

03 November 2026

Robert-Schumann-Haus Zwickau: Elin Kolev im Film „Wunderkinder“

Westsachsen/Zwickau.-
Am Samstag, den 14. November, um 17 Uhr verwandelt sich der Konzertsaal des Robert-Schumann-Hauses zum Kino. Zu sehen ist der Film „Wunderkinder“ von Marcus O. Rosenmüller aus dem Jahr 2011. Der Film spielt in der Ukraine 1941. Der junge, hochbegabte Violinist Abrascha und die Pianistin Larissa werden als Wunderkinder gefeiert. Doch mit dem Einmarsch der Nazis kommen sie und ihre Familien als Juden in Bedrängnis. Über die religiösen Grenzen hinweg entwickelt sich eine enge Freundschaft zu Hanna Reich, der Tochter eines deutschen Brauers. Es beginnt ein spannendes Drama über drei Kinder, die mit ihrer Musik alle Grenzen überwinden und eine treue Freundschaft in grausamen Zeiten bewahren.
In der Hauptrolle spielt der damals 14-jährige Zwickauer Geiger Elin Kolev. An seiner Seite sind Filmstars wie Gudrun Landgrebe, Kai Wiesinger und Konstantin Wecker zu erleben. Der Film errang zahlreiche Auszeichnungen, so beim Jerusalem International Film Festival oder beim 16. Internationalen Festival des jüdischen Kinos in São Paulo. Es war der letzte Film des deutschen Produzenten Artur Brauner (1918–2019).
Das Datum für die Vorführung im Rahmen der Novembertage wurde mit Bedacht gewählt: In der Zwickauer Partnerstadt Wolodymyr wurden am 13./14. November 1942 3.000 Juden ermordet. Der Film macht diese dunkle Zeit deutsch-ukrainischer Geschichte auf besondere Weise erfahrbar.
Der Eintritt ist frei. Der Film, der im Rahmen der Novembertage 2026 gezeigt wird, dauert 100 Minuten (FSK 12).
Quelle und Foto: Stadtverwaltung Zwickau

31 Oktober 2026

Nach Bürgerforum im Rathaus: Unwissenheit oder Vorsatz?

Schweigen nach Vorwürfen zur Justizpraxis
Oberbürgermeister lässt Ultimatum nach Eklat um Justizwillkür verstreichen
Justizministerin und OB wischen Aktenmanipulation mit Lachen vom Tisch
Westsachsen/Werdau.-  Der Streit um den Umgang mit Bürgerkritik und jahrelangen Justizfehlern im Landkreis Zwickau spitzt sich weiter zu. Nach einer von Spannungen geprägten Bürgerveranstaltung am 23. Oktober im Rathaus Werdau verstrich ein Ultimatum an Oberbürgermeister Sören Kristensen am vergangenen Freitag (30.10.2026) ergebnislos. Eine betroffene Bürgerin aus Werdau hatte den Oberbürgermeister in einem persönlichen Schreiben aufgefordert, zu den Vorgängen auf dem Forum Stellung zu beziehen.
Von links: Der Zwickauer Landrat Carsten Michaelis (CDU), die sächsische Justizministerin
Constanze Geiert (CDU) und Werdaus Oberbürgermeister Sören Kristensen (parteilos).
Kritik an Rhetorik und fehlender Sachaufklärung: Auslöser der Auseinandersetzung war das Auftreten von Justizministerin Constanze Geiert und Oberbürgermeister Kristensen. Die Bürgerin, die seit Jahren auf aktenkundige Unregelmäßigkeiten im Familiengerichtsverfahren (Aktenzeichen 8 F 1059/07 / AG Zwickau) – darunter die physische Überklebung eines erteilten Rechtskraftvermerks vom 01.05.2012 und die eindeutige Missachtung der Gesetzeslage (§ 64 FamFG) – aufmerksam macht, wirft den Amtsträgern vor, konkreten Fragen zur Rechtslage ausgewichen zu sein.
Besonders schwer wiegt dabei der Vorwurf, dass Justizministerin Prof. Geiert auf dem Forum fehlerhaft und unwahr vorgetragen habe. Vor diesem Hintergrund stellt sich drängend die Frage, ob diese Falschdarstellung der obersten Dienstherrin der sächsischen Justiz aus eklatanter Unwissenheit über die tatsächliche Aktenlage oder aus gezieltem Vorsatz erfolgte, um die behördlichen Versäumnisse zu verdecken.
Statt die durch mehrere Anwaltsschriftsätze gestützte Kritik sachlich zu erörtern, sei der Vortrag vor den anwesenden Bürgern ins Lächerliche gezogen und abgetan worden. Ein von der Bürgerin gesetztes Ultimatum zur Klärung und Richtigstellung blieb vom Rathaus bis zum Stichtag unbeantwortet.
Deutlicher Kontrast: Richter Torsten Sommer forderte Respekt. So stellte Sommer in einer Verhandlung am Landgericht Zwickau unmissverständlich fest, dass es im Hinblick auf das erlittene Unrecht „nichts zu lachen“ gebe, unterstrich dies mit Nachdruck auf seinem Pult und zeigte echte Anteilnahme. Der Strafrichter äußerte zudem offen vor dem anwesenden Staatsanwalt Martin Bierlein, dass er die juristische Argumentation des Richters Axel Neidhardt einer angeblichen „Meistbegünstigung“ zugunsten des beteiligten Rechtsanwalts Reinhard Schübel nicht mehr nachvollziehen könne.
„Richter Sommer hat in aller Öffentlichkeit Rückgrat, Anstand und juristische Zivilcourage bewiesen – ein Verhalten, das man von gewählten Amtsträgern wie dem Oberbürgermeister Sören Kristensen und der Justizministerin Constanze Geiert vergeblich sucht“, so die Bürgerin.
Öffentliches Interesse an Aufarbeitung: Da der Oberbürgermeister die gesetzte Frist verstreichen ließ, kündigt die Betroffene nun an, den Vorgang als Offenen Brief der Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Der Fall berührt fundamentale Fragen des Rechtsstaates. Es geht um die Frage, auf welcher prozessualen Grundlage Gerichtsakten im Nachhinein abgeändert und die Gesetzeslage einfach missachtet wurden und weshalb sich Behörden bis heute weigern, die rechtlichen Grundlagen dieser Handlungen offenzulegen.
Werdaus Oberbürgermeister Sören Kristensen.
Zweierlei Maß im Rathaus: Härte bei Grafitti, Schweigen bei Aktenmanipulation? Besonders auffällig und widersprüchlich erscheint dabei die Haltung des Oberbürgermeisters Sören Kristensen. Während er öffentlich konsequent die Bestrafung von „Schmierfinken“ fordert, die städtische Fassaden verunstalten, misst er bei Substanziellerem offenbar mit völlig anderem Maß. Wenn es um aktenkundige Gerichtsmanipulationen, behördliches Versagen und schwere Justizvergehen geht, lautet die Devise aus dem Rathaus stattdessen: Es müsse nun auch einmal gut sein!
Statt die rechtsstaatlich gebotene Aufklärung zu unterstützen und sich für geschädigte Bürger einzusetzen, wird das Einfordern von Transparenz und Schadensersatz ignoriert. Das Signal an die Betroffenen ist unmissverständlich. Sie mögen doch bitte endlich schweigen.
Dieser Umgang mit verfassungsrechtlich geschützten Bürgerrechten wirft ein bezeichnendes Licht auf das Rechts- und Amtsverständnis der örtlichen Spitze.

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29 Oktober 2026

Einwohnerversammlung mit Arndt: „All Eure Sorgen werfet auf mich“

Westsachsen/Zwickau.-
Erst vor wenigen Wochen wurde das neue und komplett sanierte Feuerwehrgerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Zwickau-Oberhohndorf offiziell übergeben. Gut einen Monat später findet hier bereits eine Einwohnerversammlung statt, zu der Oberbürgermeisterin Constance Arndt einlädt: Am Dienstag, dem 3. November um 18 Uhr.
Herzlich willkommen sind Bürger aus Oberhohndorf, aber auch anderen Stadtteilen. Sie haben erneut die Möglichkeit, ihre Fragen zu stellen, Anliegen zu benennen oder Vorschläge zu machen. Die Stadtverwaltung informiert ihrerseits insbesondere über das Thema der Krisenvorsorge sowie zum Konzept der Notfallmeldestellen.
Fragen können bereits im Vorfeld beim Sekretariat der Oberbürgermeisterin eingereicht werden (E-Mail: oberbuergermeisterin@zwickau.de). Die Veranstaltung am 3. November soll gegen 20 Uhr beendet werden.
Quelle und Foto: Stadtverwaltung Zwickau

27 Oktober 2026

Ist der Westen noch ahnungslos? Das könnte sich bald ändern...

Westsachsen/Zwickau.- „Der Westen hat keine Ahnung, was im Osten passiert“, meint der linke Zwickauer Aktivist Jakob Springfeld und lädt zur Vorlesung aus seinem gleichnamigen Buch am 2. November ins Brauhaus Esch ein. Er will offen über ostdeutsche Lebensrealitäten, gesellschaftliche Debatten und das seiner Meinung nach oft verzerrte Bild des Ostens im öffentlichen Diskurs sprechen. Unterstützt wird er dabei von der Grünen-Politikerin Katja Meier (MdL/Foto). Im Anschluss an die Lesung soll eine Gesprächsrunde im sogenannten „Townhall-Format“ stattfinden. Mit Raum für Fragen, Austausch und Diskussion mit dem Publikum.
Katja Meier (GRÜNE) war bis vor kurzem noch Justizministerin in Sachsen. In dieser Funktion hat sie gemeinsam mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU) aktiv verhindert, dass die Zwickauer Überklebungsaffäre aufgeklärt werden konnte. Ihre Nachfolgerin, Constanze Geiert (CDU) versuchte noch am vergangenen Freitag, die Vorstellung von einem funktionierenden Rechtsstaat aufrecht zu erhalten, was ihr aufgrund der Vorgänge innerhalb der Zwickauer Justiz gründlich misslang. Die Bemühung, das angeschlagene Image der sächsischen Justiz aufzupolieren, ging während der Veranstaltung „Talking Rechtsstaat“ in Werdau sprichwörtlich nach hinten los (WSZ berichtete).
Jetzt versucht offensichtlich ihre Vorgängerin, Katja Meier, das Ruder herumzureißen. Die Veranstaltung am 2. November bietet dafür eine ausgezeichnete Möglichkeit. So könnte sie ihre bisherige Einstellung gegenüber Opfern der Zwickauer Justiz überdenken und sich für ihr Verhalten in der Vergangenheit entschuldigen. Danach wäre möglicherweise ein Neuanfang auf einer vertrauensvollen Basis zwischen der Bevölkerung und der sächsischen Staatsregierung möglich. Andernfalls würde dieser Skandal weitere Kreise ziehen. Spätestens dann wüsste man auch im Westen genau, was im Osten passiert.
Termin: 02.11.2026 um 19 Uhr in Zwickau, Peter-Breuer-Straße 14-16. Die Teilnahme an der Veranstaltung ist kostenlos.

Sein oder Nichtsein: Hamlet, Prinz von Dänemark, in Bad Elster

Westsachsen/Zwickau.-
Am Freitag, den 6. November, gastieren die Landesbühnen Sachsen um 19.30 Uhr mit William Shakespeares berühmter Tragödie »Hamlet, Prinz von Dänemark« im König Albert Theater Bad Elster. Unter der Regie von Manuel Schöbel entfaltet sich dabei ein zeitloses Drama um Macht, Intrige und Rache sowie die existenzielle Suche nach Wahrheit und dem richtigen Handeln. Ein König ist tot, die Ordnung erschüttert: Shakespeares berühmteste Tragödie entfaltet ein düsteres Spiel aus Macht, Zweifel und existenzieller Suche. Zwischen Wahnsinn und Wahrheit, Intrige und Erkenntnis wird »Hamlet« zum zeitlosen Drama über Schuld, Gewissen und die Frage nach dem richtigen Handeln. Nach der Ermordung seines Vaters kehrt Prinz Hamlet an den dänischen Hof zurück, wo sein Onkel Claudius den Thron bestiegen hat. Vom Geist des Vaters zur Rache getrieben, stellt sich Hamlet wahnsinnig, um die Wahrheit aufzudecken. Doch das tödliche Spiel aus Täuschung, Macht und Vergeltung gerät außer Kontrolle – und zieht alle Beteiligten in den Abgrund. Tickets: 037437/ 53 900

Erfahrung mit Richter Droll: „Die Scham muss die Seiten wechseln“

Leserbrief: Meine Erfahrung mit Richter Rainer Droll am Amtsgericht Zwickau

Den geschilderten Aussagen über Richter Droll und seiner Abneigung gegen das weibliche Geschlecht, wie im Artikel „Jetzt zocken sie die Ärmsten ab“ beschrieben, kann ich nur beipflichten.

Das ist mir passiert:
In meiner Verzweiflung hatte ich eine Einstweilige Verfügung auf Unterlassung am Gericht gestellt. Der Grund waren die Belästigungen und ständigen Nachstellungen meiner direkten Nachbarn an meinem Haus und meiner Person. Zuvor gab es schon polizeiliche Einsätze wegen jener Vorkommnisse. Auch wurde versucht, Hilfe über zuständige Ämter zu erlangen. Die Zwickauer Polizei hatte mehrfach angeraten diese Form der Nachstellungen über einen Privatermittler feststellen zu lassen. 
Psychische Gewalt mit deren furchtbaren langfristigen Folgen ist immer noch ein No GO, obwohl jene erhebliche Ausmaße angenommen hat und weitreichende Folgen für unsere Gesellschaft mit sich bringt. Das wurde nicht wirklich würdigend berücksichtigt im Leitfaden gegen häusliche Gewalt von 2024, geschrieben von der ehemaligen Justizministerin Katja Meier für das Bundesland Sachsen, als auch im Leitfaden des Landkreises Zwickau von 2026. Dort heißt es lapidar nur, dass jede zweite Frau diese Form der Gewalt mittlerweile erlebt und nur jede fünfte Frau körperliche Gewalt. Konkrete Hilfsangebote gibt es nicht, das kann ich auch aus eigener Erfahrung bestätigen.
Somit war diese Verfügung meine letzte Hoffnung mich frei und unbeschwert in meinem Haus und Grundstück zu bewegen. Außerdem meine Genesung voranzutreiben. Ich hatte noch zwei Operationen zu dieser Zeit vor mir. Ein Privatermittler hatte diese massiven Eingriffe in mein Privatleben über mehrere Einsätze nachgewiesen.
Als es zum Termin kam musste ich etwas erleben was mich bis heute nicht los lässt. Richter Rainer Droll sprach fast ausschließlich nur mit der Gegenseite. Für mich entstand der Eindruck, dass es abgesprochen war. Das wenige was ich sagen dürfte wurde vom Richter unterbrochen oder abgebrochen. Weiterhin unterstellte mir die anwaltliche Verteidigung der Gegenseite, dass ich die Protokolle des Ermittlers gefälscht hätte. Richter Rainer Droll verlangte die Rechnung des Unternehmens. In meiner Aufregung fand ich diese nicht gleich in dem umfangreichen Hefter der Aufzeichnungen. Der Richter ließ schmunzelnd von mir ab. Dann kam ein Satz aus des Richters Mund der mich bis heute nicht los lässt: „Naja, geht nun schon eine ganze Weile so, das kann ich nicht mehr als einstweilige Verfügung durchgehen lassen.“ Dabei konnte er sich das Grinsen über das ganze Gesicht nicht verkneifen. So wie auch die Gegenseite inklusive der Rechtsanwältin. Der Antrag musste zurückgenommen werden.
Bemerkt wurde vom Richter, dass ich das nächste Mal doch mit einem Anwalt kommen sollte um mein Anliegen besser darlegen zu können. Ich fand, der Ermittler hat genug getan und mir wurde von anderen Seiten bestätigt, dass hier schon von Folter gesprochen werden darf durch die vollzogene Art und Weise der Nachstellungen. Nach dem Gesetz ist Anwaltspflicht nicht notwendig, außerdem waren die Kosten schon immens hoch für mich durch den Ermittler.
Während der Verhandlung wurde ich nicht beachtet und musste herabwürdigende Blicke aller Beteiligten ertragen. Es entstand der Eindruck eines Zwiegespräches zwischen Richter und Anwältin. Der Richter hört sich gerne Reden. Mich beschlich das Gefühl absolut rechtlos zu sein und das in meinen eigenen Wänden.
So eine Farce habe ich noch nicht erlebt. Ein Mensch wird täglich auf widerwärtige Weise gequält und der Richter findet es amüsant. Die zutreffenden Gesetze, gegen die verstoßen wurde, brauche ich nicht aufzuzählen. Jeder, der in so einer Situation war oder ist, kennt sie. Ich denke dabei an das so hochgelobte Grundgesetz mit der Würde des Menschen, die unantastbar ist.
Mir ist bis heute schleierhaft wie ein Richter mit solch einer feindlichen Gesinnung Frauen gegenüber so ein Amt bekleiden kann. Ganz zu schweigen vom Neutralitätsgebot. Es ist schwer für mich, diese Verhandlung in Worten so darzustellen, wie ich es empfunden und erlebt habe und welche Folgen sie für mich mit sich brachte. Einfach unfassbar!
Ein großer Fortschritt wird es, wenn sich noch mehr Frauen melden würden mit ähnlichen Erfahrungen. Die Scham muss die Seiten wechseln. Das ist meine Meinung.

Hinweis: Die Verfasserin ist der WSZ persönlich bekannt. Aus Gründen des Opferschutzes bleibt ihre Identität bis auf weiteres anonym.

26 Oktober 2026

Kulturfest für Nachtschwärmer: Die Zwickauer Museumsnacht 2026

Westsachsen/Zwickau.- Kunstwerke aus Holz kreieren, dann das Tanzbein schwingen und anschließend einem der zahlreichen Musikacts lauschen - auch die 15. Ausgabe der Museumsnacht hielt wieder allerhand kulturelle Highlights bereit und lockte zahlreiche Besucher in die Automobil- und Schumann-Stadt an der Mulde. Insgesamt zehn Kultureinrichtungen öffneten am vergangenen Samstag von 18 bis 24 Uhr ihre Türen und gewährten spannende Einblicke in die Zwickauer Kulturszene.
Die Museumsnacht ist zweifelsohne eines der Kulturhighlights im Zwickauer Veranstaltungskalender. Wenn die Uhren Ende Oktober jährlich eine Stunde zurückgestellt werden, sind alle Nachtschwärmer eingeladen, in Zwickau von einem Museum zum nächsten zu schlendern. Exponate bewundern, Unbekanntes entdecken und kuriose Details erfahren – alleine die vielen Dauerausstellungen der teilnehmenden Museen lassen die Besucher tief in die Geschichte Zwickaus eintauchen. Obendrein widmen sich temporäre Sonderausstellungen einzelnen Aspekten des jeweiligen Schwerpunktthemas – so auch die neue Ausstellung feuchtes holz, welche anlässlich der Museumsnacht in den Kunstsammlungen Max-Pechstein-Museum im ZwischenRAUM eröffnet wurde. Der in Wien geborene Künstler Tobias Izsó war selbst vor Ort und erzählte von den faszinierenden Geschichten hinter den einzelnen Objekten und deren Entstehungsprozessen. Er lädt dazu ein, Holz in neuem Kontext zu betrachten, ungewohnte Perspektiven einzunehmen und Alltagsgegenstände einmal abseits ihrer reinen Funktionalität wahrzunehmen.
Inspiriert von den Ausstellungsobjekten nutzten große wie kleine Besucher die Gelegenheit, eigene Kunstwerke aus Holz zu gestalten. Im Nachtatelier wurde bis in die späten Abendstunden gewerkelt. Mit experimentellen Drucktechniken entstanden zahlreiche Erinnerungsstücke an die Zwickauer Museumsnacht.
Großen Zuspruch fanden auch die vielen weiteren Kreativ- und Mitmachangebote in den teilnehmenden Einrichtungen. In der Stadtbibliothek wurden aus abgelegten Lieblingsbüchern echte Hingucker. Beim Buch-Origami haben die Besucher fleißig Buchseiten gefaltet bis kreative Schmuckstücke entstanden. Aktiv werden und Neues erlernen – die Tanzkurse im Gewandhaus boten dafür die passende Gelegenheit und ermöglichten den vielen Tanzbegeisterten zudem, vor Publikum die neu einstudierten Choreografien zu präsentieren. Auch im Puppentheater konnten mutige Besucher erste Bühnenerfahrungen sammeln. Auf der Open Stage bewiesen nicht nur junge Talente ihr Können und ernteten viel Beifall für ihre Darbietungen.
Neben den interaktiven Erlebnissen stießen die Führungen durch die Räumlichkeiten der Kultureinrichtungen auf besonders großes Interesse. Wie auch schon bei vergangenen Veranstaltungen war die Nachfrage seitens der Besucher groß, Einblicke hinter die Kulissen zu erhalten und Räume zu entdecken, die ansonsten nicht zugänglich sind. So ging es beispielsweise im Dom St. Marien hoch hinaus: Viele Interessierte nutzten die Gelegenheit, an der Emporenführung teilzunehmen und bei Orgelmusik Wissenswertes über den Dom zu erfahren. Auch das Stadtarchiv berichtet von restlos ausgebuchten Führungen. Im Mittelpunkt stand hier die Frage, wie Gefährdungen für wertvolles Schriftgut rechtzeitig erkannt und durch entsprechende Gegenmaßnahmen größere Schäden abgewendet werden können. Ebenso große Nachfrage bestand nach den drei Stadtführungen, welche in jeweils 90 Minuten in Zwickaus Altstadt lockten und mit spannenden Anekdoten über die Stadt den Abend zu einem unvergesslichen Erlebnis machten.
Interessanten Episoden lauschten die Besucher auch im Bürgersaal des Rathauses, wo Dr. Lutz Mahnke, Leiter der Ratsschulbibliothek, von Foltergeschichten im Rathaus zu berichten wusste. Vorträge und Lesungen sind traditionell fester Bestandteil der Zwickauer Museumsnacht. Darüber hinaus trugen zahlreiche musikalische Beiträge zu einem stimmungsvollen Abend bei. Den Auftakt bildete der Auftritt der Chorvereinigung Sachsenring Zwickau e.V. im August Horch Museum. Beschwingt entführten die Zeitlosen in der Stadtbibliothek in die Zwanziger Jahre, während Dr. Thomas Synofzik, Leiter des Robert-Schumann-Hauses, seine Gäste beim Klavierspiel von Geisterhand verzauberte. Ebenso großer Beliebtheit erfreuten sich die Gedichtvertonungen wie auch die Grammophon-Vorführungen mit historischen Schellackaufnahmen jüdischer Sängerinnen und Sänger. Die Muggefugg-Symphoniker sorgten mit Klezmermusik in den Priesterhäusern für das passende musikalische Ambiente. Das Konzert von Schülerinnen und Schülern sowie Lehrenden des Robert Schumann Konservatoriums nahm die Anwesenden mit auf eine besondere Klangreise zu den Notenschätzen der Ratsschulbibliothek. Schließlich begeisterten Ungeprobt-Genial! die Besucher mit Live-Jazz auf dem Domhof.
Abgerundet wurde das Programm durch kulinarische Angebote. So ließ sich bei einem Getränk wie auch einem herzhaften oder süßen Snack kurz verschnaufen. Viele der Einrichtungen in der Innenstadt waren fußläufig zu erreichen. Etwas größer ist die Distanz zum August Horch Museum. Doch dank des historischen Shuttle-Verkehrs waren auch diese Wege machbar. Der Verein „Freunde des Nahverkehrs Zwickau e.V.“ brachte wie gewohnt seine Fahrzeuge zum Einsatz. In einer historischen Straßenbahn oder einem alten Ikarus-Bus gingen die Besucher auf Zeitreise und hatten ein besonderes Fahrerlebnis zwischen den teilnehmenden Einrichtungen.
Quelle und Fotos: Stadtverwaltung Zwickau

24 Oktober 2026

Vertrauen in den Rechtsstaat? Dieser Schuss ging nach hinten los

Westsachsen/Werdau.- Angesichts schwindenden Vertrauens in demokratische Institutionen wollte das sächsische Justizministerium gestern in Werdau anschaulich und transparent vermitteln, wie die Justiz im Freistaat Sachsen arbeitet. Dazu waren Medienvertreter und die Bürger der Stadt ins Werdauer Rathaus eingeladen. Neben Justizministerin Constanze Geiert (CDU) positionierten sich Oberbürgermeister Sören Kristensen (Foto rechts) und Landrat Carsten Michaelis (CDU) auf dem Podium. Im Publikum saßen zehn Journalisten, vier Jurastudenten und eine Studentin, zwei Stadträte sowie eine Handvoll interessierter Besucher.
Zunächst vermittelte Constanze Geiert einen kurzen Einblick in die Arbeit des Justizministeriums und teilte ihre Meinung zu verschiedenen Aspekten der Strafverfolgung mit. Oberbürgermeister Kristensen warb dafür, dass Sprayer, die das Stadtbild von Werdau mit illegalen Graffiti verunstalten, schneller abgestraft werden: „Sie sollten ihre Schmierereien an Ort und Stelle sofort selbst entfernen müssen“. Dafür bekam er Applaus vom Publikum. Landrat Carsten Michaelis berichtete davon, viele persönliche Beleidigungen ertragen zu müssen. Er plädierte dafür, dass der § 188 StGB (Gegen Personen des politischen Lebens gerichtete Beleidigung, üble Nachrede und Verleumdung) beibehalten und die Strafverfolgung der Urheber solcher Äußerungen intensiviert wird. Constanze Geiert hält dagegen: „Meiner Meinung nach könnte man den 188er abschaffen. Der einfache Beleidigungsparagraph 185 StGB wäre für den Rechtsschutz von Politikern ebenfalls ausreichend“.
Nach der Einleitung ging es recht zügig in die Bürgerfragestunde über. Dabei gab es teils heftige Diskussionen. Angekündigt als Bürgerdialog mit Fragestunde entwickelte sich die Veranstaltung mehr und mehr zum Schlagabtausch. Die Probleme mit dem Vertrauen der Menschen in die Behörden traten sehr deutlich und offen zutage. Eine Besucherin fragte, ob es für Amtspersonen bei Gericht eine Sonderbehandlung gibt. Die Frage ging an Carsten Michaelis und bezog sich auf dessen Raserei in einer 30er Zone in Oberrothenbach. Damals sollte Michaelis zunächst ein Bußgeld von 180 Euro zahlen und erhielt 1 Punkt in Flensburg. Dagegen legte er Widerspruch ein und zog vor Gericht. Das Amtsgericht Zwickau verringerte das Bußgeld im Februar 2023 auf 40 Euro, da das Tempolimitschild im Vorbeifahren teilweise verdeckt gewesen sein soll. Er als ortskundiger Landrat hätte jedoch wissen müssen, dass es sich um eine Tempo 30-Zone handelt. Das Urteil hinterließ bei vielen Bürgern und Beobachtern einen faden Beigeschmack, was zu Vorwürfen eines „Promi-Bonus“ führte. Bis heute wird angezweifelt, dass Michaelis seine Beziehungen als „Volljurist“, wie er sich selbst bezeichnet, nicht in seinen Kreisen - hier am Amtsgericht Zwickau - ausgenutzt hat.
Wie vorherzusehen war, kam die Sprache auch auf die Zwickauer Überklebungsaffäre. Laut der Aussage des Chemnitzer Verwaltungsgerichts ist für die Klärung dieses Sachverhalts die sächsische Justizministerin direkt verantwortlich. Gerichtspräsident Bert Schaffarzik sagt: „Wenden Sie sich an das Justizministerium. Die haben dort ein Team, das sich um solche Fälle kümmert“. Doch davon wollte Constanze Geiert gestern nichts wissen. Sie stellte sich erneut vor die zuständige Amstgerichtsdirektorin Eva-Maria Ast (CDU), die nach Aussage diverser Stadträte und Rechtsanwälte eigentlich in den Knast gehört (WSZ berichtete), und fauchte schon fast wütend in den Raum: „Nein! Ich werde das Amtsgericht Zwickau nicht anweisen, die Akte 8 F 1059/07 zu korrigieren. Das steht mir schon wegen der verfassungsmäßigen Unabhängigkeit der Richter gar nicht zu“. Was sie dabei vergisst zu erwähnen: sie hat gegenüber den Richtern am Amtsgericht eine Dienstaufsichtspflicht. Dabei geht es nicht um die richterliche Unabhängigkeit, sondern um den vorliegenden fehlerhaften Verwaltungsakt, der korrigiert werden muss. So, wie es der Verwaltungsgerichtspräsident Schaffarzik zutreffend bereits gesagt hat.
Einen Eklat gab es auf die Frage, ob die Ministerin den Inhalt des Paragrafen 64 FamFG kenne. Darauf wusste Geiert keine Antwort, wich stattdessen mit einer Gegenfrage aus: „Was fragen Sie mich das? Hab ich mein Studium etwa gekauft?“. Damit bezog sie sich offensichtlich auf den Plauener Rechtsanwalt Reinhard Schübel, der die Affäre 2012 ins Rollen brachte. Er hatte sich vor Jahren eine Urkunde in Bratislava gekauft, die ihn angeblich dazu befugt, in Deutschland einen „Dr.“-Titel zu tragen. Oberstaatsanwalt Colli nahm ihn dabei in Schutz, indem er für Schübel den Titel einer Doktorarbeit erfand, die es gar nicht gibt (WSZ berichtete).
Schlussendlich waren die meisten der Anwesenden mit dem Ausgang des sogenannten Bürgerdialogs unzufrieden. Ein Besucher brachte es auf den Punkt: „Wenn heute beabsichtigt war, mein verloren gegangenes Vertrauen in den Rechtsstaat zurückzugewinnen, dann ist das gründlich daneben gegangen“.

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22 Oktober 2026

Energetische Sanierung der Schule am Windberg ist abgeschlossen

Westsachsen/Zwickau.-
An der Schule am Windberg, Windbergstraße 68, konnte in der vergangenen Woche der vierte und letzte Bauabschnitt fertiggestellt werden. Damit kann im Verlauf dieser Woche der Einzug in die frisch sanierten Räume erfolgen, sodass ab Montag, 26. Oktober 2026 der Schulbetrieb wieder im gesamten Schulgebäude stattfinden kann.
Bei der im Juli 2024 begonnenen Baumaßnahme handelt es sich vorrangig um eine energetische Sanierung, die im laufenden Schulbetrieb durchgeführt wurde.
Nachdem in den ersten drei Bauabschnitten hauptsächlich Klassenräume saniert wurden, erfolgte nun (neben weiteren Klassenräumen) die Instandsetzung der Räume für die Schulleitung und Lehrkräfte. Zeitgemäß saniert und aufgewertet wurden auch die Fachräume für den Gymnastik- und den Werkunterricht. Freuen können sich die Schulkinder und das Lehr- und Leitungspersonal ebenso auf einen deutlich größeren Speiseraum.
Wie bereits in den vorangegangenen Bauabschnitten wurden auch im letzten Bauabschnitt wieder Fenster ausgetauscht, die Heizungs- und Elektrotechnik erneuert, Akustikdecken ergänzt und die Sanitäranlagen erneuert. Die großen Räume (Gymnastik-, Speise- und Werkraum) erhielten zudem neue Lüftungsanlagen. Gleichzeitig wurden die Wände und Böden aufgewertet. Jede Etage wurde anhand eines individuellen Farbkonzeptes gestaltet. Die Konzepte verleihen jeder Etage einen eigenen Charakter und bilden gleichzeitig ein harmonisches Gesamtbild.
Die Fassaden des Schulgebäudes wurden mit einer Wärmedämmung energetisch ertüchtigt, die Fenster mit einem Sonnenschutz ausgestattet und ausgewählte Bereiche mit einer vorgehängten Plattenfassade aufgewertet.
Die eigentliche Fertigstellung der Sanierungsmaßnahme sollte bereits in den Sommerferien 2026 erfolgen. Der Termin konnte jedoch aufgrund von Lieferschwierigkeiten nicht eingehalten werden.
Die Erneuerung der Außenanlagen soll bis Ende 2026 abgeschlossen werden. Die Gesamtkosten der Baumaßnahme belaufen sich auf rund 6,75 Mio. EUR und werden eingehalten.
Quelle und Fotos: Stadtverwaltung Zwickau