Ein Anruf Ende Januar in der Zwickauer Staatsanwaltschaft ergab, dass Colli hier nach wie vor die Fäden zieht. Er selbst meldete sich am Telefon. Eine Anfrage bei der zuständigen Justizministerin Constanze Geiert (CDU) in Dresden, die ihm höchst persönlich die Ernennungsurkunde zum Amtsgerichtsdirektor überreicht hatte (Foto oben), ergab zunächst nichts. Auch die Pressestelle der Zwickauer Staatsanwaltschaft hüllte sich in Schweigen. Bis der WSZ vor einigen Tagen ein Brief zugespielt wurde, der von Colli mit zwei Funktionen signiert wurde (Ausschnitt/Kopie).
Im Schreiben selbst wird behauptet, der Sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) habe einen Strafantrag gestellt, weil sein Name auf einer Website auftaucht, die ihn mit der Zwickauer Überklebungsaffäre in Verbindung bringt. Demnach müsste ein Verfahren wegen übler Nachrede und Verleumdung gegen eine Person des politischen Lebens eingeleitet werden. Der Wahrheitsgehalt des Vorgangs ist nicht überprüfbar, da sich Kretschmer bisher dazu nicht äußert. Auch sein Justizministerium hüllt sich derzeit noch in Schweigen. Allerdings haben inzwischen einige Bundesbehörden davon Wind bekommen. Sollte sich herausstellen, dass Markus Colli, Alias Oberstaatsanwalt, Alias Amtsgerichtsdirektor, seine Kompetenzen bei weitem überschreitet, dürfte das mehr als nur ein Disziplinarverfahren nach sich ziehen.












