Freitag, 26. Februar 2021

Frohe Ostern: Eier sollen wieder in die Stadt locken

Westsachsen/Werdau.- Nach einer Zwangspause 2020 soll der Werdauer Osterbrunnen in diesem Jahr wieder in seiner vollen Pracht in die Innenstadt locken. Mit den entsprechenden Vorbereitungen haben Brigitte Tittmann und Helga Kleber im Februar begonnen. Aktuell werden die überdimensionalen Eier, die einst vom Bildungswerk der Sächsischen Wirtschaft aus alten Fahrradfelgen gefertigt wurden, neu dekoriert. Am Freitag, den 26. März soll dann mit Unterstützung vom Garten- und Landschaftsbau Volkmar Gutsche der Aufbau und die Dekoration vor Ort am Marktbrunnen erfolgen. Das nötige Strauchmaterial liefert voraussichtlich der Werdauer Waldfriedhof an. Erstmals in diesem Jahr mit im Boot ist die Werbemanufaktur Werdau GmbH. „Mit dem Ende meiner Tätigkeit in der Stadtverwaltung war auch die Zukunft des Osterbrunnens und Adventskranzes offen. Beides war und ist für mich jedoch eine Herzensangelegenheit. Aus diesem Grund haben mein Team und ich uns entschlossen, beide Projekte aktiv als Firma zu unterstützen“, so André Kleber, ehemaliger Fachdienstleiter Stadtmarketing im Werdauer Rathaus. Unabhängig davon sind die Organisatoren stets auf der Suche nach neuen, bemalten (Plastik-)Eiern und tatkräftigen Helfern. Insbesondere die beiden federführenden Seniorinnen würden sich sehr freuen, künftig nur noch beratend tätig zu sein.
Interessenten können sich bei André Kleber unter Telefon 0174 7275595 melden.

Quelle und Foto: André Kleber, Werbemanufaktur Werdau

Donnerstag, 25. Februar 2021

Neuerscheinung: „Weggesperrt“ von Gudrun Rödel

Westsachsen/Zwickau.- Wenn Ermittler, Staatsanwälte oder Richter irren, hat das fatale Folgen: Unschuldige landen für Jahre hinter Gittern, wirkliche Täter bleiben auf freiem Fuß und eine Gefahr für die Gesellschaft!
In drei Fällen wurden Unschuldige nicht auf Grund eines Irrtums der Ermittler, Staatsanwälte und Richter, sondern bewusst verurteilt, um der Öffentlichkeit den Fall als erledigt präsentieren zu können. Am 7.5.2001 verschwand im oberfränkischen Lichtenberg die damals 9-jährige Peggy KNOBLOCH. Ohne jegliche Spuren oder gar eine Leiche wurde 2004 der geistig behinderte Ulvi KULAC als deren Mörder zu lebenslanger Haft verurteilt. 10 Jahre später wurde er in einem spektakulären Wiederaufnahmeverfahren des Mordes freigesprochen. Bis zum heutigen Tag ist der wahre Täter frei und der Fall ungeklärt.
Die Vorgehensweise der bayerischen Ermittler lassen den Verdacht aufkommen, dass man gar nicht an einer Aufklärung interessiert ist und das wahre Schicksal des Mädchens vertuscht wird. Am 25.6.2003 wurde im Schwabinger Stadtteil von München die damals 25- jährige Kinderkrankenschwester Natalie SIMANOWSKI bei helllichtem Tag mit einem Messer niedergestochen; sie überlebte und konnte den Täter beschreiben. Dazu völlig kontrovers wurde 2004 der damals 23-jährige Alexander Daniel ZOURAS als Täter verurteilt und seine Unterbringung in einem psychiatrischen Krankenhaus angeordnet. 2018 – gesundheitlich schwer geschädigt - wurde er freigelassen; der wahre Täter bleibt bis zum heutigen Tag unbehelligt.
Am 15.9.1981 wurde im niederbayerischen Eching am Ammersee die damals 9-jährige Ursula HERRMANN entführt; ihre Leiche wurde Wochen später in einer Kiste im Wald eingegraben gefunden; die Täter konnten nicht gefunden werden. Fast 30 Jahre später – die Verjährung drohte einzutreten - wurde Werner MAZUREK in einem spektakulären Indizienprozess als Mörder von Ursula HERRMANN zu lebenslanger Haft verurteilt. Er bestreitet bis Heute die Tat; erneute Ermittlungen wurden von der Justiz abgelehnt.
Gudrun R ö d e l – ehemalige Anwaltssekretärin aus Zwickau/Sachsen – berichtet über drei Fälle aus Bayern, in denen nicht auf Grund eines Irrtums der Ermittler, Staatsanwälte und Richter, sondern bewusst ein Urteil gefällt wurde, um der Öffentlichkeit einen Täter und den Fall als erledigt präsentieren zu können.

Weggesperrt (Deutsch) Gebundene Ausgabe
15. Februar 2021 / 324 Seiten
Herausgeber: Zwickauer Presse-Agentur

Zu bestellen per Email an kontakt@zpa-online.de

Gute Auftragslage, keine Kurzarbeit: Werdauer LKWs rollen durch Europa

Westsachsen/Werdau.- Sie zählt zu den Unternehmen der Stadt mit den meisten Beschäftigten: Die Spedition Vogtland GmbH auf der Werdauer Bahnhofstraße. Der Logistiker, dessen Team insgesamt 70 Mitarbeiter umfasst, sieht sich trotz Corona-Krise gut für die Zukunft gerüstet. „Insbesondere im April letzten Jahres verzeichneten wir einen starken Auftragsrückgang. Dank unserer sehr aktiven und treuen Stammkundschaft liefen jedoch bereits nach wenigen Wochen wieder zahlreiche Fahrzeuge. Heute gibt es zwar immer noch Schwankungen, aber die Auftragslage ist gut“, berichtet Geschäftsführer Uwe Heinke, der die Geschicke des Unternehmens bereits seit 2001 lenkt.
Egal ob Lagerung und Kommissionierung am Stammsitz in der Pleißestadt und in den Außenstellen in Crimmitschau und Zwickau oder europaweiter Transport – alle Geschäftsfelder haben sich, zum Glück, schnell erholt. Kurzarbeit gibt es keine. Sogar neue Fahrerinnen und Fahrer für den Fernverkehr konnten eingestellt werden.
Ein aus Sicht von Uwe Heinke entscheidender Erfolgsfaktor ist die frühzeitige Digitalisierung im Unternehmen. „Die viel zitierte Industrie 4.0 macht uns keine Sorgen, im Gegenteil. Seit Jahren arbeiten wir kontinuierlich an der Optimierung der Schnittstellen zwischen unseren Auftraggebern und uns, bauen die elektronische Datenverarbeitung aus. Bereits heute erhalten wir 85% aller Aufträge digital, Tendenz steigend“, erklärt der Geschäftsführer. Besonderer Stolz ist die unkomplizierte Sendungsverfolgung, die nun auch per App vor einigen Monaten eingeführt wurde und mittlerweile bei den Kunden eingesetzt wird. „Dadurch entsteht eine große Transparenz und Zeitersparnis bei unseren Partnern.“
Besonderes Augenmerk wird auf E-Commerce-Geschäft gelegt, die hierfür erforderlichen Hallen und logistischen Abläufe werden viel genutzt und stetig erweitert. Die Spedition Vogtland GmbH wurde im November 1991 gegründet. Seit dem Jahr 2000 befindet sich das Firmengelände mit einem Bürogebäude, Lager- und Umschlagshalle direkt neben dem Werdauer Bahnhof und in Crimmitschau. 20 LKW und diverse Anhänger gehören zum eigenen Fuhrpark. Die jüngsten wurden erst vor wenigen Wochen in Dienst genommen und werden fortlaufend erneuert.
Im Bild: Fahrerin Julia Batzdorf und Jörg Neef, Assistent der Geschäftsführung

Quelle und Foto: André Kleber/Werbemanufaktur Werdau

Priorität: Unfälle und Herzinfarkte erst nach Corona-Schutzmaßnahmen

Westsachsen/Leipzig/Zwickau.- Das Corona-Virus stellte die ADAC Luftrettung gGmbH 2020 vor große Herausforderungen. Der Rettungsdienst aus der Luft blieb in Deutschland aber jederzeit uneingeschränkt gesichert. 3.837 Einsätze flogen die drei in Sachsen stationierten gelben Hubschrauber der gemeinnützigen Organisation aus München, 27 Einsätze mehr gegenüber Vorjahr. Bundesweit verzeichnete die ADAC Luftrettung gGmbH 51.749 Einsätze. Im Freistaat Sachsen erfolgen Rettungsflüge von den ADAC Luftrettungsstationen Leipzig (Christoph 61 und Christoph 63) und Zwickau (Christoph 46) aus.
Herz- Kreislauf-Notfälle wie beispielsweise Herzinfarkt waren auch 2020 die häufigste Einsatzursache für die in Leipzig ansässigen Retter aus der Luft. In der Doppelstation hatten knapp 33 Prozent der 2.605 Einsätze einen internistischen Notfall zum Anlass. Christoph 46 aus Zwickau steuerte in 35 Prozent der 1.232 Flüge einen Unfall an, 10 Prozent davon waren Verkehrsunfälle. Drei bis vier Alarmierungen täglich rufen die Crews aus Piloten, Notarzt und Notfallsanitäter zu ihren oft lebensrettenden Einsätzen. Die Einsatzorte lagen für Christoph 46 aus Zwickau mit 92,7 Prozent und für Christoph 61 und Christoph 63 aus Leipzig-Schkeuditz mit 73,1 und 70,8 Prozent in Sachsen.
Oberste Priorität für die Crews der Rettungs- und Intensivhubschrauber galt den Schutzmaßnahmen. Um die Einsatzbereitschaft nicht zu gefährden, zählten zu den Sicherheitsvorkehrungen der Gebrauch von Schutzmasken und Schutzanzügen, der verstärkte Einsatz von Desinfektionsmitteln sowie eine strikte Zugangskontrolle in den Luftrettungsstationen. Für den Transport von Covid-19-Patienten wurden die Crews speziell geschult. Die Luftrettungsstationen Leipzig und Zwickau waren Bestandteil einer Überprüfung durch den TÜV Hessen. Bewertet wurde anhand der aktuell gültigen Pandemie-Anforderungen des Robert-Koch-Institutes, wie die ADAC Luftrettung die Hygiene- und Schutzmaßnahmen in der Praxis umsetzt. Zusammen mit branchenspezifischen Anforderungen wurde so eine Checkliste von mehr als 100 Punkten abgearbeitet. Die ADAC Luftrettung war die erste Rettungsdienstorganisation in Deutschland, die das bundesweite Qualitätssiegel „Sicher gegen Corona“ erhielt. Bundesweit rückten die Crews der 37 Stationen der ADAC Luftrettung zu rund 800 Corona-Einsätzen aus, darunter rund 100 Spezial-Verlegungstransporte von schwer an Covid-19-Erkrankten.
Über die ADAC Luftrettung gGmbH:
Mit mehr als 50 Rettungshubschraubern und 37 Stationen ist die gemeinnützige ADAC Luftrettung eine der größten Luftrettungsorganisationen Europas. Die ADAC Rettungshubschrauber gehören zum deutschen Rettungsdienstsystem, werden immer über die Notrufnummer 112 bei der Leitstelle angefordert und sind im Notfall für jeden Verunglückten oder Erkrankten zur Stelle. „Gegen die Zeit und für das Leben“ lautet der Leitsatz der ADAC Luftrettung gGmbH. Denn gerade bei schweren Verletzungen oder Erkrankungen gilt: Je schneller der Patient in eine geeignete Klinik transportiert oder vor Ort vom Notarzt versorgt wird, desto besser sind seine Überlebenschancen bzw. seine Rekonvaleszenz. Seit 2017 ist die ADAC Luftrettung ein Tochterunternehmen der ADAC Stiftung.

Quelle und Fotos: ADAC Luftrettung

Mittwoch, 24. Februar 2021

Kommentar: Fließband-Urteile im Namen des Seuchenschutzes

Westsachsen/Zwickau.- Nicht nur die öffentliche Wahrnehmung wird weiterhin durch das Dauerthema „Corona“ dominiert, auch die Zwickauer Justiz scheint hierin eine neue Hauptbeschäftigung gefunden zu haben. Deutlich wurde dies am vergangenen Dienstag, als das Zwickauer Amtsgericht fast ausschließlich damit beschäftigt war, angebliche Corona-Sünder im Viertelstundentakt abzustrafen. Gemeint sind damit Menschen, die die teils horrenden Summen nicht widerstandslos zu zahlen bereit sind, die die Stadt Zwickau und andere Kommunen willkürlich von Bürgern erheben, die vermeintliche oder tatsächliche Verstöße gegen Abstandsregelungen und Maskenzwang verübt haben sollen.
Für die Gemeinden, die wirtschaftlich unter den desaströsen „Lockdown“-Maßnahmen ächzen, stellt der Bußgeldkatalog für Corona-Sünder derzeit eine willkommene Gelegenheit dar, die entstandenen Löcher in den Kassen zumindest zum Teil wieder zu füllen. Dass dies ausschließlich zu Lasten der ohnehin bereits gebeutelten Bürger und deren künftiger Kaufkraft geschieht und damit die ökonomische Abwärtsspirale weiter befeuert werden dürfte, scheint von kurzfristig denkenden Kommunalpolitikern, die der Verlockung des schnellen Geldes nur schwer widerstehen können, weitgehend ausgeblendet zu werden. Das Zusammenspiel von Politik und Justiz verläuft auch hierbei wie üblich reibungslos.
Neben einer Prostituierten, die sich am Dienstag in Saal 1 des Zwickauer Amtsgerichtes dafür verantworten sollte, dass sie ihr Geschäft während der vergangenen einsamen Monate weiterbetrieben hatte, strafte das Zwickauer Amtsgericht am gleichen Tag auch reihenweise kleinere Verstöße gegen die derzeitigen massiven Freiheitsbeschränkungen ab. Sogar Schulkinder hatten sich auf der Anklagebank wegen des Verstoßes gegen Maskenzwang und Kontaktverbot zu verantworten (WSZ berichtete). Etliche Exekutivkräfte des Zwickauer Ordnungsamtes, welche irreführend unter der Bezeichnung „Polizei Behörde“ agieren, hatten daher am Dienstag vorübergehend keine Gelegenheit, Bürgern wegen tatsächlichen oder vermeintlichen Fehlverhaltens nachzustellen, da sie als Anzeigenerstatter ihrer Zeugenpflicht vor Gericht nachzukommen hatten. Ein Zwickauer, der bereits mehrfach unter dem Übereifer der Zwickauer Ordnungshüter zu leiden hatte, äußerte sich hierzu wie folgt: „Leider nehmen es viele Leute einfach hin, wenn sie Strafen aufgebrummt bekommen, nur weil sie ihre Familie besucht haben oder ähnliches. Dabei ist es wichtig, solche Schweinereien öffentlich zu machen. Ich kann da nur dazu raten, sich das nicht so einfach bieten zu lassen und die Frechheiten öffentlich zu machen.“
Das Recherche-Team der Westsächsischen Zeitung unterstützt diesen Vorschlag gern. Opfer der Corona-Politik können sich jederzeit melden unter: kontakt@wsz-online.de

Jetzt die WSZ kostenlos abonnieren und keine Story mehr verpassen: Hier anmelden

 

Dienstag, 23. Februar 2021

Tourismusbranche steht still: Ein erheblicher Wirtschaftsfaktor bricht weg

Westsachsen/Zwickau.- Die touristische Situation in der gesamten Tourismusregion Zwickau bleibt insgesamt weiterhin sehr kritisch.
Mit 153.676 Ankünften von Übernachtungsgästen im gesamten Jahr 2020 gibt es ein Minus von 41,3 Prozent zum Vorjahr 2019. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr im Landkreis Zwickau 412.233 Übernachtungen, das entspricht im Jahr 2020 einer Gesamtaufenthaltsdauer von 2,7 Tagen und einem Übernachtungsminus von 27,3 Prozent zum Vorjahr. Nach einem touristisch sehr erfolgreichen Jahr 2019, begannen die sonst so tourismusschwachen Monate Januar und Februar mit einer steigenden Tendenz. Nach dem ersten Lockdown im März und dem starken Einbruch der Tourismuszahlen stiegen die Zahlen über den Sommer 2020 hinweg erfreulich an, so dass im August, aufgrund der vielen innerdeutschen Urlauber, die Zahlen erstmals wieder auf ein Vorjahresniveau kletterten. Nach dem Sommer jedoch nahmen die Zahlen ab September wieder ab und mit dem beginnenden Teillockdown und dem Reiseverbot im November stürzten sie buchstäblich ein. Abgemildert wurden die katastrophalen Übernachtungszahlen im Jahr 2020 durch die weiterhin erlaubten Geschäftsreisen.
Marika Fischer, Geschäftsführerin des Tourismusregion Zwickau e. V., schaut auf das Jahr zurück: „Das vergangene Jahr war aus bekannten Gründen ein sehr schweres touristisches Jahr. Dies sieht man an den Zahlen, aber viel wichtiger sind die touristischen Akteure, die, wenn überhaupt, nur eingeschränkt arbeiten können. Seit fast einem Jahr steht unsere Branche in allen Bereichen mehr oder weniger still. Auch für die kommenden Monate fehlen momentan die Perspektiven und eine Planungssicherheit. Ich habe Sorge, dass viele unserer Gastgeber und Gastronomen diese schwere Zeit nicht überstehen und auch die kulturelle Vielfalt, die den Landkreis Zwickau mit einem breiten Kulturangebot und außergewöhnlichen Veranstaltungen stark prägt, immer weiter wegbricht.“ Für die kommenden Monate hält sich die Hoffnung, dass ein hoffentlich baldiger Neustart gut gelingt, indem der Wunsch der Deutschen nach Inlandsurlaub groß sein wird und somit bald wieder touristische Einnahmen erzielt werden können.
Der Tourismus dient der Region als erheblicher Wirtschaftsfaktor. Neben den Geschäftsreisenden sind es besonders die Freizeit- und Tagestouristen, sowie die Veranstaltungsgäste, die in der Region eine große Rolle spielen. Es hat sich gezeigt, dass die Nachfrage auch nach den Aktiv-Tourismus Angeboten steigt, da dies derzeit den Nerv der potentiellen Urlauber trifft, um die Abwechslung zwischen Ruhe und Abenteuer zu finden.
Der Tourismusregion Zwickau e.V. unterstützt hier seine Akteure nach Kräften und beteiligt sich an Online-Messen oder auch der baldigen Vorstellung eines gebündelten Online-Buchungstools für die Gastgeber. Die Zahlen beruhen auf den Erhebungen des Statistischen Landesamtes des Freistaates Sachsen.

Quelle und Foto: Zeitsprungland

Montag, 22. Februar 2021

Säule der Altersvorsorge: Servicewohnen der besonderen Art

Westsachsen/Werdau.- Sie hat eine sehr wechselvolle Geschichte hinter sich und darf dennoch optimistisch in die Zukunft blicken: Die Immobilie Untere Holzstraße 31 in Werdau. Um 1900 erbaut und Anfang der 1990er Jahre saniert wechselte das leerstehende Objekt immer wieder den Eigentümer. Zuletzt gehörte es einem in den USA lebenden Libanesen.
Ende Februar wurde mit einem erneuten Verkauf, vermittelt von Immobilienmaklerin Jacqueline Fritzsche (Foto Mitte) aus Werdau, jedoch ein neues Kapitel aufgeschlagen. Matthias Kühnlein (Foto rechts) aus München und Dennis Kürschner (Foto links) aus Hamburg haben das Objekt als eine Säule der Altersvorsorge erworben. Der Sachverständige Lars Kurjo aus Dresden konnte für die Erarbeitung und Umsetzung eins zukunftsträchtigen Konzepts gewonnen werden: Das Mehrfamilienhaus mit 5 Wohnungen in der Größe von ca. 40 - 100 m² erhält einen Lift und wird zu Wohnungen für Wohngemeinschaften für zu betreuende Menschen umgestaltet. Sie sollen hier weitestgehend selbständig leben können, gleichzeitig aber im Bedarfsfall zentral die nötige Unterstützung erfahren. Das übernimmt das Betreuungsbüro Manuela Windolph-Sänger aus Reichenbach. Dabei steht nicht der medizinische Faktor im Vordergrund, sondern die rechtliche und soziale Hilfe zur Selbsthilfe - ein Projekt, das in dieser Form in der Region seinesgleichen sucht.
Dipl.-Verwaltungswirtin Jacqueline Fritzsche ist, ebenso wie die neuen Eigentümer, froh, ein solch nachhaltiges Konzept auf den Weg gebracht zu haben. Seit Mitte 2019 ist die Werdauerin im Nebengewerbe als Immobilienmaklerin tätig. Der Kontakt zum alten und den neuen Eigentümern des Objektes Untere Holzstraße kam über die eigene Internetseite zu Stande. Die die erste Besichtigung fand 14 Tage nach Veröffentlichung des Angebotes statt, eine Woche später war bereits eine Einigung erfolgt.

Quelle und Foto: André Kleber, Werbemanufaktur Werdau GmbH

Samstag, 20. Februar 2021

Erneuter Schulterschluss: Justiz und Politik decken Sparkassen-Betrug

Westsachsen/Zwickau.- Jetzt ist es amtlich. Es darf weiter öffentlich darüber diskutiert werden, dass in Zwickau die Verwaltung im Schulterschluss mit der Justiz gemeinsame Sache gegen die eigenen Bürger macht. Im konkreten Fall in Zusammenarbeit mit der Sparkasse Zwickau.
Das Kreditinstitut hatte im vergangenen Jahr versucht, mittels einer Einstweiligen Verfügung (EV) die Berichterstattung der WSZ darüber zu verbieten. Das Landgericht Zwickau entschied im Dezember 2020 anders und gab unserer Zeitung recht (WSZ berichtete). Da die Sparkasse innerhalb der Frist kein Rechtsmittel dagegen eingelegt hat, ist das Urteil jetzt rechtskräftig. Dies gleicht einem Schuldeingeständnis.
Inzwischen kommen immer mehr dubiose Handlungsweisen der Akteure ans Licht. So behauptet die Sparkasse Zwickau im Fall Claudia Friedrich aktuell, die ihr zustehenden Unterlagen würden „Personen in ihrem Lager“ vorliegen. Welches Lager Frau Friedrich betreiben soll, in dem Personen ihre Korrespondenz kontrollieren, lässt der „externe“ Datenschutzbeauftragte, Mirko Beyer, allerdings offen. Zuvor behaupteten die Sparkassenvorstände Felix Angermann und Josef Salzhuber gegenüber der Polizei, eben diese Unterlagen lägen bei Gericht (WSZ berichtete). Landgerichtspräsident Dirk Eberhard Kirst (Foto unten) bestreitet das: „Ich habe mir die Akte extra aus dem Archiv kommen lassen. Die Sparkassenunterlagen der Frau Friedrich sind nicht dabei.“
Mittlerweile besteht kein Zweifel mehr an illegalen Absprachen zwischen den Agierenden von Stadtverwaltung, Sparkasse und Justiz. Es werden bevorzugt Zersetzungsmethoden angewandt, die sich das MfS in der ehemaligen DDR zu eigen gemacht hat (WSZ berichtete). Diese Methoden wurden sogar noch verfeinert. Die Sparkasse Zwickau betrügt ihre Kunden, der Verwaltungsrat in Person von Landrat Christoph Scheurer (Foto Mitte) sieht großzügig darüber hinweg und Landgerichtspräsident Kirst fällt ein Gefälligkeitsurteil für das Kreditinstitut. Leid tragend ist immer der Bürger. Ein Bankenrechtler aus Köln findet dazu klare Worte: „Wenn der Herr Gerichtspräsident des Landgerichts Zwickau so entschieden hat, wie Sie es mir berichten, hat er glasklar das Recht gebeugt, denn Ihr Darlehen wurde nie rechtswirksam gekündigt. Das erkennt jeder Jurist sofort. Die Entscheidung des Herrn Gerichtspräsidenten Kirst ist falsch!“
Zu diesem Fall liegen weitere Ermittlungsergebnisse aus ganz Deutschland vor. So schreibt die Generalstaatsanwaltschaft Zweibrücken im Zusammenhang mit einem Betrugsverfahren gegen einen Rheinland-Pfälzischen Rechtsanwalt von „verwirklichtem Prozessbetrug im Verfahren 5 O 702/15 beim Landgericht Zwickau“. Das Sächsische Justizministerium hält sich zur Zeit noch bedeckt. Auch der Petitionsausschuss des Sächsischen Landtags, der sich seit Jahren mit dem Fall befasst, berät noch über wirksame Konsequenzen. Wie diese sich dann auswirken, wird mit Spannung erwartet.

Jetzt die WSZ kostenlos abonnieren und keine Story mehr verpassen: Hier anmelden


Donnerstag, 18. Februar 2021

Sparkassen-Betrug in Zwickau: Landrat würde sich lieber raushalten

Westsachsen/Zwickau.-
Als im Oktober 2020 die Polizei in der Sparkasse Zwickau einrückte, um nach dem Verbleib der Darlehensunterlagen einer geschädigten Kundin zu fahnden (WSZ berichtete), behauptete der Sparkassenvorstand, diese Unterlagen lägen bei Gericht. Es habe in dieser Sache bereits Verfahren gegeben, die bis zum Bundesgerichtshof gelangt seien. Was die Herren Vorstände Felix Angermann und Josef Salzhuber dabei geflissentlich unterschlagen ist die Tatsache, dass sämtliche Verfahren bereits abgeschlossen sind. Schon deshalb sind Zweifel am angeblichen Verbleib der Unterlagen bei Gericht durchaus angebracht.
Mittlerweile gibt es eine zweite Version, die vom „externen“ Datenschutzbeauftragten der Sparkasse Zwickau, Mirko Beyer, vertreten wird. Demnach müsste ein Exemplar nach Beendigung der Geschäftsbeziehung an den jeweiligen Kunden ausgehändigt werden. Die internen Prozesse der Sparkasse würden außerdem vorsehen, dass die bei ihr verbliebenen Exemplare nicht heraus gegeben werden dürften und nach zehn Jahren der Aufbewahrung zu vernichten seien.
Dem Streit um die Unterlagen war ein jahrelanges Hickhack mit einer Sparkassenkundin vorausgegangen. Ihr wurde einseitig ein Darlehen abgelöst, ohne dass dafür die Willenserklärung der insgesamt drei Darlehensnehmer vorlagen. Die Sparkasse behielt daraufhin unberechtigt rund 11.000 Euro Ablösegebühren ein. Brisant: Die damalige Oberbürgermeisterin Pia Findeiß hätte in ihrer Funktion als Verwaltungsratsvorsitzende eingreifen müssen. Denn sie hatte Kenntnis von dem Vorfall und war vom Gesetz her verpflichtet, die Geschäftsführung zu überwachen. Dass sie dies nicht tat, damit also illegale Handlungen der Vorstände Angermann und Salzhuber deckte, gilt unter Fachleuten als Indiz für Vetternwirtschaft und Korruption (WSZ berichtete).
Seit Jahresanfang ist Landrat Christoph Scheurer (Foto oben) in der Position des Verwaltungsratsvorsitzenden der Sparkasse Zwickau. Seine Stellungnahme fällt mager aus: „Die von Ihnen gestellten Fragen beziehen sich auf tatsächliche oder vermutete Vorgänge innerhalb der Sparkasse Zwickau. Diesbezüglich können Sie nur vom Vorstand, der für die Sparkasse Zwickau spricht, Antwort erhalten. Ich bitte Sie, sich dorthin zu wenden.“
Offensichtlich ist Scheurer hier nicht auf der Höhe der Zeit, denn sonst wüsste er, was im Sparkassengesetz des Freistaates Sachsen (SächsSparkG) unter §8, Abs. 3, Satz 3 steht. Nämlich, dass er die Richtlinien der Geschäftspolitik bestimmt sowie die Geschäftsführung und das operative Geschäft der Sparkasse Zwickau zu überwachen hat. Viel Zeit zum Eingreifen bleibt ihm indessen nicht mehr. Kommt es in naher Zukunft zu einer genaueren Untersuchung des Falls, muss sich Landrat Christoph Scheurer sicher weiteren unangenehmen Fragen stellen.

Jetzt die WSZ kostenlos abonnieren und keine Story mehr verpassen: Hier anmelden

DRK sucht neuen Leiter für Werdauer Altenpflegeheim

Westsachsen/Werdau.- Zwölf Jahre hielt er alle organisatorischen Fäden des DRK-Altenpflegeheimes Werdau fest in den Händen: Einrichtungsleiter Werner Meissner (Foto). In diesem Jahr heißt es nun langsam aber sicher Abschied zu nehmen und sich mit Energie und seiner Erfahrung eher beratenden Tätigkeiten zu widmen. „Es war eine sehr abwechslungsreiche Zeit und ein tolles Team, mit dem ich sehr viele gute Erinnerungen verbinde“, so der 63-jährige Wirtschaftskaufmann und Heimleiter, der sich in den verdienten (Un-)Ruhestand begeben will.
Damit beginnt für den DRK-Kreisverband Zwickauer Land e.V. die anspruchsvolle Suche nach einer Nachfolgerin bzw. einem Nachfolger. Auf Bewerber wartet ein breites Portfolio an Vergütungs- und Sozialangeboten im Team der weltweiten Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung. Ebenso anspruchsvoll sind jedoch die Voraussetzungen an potenzielle Bewerber: Diese müssen über eine abgeschlossene (Hochschul-) Ausbildung im Bereich Pflege, Gesundheit, Soziales oder Management verfügen, die Qualifikation zur Leitung einer stationären Einrichtung ist von Vorteil. „Wir setzen eine mindestens einjährige Berufs- und Führungserfahrung im Gesundheits- oder Sozialwesen voraus. Ziel- und teamorientierte Personalführung sowie betriebswirtschaftliches Verständnis, Kommunikationsstärke, Organisationtalent und Entscheidungsfähigkeit sind unerlässlich“, erklärt Simone Dümmler, Personalleiterin vom Deutschen Roten Kreuz.
Interessenten können ihre Bewerbung, bitte mit Angabe des möglichen Eintrittsdatums, an s.duemmler@drk-zwickauer-land.de senden oder sich unter Telefon 03762 955819 melden.

Quelle und Foto: André Kleber/Werbemanufaktur Werdau

Dienstag, 9. Februar 2021

Polizei bestätigt: Staatsanwaltschaft von Stasi-Zuträgern durchsetzt

Westsachsen/Werdau/Zwickau.- „Sie sind weiterhin den Zersetzungsmethoden des ehemaligen MfS ausgeliefert. Uns sind die Hände gebunden. Wir können leider nichts für Sie tun. Die Verantwortlichen sind unsere Dienstherren.“ Mit diesen Worten verabschiedete sich der Hauptkommissar bei Claudia Friedrich, der sie im Polizeirevier Werdau im September 2016 als Zeugin in einem von ihr angezeigten Steuerhinterziehungsfall verhörte. Es ging um ein unseriöses betrügerisches Kaufangebot für ihr Haus, das von einem zunächst unbekannten Anrufer an die Zeugin herangetragen wurde. Später hätte daraus ein kriminelles Geschäft am Finanzamt vorbei werden können, wenn Frau Friedrich den Anrufer nicht umgehend angezeigt hätte. Die Zwickauer Staatsanwaltschaft nahm Ermittlungen auf, eine Meldung erging ans Finanzamt. Doch wie so oft in diesen Tagen, verlief auch diese Sache wieder im Sande. Später stellte sich heraus, dass es sich um eine Falle handelte. Alte Stasi-Seilschaften in der Zwickauer Justiz hatten versucht, die Zeugin zu einer Straftat zu verleiten.
„Du wirst massive Probleme bekommen, bis an Dein Lebensende!“ Diese Drohung ihres Ex-Mannes Axel Friedrich sollten sich erneut bewahrheiten. So war der Plan. Was die Akteure nicht wussten: Claudia Friedrich ist unbestechlich und nicht erpressbar bis zum heutigen Tag. Inzwischen ist allgemein bekannt, dass die Staatsanwaltschaft Zwickau von Mitarbeitern des MfS (Ministerium für Staatssicherheit) der ehemaligen DDR durchsetzt ist. Mehrere Agenten der alten Garde wurden bereits enttarnt. Sie sitzen weiter fest im Sattel, bilden sogar Nachwuchs aus. In ihrem Sinne, nach geheimdienstlicher Manier. Zum Schaden der Allgemeinheit.
Wie weit verstrickt das Netzwerk der kriminellen Vereinigung ehemaliger MfS-Zuträger und ihrer Mitläufer an den Zwickauer Gerichten mittlerweile ist, wird an diesem Beispiel der jüngsten Vergangenheit deutlich: Weil die Staatsanwaltschaft Zwickau die Überklebung eines gültigen Rechtskraftvermerkes seit Jahren vertuscht, war Frau Friedrich gezwungen, mehrere Prozesse im Privatklageweg zu führen. Dabei geriet sie unter einigen anderen auch an den Richter am Amtsgericht, Adolf Lindenberger, der sie auf's übelste beschimpfte, nicht zu Wort kommen ließ und ihr dann vorschlug, sie solle doch lieber zum Arzt gehen. „Sie tun mir nur noch leid“, waren seine letzten Worte, bevor er fluchtartig an ihr vorbei den Gerichtssaal verließ.
Daraufhin erschien das Buch mit dem Titel „Adolf L.- Richter am Amtsgericht“. Die Autorin Claudia Friedrich bezeichnete Lindenberger darin als „kriminellen, assozialen, strafvereitelnden, unverschämten Lumpenhund“. In erster Instanz wurde sie vom Vorwurf der Richterbeleidigung frei gesprochen. Die MfS-gesteuerte Staatsanwaltschaft Zwickau legte dagegen umgehend Berufung ein. So kam es, dass ein Staatsanwalt Christian Ruderisch am Landgericht behauptete, der Lumpenhund sei ein Vergleich aus dem Tierreich und ein Richter müsse sich einen solchen nicht gefallen lassen. Der die Verhandlung leitende Richter Ruppert Geußer stimmte dem gern zu. Welcher Tiergattung der Lumpenhund angehört, blieb indessen ungeklärt.
Gegen die Verurteilung auf Bewährung und im Wiederholungsfall 260 Euro bezahlen zu müssen, wollte sich die Angeklagte mit dem Rechtsmittel der Revision wehren. Der Belehrung des Richters, diese Revision in der Geschäftsstelle des Gerichts zu Protokoll zu geben, hätte Claudia Friedrich gern Folge geleistet. Jedoch wurde ihr der Zugang dorthin von mehreren uniformierten und bewaffneten Justizvollzugsbeamten verwehrt. Als Grund gab man die aktuelle Corona-Lage an, unter der halt im Moment alles Mögliche unmöglich sei. Inzwischen wird vermutet, dass der Justizhauptwachtmeister Sven Stephan von Richter Ruppert Geußer angewiesen war, die Geschädigte nicht passieren zu lassen. Geußer wollte womöglich nicht, dass gegen sein Urteil Revision eingelegt wird. So bleibt es bei der Verfolgung einer Unschuldigen und der Vertuschung von Straftaten innerhalb der Zwickauer Justiz.

Mehr dazu auf YouTube

Jetzt die WSZ kostenlos abonnieren und keine Story mehr verpassen: Hier anmelden