Donnerstag, 29. August 2019

Tauschzentrale ist ein gefundenes Fressen für Bücherwürmer

Zwickau.- Besucher der Zwickauer Innenstadt können sich auf zwei weitere Attraktionen freuen, die derzeit ihren neuen Platz in der City finden. Aus Mitteln des Verfügungsfonds Innenstadt ZENTRUM.LEBEN hat die Stadt zwei ausrangierte Telefonzellen erworben, die von zwei Jugendeinrichtungen zu öffentlichen Büchertauschzellen umgebaut wurden. Eine Büchertauschzelle ist ein öffentlicher Bücherschrank, in den eigene Bücher eingestellt werden können. Die Bücher dürfen zum Lesen mitgenommen und wenn gewünscht auch behalten werden. Sie können aber auch zurückgebracht werden, um sie wiederum anderen Leseinteressierten zur Verfügung zu stellen.
Die Telefonzellen wurden zunächst von den Mitarbeitern des Garten- und Friedhofsamtes gesäubert, instandgesetzt und zu den Projektpartnern, dem Jugendtreff City Point in der Hauptstraße sowie der Katholischen Dekanatsjugend, transportiert.
Im Rahmen einer 72-Stunden-Aktion der Katholischen Dekanatsjugend vom 23. bis 26. Mai wurde eine Telefonzelle von insgesamt 14 Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren in einen Bücherschrank umgebaut. Hierzu wurde das ehemalige Telefonhäuschen mit Spitzdach zunächst sorgfältig grundiert und gestrichen. Anschließend wurde eine Rückwand aus Holz eingebaut, an der die Teilnehmer Regalbretter mit geschwungenen Regalwinkeln fest verschraubt haben. Die Jugendlichen sind dabei mit großer Sorgfalt vorgegangen, berichtet Jugendreferent Norbert Kampf, der das Projekt für die Dekanatsjugend betreut hat. Einige Teilnehmer brachten bereits Erfahrungen aus dem Modellbau mit, die sie in das Projekt einbringen konnten. Die nun – ähnlich einer englischen Telefonzelle – rot leuchtende Büchertauschzelle wurde vor dem Peter-Breuer-Gymnasium aufgestellt. Das Gymnasium übernimmt die „Patenschaft“ für diesen öffentlichen Bücherschrank und hat bereits die ersten Bücher eingestellt.
Genutzt werden kann die Büchertauschzelle im Rahmen der regulären Schulöffnungszeit von Montag bis Freitag jeweils von ca. 7.30 bis 15.30 Uhr.
Für den Umbau der anderen Telefonzelle, die im Originalzustand ein magentafarbenes Flachdach hat, konnte die städtische Jugendeinrichtung City Point/Spielhaus gewonnen werden. Für die Umbaumaßnahmen wurde vom Büro Wirtschaftsförderung vorübergehend ein leerstehendes Ladenlokal in der Hauptstraße angemietet, so dass die Maler- und Handwerksarbeiten bei jedem Wetter stattfinden konnten. Am Umbau waren insgesamt 6 Jugendliche im Alter von 17 bis 22 Jahren beteiligt, die der Telefonzelle einen ebenfalls roten Anstrich gegeben und Regalböden aus Holz eingebaut haben. Diese Büchertauschzelle findet am nördlichen Ende der Hauptstraße ihren festen Platz, so dass die jugendlichen Besucher des City Point „ihren“ Bücherschrank auch selbst nutzen können. Bücher für die „Erstausstattung“ haben sie im Jugendtreff bereits gesammelt. Zudem haben sich einige Privatpersonen bereit erklärt, immer wieder nach dem Rechten zu sehen. Diese „Paten“ kümmern sich regelmäßig um Sauberkeit, räumen auf und pflegen den Buchbestand. Wer gern dabei mitmachen möchte, kann sich an die Stadtmanagerin wenden – oder auch einfach ab und zu mal in der Büchertauschzelle vorbeischauen.
Die Kosten für die Beschaffung, den Umbau und die Aufstellung der beiden Büchertauschzellen belaufen sich insgesamt auf 4750 EUR. Den Eigenanteil für die Finanzierung hat die Stadt Zwickau beigesteuert.

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Zwickau

Mittwoch, 28. August 2019

Henrike Naumann erhält den diesjährigen Max-Pechstein-Förderpreis

Zwickau.- Henrike Naumann ist Trägerin des diesjährigen Max-Pechstein-Förderpreises der Stadt Zwickau. Diese Entscheidung traf nach dreistündiger, intensiver wie argumentationsreicher Diskussion die siebenköpfige Jury auf ihrer Sitzung, die am Nachmittag zu Ende ging. Das Stipendium geht an Annika Kahrs. Die Preisverleihung findet am Samstag, dem 31. August statt. Ab Sonntag sind die Werke der beiden Ausgezeichneten sowie der drei weiteren Nominierten in der Sonderausstellung in den KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum zu sehen. Zur Begründung der Jury: Henrike Naumann überzeugte mit ihrer Inszenierung „DDR Noir. Schichtwechsel“, in der sich die Künstlerin eindrucksvoll mit ihrer Herkunft und der eigenen Familiengeschichte auseinandersetzt. Die Beschäftigung mit der Kunst ihres Großvaters Karl Heinz Jakob und damit der Kunst in der DDR – zwischen Förderung und Bevormundung – führt Henrike Naumann zu der Frage nach dem Umgang mit dem Erbe der DDR. Die im privaten Raum entstandenen Gemälde Karl Heinz Jakobs der späten 1950er und frühen 1960er Jahre, auf denen der Künstler selbst, die Ehefrau oder die Tochter zu sehen sind, arrangiert sie mit postmodernem Mobiliar der 1990er Jahre, das massenhaft in die ostdeutschen Wohnzimmer der Nachwendezeit gezogen ist. Mit diesem Verdrängungsprozess konfrontiert uns die Künstlerin auf ungewöhnliche Weise und thematisiert über die ästhetischen Brüche gleichermaßen die Verwerfungen in unserer deutsch-deutschen Gesellschaft, die – 30 Jahre nach dem Mauerfall – noch immer zu spüren sind. Über diese Auseinandersetzung mit ihrer persönlichen Sozialisation in der DDR sowie mit dem Leben und dem künstlerischen Werk ihres Großvaters, verbildlicht sie allgemeine Fragestellungen, die eine ganz aktuelle Relevanz besitzen. Mit dieser Arbeit setzt sie konsequent und überzeugend ihre jahrelange Auseinandersetzung zu dieser Thematik fort. Für Zwickau ist diese Juryentscheidung von besonderer Bedeutung, da erstmals eine junge, aus Zwickau kommende Künstlerin nominiert und mit diesem überregionalen Kunstpreis gewürdigt wird. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Berlin.

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Zwickau

Dienstag, 27. August 2019

Zwickauer Justiz-Skandal: was vertuschen Kretschmer und Ramelow?

Zwickau/Werdau.- Der Ministerpräsident von Thüringen, Bodo Ramelow (DIE LINKE), ist gemeinsam mit seinem Sächsischen Amtskollegen Michael Kretschmer (CDU) der Meinung, dass es keine Überprüfung im Zwickauer Justizskandal geben soll. Bei einer  Gesprächsrunde am Montag im Alten Schützenhaus in Werdau behauptete Ramelow, er könne zu den Vorgängen in Zwickau nichts sagen, weil er sie nicht kenne. Gleichzeitig bestätigte er jedoch, von einem Bürger aus Thüringen  regelmäßig durch Aufklärungs-Emails „belästigt“ zu werden. Brisant: Ramelow selbst hatte in einer ähnlichen Sache 2017 einen Strafantrag gegen diesen Mann gestellt, scheiterte jedoch damit vor Gericht (WSZ berichtete).
Gleich am Anfang der Bürgerbefragung kam der 63-jährige ins Schwitzen. Und das lag nicht nur am sommerlichen Wetter. Im weiteren Verlauf der Veranstaltung wurde er durch eine andere Anwesende erneut mit dem Vorgang der Überklebung eines Rechtskraftsvermerkes am Zwickauer Amtsgericht konfrontiert (WSZ berichtete). Es kamen auch Fälle aus seinem Verantwortungsbereich in Saalfeld und Erfurt zur Sprache, von denen er angeblich ebenfalls keine Kenntnis hatte. Daraufhin verlor der amtierende Ministerpräsident des Freistaates Thüringen komplett die Kontrolle. Er schrie in Richtung Publikum, dass er sich nicht erpressen lassen würde und gar nicht daran denke, sich um diese Angelegenheiten zu kümmern. Schließlich sei Wahlkampf und da hätte man besseres zu tun. Der kritische Fragesteller wurde des Saales verwiesen und von Landtagskandidat Heiko Döhler (DIE LINKE) hinaus geleitet. Döhler hatte ebenfalls Kenntnis vom Justizskandal (siehe abgeordnetenwatch.de), äußerte sich aber nicht dazu.

Foto: Sachsens Ministerpräsident Kretschmer (links) und sein Thüringer Amtskollege Ramelow (rechts) bei einem Treffen im Juni 2019 in Altenburg. (Bild: dpa)
Video: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer wird mit dem Zwickauer Justizskandal konfrontiert (Westsächsisches Fernsehen)

Donnerstag, 22. August 2019

NaturTheater: Lausbubentheater mit dem Michl aus Lönneberga

Bad Elster.- Am Weltfriedenstag, Sonntag, dem 1. September lockt der berühmte „Michl aus Lönneberga“ um 15.00 Uhr mit seinen heiteren Lausbubengeschichten in das NaturTheater Bad Elster. Das Ensemble des Theaters auf Tour aus Darmstadt präsentiert diesen Familiennachmittag rund um den wohl bekanntesten Blondschopf der Kinderliteratur im spätsommerlichen Märchenwald Bad Elsters in einer lustigen Inszenierung von Marco Böß für Kinder ab 5 Jahren. Michel hat mehr Unfug im Kopf als irgendein anderer Junge in ganz Lönneberga oder ganz Småland oder ganz Schweden oder vielleicht sogar auf der ganzen Welt! Aber Michel ist kein Bösewicht, sondern ganz einfach ein kleiner Lausbub. Seine Streiche plant er nicht, sie passieren ganz von alleine - wie zum Beispiel die Sache mit der Suppenschüssel … Wer löffelt das dann nur aus? Tickets: 037437/ 53 900 | www.naturtheater-badelster.de

Dienstag, 20. August 2019

Rezept fürs neue Schuljahr: Bildung in die Küche holen

Westsachsen/Dresden.- Selbstgemachte Müslis mit Obst oder kernige Pausenbrote, belegt mit knackigem Gemüse - Lehrer und Erzieher in Sachsen können sich kostenfrei zu sogenannten Genussbotschaftern ausbilden lassen und die Themen Ernährung und Gesundheit in ihren Einrichtungen voranbringen. Für die Fortbildungen im Rahmen der Initiative „Ich kann kochen“ gibt es noch freie Plätze. „Wir wollen Lehrer und Erzieher fit für das Kochen mit Kindern machen. Bei der Zubereitung von köstlichen Gerichten am Kochtopf und Schneidebrett kann Schulkindern gleichzeitig die praktische Anwendung von Mathematik, Sachkunde oder Geschichte erlebbar gemacht werden“, sagt Dr. Fabian Magerl, Landesgeschäftsführer der BARMER in Sachsen.
Fürs Kochen begeistern
Kinder sollen für das Kochen und eine ausgewogene Ernährung begeistert werden. Frisch zubereitete, gesunde Lebensmittel geben die richtige Basis, um aufmerksam lernen und gesund aufwachsen zu können. In Theorie und Praxis lernen die Teilnehmer die Grundlagen des pädagogischen Kochens und probieren eigenes entwickelte Rezepte aus. Außerdem erhalten sie Tipps, die praktische Ernährungsbildung direkt in ihren Einrichtungen umzusetzen.
Aktuelle Termine in Sachsen
Im kommenden Schul- und Kita-Jahr sind in Sachsen Anmeldungen für die nächsten eintägigen Ich kann kochen!-Fortbildungen für folgende Termine möglich:
Leipzig: 23.01.2020, 19.03.2020
Görlitz: 12.09.2019, 07.11.2019
Weitere Termine  für 2020 unter: https://ichkannkochen.de/mitmachen . Anmeldungen sind kostenfrei möglich. Informationen zu Ich kann kochen! unter: www.barmer.de/g100183 .  
„Ich kann kochen“ ist ein gemeinsames Projekt von Sarah-Wiener-Stiftung und BARMER. Es richtet sich an pädagogische Fach- und Lehrkräfte in Sachsen. Im Freistaat wurden bisher mehr als 600 Genussbotschafter/innen ausgebildet und rund 300 Kochprojekte in Grundschulen und Kitas umgesetzt.

Quelle und Foto: BARMER

Montag, 19. August 2019

Zwickau: Erster Spatenstich für Ersatzneubau der Anne-Frank-Schule

Zwickau.- Fast 7 Mio. Euro investiert die Stadt Zwickau in den kommenden zwei Jahren in den Ersatzneubau für die Anne-Frank-Schule. Mit Unterstützung des Freistaates Sachsen wird nicht nur den Anforderungen an moderne Lehr- und Lernbedingungen Rechnung getragen. Gleichzeitig werden die Raumkapazitäten erhöht. Am heutigen Montag erfolgte der symbolische erste Spatenstich.
Aktuell nutzt die Anne-Frank-Schule das Gebäude der ehemaligen Goetheschule. Dieses wurde um 1910 errichtet und war ursprünglich nicht als Grund- oder Förderschule konzipiert. Die Klassenzimmer haben dementsprechend zu große Raumstrukturen mit Höhen von über 4 Metern. Das Gebäude weist außerdem einen hohen Instandsetzungsstau auf: Bauwerksteile und haustechnische Anlagen sind verschlissen, Defizite bestehen beim baulichen Brand- und Unfallschutz. Eine Gesamtsanierung wäre einerseits sehr kostenaufwändig gewesen. Andererseits gelänge es nicht, optimale Bedingungen für die Sprachheilschule zu schaffen. Aufgrund des Altbaus wären stets Kompromisse erforderlich.
Aus diesem Grund fasste der Stadtrat der Stadt Zwickau im Jahr 2016 einstimmig den Vorhabensbeschluss für einen Ersatzneubau, der sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum derzeitigen Standort im Stadtteil Neuplanitz befindet. Im Oktober 2018 fasste das Gremium, ebenfalls einstimmig, die erforderliche Änderung des Vorhabensbeschlusses. Es entsteht ein ein- bis zweigeschossiger Rundbau mit offenem Innenhof. Insgesamt wird der Schulneubau für 12 Klassen, das heißt für fast 170 Schüler und Schülerinnen, konzipiert. Derzeit besuchen rund 110 Kinder aus der gesamten Region die Bildungseinrichtung. Es sind 22 Lehrkräfte tätig. Des Weiteren sind Schulsozialarbeiter, Schulpersonal wie Hausmeister, Sekretärin, Essen- und Putzpersonal sowie zeitweise anwesende Praktikanten und Referendare beschäftigt. Die Schule ist regelmäßig Veranstaltungsort für Weiterbildungen im Bereich des sonderpädagogischen Förderbedarfs „Sprache“. Mit dem Neubau eingeordnet werden ausreichend Pkw-Stellplätze, ein Behindertenparkplatz sowie Fahrradabstellplätze.
Die Gesamtkosten sind mit rund 6,9 Mio. Euro veranschlagt, davon erhält die Stadt Zwickau etwa 2,2 Mio. Euro aus dem Förderprogramm zur Verbesserung der schulischen Infrastruktur im Freistaat Sachsen (Budget „Sachsen“). Geleitet wird das Bauprojekt vom städtischen Liegenschafts- und Hochbauamt. Beteiligt sind außerdem 13 Planungsbüros und Baufirmen, die vornehmlich aus Zwickau und dem engeren Umfeld stammen.
Ab Ende August erfolgt die Baufeldfreimachung, an die sich ab Ende des Jahres die erforderliche Bohrpfahlgründung anschließt. Der Rohbau soll schließlich im Mai 2021 abgeschlossen sein. Es folgt der Innenausbau, die Ausstattung sowie die Freiflächengestaltung. Die Übergabe an den Nutzer ist schließlich im Sommer 2021 vorgesehen.

Quelle und Fotos: Stadtverwaltung Zwickau

Ministerpräsident auf Wahlkampftour: Justizskandal ist Hauptthema

Zwickau.- Am 13. August besuchte der amtierende Sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer im Rahmen seiner Wahlkampftour die vom Justizskandal um Urkundenfälschung im Amt, Rechtsbeugung und Korruption gebeutelte Muldestadt. Am Wahlkampfstand der CDU an der Ecke zwischen Innerer Plauenscher Straße und Dr.-Friedrichs-Ring empfiehlt er in einer kurzen Ansprache den Zuhörern, seinen Parteifreund Gerald Otto zu wählen. Danach bittet er die Leute, zum Gespräch näher heran zu kommen.
Was der smarte 44-jährige zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnt, ist die Heftikeit an Kritik und auch Vorwürfen, mit denen er konfrontiert werden würde. So machte ein Zwickauer Unternehmer, der betont parteilos zu sein, ihn und seine Partei für den Unmut verantwortlich, der jetzt in der Bevölkerung vorherrsche. „Durch Ihre Politik sind die Leute frustriert und wählen jetzt die AfD.“ Außerdem hätten er und seine Parteifreunde 2015 die unverantwortliche Flüchtlingspolitik der Kanzlerin kritiklos hingenommen. Kretschmer versucht sich zu rechtfertigen, indem er zu bedenken gibt, dass er als einziger den Mut gehabt hätte, zu widersprechen. „Ja aber erst jetzt, wo Sie Angst haben, die Wahl zu verlieren!“, wirft ihm der Mann an den Kopf.
Es folgen weitere Themen von anderen Anwesenden, die ihn auf die umweltschädliche Kreuzschifffahrt-Industrie, auf eine Verkleinerung des Landtags und auf Bürokratieabbau ansprechen. Kurz bevor Kretschmar zu seinem nächsten Termin in die Westsächsische Hochschule weiter muss, konfrontiert ihn ein Bürger mit dem Justizskandal am Zwickauer Amtsgericht (WSZ berichtete). Der Ministerpräsident und sein Justizminister hätten es bisher versäumt, die ihnen persönlich seit Jahren bekannten Probleme in der Zwickauer Justiz zu thematisieren und zu lösen.
Den genauen Wortlaut gibt es in diesem Video: Westsächsisches Fernsehen

Foto: ZPA

Donnerstag, 15. August 2019

Tipp der Woche: Pariser Leben im König Albert Theater

Bad Elster.- Am Freitag, den 23. August öffnet sich um 19.30 Uhr der Vorhang für die spritzig-frivole Operette »Pariser Leben« von Jacques Offenbach im König Albert Theater Bad Elster als Beitrag zum Offenbach-Jahr 2019. In der Inszenierung von Christopher Tölle musizieren die Landesbühnen Sachsen mit der Elbland Philharmonie Sachsen unter der musikalischen Gesamtleitung von GMD Florian Merz. Diese Operette zählt zu den erfolgreichsten Werken des Komponisten, der hier mit seinen Librettisten Henri Meilhac und Ludovic Halévy einen spöttischen Blick wirft auf das Klischee, das die Touristen aller Welt von Paris haben als einer Metropole des Champagner-Rausches und der lockeren Sitten. Ein wohlhabender schwedischer Baron und seine Gattin reisen erstmals nach Paris, um sich – wie sie heimlich planen – durchaus nicht immer gemeinsam zu vergnügen! Als Fremdenführer bieten sich ihnen die mittellosen Lebemänner Gardefeu und Bobinet an: Um an Geld und die hübsche Schwedin heranzukommen, erklärt Gardefeu kurzerhand seine Wohnung zu einer Filiale des »überbuchten« Grandhotels und einen Tag später verwandelt sich Freund Bobinet in einen »Admiral«, um in den Räumlichkeiten einer verreisten Tante ein großes Fest zu geben – mit der verkleideten Dienerschaft als »Hautevollee«. Natürlich fliegt der Schwindel auf, doch schließlich verzichtet der schwedische Baron auf ein Duell mit seinen Gastgebern: Denn wie der Mexikaner seinen Maskenball, hat auch er das »Paris seiner Träume« finanziell mitinszeniert und sich wie alle Beteiligten beim Feiern zur Musik dieser berauschenden Offenbachiade prächtig amüsiert! Tickets: (037437) 53 900 und www.koenig-albert-theater.de

Foto: Pawel Sosnowski

Quecksilber in Zahnfüllungen: Sachsens Bevölkerung wird weiter vergiftet

Reichenbach/Westsachsen.- Der umstrittene quecksilberhaltige Zahn-Füllstoff Amalgam soll eigentlich bis 2030 verschwinden. Sächsische Zahnärzte wollen ihn aber weiter einsetzen. Betroffene Patienten, gesundheitlich Geschädigte und Selbsthilfegruppen laufen dagegen Sturm. Für Ina Schiffler, die Leiterin der SHG Zahnmaterial-Geschädigte in Reichenbach (Foto unten), ist die derzeitige Praxis ein Unding. Sie ist selbst von den gesundheitsschädlichen Auswirkungen der Füllungen betroffen und sagt: „Die Befürworter dieser giftigen Substanz muss man immer gleich fragen, wie viel sie denn davon selbst im Mund haben, wenn sie es so gut finden. Quecksilber ist eines der schlimmsten Gifte und es hat deshalb im Körper des Menschen nichts zu suchen.“
Bereits seit Juli letzten Jahres bekommen Schwangere, Stillende, Kinder bis zum 15. Lebensjahr sowie Nierenkranke und Allergiker keine quecksilberhaltigen Zahnfüllungen mehr. Alle anderen müssen für Kunststofffüllungen privat zuzahlen. „Das können bis zu 100 Euro pro Füllung sein, bei Keramik- oder Goldinlays sogar noch weit mehr", sagt Dr. Holger Weißig, Chef der Kassenzahnärztlichen Vereinigung (KZV) Sachsen. „Hätten wir ein generelles Amalgamverbot, müssten die Mehrkosten für Alternativen von den Kassen getragen werden. Das könnte sich auch auf die Beiträge auswirken.“
Florian Schulze, Geschäftsführer der IG Umwelt und Zahnmedizin, kritisiert die Zurückhaltung der Bundesregierung. „Es wurde weder ein Zeitpunkt für den Amalgamausstieg festgelegt, noch eine konkrete Maßnahme dafür beschlossen, wie man den Einsatz von Amalgam auf unverzichtbare Spezialfälle beschränken möchte.“ Schulze bezeichnet Quecksilber als eines der giftigsten Elemente der Erde. Geringste Mengen könnten bereits schwerwiegende Gesundheitsschäden nach sich ziehen. „Wenn die meisten quecksilberhaltigen Produkte wie Batterien, Lampen oder Thermometer ab 2020 verboten werden, sollte bei Amalgamfüllungen keine Ausnahme gemacht werden“, sagt er.
Quecksilber ist ein Zell- und Nervengift, das sich nicht nur im Kiefer, sondern auch in Nieren, Gehirn und Gelenken ablagern kann. Deshalb soll Amalgam bis 2030 aus der Zahnmedizin verschwinden. Allerdings weniger aus gesundheitlichen, sondern aus Umweltschutzgründen.
Für Ina Schiffler der blanke Hohn: „Ich sehe darin nach wie vor eine vorsätzliche Körperverletzung. Es geht immer nur ums Geld. Für die einfache Bevölkerung ist das billigste immer gut genug. Ob es uns schadet, interessiert niemanden.“
Bis 1. Juli mussten die EU-Mitgliedsstaaten nationale Aktionspläne beschließen, wie sie Amalgam weiter reduzieren wollen. Schweden und Norwegen sind hier Vorreiter. Dort gilt schon seit zehn Jahren ein absolutes Amalgamverbot. Deutschland folgt diesem Beispiel nicht. Die Bundesregierung verspricht lediglich, die Verwendung von Amalgam zu senken und den Einsatz auf unverzichtbare Spezialfälle zu beschränken. Für alle, die nicht zu einer Risikogruppe gehören, bleibt Amalgam in Deutschland weiterhin die Regelversorgung. Trotz neuer EU-Verordnung scheiden sich beim Thema Amalgam also weiterhin die Geister.

Fotos: BARMER/ZPA

Verkehrsinsel auf Stenner Straße wird zurückgebaut

Zwickau.- Das Tiefbauamt sieht vor, noch im 3. Quartal 2019 die Verkehrsinsel auf der Stenner Straße, zwischen Rudolf-Breitscheid-Straße und Am Flugplatz, ersatzlos zurückzubauen.
Die in den 1990er Jahren eingerichtete Verkehrsinsel diente ursprünglich der Verkehrsberuhigung. Aufgrund der zurückgegangenen Verkehrsbelastung in diesem Bereich ist die Notwendigkeit einer Verkehrsinsel nicht mehr gegeben.
Der Rückbau wird zukünftig auch dem Winterdienst auf der Stenner Straße entgegenkommen. Bei dessen Durchführung kam es bisher, in Folge der geringen Durchfahrtsbreite an der Verkehrsinsel, häufig zu Problemen hinsichtlich der seitlichen Ablagerung des geräumten Schnees am rechten Fahrbahnrand. Der aufgetürmte Schnee vor der Verkehrsinsel führte zu Einschränkungen der Sichtbeziehung für die Verkehrsteilnehmer.
Der Rückbau und die anpassenden Arbeiten am Straßenbelag werden unter Vollsperrung (ca. 1 Woche) erfolgen. Die Baumaßnahme wird im Rahmen des zur Verfügung stehenden Haushaltes 2019 umgesetzt.

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Zwickau

Dienstag, 13. August 2019

Schlossführung in Greiz: Erkundungen im Wahrzeichen der Stadt

Greiz.- Das Obere Schloss ist ein weithin bekanntes, architektonisch wertvolles und markantes Kulturdenkmal, das jeden Betrachter in seinen Bann zieht. Als Wahrzeichen vergangener deutscher Geschichte gibt es dem reizvollen Greizer Landschaftsbild im Tal der Weißen Elster ein charakteristisches Gepräge. Als ehemaliges Residenzschloss wartet es mit einer interessanten und wechselvollen Geschichte auf.
Im Rahmen einer öffentlichen Schlossführung über das Gelände des Oberen Schlosses Greiz können alle Interessierten am Samstag, 17.08.2019, auf den Spuren der einstmals fürstlichen Bewohner des Oberen Schlosses wandeln und Episoden aus der Vergangenheit und Gegenwart des beeindruckenden Schlosses erfahren. Die Besichtigung des Fürstlichen Marstalls, des Brunnenraumes und des Gefängnisses sind u.a. Inhalt des Rundganges.
Für Fragen rund um die öffentliche Führung auf dem Oberen Schloss Greiz stehen die Mitarbeiterinnen der Tourist-Information Greiz unter Telefon (03661) 689815 zur Verfügung. Internet: www.greiz.de
Termin: Samstag, 17. August 2019
Preise: Erwachsene 4,00 Euro, Kinder 1,50 Euro
Treffpunkt: Greiz, Oberes Schloss, Torhaus, Schloss-Information
Zeit: 14.00 Uhr, Dauer ca. 1 ½  Stunden

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Greiz

Sonntag, 11. August 2019

Ministerpräsident fühlt sich belästigt: Strafantrag gegen Arzt scheitert

Westsachsen/Ostthüringen.- Im Juli 2017 titelte die Ostthüringer Zeitung (OTZ) „Ministerpräsident stellt Strafantrag gegen Arzt“. Hintergrund war ein Streit zwischen dem amtierenden Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Foto oben) und dem Dipl. med. und Facharzt für Anatomie, Psychiatrie und Psychotherapie, Wilfried Meißner (Foto unten). Worüber die OTZ bis heute nicht berichtete, ist der Ausgang des Verfahrens.
Meißner hatte seinerzeit im Namen des Vereins „Anti-Korruption . Reformation 2014 e.V.“ eine Anfrage an den Ministerpräsidenten gestellt, ob dieser in die Machenschaften der seit 1996 vom Verfassungsschutz unter Beobachtung stehenden Psychosekte Scientology verwickelt sei. Dazu übersandte er ihm ein Formular mit ganz spezifischen Fragen und machte es über das Internet öffentlich. „Die Beantwortung dieser Fragen ist elementar wichtig für unsere Gesellschaft, um zu erfahren, wer in unserem Land an den Hebeln der Macht sitzt“, so Meißner. Ramelow fühlte sich offensichtlich belästigt und verweigerte die Antwort. Als Meißner eine „Kontaktaufnahme von der Seite“ über dessen Ehefrau versuchte, platzte dem Ministerpräsidenten der Kragen. Er stellte Strafantrag wegen übler Nachrede, die Staatsanwaltschaft Gera eröffnete die Klage unter dem Aktenzeichen 122 Js 10980/17.
Doch was ist daraus geworden? Zunächst machte Wilfried Meißner auch diese Anklageschrift auf seiner Homepage für jedermann einsehbar öffentlich. Damit rief er erneut die Staatsanwaltschaft auf den Plan, die ihm „verbotene Mitteilungen über Gerichtsverhandlungen gem. § 353d Nr, 3 StGB“ vorwarf. Seine Wohnung wurde durchsucht, der Computer beschlagnahmt und Strafbefehl erlassen. Demnach sollte Meißner zur Strafe einen hohen dreistelligen Betrag zahlen. Dagegen ging er in Widerspruch und verlangte darüber hinaus Akteneinsicht.
Am 22. November 2018 urteilte das Amtsgericht Rudolstadt im Namen des Volkes: „Der Angeklagte wird freigesprochen. Die Kosten des Verfahrens und die notwendigen Auslagen des Angeklagten trägt die Staatskasse. Der Angeklagte ist für die Durchsuchung seiner Wohnung und die Beschlagnahme seines Computers zu entschädigen.“
Was motiviert den Mediziner, sich ehrenamtlich und in seiner Freizeit so stark im Kampf gegen Korruption und Scientology zu engagieren? Dazu sagt Wilfried Meißner: „Wir wollen mit unserem Verein dazu beitragen, dass die Methoden der Scientology von jedem erkannt werden. Dazu gibt es eine ausführliche Veröffentlichung auf meiner Internetseite. Wenn eine Person in Schlüsselposition nicht Stellung beziehen will, so wie im Fall Ramelow, ist das immer bedenklich“, gibt der Psychiater zu bedenken. „Das nährt natürlich den Verdacht, dass etwas vertuscht werden soll.“  Und er verweist auf ein Urteil des VG Berlin vom 31. Mai 2016 (VG 4 K 295.14): „Kein Zugang zu Verschlusssachen bei Scientology-Mitgliedschaft“.