Freitag, 15. Januar 2021

Zwickauer Digitalpackt: 736 Tablets für 5500 Schüler

Westsachsen/Zwickau.- Mit dem Ziel, die Bedingungen für den digitalen Fernunterricht während der Corona-Pandemie zu verbessern, haben Bund und Länder im Rahmen der Umsetzung des „Digitalpakt Schule“ ein zusätzliches Förderprogramm im Umfang von 500 Mio. Euro aufgelegt. Dafür stehen nun für die etwa 5500 Schüler der Stadt 736 Tablets zur Verfügung, was einer Bedarfsabdeckung von fast 14 Prozent entspricht. Zweck dieses Sofortausstattungsprogramms ist es, Schülerinnen und Schülern, die zu Hause nicht über entsprechende Geräte verfügen, leihweise mit mobilen Endgeräten auszustatten. Dadurch soll gewährleistet werden, dass auch Kinder aus bedürftigen Familien und Schüler mit sogenanntem Migrationshintergrund die Möglichkeit erhalten, am Homeschooling-Unterricht teilzunehmen. Besondere Kriterien für die leihweise Bereitstellung sind dabei nicht geregelt. Die Schulen entscheiden in eigener Zuständigkeit unter Berücksichtigung der zur Verfügung stehenden Mittel und des vor Ort vorhandenen Bedarfs.
Marcel Kruppa (Foto links), Amtsleiter für Schule und Soziales, übernahm die Leitung der kurzen Veranstaltung im Rathaus, zu der auch Grit Jakob (Foto rechts), die Leiterin der Dittesschule, eingeladen war. Schüler waren zur Übergabe nicht anwesend. Marcel Kruppa, der seinen Posten von Amtsvorgänger Uwe Findeiß (SPD) übernommen hatte, stellte bereits zu Beginn klar, dass die elektronische Aufrüstung der Schulen vor allem im Hinblick auf die Lockdown-Maßnahmen und die damit verbundenen Einschränkungen des Schulbetriebs von ausschlaggebender Bedeutung seien. „Homeschooling“, früher auch als Hausaufgabe bezeichnet, nennt man somit das neue Konzept, welches in Zeiten von Abstandsregeln, Maskenzwang und Schulschließungen den klassischen Unterricht ersetzen soll.
Die Mutter einer Zwickauer Schülerin äußerte sich zu diesem Thema wie folgt: „Ständige Hausaufgaben und das Lernen am Computer ersetzen keinen Schulunterricht. Die Schulschließungen sind ein Vergehen an unseren Kindern. Die Spätfolgen dieser Versäumnisse sind nicht abzusehen. Darüber hinaus ist es für viele Eltern schlicht unmöglich, nach ihrer Arbeit noch die Aufgabe der Schule zu übernehmen“.
Im Rahmen der Umsetzung des eigentlichen „Digitalpaktes Schule“ soll laut Stadtverwaltung eine flächendeckende und leistungsfähige WLAN-Ausleuchtung stufenweise in allen kommunalen Schulen bis spätestens Ende 2023 eingerichtet werden.

Donnerstag, 14. Januar 2021

Überbelastung im Krematorium: Auch 3-Schicht-System ist erfunden

Westsachsen/Zwickau.- Nach dem Artikel vom 5. Januar über die erfundene Überbelastung des Zwickauer Bestattungswesens (WSZ berichtete) gab es mitunter heftige Kritik am Ergebnis unserer Recherche. Viele Leser können nicht glauben, dass offizielle Stellen wie hier das Zwickauer Rathaus so offensichtliche Unwahrheiten verbreiten. Wir nahmen diese Zweifel aus der Bevölkerung zum Anlass, ein weiteres Mal den Zwickauer Hauptfriedhof aufzusuchen.
Um sich ein Bild vom angeblichen Drei-Schicht-System im städtischen Krematorium zu machen, suchte unser Reporter dieses am Mittwoch um 21 Uhr auf. Nichts außer Dunkelheit empfing ihn dort. Das einzige, was nach dem Ablichten des Eingangsbereiches (Foto oben) dort in Gang kam, war der Bewegungsmelder für die Hofbeleuchtung. Dieser ermöglichte es unserem Reporter, auch den komplett leeren Personalparkplatz abzulichten (Foto unten).
Ein Insider aus dem städtischen Bestattungswesen teilte uns inzwischen ein interessantes Detail mit. So sei aufgrund des maroden Zustandes des städtischen Krematoriums seit geraumer Zeit nur ein Ofen nutzbar. Zumindest dies würde natürlich in der Tat eine „Überbelastung“ des verbliebenen Inventars erklären, wie dies von der Rathausspitze behauptet wird. Aufgrund der wiederholt unwahren Behauptungen seitens der Baubürgermeisterin Kathrin Köhler (CDU) und des Rathaussprechers Mathias Merz sollte es nun für Oberbürgermeisterin Constance Arndt (BfZ) an der Zeit sein, hier für Klarheit zu sorgen.

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Mittwoch, 13. Januar 2021

Erfundene Überbelastung: Rathaus hüllt sich in Schweigen

Westsachsen/Zwickau.- Im Artikel „Nachrecherchiert: Überbelastung im Bestattungswesen offenbar erfunden“ gingen wir am 5. Januar der Frage nach, ob die von der Baubürgermeisterin Kathrin Köhler (CDU) zur Stadtratssitzung im Dezember verlesenen Behauptungen bezüglich der Überbelastung des Zwickauer Bestattungswesens der Wahrheit entsprechen. Eine zuvor gestellte Anfrage blieb sowohl von ihr, wie auch ihrem Pressesprecher, Mathias Merz (Foto), unbeantwortet.
Letzterer äußerte sich jetzt bei RT Deutsch wie folgt: „Fakt ist, dass das Krematorium bereits seit Dezember mit der deutlich gestiegenen Zahl an Sterbefällen konfrontiert ist, die sich dementsprechend in einer steigenden Zahl an Kremierungen niederschlägt. Derzeit werden gut 110 Prozent mehr Einäscherungen durchgeführt wie zu vergleichbaren Zeiten. (...) Um die Situation ansatzweise bewältigen zu können, wurde die Mitarbeiterzahl aufgestockt. Zudem wird an Sonn- und Feiertagen sowie in drei Schichten gearbeitet.“
Damit diese Behauptungen belegt werden können, baten wir Herrn Merz, uns folgende Fragen zu beantworten:
- Wie viele Sterbefälle gab es in der Zeit vom 20.12.2019 bis zum 10.01.2020?
- Wie viele Sterbefälle gab es in der Zeit vom 20.12.2020 bis zum 10.01.2021 insgesamt?
- Wie viele der im letztgenannten Zeitraum Verstorbenen sind nachweislich an (nicht mit) Corona verstorben?
- Werden die vermutlich an Corona Verstorbenen einer gründlichen Autopsie unterzogen, um andere Todesursachen auszuschließen?
- Wie viele Verstorbene können in einer Schicht im Krematorium des Zwickauer Hauptfriedhofes maximal eingeäschert werden?
- Wie viele Öfen sind funktionsfähig und wie hoch ist die Kapazität pro Ofen und Schicht?
- Wie viele Mitarbeiter sind pro Schicht im Einsatz?
Da bis heute, 27 Stunden nach unserer Anfrage gestern, noch immer keine Rückmeldung vorliegt müssen wir davon ausgehen, dass es keine verlässlichen Zahlen darüber gibt. Es bleibt also lediglich die Behauptung der Stadtverwaltung im Raum stehen, dass es eine angebliche Überbelastung im Zwickauer Bestattungswesen gäbe. Unsere Recherchen zeigen bisher das Gegenteil (siehe Foto Bestattungsplan).

Dienstag, 12. Januar 2021

Stadt- und Dampfmaschinenmuseum: Umzug fast abgeschlossen

Westsachsen/Werdau.- Seit April 2020 sind die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Stadt- und Dampfmaschinenmuseums Werdau mit der Vorbereitung und Durchführung des Umzugs des Außendepots in der ehemaligen Grundschule Steinpleis beschäftigt. Grund des Umzuges ist der beabsichtigte Verkauf der Immobilie. Mehrere hundert Objekte aus dem Bestand des Museums wurden in den folgenden Monaten gesichtet, inventarisiert und für den Umzug vorbereitet, sodass erste Transporte im Sommer 2020 durchgeführt werden konnten. Ziel der Transporte war hauptsächlich das neue Depot im frisch restaurierten Fachwerkhaus am Museumsstandort in der Holzstraße in Werdau. Hier fanden unter anderem archäologische Funde, Haushaltsgegenstände und technische Geräte eine neue Heimat. Größere Museumsstücke, wie Maschinen und größere Möbelstücke werden zukünftig in einem neuen Außendepot im Werdauer Stadtzentrum sicher bewahrt.

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Werdau

Pflegesimulation: Lebensgroße Puppe für die praktische Ausbildung

Westsachsen/Zwickau.- Die Paracelsus-Klinik setzt seit Neuestem für die praktische Ausbildung von Pflegekräften eine Pflegepuppe ein. Mit der Simulationspuppe können komplette Pflegehandlungen in verschiedenen Abschnitten der Ausbildung trainiert werden.
„Eine solche Pflegepuppe ist eine wunderbare Ergänzung in der praktischen Ausbildung. Unsere Auszubildenen oder Schüler im freiwilligen sozialen Jahr können Pflegemaßnahmen in ihren Abläufen üben und trainieren. Viele Schüler, die direkt von der Schulbank zu uns kommen, haben Berührungsängste. Sie erlangen mit unserer Puppe namens Gerri mehr Sicherheit im Umgang mit Patienten“, erklärt Praxisanleiterin Janine Bochmann. „Unsere Auszubildenen sind von den Möglichkeiten, die die Simulationspuppe bietet, fasziniert. Durch die vielen Gelenke kann man z.B. verschiedene Patientenpositionierungen sehr gut erklären und zeigen. Mit Gerri können wir Gruppenanleitungen einfacher umsetzen und auch das ‚Schüler lernen von Schülern‘ ist möglich,“ erläutert sie weiter.
Die Pflegepuppe ist in ihrer äußeren Erscheinung einem älteren Menschen nachgebildet. Um den Lehrstoff noch besser vermitteln zu können, sind Wunden wie Hautentzündungen unter der Brust oder ein Dekubitus dargestellt. Mit der Pflegepuppe ist es möglich, komplette Handlungssituationen aus dem Pflegealltag zu üben und zu trainieren. Es können Techniken der Grundpflege, wie Ganzkörperpflege, Kleidungswechsel und Patientenlagerungstechniken erlernt werden. Außerdem können die Schüler verschiedene Injektionstechniken, Verbandstechniken und durch austauschbare Module auch weibliche und männliche Blasenkatheterisierung üben.

Quelle und Foto: Paracelsus Klinik Zwickau

1,45 Millionen: Neue Ladesäulen statt intakter Straßen und Fußwege

Westsachsen/Zwickau.- Am Montag tagte im Zwickauer Rathaus der Bau- und Verkehrsausschuss, natürlich unter Einhaltung von Maskenpflicht und Abstandsregeln. Auf dem Programm stand diesmal hauptsächlich die sogenannte Verkehrswende. Gemeint ist damit die Umstellung auf E-Mobilität. Auf EU-Ebene wird parallel dazu derzeit das kommende defacto-Verbot für Verbrennungsmotoren vorbereitet.
In diesem Zuge gab der Zwickauer Fachausschuss unter Leitung von Baubürgermeisterin Kathrin Köhler (CDU/Foto Archiv) nun ein 1,45 Millionen-Euro-Budget aus Steuergeldern für die Errichtung von rund 100 Ladesäulen für das Zwickauer Stadtgebiet frei. Inbegriffen sein soll auch eine Planstelle für einen Beauftragten, der in Vollzeitbeschäftigung über dieses Projekt wachen soll. Bereits jetzt blockieren die wenigen bestehenden Ladesäulen in Zwickau durch ihre lange Ladezeit den Verkehrsfluss, was bereits in der Stadtratssitzung im Dezember zur Sprache kam. Darüber hinaus bleibt weiterhin völlig unklar, wie auf diese Weise jemals eine halbwegs flächendeckende Versorgung für elektrobetriebene Fahrzeuge möglich sein soll.
Kritiker bezeichnen derartige Förderprojekte daher auch gern als Schnapsidee oder gigantische Steuergeldverschwendung. Baubürgermeisterin Kathrin Köhler hingegen bezeichnet es als „großen Schritt in die Richtung, wo wir hinwollen“. Über die langfristige Machbarkeit der „Verkehrswende“ schweigt sich die Baubürgermeisterin ebenso konsequent aus, wie ihre Kollegen. Dessen ungeachtet nickten die Mitglieder des Bau- und Verkehrausschusses das neuerliche Millionen-Experiment einstimmig ab. Fragen zum teils verheerenden Zustand von Straßen und Fußwegen in Zwickau schob Köhler während der Sitzung erneut auf und gab bekannt, sich hierum demnächst kümmern zu wollen.

Freitag, 8. Januar 2021

Angeschafft: Neue Instrumente für mehr Originalliteratur

Westsachsen/Zwickau.- In diesem Schuljahr hat das Robert Schumann Konservatorium bereits drei neue Instrumente anschaffen können: ein Marimbaphon, ein Cembalo und ein Mandoloncello.
Das Cembalo und das Mandoloncello sind beide durch den Instrumentenfonds des Sächsischen Musikrates finanziert wurden und werden dem Konservatorium als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt. Das Cembalo fertigte der Berliner Instrumentenbauer Christian Rothe, das Mandoloncello stammt aus der Erlbacher Werkstatt von Bruni Jacob. Das Cembalo bereichert und erweitert die Unterrichts- und Konzerttätigkeit der Fachrichtung „Alten Musik“ am Konservatorium. Das Mandoloncello, der „große Bruder“ der Mandoline in Stimmung eines Violoncellos, wird zunehmend populärer und vor allem im Zupforchester gespielt.
Das neue Marimbaphon ist von der deutschen Firma „Studio 49“ und wurde zur Hälfte aus Mitteln des Kulturraumes Vogtland-Zwickau und zur Hälfte durch Spendengelder an den Förderverein des Konservatoriums finanziert. Gemeinsam war es so möglich, die Summe von über 13.500 Euro zu stemmen. Mit dem neuen 5-oktavigen Marimbaphon ist es nun den Schülerinnen und Schülern möglich, mehr Originalliteratur einzustudieren. Das erweiterte und anspruchsvollere Repertoire schafft somit neue Möglichkeiten für Konzerte, Wettbewerbe und zur Studienvorbereitung.
Die Schulleitung dankt dem Kulturraum Vogtland-Zwickau, dem Förderverein und den zahlreichen Sponsoren sehr herzlich für die Unterstützung.

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Zwickau

Dienstag, 5. Januar 2021

Nachrecherchiert: Überbelastung im Bestattungswesen offenbar erfunden

Westsachsen/Zwickau.- In der letzten Sitzung des Zwickauer Stadtrates, die aus Gründen des Seuchenschutzes im Ballhaus „Neue Welt“ stattfand, beantwortete Baubürgermeisterin Kathrin Köhler (CDU) eine Anfrage von Stadträtin Ute Brückner (Linke) zu der von ihr behaupteten Überbelastung des Bestattungswesens in Zwickau. Hierbei zeichnete Köhler ein düsteres Bild von einem angeblich auf Hochtouren arbeiten müssenden Bestattungswesen, welches nur unter Aufbietung aller Kräfte der aktuellen Situation Herr werden könne. Köhler wörtlich: „Die Mitarbeiter im Krematorium arbeiten derzeit in drei Schichten und an den Wochenenden und Feiertagen. Das Personal wurde aufgestockt. Es wird von den Mitarbeitern das Bestmögliche getan, um die Situation zu bewältigen“ (Link zum Video).
Wie schlimm die Situation tatsächlich ist, zeigen unsere Fotos. Zum Lokaltermin gestern auf dem Städtischen Friedhof war von aufgestocktem Personal in Dreischichtarbeit nichts zu erkennen. So weiß man weder im Krematorium am Zwickauer Hauptfriedhof noch beim Friedhofspersonal irgend etwas von einer Ausnahmesituation. Im Gegenteil: die ersten Tage des Jahres fallen für die im Bestattungswesen Beschäftigten eher ungewohnt ruhig aus. Die örtlichen Friedhöfe liegen weitgehend friedlich und verlassen unter dem ersten Schnee dieses Winters.
Wie dortige Mitarbeiter versichern, ist die Auftragslage eher zurückgegangen als gestiegen, so dass am ersten Werktag des Jahres in der Trauerhalle des Hauptfriedhofes lediglich vier Trauerfeiern zu betreuen waren und gestern noch drei (siehe Tafel). Eine Nachfrage im Garten- und Friedhofsamt der Stadt Zwickau, welche konkreten Belege es für die von Kahrin Köhler behauptete Überbelastung gebe, erbrachte ebenfalls keine Erkenntnisse. Hier gibt man an, dass weder der Amtsleiter Jörg Voigtsberger noch dessen Untergebene Auskunft zu diesem Thema erteilen dürften. Grund dafür sei eine Dienstanweisung, nach der nur die Pressestelle des Rathauses zu diesbezüglichen Auskünften berechtigt sei. Dies ist umso verwunderlicher, da sich Voigtsberger selbst noch vor kurzem mit der Aussage „Wir sind voll“ der „Freien“ Presse gegenüber an der derzeitigen Panikmache beteiligt hatte.
Die Fäden der (Nicht-)Information laufen demnach wieder einmal im Zwickauer Rathaus, und hier speziell bei Rathaussprecher Mathias Merz, zusammen (WSZ berichtete).
Die Anfrage des Rechercheteams der Westsäschsischen Zeitung, aufgrund welcher Daten Baubürgermeisterin Köhler ihre offensichtlichen Falschmeldungen im Dezember herausgab, blieb bis heute sowohl von Köhler selbst wie auch von der Pressestelle des Zwickauer Rathauses unbeantwortet.

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Dr. Thomas Synofzik erhält den Robert-Schumann-Preis 2021

Westsachsen/Zwickau.- Der Leiter des Robert-Schumann-Hauses Zwickau und Musikwissenschaftler Dr. Thomas Synofzik erhält den Robert-Schumann-Preis der Stadt Zwickau 2021. Die vorschlagende Robert-Schumann-Gesellschaft Zwickau e.V. und die Stadt Zwickau würdigen damit das außerordentliche persönliche Engagement als Leiter des Zwickauer Robert-Schumann-Hauses sowie seine wissenschaftliche Arbeit und die zahlreichen Publikationen zur Schumannforschung.
Thomas Synofzik begann im Alter von fünf Jahren mit dem Klavierspiel und erhielt zudem eine umfassende Ausbildung in allen Instrumentengattungen. Nach dem Abitur studierte der heute 54-Jährige zunächst Kirchenmusik an der Musikhochschule Dortmund. Danach wechselte er an die Universität Köln zum Studium der Musikerziehung und Musikwissenschaft, in der er 1998/2000 promovierte. Daran schloss sich ein Spezialstudium historischer Tasteninstrumente am Koninklijk Conservatorium Brüssel und der Musikhochschule Köln an, das er mit dem Konzertexamen und der kammermusikalischen Konzertreife abschloss.
Neben regelmäßiger Konzerttätigkeit im In- und Ausland – z.B. bei mehreren Tourneen mit dem international gefeierten Geiger Nigel Kennedy – spielte er Solo- und Ensembleaufnahmen für den Rundfunk und CD ein. 2007 erschien seine Gesamteinspielung der Oboensonaten von Händel und Weiss mit dem Ensemble Concert Royal. 2012 war er als Artist in Residence zu Konzerten und Meisterkursen im amerikanischen Cleveland zu Gast und wirkte zudem als Juror bei verschiedenen Musikwettbewerben im In- und Ausland. Zwischen 1998 und 2005 dozierte er an den Hochschulen in Dortmund, Essen, Köln, Detmold und Trossingen und war freier Mitarbeiter unterschiedlicher Rundfunkanstalten.
Seit 2005 ist er Leiter des Robert-Schumann-Hauses Zwickau und hat hier – in Kooperation mit Prof. Michael Heinemann, Hochschule für Musik Dresden – die Schumann Briefedition ins Leben gerufen. Bisher sind 29 Bände erschienen, die z.T. mehr als 1000 Seiten umfassen. Darüber hinaus umfasst sein publizistisches Schaffen 24 Bücher, 15 Notenpublikationen und an die 80 wissenschaftliche Artikel national und international, die sich dem Leben, Wirken und Schaffen Robert und Clara Schumanns widmen.
Der Robert-Schumann-Preis der Stadt Zwickau wird seit 1964 von der Stadt verliehen. Ausgezeichnet werden damit hochrangige Dirigenten, Wissenschaftler, Instrumentalisten, Sänger, Klangkörper oder Institutionen des deutschen und internationalen Musiklebens, denen ein besonderer Verdienst um die Verbreitung der musikalischen Werke Schumanns und der Erforschung seines Lebens und Schaffens zukommt. Bis 2002 wurde die Auszeichnung jährlich vergeben, seit 2003 erfolgt die Vergabe alle zwei Jahre. Die Auszeichnungsvorschläge unterbreitet die Robert-Schumann-Gesellschaft Zwickau e.V. Der Preis ist mit einer Gesamtsumme von 10.000 Euro dotiert, die bei mehreren Preisträgern geteilt werden kann. Weiterhin gehören eine Medaille und eine Urkunde zur Auszeichnung.
Die Verleihung erfolgt in einer öffentlichen Festveranstaltung im Robert-Schumann-Haus Zwickau. Der Termin wurde aufgrund der Pandemielage noch nicht festgelegt.

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Zwickau

Empfehlung
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Die Doppel-CD „Clara in Nöten“ aus dem Leben von Clara Schumann.
Hier erhältlich: www.clara-wieck.de

Rundes Jubiläum: Das Wichtelhaus in Eckersbach wird 50

Westsachsen/Zwickau.- In Eckersbach gibt es ein rundes Jubiläum: Das Wichtelhaus wird 50! Richtig gefeiert wird der runde Geburtstag des Horts, in dem zurzeit 90 Jungen und Mädchen betreut werden, wegen der Wetterbedingungen und wegen Corona freilich erst später. Voraussichtlich im Juni gibt es ein schönes gemeinsames Kinderfest.
Das erste Kinderlachen zog am 3. Januar 1971 in das Haus im Lunikweg 1 ein. War es bis 1989/ 90 ein reiner Kindergarten, wurde es später zur Kindertagesstätte profiliert. Seit 1993 ist das Wichtelhaus Hort. Hier werden insbesondere Schülerinnen und Schüler aus der Schule am Scheffelberg betreut, aber ebenso Kinder, die andere Schulen besuchen und die mit ihren Eltern in Eckersbach wohnen.
Das neunköpfige Team um Leiterin Sylvia Jehmlich betreut die Kinder in vier Gruppen. Dabei spielen Bewegung und Gesundheit eine große Rolle. Seit 2010 ist das Wichtelhaus eine „bewegte und sichere Kita“, durch die Teilnahme an Gesundheitsprojekten erhielt die Einrichtung weitere „Bewegungsimpulse“. Für Spiel, Spaß und zum Toben steht ein großer Garten zur Verfügung, regelmäßig wird die Sporthalle „Sojus“ für kindgerechten Sport genutzt.
Bereits 2011 wurde der Hort als „Haus der kleinen Forscher“ zertifiziert. Außerdem gibt es einen Kinderrat, der die Interessen der Jungen und Mädchen vertritt und bei Entscheidungen mitdiskutiert. Natürlich werden die Kinder bei den Hausaufgaben unterstützt. In den Räumen des Wichtelhaus kann ausgiebig gebastelt, experimentiert, gebaut, gemalt, gekickert oder gechillt werden.
Leiterin Sylvia Jehmlich betont: „Unsere wichtigste Aufgabe war es immer, dass sich alle in unserem Wichtelhaus wohl und geborgen fühlen!“ Mit Blick auf den Sommer 2021 ergänzt sie: „Wir hoffen, dass wir dann mit vielen lieben Gästen gemeinsam feiern können.“

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Zwickau

Montag, 4. Januar 2021

Anhaltender Schneefall: Winterdienst mit ersten Einsatz am Wochenende

Westsachsen/Zwickau.- Am ersten Wochenende des neuen Jahres hielt der Winter Einzug in Zwickau. Anhaltender Schneefall in der Nacht zum Sonntag verwandelte die Stadt in eine Winterlandschaft. Ein Grund für den kommunalen Winterdienst und die beauftragten Fremdfirmen, in Aktion zu treten. Diese starteten am frühen Sonntagmorgen zu ihren ersten Einsätzen im neuen Jahr. Bereits Ende 2020 erfolgten technische und materielle Vorbereitungen. Auch die Bereitschafts- und Einsatzpläne wurden rechtzeitig aktualisiert und pandemiebedingt an die derzeit geltende Corona-Schutz-Verordnung des Freistaates Sachsen angepasst. Bereits am frühen Vormittag waren die meisten Straßen, Wege und Plätze im Stadtgebiet beräumt. Besondere Vorkommnisse liegen keine vor.
WINTERDIENST TIEFBAUAMT
Im kommunalen Bauhof des Tiefbauamtes stehen für den Winterdienst 2020/21 insgesamt 16 Winterdienstfahrzeuge im 2-Schichtbetrieb zur Verfügung: 5 LKW und 6 Multicar gehören zum Fuhrpark des kommunalen Bauhofs, 3 LKW und 2 Multicar können im Bedarfsfall über Fremdfirmen zum Einsatz kommen. Zusätzlich können noch 15 weitere Arbeiter und 6 Kleintransporter hinzugezogen werden, sodass insgesamt 41 Mitarbeiter und 10 Arbeitskräfte von Fremdfirmen zur Verfügung stehen. Der Einsatz von den Fremdfirmen erfolgt entsprechend der Witterung und in Absprache mit dem Schichtleiter und dem Tiefbauamt. Der Winterdienst arbeitet regulär montags bis freitags von 4 bis 22 Uhr im Zwei-Schicht-System, Handkräfte von 5 bis 13.30 Uhr. An den Wochenenden und Feiertagen gibt es in der Zeit von 5 bis 20 Uhr einen Bereitschaftsdienst. Je nach Witterung werden die Einsatzzeiten entsprechend angepasst bzw. erweitert.
Die Einsätze des Winterdienstes erfolgen nach festgelegten Einsatzplänen, die nach Dringlichkeiten geordnet sind und in genau dieser Reihenfolge abgearbeitet werden. Demzufolge werden zuerst die wichtigsten Straßen, also Straßen für die Infrastruktur, Bundes-, Kreis- und Staatsstraßen und Autobahnzubringer, angefahren und beräumt. Danach folgen weitere wichtige Straßen, Buslinien, Haupterschließungsstraßen und Straßen zu öffentlichen Einrichtungen. Straßen mit geringer Verkehrsbedeutung werden nur in Ausnahmefällen, zum Beispiel wenn diese Gefahrenpunkte aufweisen, und nur auf Anweisung des Schichtleiters angefahren. In den Lagerhallen im kommunalen Bauhof sind aktuell insgesamt 2.350 t Streusalz, 25 t Sole, 30 t Splitt und 20 m³ Blähschiefer eingelagert.
WINTERDIENST GARTEN- UND FRIEDHOFSAMT
Der Winterdienst des Garten- und Friedhofsamtes erfolgt in enger Abstimmung mit dem Tiefbauamt. Im Garten- und Friedhofsamt stehen vier Spezialfahrzeuge für den Winterdienst bereit. Die Fahrzeuge sind klein und wendig und daher gut geeignet für Einsätze auf Fußwegen, in Grün- und Parkanlagen und in öffentlichen Bereichen. Ein weiteres mittelgroßes Fahrzeug kann zusätzlich kurzfristig für den Winterdienst umgerüstet werden. Bei entsprechendem Winterwetter stehen außerdem ca. 10 bis 14 Handarbeitskräfte unterstützend zur Verfügung. Der Winterdienst erfolgt im Zeitraum von 4 bis 20 Uhr. Zur Absicherung aller Leistungen sind Rufbereitschaften eingeteilt. Im Rahmen des Winterdienstes kommen – entsprechend der satzungsrechtlichen Vorgaben – eher abstumpfende als auftauende Stoffe zum Einsatz, wie leichter Blähschiefer. Davon sind derzeit noch 50 m³ vorrätig. Der Streusalzbedarf des Garten- und Friedhofamtes liegt bei etwa 2 t pro Jahr. Dieser kommt für besonders sicherungsbedürftige Teilflächen zum Einsatz. Im Bedarfsfall können vom Winterdienst des Garten- und Friedhofsamtes spezialisierte und vertraglich gebundene Fachfirmen hinzugezogen werden.



Sonntag, 3. Januar 2021

Rechtsstaat ad absurdum: „Kirst und Ast gehören in den Knast“

Westsachsen/Zwickau.- Das neue Jahr beginnt in der Zwickauer Justiz, wie das alte endete. Die Serie von nachgewiesenen Straftaten leitender Mitarbeiter des hiesigen Amts- und Landgerichts reißt nicht ab. Jetzt wurde bekannt, dass die Amtsgerichtsdirektorin Eva-Maria Ast (Foto) im März 2019 als Beklagte zu einem Prozess am Chemnitzer Verwaltungsgericht geladen war, jedoch zum Termin nicht erschien. Hintergrund ist die Zwickauer Überklebungsaffäre, zu der sie als verantwortliche des Ausgangsgerichts aussagen sollte. Es geht um Urkundenfälschung, Rechtsbeugung und Strafvereitelung im Amt. Der vorsitzende Richter Bert Schaffarzik erstellte daraufhin ein Protokoll der Gerichtsverhandlung, „mit dem Sie arbeiten können“, so seine Worte an die Betroffene. Dieses Protokoll mit Aktenzeichen 5 K 1115/18 liegt der Westsächsischen Zeitung jetzt vor. Der Inhalt bestätigt erneut die Brisanz des Falls. Hier einige Auszüge:
1. Es wird festgestellt: Der Beschluss in der Rechtssache des AG Zwickau Az. 8 F 1059/07 wurde zum 1. Mai 2012 rechtskräftig.
2. Es wird festgestellt: Die Überklebung des am 2. Mai 2012 angebrachten Rechtskraftvermerkes ist mit der Aktenordnung des Freistaates Sachsen nicht in Einklang zu bringen und vermag die Rechtskraft des Beschlusses zum 1. Mai 2012 nicht zu suspendieren.
3. Es wird festgestellt: Alle nach dem 30. April 2012 vorgenommenen Prozesshandlungen und Entscheidungen sind nichtig, weil am 1. Mai 2012 Rechtskraft eingetreten war.
Zu diesen Feststellungen hätte Richter
Schaffarzik gern die Erklärungsversuche der Gerichtsdirektorin Ast gehört. Diese zog es jedoch vor, der Verhandlung unentschuldigt fern zu bleiben. Bis heute weigert sie sich, zur Aufklärung beizutragen. Im Gegenteil. Wo immer es ihre Stellung erlaubt, mischt sie sich in Verhandlungen ein und beeinflusst Richter bzw. Richterinnen in ihren Entscheidungen (WSZ berichtete). Jüngstes Beispiel ist der Prozess gegen den falschen Doktor aus Plauen. Hier behauptete Richterin Birgitt Nagel, im Aktenzeichen 8 F 1059/07 sei ein Urteil ergangen und kein Beschluss (WSZ berichtete). Eine vorsätzliche Falschbehauptung, die offensichtlich in letzter Not auf Anweisung von Ast in den Raum geworfen wurde, um alle Kritiker zum Schweigen zu bringen.
Eine weitere in diesem Zusammenhang stehende strafbare Handlung wurde vom Landgerichtspräsidenten Dirk Eberhard Kirst (Foto) begangen. Dieser war bereits kurz nach seinem Amtsantritt in Zwickau 2017 vollumfänglich über das Problem informiert. Statt jedoch zur Aufklärung beizutragen, verstrickte auch er sich immer weiter in Ausflüchte und beteiligte sich letztendlich im Schulterschluss mit der Zwickauer Stadtspitze und der Sparkasse Zwickau an der Strafvereitelung im Sparkassenfall (WSZ berichtete).
All diese Vorgänge machen deutlich, dass es sich hier keinesfalls um das Rechtsproblem einer einzelnen Person handelt. Diese Machenschaften von kriminell handelnden Juristen in Machtpositionen bedrohen den Rechtsstaat insgesamt. Nicht nur die Betroffene im genannten Beispielfall fordert deshalb: „Kirst und Ast gehören in den Knast“.