Samstag, 14. September 2019

Vom Korn- zum Wissensspeicher: Fünf Jahre Stadtbibliothek Zwickau

Zwickau.- Vor fünf Jahren, am 14. September 2014, wurde die Stadtbibliothek Zwickau im historischen Kornhaus feierlich eingeweiht. Mit der Eröffnung endete die Sanierung und letztlich Rettung eines national bedeutsamen Denkmals. Die Bücherei erfreut sich seither großer Beliebtheit bei kleinen und großen Bücherwürmern.
Mit dem Umzug der Stadtbibliothek Zwickau ins Kornhaus begann für die Einrichtung eine neue Ära: modern, barrierefrei, bestens zu erreichen und mit viel Komfort sowie technischen Raffinessen ausgestattet. Durch das reichhaltige Platzangebot auf dreieinhalb Etagen wird seither der gesamte Bestand an Büchern und anderen Medien für alle Altersgruppen an einem Standort angeboten.
Seit der Wiedereröffnung konnten bisher jedes Jahr rund 120.000 Besucher und ca. 475.000 Entleihungen gezählt werden. Die Entleihungen der Medien steigen stetig an. „Noch immer haben wir einen enormen Zulauf sowohl von regionalen als auch überregionalen Besuchern“, so Frank Körner, Leiter der Stadtbibliothek Zwickau. Seit 2014 meldeten sich rund 1000 Benutzer neu an, die Zahl der aktiven Nutzer stieg auf über 7000. Zur Attraktivität der Einrichtung trägt auch bei, dass sich in den Regalen eben nicht nur ältere Medien befinden. Viele Bücher können sogar zeitgleich mit dem Markterscheinen für die Nutzer bereitgestellt werden. Auch auf Wünsche kann zu fast 100 Prozent eigegangen werden. Pro Jahr werden bis zu 10.000 Neuerwerbungen bestellt, katalogisiert, systematisiert, buchbinderisch bearbeitet und mit Etiketten, die das automatische Erfassen und Identifizieren ermöglichen, versehen.
Ganz verschieden, aber immer spannend waren die Veranstaltungen der vergangenen Jahre. Ob spannendes Kinderbuch, Zirkusschauspiel, Lesung oder abenteuerlicher Reisebericht: sowohl für kleine als auch große Bücherwürmer dürfte immer etwas dabei gewesen sein. Zum vielfältigen Angebot der Kinderbibliothek gehören die Vorlesestunden in der Bibliothek, in Kindergärten und Grundschulen sowie Bilderbuchkino und Kamishibai-Theater. Die Vorlesestunden für Kinder durch Ehrenamtliche haben sich schnell zu einem gut angenommenen Angebot entwickelt.
Zur Geschichte von Stadtbibliothek und Kornhaus
Die Wurzeln der Stadtbibliothek reichen über 95 Jahre zurück: Am 2. Januar 1923 wurde in einem Festakt in den Räumen der Ratsschulbibliothek im Städtischen Museum die erste Volksbücherei in Zwickau aus der Taufe gehoben. Sie sollte „zur geistigen Ertüchtigung der Bürger in unserer Stadt" beitragen. Es gab nun zwei Bibliotheken: die Ratsschulbibliothek mit Spezialsammelgebieten als wissenschaftliche Bibliothek und die Volksbücherei als allgemeine Bildungsbibliothek. 16 Jahre später wurde die Stadtbücherei in den „Greif“, dem inzwischen abgerissenen Haus am Dr.-Friedrichs-Ring 19, verlegt. Es entstanden Stadtteilbibliotheken, später wurde die Kinderbibliothek ausgegliedert. 2011 verließ die Stadtbibliothek ihr jahrzehntelang genutztes Domizil am Dr.-Friedrichs-Ring und zog in ein Ausweichquartier. Das bisherige Gebäude war sanierungsbedürftig und bot längst keinen angemessenen Rahmen mehr für eine Bücherei. Dauerhaft sollte die Stadtbibliothek im Kornhaus ihren Platz finden. Bis dieses einzugsbereit war, diente das Gebäude Pölbitzer Straße 25a als Übergangslösung.
Das Kornhaus wurde 1481 als Kornspeicher und Teil der Befestigungsanlage erbaut und ist der größte mittelalterliche Kornhausbau Sachsens. Aufgrund der Mehrgeschossigkeit und der Konstruktion des Dachstuhls gilt es als national bedeutsames Denkmal. 1835/36 erfolgte der Umbau zum Gefängnis als Teil der Haftanstalt des benachbarten Schlosses Osterstein. Nach der Schließung der „Strafvollzuganstalt“ im Jahr 1962 wurde es als Lager sowie für Büros und Werkstätten genutzt. Ab Beginn der 1990er Jahre stand es leer und war zunehmend dem Verfall unter verschiedenen, meistens privaten Eigentümern, preisgegeben. 2009 schien der Abriss des Denkmals aufgrund der akuten Einsturzgefährdung nahezu unumgänglich.
Lösungen von Ingenieuren und der Einsatz des Denkmalschutzes schufen schließlich die Grundlage für die Rettung des Kornhauses. Ein entscheidender Schritt für den dauerhaften Erhalt war dann der Kauf des Gebäudes durch die Stadt Zwickau im Jahr 2009. Im gleichen Jahr wurde mit der Notsicherung begonnen. Ab 2012 folgten insbesondere die Wiederherstellung des Dachtragwerks, der Neuaufbau des östlichen Giebels und die Dacheindeckung. Nach dem Richtfest im September 2013 schlossen sich die Fassadensanierung, der Einbau der Fenster, der Neubau der „Tuchmacherbastei“ oder der Innenausbau an.
Die Kosten für die Notsicherung, die Sanierung und den Umbau betrugen 6.965.000 Euro, rund 4,3 Mio. Euro davon waren Fördermittel. Unterstützt wurde Zwickau vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie vom Bund und vom Freistaat Sachsen über das Programm „städtebaulicher Denkmalschutz“. Aus Haushaltmitteln finanziert wurde die Ausstattung der Stadtbibliothek, die etwa 900.000 Euro kostete. Mehr dazu unter www.stadtbibliothek-zwickau.de

Quelle und Fotos: Stadtverwaltung Zwickau

Freitag, 13. September 2019

Zum 200. Geburtstag von Clara Schumann: „Kids mit Clara in Nöten“

Zwickau.- Heute ist Clara Schumanns 200. Geburtstag. Diesen Anlass feiert das Clara-Wieck-Gymnasium mit einem musischen Tag. Überall im Schloss erklingt in den Pausen von den Schülerinnen und Schülern handgemachte Musik. Höhepunkt des Tages war die Aufführung des Theaterstücks „Kids mit Clara in Nöten“. Seit Wochen schon probten die Jugendlichen der 9./10. Klasse zusammen mit der Zwickauer Autorin Christine Adler. Sie hat das Stück als Ein-Personen Monolog geschrieben und im September 2014 erstmals im Robert-Schumann-Haus zur Aufführung gebracht. Seitdem gab es immer wieder Auftritte in verschiedenen Städten und Gemeinden Sachsens. Auch eine Hörspiel-CD wurde unter dem Titel „Clara in Nöten“ produziert.
Die heutige Aufführung mit den Clara-Wieck-Schülern hatte sie freilich umgeschrieben. In Teilen gekürzt und mit weiteren Rollen besetzt. So kamen insgesamt 20 Jugendliche in den Genuss, sich als Schauspieler/-innen zu versuchen. Der Festsaal des Gymnasiums war bis auf den letzten Platz gefüllt, die Vorstellung ein voller Erfolg. Tosender Applaus am Ende. Christine Adler begeistert: „Ich bin stolz auf die jungen Leute, wie sie das in der kurzen Zeit alles so schnell hingekriegt haben.“ Schließlich galt es einige Unwägbarkeiten zu umschiffen. So ist der technische Aufwand zu dem Stück nicht zu unterschätzen. Bilder müssen zur richtigen Zeit ein- und wieder ausgeblendet, Musikstücke und Geräusche eingespielt werden. Dafür ist der Zwickauer Medienproduzent Olaf Thalwitzer zuständig, der auch die genannte Hörspiel-CD produziert hat. Zwischen einigen Szenen erklang von Schülern live eingespielte Klaviermusik. Auch diese mussten zeitlich eingetaktet werden.
Am Sonntag gibt es noch einmal die Gelegenheit, das Stück zu sehen. Am Rande des Historischen Markttreibens öffnet das Robert-Schumann-Haus um 18 Uhr seine Pforten. Der Eintritt ist frei.
„Kids mit Clara in Nöten“ wird unterstützt vom Kulturraum Vogtland Zwickau und dem Verein „Ich sehe die Sonne e.V.“ in Kooperation mit dem Clara-Wieck-Gymnasium.

Die Hörspiel-CD gibt es vor Ort im Robert-Schumann-Haus
oder im Internet unter www.clara-wieck.de zu kaufen.

Mittwoch, 11. September 2019

Große Schlager-Star-Parade im König Albert Theater

Bad Elster.- Am Sonnabend, den 21. September laden die Schlagerstars Ireen Sheer, G. G. Anderson, Michael Heck und der Fernando Express um 19.30 Uhr zur großen Schlager Hitparade der Extraklasse in das König Albert Theater Bad Elster ein. Damit beehrt eine der größten Schlager-Tourneen in Deutschland im goldenen Herbst Bad Elster. Das Publikum darf sich auf einen musikalischen Abend der Extraklasse mit bekannten Hits und schillernden Top-Stars freuen. Seit Jahrzehnten ist G. G. Anderson eines der zentralen Gesichter des deutschen Schlagers: 30 Jahre Schlagersänger, 40 Jahre Komponist, mehr als 50 Jahre Bühnenerfahrung - diese Karriere muss ihm erst mal einer nachmachen! Der ewige Sunny-Boy des deutschen Schlagers verfügt eben nicht nur über einen umwerfenden Charme, sondern auch über großartige Hits, die zeitlos sind. Mit Schlager-Ikone Ireen Sheer beehrt ein Kultstar der großen Unterhaltung Bad Elster: Viele ihrer bekannten Hits sind heute Kult. Mit »Heut' Abend hab' ich Kopfweh« oder »Du gehst fort« werden Meilensteine erklingen, die den Alltag meilenweit hinfort tragen. Also steigen Sie dazu auch ein in den Fernando Express und entschwinden Sie dem Alltag! Tickets: 037437/ 53 900 | www.koenig-albert-theater.de

Foto: Manfred Esser

Freitag, 6. September 2019

Zwickauer Justiz-Skandal: Hetzjagd auf eine Unschuldige?

Zwickau.- Im Fall der Urkundenfälschung im Amtsgericht Zwickau (WSZ berichtete) hat die Staatsanwaltschaft die Verhängung einer Geldstrafe gegen die Betroffene durch Erlass eines Strafbefehls beantragt. Das Amtsgerichts lehnte diesen Antrag jetzt durch Beschluss ab (Az. 7 Cs 180 Js 27175/18). Demnach darf die seit 2012 von den Zwickauer Justiz-Behörden gequälte Frau einen Richter offiziell als „kriminellen, asozialen, strafvereitelnden, unverschämten Lumpenhund“ bezeichnen. Zur Begründung heißt es: „...dies zeigt eindeutig, dass sie (die Beklagte A.d.R.) der Meinung ist, dass Richter am Amtsgericht Lindenberger sich im Verfahren nicht korrekt verhalten hat und diese Meinung tut sie kund. Die hier gegenständlichen Äußerungen fallen in den Schutzbereich des Grundrechtes auf Meinungsfreiheit. Sie sind durch Elemente der Stellungnahme des Dafürhaltens und des Meinens geprägt und deshalb ... als Werturteil anzusehen. Die verletzende Formulierung einer Aussage entzieht diese grundsätzlich nicht dem Schutzbereich des Grundrechtes (vgl. BVerfGE , 54, 129 <138 f.>, 93, 266, 289), vgl. Bundesverfassungsgericht 14. 1.2019, Aktenzeichen 1 BvR 233/17.“
Die Staatsanwaltschaft sieht das jedoch anders und lässt nicht locker. Staatsanwalt Christian Ruderisch will die Sache jetzt beim Landgericht noch einmal aufwärmen. Er hat gegen den Beschluss Beschwerde eingelegt. Eine Begründung dafür konnte er gestern Vormittag noch nicht liefern. Beobachter gehen aber davon aus, dass es gar keine gibt.
Nach § 344 StGB ist die Verfolgung Unschuldiger durch Amtsträger mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren bedroht. Darüber, warum die Staatsanwaltschaft hier offensichtlich eine Hetzjagd auf das geschädigte Opfer veranstaltet, kann nur spekuliert werden. Insider gehen davon aus, dass von eigenem kriminellen Handeln abgelenkt werden soll.

Weitere Hintergründe erklärt dieses Video: Analyse zum Justiz-Skandal

„Kids mit Clara in Nöten“: große Herausforderungen bei den Proben

Zwickau.- Letzte Vorbereitungen zum ersten Auftritt: Die Schüler und Schülerinnen um „Kids mit Clara in Nöten“ hatten am Montag gemeinsam mit der Zwickauer Autorin Christine Adler einen ersten Durchlauf im Clara-Wieck-Gymnasium. Während der recht anstrengenden knapp sieben stündigen Probe gab es einige Herausforderungen zu bewältigen. Das betraf vor allem die Regie. Da die Autorin in diesem Fall gleichzeitig als Schauspielerin und Regisseurin agiert, sowie auch den Ablaufplan im Auge haben muss, war die Koordination zunächst nicht leicht. Nicht nur den Jugendlichen wurde dabei eine Menge Disziplin abverlangt. Kostüme mussten anprobiert, Requisiten gestellt werden. Die gelernten Texte galt es mit Leben zu erfüllen. Auch die technischen Einspielungen von Bildern und Geräuschen wollten getestet werden.
Als nächstes steht eine Durchlaufprobe im Robert Schumann Haus an. Hier wird „Kids mit Clara in Nöten“ dann am 15. September um 18 Uhr am Rande des historischen Markttreibens aufgeführt. Der Eintritt ist frei.
Unterstützt wird das Projekt vom gemeinnützigen Verein „Ich sehe die Sonne e.V.“ in Kooperation mit dem Clara-Wieck-Gymnasium und dem Kulturraum Vogtland-Zwickau.
Die Hörspiel-CD zum Stück gibt es online hier oder direkt im Robert Schumann Haus zu erwerben.

Quelle und Foto: ZPA

Donnerstag, 5. September 2019

Ab 13. September: Festliche Wasserspiele in Bad Elster

Bad Elster.- Die Kultur- und Festspielstadt Bad Elster begeistert ganzjährig mit einem abwechslungsreichen und ausstrahlenden Spielplan. Kulturelles Zentrum der Stadt ist das über 100-jährige König Albert Theater als eines der schönsten historischen Theater Mitteldeutschlands. Mit den jährlich im September beginnenden Chursächsischen Festspielen wird in Bad Elster traditionell die neue Spielzeit feierlich eröffnet. Die diesjährige 19. Ausgabe des überregional bedeutsamen Festivals widmet sich dabei vom 13. September bis zum 6. Oktober als „Wasserspiele“ dem 350-jährigen Jubiläum der Erstpublikation zur Heilkraft des Elsterquells.
„Denn bereits im Jahre 1669 wurde die älteste, wissenschaftliche Druckschrift über die Heilkraft des »Elstersäuerlings« verfasst und dem damaligen Landesherren, Herzog Moritz von Sachsen-Zeitz, gewidmet. Diese Untersuchung und Widmung von Georg Leißner bescherte der Elsteraner Quelle in der Folge die fundierte, auch überregional relevante Aufmerksamkeit, die dann maßgeblich die Ortsentwicklung und später die Erhebung zum Königlich-Sächsischen Staatsbad begründete“ erklärt GMD Florian Merz als geschäftsführender Intendant der gesamtverantwortlichen Chursächsischen Veranstaltungsgesellschaft und führt aus: „Vor diesem Jubiläums-Hintergrund als dem balneologischem Ursprung des Heilbades möchten wir die zwei tragenden, traditionsreichen Säulen aus Kultur & Gesundheit umrahmt von der herbstlich-goldenen Naturkulisse in unseren architektonisch wertvollen Königlichen Anlagen als erlebbare Einheit für Publikum und Gäste inszenieren.“
Höhepunkte des vielstimmigen Festivalprogramms sind die festlichen Symphoniekonzerte der Chursächsischen Philharmonie mit Blick auf die Jubiläen von Clara Schumann (13.09.) und Ludwig van Beethoven  (03.10.) sowie begeisternde Musiktheater-Aufführungen wie der große Opernabend zur tschechischen Nationaloper „Libuše“ (20.09.) oder die Operette „Pariser Leben“ (04.10.) im Offenbach-Jahr 2019. Dazu beehren wieder renommierte Stars und Ensembles die Bühne Bad Elsters: So stehen Auftritte von Günther Fischer & Band (14.09.), Theater-Rock  mit den Rattles (15.09.), eine musikalische Gershwin-Lesung mit Katja Riemann (22.09.), Festspielkonzerte von Ute Freudenberg (28.09.) und Ulla Meinecke (05.10.) oder ein Marlene-Dietrich-Abend mit Weltstar Ute Lemper (06.10.) auf dem Programm. Abgerundet wird das Festspielprogramm mit einer Schlagerparade (21.09.), einem Kabarettabend von Uwe Steimle (27.09.), Familientheater mit Pippi Langstrumpf (29.09.) und klassischen Festspiel-Etüden vom jungen Nachwuchspianisten Ben Lepetit (02.10.).
Bad Elster bietet dabei mit seinen kunstvoll gestalteten Königlichen Anlagen aus mondäner Bäder- und Parkarchitektur und den sieben historischen Veranstaltungsstätten auf der weltweit einmaligen »Festspielmeile der kurzen Wege« eine einzigartige Atmosphäre mit hoher Aufenthaltsqualität für die Chursächsischen Festspiele, die mit interessanten Geo-Exkursionen zu Schwarmbeben im Bäderdreieck, spannenden Ausstellungen, verschiedenen Themenführungen, einem goldenen Herbst & Weinfest und Kammermusik von Ensembles der Chursächsischen Philharmonie ergänzt werden. Neben dem Sächsischen Staatsminister der Finanzen, Dr. Matthias Haß, hat auch wieder Seine Königliche Hoheit Alexander Markgraf von Meissen Herzog zu Sachsen die Schirmherrschaft übernommen. Die Kombination der Angebote macht dabei den besonderen Flair Bad Elsters aus: Heute eine Wanderung durch eine der reizvollsten Naturgegenden Sachsens, morgen die große Welt der Oper im König Albert Theater und danach Entspannung pur mit den Wohlfühlangeboten in der Soletherme Bad Elster - so schweben Körper und Geist auf anspruchsvolle Weise! Alle Infos & Tickets: 037437 / 53 900 | www.chursaechsische.de

Foto: Jan Bräuer

Dienstag, 3. September 2019

Handwerk, Schabernack und historisches Treiben in Zwickau

Zwickau.- Vorhang auf für einen Spaziergang durch Zwickaus traditionsreiche Geschichte zum „Historischen Markttreiben – Zwickau im Wandel der Zeit“ am 14. und 15. September 2019 jeweils ab 11 Uhr. Die drei Plätze in der Altstadt lassen Episoden aus mehr als 900 Jahren Stadtgeschichte lebendig werden.
Neben liebevoll gestalteten Marktständen warten historisches Handwerk, Gaukelei und Musik sowie weitere Attraktionen auf die Besucher. So ist auf dem Domhof das Mittelalter und die Reformationszeit erlebbar. Der Hauptmarkt gestattet einen Ausflug in die Zeit Robert Schumanns, dem Biedermeier. Auf dem Kornmarkt können Gäste in die Phase der Industrialisierung  und die Automobilgeschichte eintauchen. Erstmalig in diesem Jahr findet zum Historischen Markttreiben das erste Drehorgeltreffen zu Zwickau statt.
Domhof – Zu Gast im Mittelalter
Der Domhof mit den Priesterhäusern und dem Dom St. Marien steht ganz im Zeichen des Mittelalters und der Reformation. Diese Zeit des Umbruchs hatte auch für Zwickau weitreichende Folgen, besaß doch die Stadt einen Rat, der in engem Kontakt zu Luther und den Reformatoren in Wittenberg stand. Mit Müntzer predigte Luthers glühendster Anhänger an den beiden großen Kirchen der Stadt bevor er – dem Fanatismus verfallen – entlassen wurde. Zur Schlichtung der daraus entstandenen Konflikte bat man Luther nach Zwickau, der daraufhin 1522 vier Mal in der Stadt predigte.
Neben einem Märchenzelt in dem die Märchenerzählerin Jolanda Querbeet Groß und Klein mit quietschfidelen, fantasievollen, bunten und aufregenden Geschichten aus aller Welt begeistert, bietet das „Badehaus Zuberzirkus“ allen Besuchern ein ganz besonderes Erlebnis, wie es behaglicher kaum sein könnte. Wer möchte, kann hier in vollem Maße die Freuden eines wohlig warmen Bades unter freiem Himmel genießen. Weitere Attraktionen auf dem Domhof sind das Historische Dorf sowie zahlreiche Handwerker vom Wippdrechsler über die Cainsdorfer
Schnitzer bis hin zum Laternenbauer. Auch die Stände der Kultureinrichtungen finden sich auf dem Domhof wieder. Das Stadtarchiv verkauft erstmals die neue Ausgabe des Cygnea, den Postkartenkalender 2020 sowie einen Ansichtkartensatz.
Hauptmarkt – Zuhause im Biedermeier
Der Hauptmarkt mit Rathaus und den eindrucksvollen Bürgerhäusern ist die Kulisse für die Zeit Robert Schumanns. Der berühmte Komponist wurde im Eckhaus 1810 geboren und verlebte hier Kindheit und Jugend. Mit hübsch dekorierten Ständen, verschiedenen Handwerkskünsten und in die Zeit passenden Programmpunkten, wandelt man auf den Spuren der Biedermeierzeit und erlebt die ein oder andere Überraschung vor dem Rathaus.
Neben dem WasserSpielMobil, einem mobilen Wasserspielplatz bei dem Kinder nach Lust und Laune die Wege des Wassers entdecken können und an der Handschwengelpumpe für Nachschub sorgen, ist das „kabaret de poche“ eine besondere Attraktion auf dem Hauptmarkt. Mit einer raffinierten Technik zeigt „kabaret de poche“ aus Frankreich die Miniaturimitation eines Kabarettsaales. Das Publikum aus Knetmasse ist völlig lebendig und lebensecht, und das Spiel der Lichteffekte taucht die Zuschauer in eine sanfte Atmosphäre. Der Vorhang geht auf, die Figuren klatschen, und so beginnt die Vorstellung, die Groß und Klein in den Zauber dieser wunderbaren kleinen Welt entführt.
Wer gern selbst im Kostüm über den Markt schlendern möchte, hat beim Kostümverkauf des Theaters Plauen-Zwickau in der Hauptstraße 46 bis 52 die Gelegenheit ein entsprechendes Stück zu ergattern.
Kornmarkt – Industrialisierung und Blick in die Zukunft
Mobil und technisch geht es auf dem Kornmarkt zu. Der Platz widmet sich dem Zeitalter der Industrialisierung, dem Automobilbau sowie dem beginnenden 20. Jahrhundert. Als Partner präsentieren sich hier u. a. die Westsächsische Hochschule, die FES Fahrzeug-Entwicklung Sachsen GmbH sowie das August Horch Museum. Darüber hinaus empfängt Funkelfix interessierte Besucher. Im vielleicht kleinsten wandernden Kurzfilmkino der Welt präsentiert Christian Funkelfix die Creme de la Creme seiner Sammlung.
Ein über die Jahre beliebter Anlaufpunkt für ein Erinnerungsfoto darf auch 2019 nicht fehlen – der Fotostand. In diesem Jahr können sich alle Besucher auf eine Zeitreise in die 20er Jahre begeben. Mit passenden Kostümen und typischer Haarmode kann hier jeder für 5 Euro ein Erinnerungsfoto mit nach Hause nehmen.
Das August Horch Museum hat auf dem Kornmarkt nicht nur jede Menge interessante Informationen rund um die Geschichte des Zwickauer Automobilbaus im Gepäck, sondern zeigt auch einige wunderbare motorisierte Exemplare. Die Westsächsische Hochschule präsentiert sich neben der FES GmbH mit dem Racing Team und allerlei interessanten Informationen, Mitmachangeboten und Fahrzeugen. Ebenfalls auf dem Kornmarkt wird der Bastelstand des Kulturamtes stehen, an dem Anhänger aus Salzteig bemalt und als Andenken mit nach Hause genommen werden können.
Straße der Innungen
Direkt angrenzend in der Keplerstraße geht es um die Handwerkskunst. Die Straße der Innungen widmet sich unter Teilnahme der Zwickauer Kreishandwerkerschaft der Tradition von Handwerk. So geben Dachdecker, Bäcker, Tischler, Kachelofen- und Luftheizungs- und Metallbauer nicht nur Einblicke in ihre Zunft wie sie heute ausgeführt wird, sondern haben auch das eine oder andere aus der Historie zu berichten. Was machen Mönch und Nonne gemeinsam auf dem Dach? Welches Brot aß man vor 1000 Jahren? Wo wurden die ersten Kacheln verbaut und wie funktioniert ein Dampfhammer? All diesen Fragen lässt sich in der Straße der Innungen nachspüren.
Erstes Drehorgeltreffen zu Zwickau
Aus ganz Deutschland treffen sich 15 Drehorgelspieler mit ihren wunderbaren Instrumenten und verbreiten im Rahmen des Markttreibens ein nostalgisches Flair auf den Zwickauer Straßen und Plätzen. Als Höhepunkt wird am Samstag im Zwickauer Dom St. Marien ein Konzert in Zusammenarbeit mit dem Domorganisten KMD Henk Galenkamp stattfinden. Ein Beweis, dass Drehorgeln nicht nur Gassenhauer spielen können. Das Konzert im Dom St. Marien beginnt am Samstag 17 Uhr. Der Eintritt zum Konzert ist frei.
Hinweis: Ausführliche Informationen zum Programm, zu Künstlern oder zu den Angeboten der Kultureinrichtungen finden Sie in der anhängenden Datei: Markttreiben

Quelle und Fotos: Stadtverwaltung Zwickau

Elsterquell-Festspiele eröffnen zu Ehren Clara Schumanns

Bad Elster.- Mit einem festlichen Symphoniekonzert werden am Freitag, den 13. September um 19.30 Uhr die 19. Chursächsischen Festspiele im König Albert Theater Bad Elster eröffnet. Die diesjährige Ausgabe des überregional bedeutsamen Festivals widmet sich dabei bis zum 6. Oktober dem 350-jährigen Jubiläum der Erstpublikation zur Heilkraft des Elsterquells als erlebnissprudelnde »Wasserspiele«. Die Festspieleröffnung steht dabei programmatisch ganz im Zeichen des weltweit gefeierten, 200. Geburtstages von Clara Schumann: Die Chursächsische Philharmonie auf historischen Instrumenten der Klassik unter der Gesamtleitung von GMD Florian Merz ehrt die berühmte Jubilarin mit ihrem Klavierkonzert a-Moll op. 7 auf Originalinstrumenten, der jugendlichen Ouvertüre ihrer Leipziger Freundin und älteren Mendelssohn-Schwester Fanny Mendelssohn-Hensel sowie der ersten Symphonie ihres innigen Freundes Felix Mendelssohn-Bartholdys! Solistin des Klavierkonzertes von Clara Schumann ist an diesem Abend die polnische Pianistin Natalia Lentas auf dem Hammerflügel. Der Einführungsvortrag zum Konzert findet um 18.45 Uhr im König Albert Theater statt. Tickets: (037437) 53 900 | www.koenig-albert-theater.de







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Donnerstag, 29. August 2019

Tauschzentrale ist ein gefundenes Fressen für Bücherwürmer

Zwickau.- Besucher der Zwickauer Innenstadt können sich auf zwei weitere Attraktionen freuen, die derzeit ihren neuen Platz in der City finden. Aus Mitteln des Verfügungsfonds Innenstadt ZENTRUM.LEBEN hat die Stadt zwei ausrangierte Telefonzellen erworben, die von zwei Jugendeinrichtungen zu öffentlichen Büchertauschzellen umgebaut wurden. Eine Büchertauschzelle ist ein öffentlicher Bücherschrank, in den eigene Bücher eingestellt werden können. Die Bücher dürfen zum Lesen mitgenommen und wenn gewünscht auch behalten werden. Sie können aber auch zurückgebracht werden, um sie wiederum anderen Leseinteressierten zur Verfügung zu stellen.
Die Telefonzellen wurden zunächst von den Mitarbeitern des Garten- und Friedhofsamtes gesäubert, instandgesetzt und zu den Projektpartnern, dem Jugendtreff City Point in der Hauptstraße sowie der Katholischen Dekanatsjugend, transportiert.
Im Rahmen einer 72-Stunden-Aktion der Katholischen Dekanatsjugend vom 23. bis 26. Mai wurde eine Telefonzelle von insgesamt 14 Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren in einen Bücherschrank umgebaut. Hierzu wurde das ehemalige Telefonhäuschen mit Spitzdach zunächst sorgfältig grundiert und gestrichen. Anschließend wurde eine Rückwand aus Holz eingebaut, an der die Teilnehmer Regalbretter mit geschwungenen Regalwinkeln fest verschraubt haben. Die Jugendlichen sind dabei mit großer Sorgfalt vorgegangen, berichtet Jugendreferent Norbert Kampf, der das Projekt für die Dekanatsjugend betreut hat. Einige Teilnehmer brachten bereits Erfahrungen aus dem Modellbau mit, die sie in das Projekt einbringen konnten. Die nun – ähnlich einer englischen Telefonzelle – rot leuchtende Büchertauschzelle wurde vor dem Peter-Breuer-Gymnasium aufgestellt. Das Gymnasium übernimmt die „Patenschaft“ für diesen öffentlichen Bücherschrank und hat bereits die ersten Bücher eingestellt.
Genutzt werden kann die Büchertauschzelle im Rahmen der regulären Schulöffnungszeit von Montag bis Freitag jeweils von ca. 7.30 bis 15.30 Uhr.
Für den Umbau der anderen Telefonzelle, die im Originalzustand ein magentafarbenes Flachdach hat, konnte die städtische Jugendeinrichtung City Point/Spielhaus gewonnen werden. Für die Umbaumaßnahmen wurde vom Büro Wirtschaftsförderung vorübergehend ein leerstehendes Ladenlokal in der Hauptstraße angemietet, so dass die Maler- und Handwerksarbeiten bei jedem Wetter stattfinden konnten. Am Umbau waren insgesamt 6 Jugendliche im Alter von 17 bis 22 Jahren beteiligt, die der Telefonzelle einen ebenfalls roten Anstrich gegeben und Regalböden aus Holz eingebaut haben. Diese Büchertauschzelle findet am nördlichen Ende der Hauptstraße ihren festen Platz, so dass die jugendlichen Besucher des City Point „ihren“ Bücherschrank auch selbst nutzen können. Bücher für die „Erstausstattung“ haben sie im Jugendtreff bereits gesammelt. Zudem haben sich einige Privatpersonen bereit erklärt, immer wieder nach dem Rechten zu sehen. Diese „Paten“ kümmern sich regelmäßig um Sauberkeit, räumen auf und pflegen den Buchbestand. Wer gern dabei mitmachen möchte, kann sich an die Stadtmanagerin wenden – oder auch einfach ab und zu mal in der Büchertauschzelle vorbeischauen.
Die Kosten für die Beschaffung, den Umbau und die Aufstellung der beiden Büchertauschzellen belaufen sich insgesamt auf 4750 EUR. Den Eigenanteil für die Finanzierung hat die Stadt Zwickau beigesteuert.

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Zwickau

Mittwoch, 28. August 2019

Henrike Naumann erhält den diesjährigen Max-Pechstein-Förderpreis

Zwickau.- Henrike Naumann ist Trägerin des diesjährigen Max-Pechstein-Förderpreises der Stadt Zwickau. Diese Entscheidung traf nach dreistündiger, intensiver wie argumentationsreicher Diskussion die siebenköpfige Jury auf ihrer Sitzung, die am Nachmittag zu Ende ging. Das Stipendium geht an Annika Kahrs. Die Preisverleihung findet am Samstag, dem 31. August statt. Ab Sonntag sind die Werke der beiden Ausgezeichneten sowie der drei weiteren Nominierten in der Sonderausstellung in den KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum zu sehen. Zur Begründung der Jury: Henrike Naumann überzeugte mit ihrer Inszenierung „DDR Noir. Schichtwechsel“, in der sich die Künstlerin eindrucksvoll mit ihrer Herkunft und der eigenen Familiengeschichte auseinandersetzt. Die Beschäftigung mit der Kunst ihres Großvaters Karl Heinz Jakob und damit der Kunst in der DDR – zwischen Förderung und Bevormundung – führt Henrike Naumann zu der Frage nach dem Umgang mit dem Erbe der DDR. Die im privaten Raum entstandenen Gemälde Karl Heinz Jakobs der späten 1950er und frühen 1960er Jahre, auf denen der Künstler selbst, die Ehefrau oder die Tochter zu sehen sind, arrangiert sie mit postmodernem Mobiliar der 1990er Jahre, das massenhaft in die ostdeutschen Wohnzimmer der Nachwendezeit gezogen ist. Mit diesem Verdrängungsprozess konfrontiert uns die Künstlerin auf ungewöhnliche Weise und thematisiert über die ästhetischen Brüche gleichermaßen die Verwerfungen in unserer deutsch-deutschen Gesellschaft, die – 30 Jahre nach dem Mauerfall – noch immer zu spüren sind. Über diese Auseinandersetzung mit ihrer persönlichen Sozialisation in der DDR sowie mit dem Leben und dem künstlerischen Werk ihres Großvaters, verbildlicht sie allgemeine Fragestellungen, die eine ganz aktuelle Relevanz besitzen. Mit dieser Arbeit setzt sie konsequent und überzeugend ihre jahrelange Auseinandersetzung zu dieser Thematik fort. Für Zwickau ist diese Juryentscheidung von besonderer Bedeutung, da erstmals eine junge, aus Zwickau kommende Künstlerin nominiert und mit diesem überregionalen Kunstpreis gewürdigt wird. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Berlin.

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Zwickau