Samstag, 14. September 2019

Vom Korn- zum Wissensspeicher: Fünf Jahre Stadtbibliothek Zwickau

Zwickau.- Vor fünf Jahren, am 14. September 2014, wurde die Stadtbibliothek Zwickau im historischen Kornhaus feierlich eingeweiht. Mit der Eröffnung endete die Sanierung und letztlich Rettung eines national bedeutsamen Denkmals. Die Bücherei erfreut sich seither großer Beliebtheit bei kleinen und großen Bücherwürmern.
Mit dem Umzug der Stadtbibliothek Zwickau ins Kornhaus begann für die Einrichtung eine neue Ära: modern, barrierefrei, bestens zu erreichen und mit viel Komfort sowie technischen Raffinessen ausgestattet. Durch das reichhaltige Platzangebot auf dreieinhalb Etagen wird seither der gesamte Bestand an Büchern und anderen Medien für alle Altersgruppen an einem Standort angeboten.
Seit der Wiedereröffnung konnten bisher jedes Jahr rund 120.000 Besucher und ca. 475.000 Entleihungen gezählt werden. Die Entleihungen der Medien steigen stetig an. „Noch immer haben wir einen enormen Zulauf sowohl von regionalen als auch überregionalen Besuchern“, so Frank Körner, Leiter der Stadtbibliothek Zwickau. Seit 2014 meldeten sich rund 1000 Benutzer neu an, die Zahl der aktiven Nutzer stieg auf über 7000. Zur Attraktivität der Einrichtung trägt auch bei, dass sich in den Regalen eben nicht nur ältere Medien befinden. Viele Bücher können sogar zeitgleich mit dem Markterscheinen für die Nutzer bereitgestellt werden. Auch auf Wünsche kann zu fast 100 Prozent eigegangen werden. Pro Jahr werden bis zu 10.000 Neuerwerbungen bestellt, katalogisiert, systematisiert, buchbinderisch bearbeitet und mit Etiketten, die das automatische Erfassen und Identifizieren ermöglichen, versehen.
Ganz verschieden, aber immer spannend waren die Veranstaltungen der vergangenen Jahre. Ob spannendes Kinderbuch, Zirkusschauspiel, Lesung oder abenteuerlicher Reisebericht: sowohl für kleine als auch große Bücherwürmer dürfte immer etwas dabei gewesen sein. Zum vielfältigen Angebot der Kinderbibliothek gehören die Vorlesestunden in der Bibliothek, in Kindergärten und Grundschulen sowie Bilderbuchkino und Kamishibai-Theater. Die Vorlesestunden für Kinder durch Ehrenamtliche haben sich schnell zu einem gut angenommenen Angebot entwickelt.
Zur Geschichte von Stadtbibliothek und Kornhaus
Die Wurzeln der Stadtbibliothek reichen über 95 Jahre zurück: Am 2. Januar 1923 wurde in einem Festakt in den Räumen der Ratsschulbibliothek im Städtischen Museum die erste Volksbücherei in Zwickau aus der Taufe gehoben. Sie sollte „zur geistigen Ertüchtigung der Bürger in unserer Stadt" beitragen. Es gab nun zwei Bibliotheken: die Ratsschulbibliothek mit Spezialsammelgebieten als wissenschaftliche Bibliothek und die Volksbücherei als allgemeine Bildungsbibliothek. 16 Jahre später wurde die Stadtbücherei in den „Greif“, dem inzwischen abgerissenen Haus am Dr.-Friedrichs-Ring 19, verlegt. Es entstanden Stadtteilbibliotheken, später wurde die Kinderbibliothek ausgegliedert. 2011 verließ die Stadtbibliothek ihr jahrzehntelang genutztes Domizil am Dr.-Friedrichs-Ring und zog in ein Ausweichquartier. Das bisherige Gebäude war sanierungsbedürftig und bot längst keinen angemessenen Rahmen mehr für eine Bücherei. Dauerhaft sollte die Stadtbibliothek im Kornhaus ihren Platz finden. Bis dieses einzugsbereit war, diente das Gebäude Pölbitzer Straße 25a als Übergangslösung.
Das Kornhaus wurde 1481 als Kornspeicher und Teil der Befestigungsanlage erbaut und ist der größte mittelalterliche Kornhausbau Sachsens. Aufgrund der Mehrgeschossigkeit und der Konstruktion des Dachstuhls gilt es als national bedeutsames Denkmal. 1835/36 erfolgte der Umbau zum Gefängnis als Teil der Haftanstalt des benachbarten Schlosses Osterstein. Nach der Schließung der „Strafvollzuganstalt“ im Jahr 1962 wurde es als Lager sowie für Büros und Werkstätten genutzt. Ab Beginn der 1990er Jahre stand es leer und war zunehmend dem Verfall unter verschiedenen, meistens privaten Eigentümern, preisgegeben. 2009 schien der Abriss des Denkmals aufgrund der akuten Einsturzgefährdung nahezu unumgänglich.
Lösungen von Ingenieuren und der Einsatz des Denkmalschutzes schufen schließlich die Grundlage für die Rettung des Kornhauses. Ein entscheidender Schritt für den dauerhaften Erhalt war dann der Kauf des Gebäudes durch die Stadt Zwickau im Jahr 2009. Im gleichen Jahr wurde mit der Notsicherung begonnen. Ab 2012 folgten insbesondere die Wiederherstellung des Dachtragwerks, der Neuaufbau des östlichen Giebels und die Dacheindeckung. Nach dem Richtfest im September 2013 schlossen sich die Fassadensanierung, der Einbau der Fenster, der Neubau der „Tuchmacherbastei“ oder der Innenausbau an.
Die Kosten für die Notsicherung, die Sanierung und den Umbau betrugen 6.965.000 Euro, rund 4,3 Mio. Euro davon waren Fördermittel. Unterstützt wurde Zwickau vom Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien sowie vom Bund und vom Freistaat Sachsen über das Programm „städtebaulicher Denkmalschutz“. Aus Haushaltmitteln finanziert wurde die Ausstattung der Stadtbibliothek, die etwa 900.000 Euro kostete. Mehr dazu unter www.stadtbibliothek-zwickau.de

Quelle und Fotos: Stadtverwaltung Zwickau

Freitag, 13. September 2019

Zum 200. Geburtstag von Clara Schumann: „Kids mit Clara in Nöten“

Zwickau.- Heute ist Clara Schumanns 200. Geburtstag. Diesen Anlass feiert das Clara-Wieck-Gymnasium mit einem musischen Tag. Überall im Schloss erklingt in den Pausen von den Schülerinnen und Schülern handgemachte Musik. Höhepunkt des Tages war die Aufführung des Theaterstücks „Kids mit Clara in Nöten“. Seit Wochen schon probten die Jugendlichen der 9./10. Klasse zusammen mit der Zwickauer Autorin Christine Adler. Sie hat das Stück als Ein-Personen Monolog geschrieben und im September 2014 erstmals im Robert-Schumann-Haus zur Aufführung gebracht. Seitdem gab es immer wieder Auftritte in verschiedenen Städten und Gemeinden Sachsens. Auch eine Hörspiel-CD wurde unter dem Titel „Clara in Nöten“ produziert.
Die heutige Aufführung mit den Clara-Wieck-Schülern hatte sie freilich umgeschrieben. In Teilen gekürzt und mit weiteren Rollen besetzt. So kamen insgesamt 20 Jugendliche in den Genuss, sich als Schauspieler/-innen zu versuchen. Der Festsaal des Gymnasiums war bis auf den letzten Platz gefüllt, die Vorstellung ein voller Erfolg. Tosender Applaus am Ende. Christine Adler begeistert: „Ich bin stolz auf die jungen Leute, wie sie das in der kurzen Zeit alles so schnell hingekriegt haben.“ Schließlich galt es einige Unwägbarkeiten zu umschiffen. So ist der technische Aufwand zu dem Stück nicht zu unterschätzen. Bilder müssen zur richtigen Zeit ein- und wieder ausgeblendet, Musikstücke und Geräusche eingespielt werden. Dafür ist der Zwickauer Medienproduzent Olaf Thalwitzer zuständig, der auch die genannte Hörspiel-CD produziert hat. Zwischen einigen Szenen erklang von Schülern live eingespielte Klaviermusik. Auch diese mussten zeitlich eingetaktet werden.
Am Sonntag gibt es noch einmal die Gelegenheit, das Stück zu sehen. Am Rande des Historischen Markttreibens öffnet das Robert-Schumann-Haus um 18 Uhr seine Pforten. Der Eintritt ist frei.
„Kids mit Clara in Nöten“ wird unterstützt vom Kulturraum Vogtland Zwickau und dem Verein „Ich sehe die Sonne e.V.“ in Kooperation mit dem Clara-Wieck-Gymnasium.

Die Hörspiel-CD gibt es vor Ort im Robert-Schumann-Haus
oder im Internet unter www.clara-wieck.de zu kaufen.

Mittwoch, 11. September 2019

Große Schlager-Star-Parade im König Albert Theater

Bad Elster.- Am Sonnabend, den 21. September laden die Schlagerstars Ireen Sheer, G. G. Anderson, Michael Heck und der Fernando Express um 19.30 Uhr zur großen Schlager Hitparade der Extraklasse in das König Albert Theater Bad Elster ein. Damit beehrt eine der größten Schlager-Tourneen in Deutschland im goldenen Herbst Bad Elster. Das Publikum darf sich auf einen musikalischen Abend der Extraklasse mit bekannten Hits und schillernden Top-Stars freuen. Seit Jahrzehnten ist G. G. Anderson eines der zentralen Gesichter des deutschen Schlagers: 30 Jahre Schlagersänger, 40 Jahre Komponist, mehr als 50 Jahre Bühnenerfahrung - diese Karriere muss ihm erst mal einer nachmachen! Der ewige Sunny-Boy des deutschen Schlagers verfügt eben nicht nur über einen umwerfenden Charme, sondern auch über großartige Hits, die zeitlos sind. Mit Schlager-Ikone Ireen Sheer beehrt ein Kultstar der großen Unterhaltung Bad Elster: Viele ihrer bekannten Hits sind heute Kult. Mit »Heut' Abend hab' ich Kopfweh« oder »Du gehst fort« werden Meilensteine erklingen, die den Alltag meilenweit hinfort tragen. Also steigen Sie dazu auch ein in den Fernando Express und entschwinden Sie dem Alltag! Tickets: 037437/ 53 900 | www.koenig-albert-theater.de

Foto: Manfred Esser

Freitag, 6. September 2019

Zwickauer Justiz-Skandal: Hetzjagd auf eine Unschuldige?

Zwickau.- Im Fall der Urkundenfälschung im Amtsgericht Zwickau (WSZ berichtete) hat die Staatsanwaltschaft die Verhängung einer Geldstrafe gegen die Betroffene durch Erlass eines Strafbefehls beantragt. Das Amtsgerichts lehnte diesen Antrag jetzt durch Beschluss ab (Az. 7 Cs 180 Js 27175/18). Demnach darf die seit 2012 von den Zwickauer Justiz-Behörden gequälte Frau einen Richter offiziell als „kriminellen, asozialen, strafvereitelnden, unverschämten Lumpenhund“ bezeichnen. Zur Begründung heißt es: „...dies zeigt eindeutig, dass sie (die Beklagte A.d.R.) der Meinung ist, dass Richter am Amtsgericht Lindenberger sich im Verfahren nicht korrekt verhalten hat und diese Meinung tut sie kund. Die hier gegenständlichen Äußerungen fallen in den Schutzbereich des Grundrechtes auf Meinungsfreiheit. Sie sind durch Elemente der Stellungnahme des Dafürhaltens und des Meinens geprägt und deshalb ... als Werturteil anzusehen. Die verletzende Formulierung einer Aussage entzieht diese grundsätzlich nicht dem Schutzbereich des Grundrechtes (vgl. BVerfGE , 54, 129 <138 f.>, 93, 266, 289), vgl. Bundesverfassungsgericht 14. 1.2019, Aktenzeichen 1 BvR 233/17.“
Die Staatsanwaltschaft sieht das jedoch anders und lässt nicht locker. Staatsanwalt Christian Ruderisch will die Sache jetzt beim Landgericht noch einmal aufwärmen. Er hat gegen den Beschluss Beschwerde eingelegt. Eine Begründung dafür konnte er gestern Vormittag noch nicht liefern. Beobachter gehen aber davon aus, dass es gar keine gibt.
Nach § 344 StGB ist die Verfolgung Unschuldiger durch Amtsträger mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr bis zu zehn Jahren bedroht. Darüber, warum die Staatsanwaltschaft hier offensichtlich eine Hetzjagd auf das geschädigte Opfer veranstaltet, kann nur spekuliert werden. Insider gehen davon aus, dass von eigenem kriminellen Handeln abgelenkt werden soll.

Weitere Hintergründe erklärt dieses Video: Analyse zum Justiz-Skandal

„Kids mit Clara in Nöten“: große Herausforderungen bei den Proben

Zwickau.- Letzte Vorbereitungen zum ersten Auftritt: Die Schüler und Schülerinnen um „Kids mit Clara in Nöten“ hatten am Montag gemeinsam mit der Zwickauer Autorin Christine Adler einen ersten Durchlauf im Clara-Wieck-Gymnasium. Während der recht anstrengenden knapp sieben stündigen Probe gab es einige Herausforderungen zu bewältigen. Das betraf vor allem die Regie. Da die Autorin in diesem Fall gleichzeitig als Schauspielerin und Regisseurin agiert, sowie auch den Ablaufplan im Auge haben muss, war die Koordination zunächst nicht leicht. Nicht nur den Jugendlichen wurde dabei eine Menge Disziplin abverlangt. Kostüme mussten anprobiert, Requisiten gestellt werden. Die gelernten Texte galt es mit Leben zu erfüllen. Auch die technischen Einspielungen von Bildern und Geräuschen wollten getestet werden.
Als nächstes steht eine Durchlaufprobe im Robert Schumann Haus an. Hier wird „Kids mit Clara in Nöten“ dann am 15. September um 18 Uhr am Rande des historischen Markttreibens aufgeführt. Der Eintritt ist frei.
Unterstützt wird das Projekt vom gemeinnützigen Verein „Ich sehe die Sonne e.V.“ in Kooperation mit dem Clara-Wieck-Gymnasium und dem Kulturraum Vogtland-Zwickau.
Die Hörspiel-CD zum Stück gibt es online hier oder direkt im Robert Schumann Haus zu erwerben.

Quelle und Foto: ZPA

Donnerstag, 5. September 2019

Ab 13. September: Festliche Wasserspiele in Bad Elster

Bad Elster.- Die Kultur- und Festspielstadt Bad Elster begeistert ganzjährig mit einem abwechslungsreichen und ausstrahlenden Spielplan. Kulturelles Zentrum der Stadt ist das über 100-jährige König Albert Theater als eines der schönsten historischen Theater Mitteldeutschlands. Mit den jährlich im September beginnenden Chursächsischen Festspielen wird in Bad Elster traditionell die neue Spielzeit feierlich eröffnet. Die diesjährige 19. Ausgabe des überregional bedeutsamen Festivals widmet sich dabei vom 13. September bis zum 6. Oktober als „Wasserspiele“ dem 350-jährigen Jubiläum der Erstpublikation zur Heilkraft des Elsterquells.
„Denn bereits im Jahre 1669 wurde die älteste, wissenschaftliche Druckschrift über die Heilkraft des »Elstersäuerlings« verfasst und dem damaligen Landesherren, Herzog Moritz von Sachsen-Zeitz, gewidmet. Diese Untersuchung und Widmung von Georg Leißner bescherte der Elsteraner Quelle in der Folge die fundierte, auch überregional relevante Aufmerksamkeit, die dann maßgeblich die Ortsentwicklung und später die Erhebung zum Königlich-Sächsischen Staatsbad begründete“ erklärt GMD Florian Merz als geschäftsführender Intendant der gesamtverantwortlichen Chursächsischen Veranstaltungsgesellschaft und führt aus: „Vor diesem Jubiläums-Hintergrund als dem balneologischem Ursprung des Heilbades möchten wir die zwei tragenden, traditionsreichen Säulen aus Kultur & Gesundheit umrahmt von der herbstlich-goldenen Naturkulisse in unseren architektonisch wertvollen Königlichen Anlagen als erlebbare Einheit für Publikum und Gäste inszenieren.“
Höhepunkte des vielstimmigen Festivalprogramms sind die festlichen Symphoniekonzerte der Chursächsischen Philharmonie mit Blick auf die Jubiläen von Clara Schumann (13.09.) und Ludwig van Beethoven  (03.10.) sowie begeisternde Musiktheater-Aufführungen wie der große Opernabend zur tschechischen Nationaloper „Libuše“ (20.09.) oder die Operette „Pariser Leben“ (04.10.) im Offenbach-Jahr 2019. Dazu beehren wieder renommierte Stars und Ensembles die Bühne Bad Elsters: So stehen Auftritte von Günther Fischer & Band (14.09.), Theater-Rock  mit den Rattles (15.09.), eine musikalische Gershwin-Lesung mit Katja Riemann (22.09.), Festspielkonzerte von Ute Freudenberg (28.09.) und Ulla Meinecke (05.10.) oder ein Marlene-Dietrich-Abend mit Weltstar Ute Lemper (06.10.) auf dem Programm. Abgerundet wird das Festspielprogramm mit einer Schlagerparade (21.09.), einem Kabarettabend von Uwe Steimle (27.09.), Familientheater mit Pippi Langstrumpf (29.09.) und klassischen Festspiel-Etüden vom jungen Nachwuchspianisten Ben Lepetit (02.10.).
Bad Elster bietet dabei mit seinen kunstvoll gestalteten Königlichen Anlagen aus mondäner Bäder- und Parkarchitektur und den sieben historischen Veranstaltungsstätten auf der weltweit einmaligen »Festspielmeile der kurzen Wege« eine einzigartige Atmosphäre mit hoher Aufenthaltsqualität für die Chursächsischen Festspiele, die mit interessanten Geo-Exkursionen zu Schwarmbeben im Bäderdreieck, spannenden Ausstellungen, verschiedenen Themenführungen, einem goldenen Herbst & Weinfest und Kammermusik von Ensembles der Chursächsischen Philharmonie ergänzt werden. Neben dem Sächsischen Staatsminister der Finanzen, Dr. Matthias Haß, hat auch wieder Seine Königliche Hoheit Alexander Markgraf von Meissen Herzog zu Sachsen die Schirmherrschaft übernommen. Die Kombination der Angebote macht dabei den besonderen Flair Bad Elsters aus: Heute eine Wanderung durch eine der reizvollsten Naturgegenden Sachsens, morgen die große Welt der Oper im König Albert Theater und danach Entspannung pur mit den Wohlfühlangeboten in der Soletherme Bad Elster - so schweben Körper und Geist auf anspruchsvolle Weise! Alle Infos & Tickets: 037437 / 53 900 | www.chursaechsische.de

Foto: Jan Bräuer

Dienstag, 3. September 2019

Handwerk, Schabernack und historisches Treiben in Zwickau

Zwickau.- Vorhang auf für einen Spaziergang durch Zwickaus traditionsreiche Geschichte zum „Historischen Markttreiben – Zwickau im Wandel der Zeit“ am 14. und 15. September 2019 jeweils ab 11 Uhr. Die drei Plätze in der Altstadt lassen Episoden aus mehr als 900 Jahren Stadtgeschichte lebendig werden.
Neben liebevoll gestalteten Marktständen warten historisches Handwerk, Gaukelei und Musik sowie weitere Attraktionen auf die Besucher. So ist auf dem Domhof das Mittelalter und die Reformationszeit erlebbar. Der Hauptmarkt gestattet einen Ausflug in die Zeit Robert Schumanns, dem Biedermeier. Auf dem Kornmarkt können Gäste in die Phase der Industrialisierung  und die Automobilgeschichte eintauchen. Erstmalig in diesem Jahr findet zum Historischen Markttreiben das erste Drehorgeltreffen zu Zwickau statt.
Domhof – Zu Gast im Mittelalter
Der Domhof mit den Priesterhäusern und dem Dom St. Marien steht ganz im Zeichen des Mittelalters und der Reformation. Diese Zeit des Umbruchs hatte auch für Zwickau weitreichende Folgen, besaß doch die Stadt einen Rat, der in engem Kontakt zu Luther und den Reformatoren in Wittenberg stand. Mit Müntzer predigte Luthers glühendster Anhänger an den beiden großen Kirchen der Stadt bevor er – dem Fanatismus verfallen – entlassen wurde. Zur Schlichtung der daraus entstandenen Konflikte bat man Luther nach Zwickau, der daraufhin 1522 vier Mal in der Stadt predigte.
Neben einem Märchenzelt in dem die Märchenerzählerin Jolanda Querbeet Groß und Klein mit quietschfidelen, fantasievollen, bunten und aufregenden Geschichten aus aller Welt begeistert, bietet das „Badehaus Zuberzirkus“ allen Besuchern ein ganz besonderes Erlebnis, wie es behaglicher kaum sein könnte. Wer möchte, kann hier in vollem Maße die Freuden eines wohlig warmen Bades unter freiem Himmel genießen. Weitere Attraktionen auf dem Domhof sind das Historische Dorf sowie zahlreiche Handwerker vom Wippdrechsler über die Cainsdorfer
Schnitzer bis hin zum Laternenbauer. Auch die Stände der Kultureinrichtungen finden sich auf dem Domhof wieder. Das Stadtarchiv verkauft erstmals die neue Ausgabe des Cygnea, den Postkartenkalender 2020 sowie einen Ansichtkartensatz.
Hauptmarkt – Zuhause im Biedermeier
Der Hauptmarkt mit Rathaus und den eindrucksvollen Bürgerhäusern ist die Kulisse für die Zeit Robert Schumanns. Der berühmte Komponist wurde im Eckhaus 1810 geboren und verlebte hier Kindheit und Jugend. Mit hübsch dekorierten Ständen, verschiedenen Handwerkskünsten und in die Zeit passenden Programmpunkten, wandelt man auf den Spuren der Biedermeierzeit und erlebt die ein oder andere Überraschung vor dem Rathaus.
Neben dem WasserSpielMobil, einem mobilen Wasserspielplatz bei dem Kinder nach Lust und Laune die Wege des Wassers entdecken können und an der Handschwengelpumpe für Nachschub sorgen, ist das „kabaret de poche“ eine besondere Attraktion auf dem Hauptmarkt. Mit einer raffinierten Technik zeigt „kabaret de poche“ aus Frankreich die Miniaturimitation eines Kabarettsaales. Das Publikum aus Knetmasse ist völlig lebendig und lebensecht, und das Spiel der Lichteffekte taucht die Zuschauer in eine sanfte Atmosphäre. Der Vorhang geht auf, die Figuren klatschen, und so beginnt die Vorstellung, die Groß und Klein in den Zauber dieser wunderbaren kleinen Welt entführt.
Wer gern selbst im Kostüm über den Markt schlendern möchte, hat beim Kostümverkauf des Theaters Plauen-Zwickau in der Hauptstraße 46 bis 52 die Gelegenheit ein entsprechendes Stück zu ergattern.
Kornmarkt – Industrialisierung und Blick in die Zukunft
Mobil und technisch geht es auf dem Kornmarkt zu. Der Platz widmet sich dem Zeitalter der Industrialisierung, dem Automobilbau sowie dem beginnenden 20. Jahrhundert. Als Partner präsentieren sich hier u. a. die Westsächsische Hochschule, die FES Fahrzeug-Entwicklung Sachsen GmbH sowie das August Horch Museum. Darüber hinaus empfängt Funkelfix interessierte Besucher. Im vielleicht kleinsten wandernden Kurzfilmkino der Welt präsentiert Christian Funkelfix die Creme de la Creme seiner Sammlung.
Ein über die Jahre beliebter Anlaufpunkt für ein Erinnerungsfoto darf auch 2019 nicht fehlen – der Fotostand. In diesem Jahr können sich alle Besucher auf eine Zeitreise in die 20er Jahre begeben. Mit passenden Kostümen und typischer Haarmode kann hier jeder für 5 Euro ein Erinnerungsfoto mit nach Hause nehmen.
Das August Horch Museum hat auf dem Kornmarkt nicht nur jede Menge interessante Informationen rund um die Geschichte des Zwickauer Automobilbaus im Gepäck, sondern zeigt auch einige wunderbare motorisierte Exemplare. Die Westsächsische Hochschule präsentiert sich neben der FES GmbH mit dem Racing Team und allerlei interessanten Informationen, Mitmachangeboten und Fahrzeugen. Ebenfalls auf dem Kornmarkt wird der Bastelstand des Kulturamtes stehen, an dem Anhänger aus Salzteig bemalt und als Andenken mit nach Hause genommen werden können.
Straße der Innungen
Direkt angrenzend in der Keplerstraße geht es um die Handwerkskunst. Die Straße der Innungen widmet sich unter Teilnahme der Zwickauer Kreishandwerkerschaft der Tradition von Handwerk. So geben Dachdecker, Bäcker, Tischler, Kachelofen- und Luftheizungs- und Metallbauer nicht nur Einblicke in ihre Zunft wie sie heute ausgeführt wird, sondern haben auch das eine oder andere aus der Historie zu berichten. Was machen Mönch und Nonne gemeinsam auf dem Dach? Welches Brot aß man vor 1000 Jahren? Wo wurden die ersten Kacheln verbaut und wie funktioniert ein Dampfhammer? All diesen Fragen lässt sich in der Straße der Innungen nachspüren.
Erstes Drehorgeltreffen zu Zwickau
Aus ganz Deutschland treffen sich 15 Drehorgelspieler mit ihren wunderbaren Instrumenten und verbreiten im Rahmen des Markttreibens ein nostalgisches Flair auf den Zwickauer Straßen und Plätzen. Als Höhepunkt wird am Samstag im Zwickauer Dom St. Marien ein Konzert in Zusammenarbeit mit dem Domorganisten KMD Henk Galenkamp stattfinden. Ein Beweis, dass Drehorgeln nicht nur Gassenhauer spielen können. Das Konzert im Dom St. Marien beginnt am Samstag 17 Uhr. Der Eintritt zum Konzert ist frei.
Hinweis: Ausführliche Informationen zum Programm, zu Künstlern oder zu den Angeboten der Kultureinrichtungen finden Sie in der anhängenden Datei: Markttreiben

Quelle und Fotos: Stadtverwaltung Zwickau

Elsterquell-Festspiele eröffnen zu Ehren Clara Schumanns

Bad Elster.- Mit einem festlichen Symphoniekonzert werden am Freitag, den 13. September um 19.30 Uhr die 19. Chursächsischen Festspiele im König Albert Theater Bad Elster eröffnet. Die diesjährige Ausgabe des überregional bedeutsamen Festivals widmet sich dabei bis zum 6. Oktober dem 350-jährigen Jubiläum der Erstpublikation zur Heilkraft des Elsterquells als erlebnissprudelnde »Wasserspiele«. Die Festspieleröffnung steht dabei programmatisch ganz im Zeichen des weltweit gefeierten, 200. Geburtstages von Clara Schumann: Die Chursächsische Philharmonie auf historischen Instrumenten der Klassik unter der Gesamtleitung von GMD Florian Merz ehrt die berühmte Jubilarin mit ihrem Klavierkonzert a-Moll op. 7 auf Originalinstrumenten, der jugendlichen Ouvertüre ihrer Leipziger Freundin und älteren Mendelssohn-Schwester Fanny Mendelssohn-Hensel sowie der ersten Symphonie ihres innigen Freundes Felix Mendelssohn-Bartholdys! Solistin des Klavierkonzertes von Clara Schumann ist an diesem Abend die polnische Pianistin Natalia Lentas auf dem Hammerflügel. Der Einführungsvortrag zum Konzert findet um 18.45 Uhr im König Albert Theater statt. Tickets: (037437) 53 900 | www.koenig-albert-theater.de







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Donnerstag, 29. August 2019

Tauschzentrale ist ein gefundenes Fressen für Bücherwürmer

Zwickau.- Besucher der Zwickauer Innenstadt können sich auf zwei weitere Attraktionen freuen, die derzeit ihren neuen Platz in der City finden. Aus Mitteln des Verfügungsfonds Innenstadt ZENTRUM.LEBEN hat die Stadt zwei ausrangierte Telefonzellen erworben, die von zwei Jugendeinrichtungen zu öffentlichen Büchertauschzellen umgebaut wurden. Eine Büchertauschzelle ist ein öffentlicher Bücherschrank, in den eigene Bücher eingestellt werden können. Die Bücher dürfen zum Lesen mitgenommen und wenn gewünscht auch behalten werden. Sie können aber auch zurückgebracht werden, um sie wiederum anderen Leseinteressierten zur Verfügung zu stellen.
Die Telefonzellen wurden zunächst von den Mitarbeitern des Garten- und Friedhofsamtes gesäubert, instandgesetzt und zu den Projektpartnern, dem Jugendtreff City Point in der Hauptstraße sowie der Katholischen Dekanatsjugend, transportiert.
Im Rahmen einer 72-Stunden-Aktion der Katholischen Dekanatsjugend vom 23. bis 26. Mai wurde eine Telefonzelle von insgesamt 14 Jugendlichen im Alter von 14 bis 18 Jahren in einen Bücherschrank umgebaut. Hierzu wurde das ehemalige Telefonhäuschen mit Spitzdach zunächst sorgfältig grundiert und gestrichen. Anschließend wurde eine Rückwand aus Holz eingebaut, an der die Teilnehmer Regalbretter mit geschwungenen Regalwinkeln fest verschraubt haben. Die Jugendlichen sind dabei mit großer Sorgfalt vorgegangen, berichtet Jugendreferent Norbert Kampf, der das Projekt für die Dekanatsjugend betreut hat. Einige Teilnehmer brachten bereits Erfahrungen aus dem Modellbau mit, die sie in das Projekt einbringen konnten. Die nun – ähnlich einer englischen Telefonzelle – rot leuchtende Büchertauschzelle wurde vor dem Peter-Breuer-Gymnasium aufgestellt. Das Gymnasium übernimmt die „Patenschaft“ für diesen öffentlichen Bücherschrank und hat bereits die ersten Bücher eingestellt.
Genutzt werden kann die Büchertauschzelle im Rahmen der regulären Schulöffnungszeit von Montag bis Freitag jeweils von ca. 7.30 bis 15.30 Uhr.
Für den Umbau der anderen Telefonzelle, die im Originalzustand ein magentafarbenes Flachdach hat, konnte die städtische Jugendeinrichtung City Point/Spielhaus gewonnen werden. Für die Umbaumaßnahmen wurde vom Büro Wirtschaftsförderung vorübergehend ein leerstehendes Ladenlokal in der Hauptstraße angemietet, so dass die Maler- und Handwerksarbeiten bei jedem Wetter stattfinden konnten. Am Umbau waren insgesamt 6 Jugendliche im Alter von 17 bis 22 Jahren beteiligt, die der Telefonzelle einen ebenfalls roten Anstrich gegeben und Regalböden aus Holz eingebaut haben. Diese Büchertauschzelle findet am nördlichen Ende der Hauptstraße ihren festen Platz, so dass die jugendlichen Besucher des City Point „ihren“ Bücherschrank auch selbst nutzen können. Bücher für die „Erstausstattung“ haben sie im Jugendtreff bereits gesammelt. Zudem haben sich einige Privatpersonen bereit erklärt, immer wieder nach dem Rechten zu sehen. Diese „Paten“ kümmern sich regelmäßig um Sauberkeit, räumen auf und pflegen den Buchbestand. Wer gern dabei mitmachen möchte, kann sich an die Stadtmanagerin wenden – oder auch einfach ab und zu mal in der Büchertauschzelle vorbeischauen.
Die Kosten für die Beschaffung, den Umbau und die Aufstellung der beiden Büchertauschzellen belaufen sich insgesamt auf 4750 EUR. Den Eigenanteil für die Finanzierung hat die Stadt Zwickau beigesteuert.

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Zwickau

Mittwoch, 28. August 2019

Henrike Naumann erhält den diesjährigen Max-Pechstein-Förderpreis

Zwickau.- Henrike Naumann ist Trägerin des diesjährigen Max-Pechstein-Förderpreises der Stadt Zwickau. Diese Entscheidung traf nach dreistündiger, intensiver wie argumentationsreicher Diskussion die siebenköpfige Jury auf ihrer Sitzung, die am Nachmittag zu Ende ging. Das Stipendium geht an Annika Kahrs. Die Preisverleihung findet am Samstag, dem 31. August statt. Ab Sonntag sind die Werke der beiden Ausgezeichneten sowie der drei weiteren Nominierten in der Sonderausstellung in den KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum zu sehen. Zur Begründung der Jury: Henrike Naumann überzeugte mit ihrer Inszenierung „DDR Noir. Schichtwechsel“, in der sich die Künstlerin eindrucksvoll mit ihrer Herkunft und der eigenen Familiengeschichte auseinandersetzt. Die Beschäftigung mit der Kunst ihres Großvaters Karl Heinz Jakob und damit der Kunst in der DDR – zwischen Förderung und Bevormundung – führt Henrike Naumann zu der Frage nach dem Umgang mit dem Erbe der DDR. Die im privaten Raum entstandenen Gemälde Karl Heinz Jakobs der späten 1950er und frühen 1960er Jahre, auf denen der Künstler selbst, die Ehefrau oder die Tochter zu sehen sind, arrangiert sie mit postmodernem Mobiliar der 1990er Jahre, das massenhaft in die ostdeutschen Wohnzimmer der Nachwendezeit gezogen ist. Mit diesem Verdrängungsprozess konfrontiert uns die Künstlerin auf ungewöhnliche Weise und thematisiert über die ästhetischen Brüche gleichermaßen die Verwerfungen in unserer deutsch-deutschen Gesellschaft, die – 30 Jahre nach dem Mauerfall – noch immer zu spüren sind. Über diese Auseinandersetzung mit ihrer persönlichen Sozialisation in der DDR sowie mit dem Leben und dem künstlerischen Werk ihres Großvaters, verbildlicht sie allgemeine Fragestellungen, die eine ganz aktuelle Relevanz besitzen. Mit dieser Arbeit setzt sie konsequent und überzeugend ihre jahrelange Auseinandersetzung zu dieser Thematik fort. Für Zwickau ist diese Juryentscheidung von besonderer Bedeutung, da erstmals eine junge, aus Zwickau kommende Künstlerin nominiert und mit diesem überregionalen Kunstpreis gewürdigt wird. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Berlin.

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Zwickau

Dienstag, 27. August 2019

Zwickauer Justiz-Skandal: was vertuschen Kretschmer und Ramelow?

Zwickau/Werdau.- Der Ministerpräsident von Thüringen, Bodo Ramelow (DIE LINKE), ist gemeinsam mit seinem Sächsischen Amtskollegen Michael Kretschmer (CDU) der Meinung, dass es keine Überprüfung im Zwickauer Justizskandal geben soll. Bei einer  Gesprächsrunde am Montag im Alten Schützenhaus in Werdau behauptete Ramelow, er könne zu den Vorgängen in Zwickau nichts sagen, weil er sie nicht kenne. Gleichzeitig bestätigte er jedoch, von einem Bürger aus Thüringen  regelmäßig durch Aufklärungs-Emails „belästigt“ zu werden. Brisant: Ramelow selbst hatte in einer ähnlichen Sache 2017 einen Strafantrag gegen diesen Mann gestellt, scheiterte jedoch damit vor Gericht (WSZ berichtete).
Gleich am Anfang der Bürgerbefragung kam der 63-jährige ins Schwitzen. Und das lag nicht nur am sommerlichen Wetter. Im weiteren Verlauf der Veranstaltung wurde er durch eine andere Anwesende erneut mit dem Vorgang der Überklebung eines Rechtskraftsvermerkes am Zwickauer Amtsgericht konfrontiert (WSZ berichtete). Es kamen auch Fälle aus seinem Verantwortungsbereich in Saalfeld und Erfurt zur Sprache, von denen er angeblich ebenfalls keine Kenntnis hatte. Daraufhin verlor der amtierende Ministerpräsident des Freistaates Thüringen komplett die Kontrolle. Er schrie in Richtung Publikum, dass er sich nicht erpressen lassen würde und gar nicht daran denke, sich um diese Angelegenheiten zu kümmern. Schließlich sei Wahlkampf und da hätte man besseres zu tun. Der kritische Fragesteller wurde des Saales verwiesen und von Landtagskandidat Heiko Döhler (DIE LINKE) hinaus geleitet. Döhler hatte ebenfalls Kenntnis vom Justizskandal (siehe abgeordnetenwatch.de), äußerte sich aber nicht dazu.

Foto: Sachsens Ministerpräsident Kretschmer (links) und sein Thüringer Amtskollege Ramelow (rechts) bei einem Treffen im Juni 2019 in Altenburg. (Bild: dpa)
Video: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer wird mit dem Zwickauer Justizskandal konfrontiert (Westsächsisches Fernsehen)

Donnerstag, 22. August 2019

NaturTheater: Lausbubentheater mit dem Michl aus Lönneberga

Bad Elster.- Am Weltfriedenstag, Sonntag, dem 1. September lockt der berühmte „Michl aus Lönneberga“ um 15.00 Uhr mit seinen heiteren Lausbubengeschichten in das NaturTheater Bad Elster. Das Ensemble des Theaters auf Tour aus Darmstadt präsentiert diesen Familiennachmittag rund um den wohl bekanntesten Blondschopf der Kinderliteratur im spätsommerlichen Märchenwald Bad Elsters in einer lustigen Inszenierung von Marco Böß für Kinder ab 5 Jahren. Michel hat mehr Unfug im Kopf als irgendein anderer Junge in ganz Lönneberga oder ganz Småland oder ganz Schweden oder vielleicht sogar auf der ganzen Welt! Aber Michel ist kein Bösewicht, sondern ganz einfach ein kleiner Lausbub. Seine Streiche plant er nicht, sie passieren ganz von alleine - wie zum Beispiel die Sache mit der Suppenschüssel … Wer löffelt das dann nur aus? Tickets: 037437/ 53 900 | www.naturtheater-badelster.de

Dienstag, 20. August 2019

Rezept fürs neue Schuljahr: Bildung in die Küche holen

Westsachsen/Dresden.- Selbstgemachte Müslis mit Obst oder kernige Pausenbrote, belegt mit knackigem Gemüse - Lehrer und Erzieher in Sachsen können sich kostenfrei zu sogenannten Genussbotschaftern ausbilden lassen und die Themen Ernährung und Gesundheit in ihren Einrichtungen voranbringen. Für die Fortbildungen im Rahmen der Initiative „Ich kann kochen“ gibt es noch freie Plätze. „Wir wollen Lehrer und Erzieher fit für das Kochen mit Kindern machen. Bei der Zubereitung von köstlichen Gerichten am Kochtopf und Schneidebrett kann Schulkindern gleichzeitig die praktische Anwendung von Mathematik, Sachkunde oder Geschichte erlebbar gemacht werden“, sagt Dr. Fabian Magerl, Landesgeschäftsführer der BARMER in Sachsen.
Fürs Kochen begeistern
Kinder sollen für das Kochen und eine ausgewogene Ernährung begeistert werden. Frisch zubereitete, gesunde Lebensmittel geben die richtige Basis, um aufmerksam lernen und gesund aufwachsen zu können. In Theorie und Praxis lernen die Teilnehmer die Grundlagen des pädagogischen Kochens und probieren eigenes entwickelte Rezepte aus. Außerdem erhalten sie Tipps, die praktische Ernährungsbildung direkt in ihren Einrichtungen umzusetzen.
Aktuelle Termine in Sachsen
Im kommenden Schul- und Kita-Jahr sind in Sachsen Anmeldungen für die nächsten eintägigen Ich kann kochen!-Fortbildungen für folgende Termine möglich:
Leipzig: 23.01.2020, 19.03.2020
Görlitz: 12.09.2019, 07.11.2019
Weitere Termine  für 2020 unter: https://ichkannkochen.de/mitmachen . Anmeldungen sind kostenfrei möglich. Informationen zu Ich kann kochen! unter: www.barmer.de/g100183 .  
„Ich kann kochen“ ist ein gemeinsames Projekt von Sarah-Wiener-Stiftung und BARMER. Es richtet sich an pädagogische Fach- und Lehrkräfte in Sachsen. Im Freistaat wurden bisher mehr als 600 Genussbotschafter/innen ausgebildet und rund 300 Kochprojekte in Grundschulen und Kitas umgesetzt.

Quelle und Foto: BARMER

Montag, 19. August 2019

Zwickau: Erster Spatenstich für Ersatzneubau der Anne-Frank-Schule

Zwickau.- Fast 7 Mio. Euro investiert die Stadt Zwickau in den kommenden zwei Jahren in den Ersatzneubau für die Anne-Frank-Schule. Mit Unterstützung des Freistaates Sachsen wird nicht nur den Anforderungen an moderne Lehr- und Lernbedingungen Rechnung getragen. Gleichzeitig werden die Raumkapazitäten erhöht. Am heutigen Montag erfolgte der symbolische erste Spatenstich.
Aktuell nutzt die Anne-Frank-Schule das Gebäude der ehemaligen Goetheschule. Dieses wurde um 1910 errichtet und war ursprünglich nicht als Grund- oder Förderschule konzipiert. Die Klassenzimmer haben dementsprechend zu große Raumstrukturen mit Höhen von über 4 Metern. Das Gebäude weist außerdem einen hohen Instandsetzungsstau auf: Bauwerksteile und haustechnische Anlagen sind verschlissen, Defizite bestehen beim baulichen Brand- und Unfallschutz. Eine Gesamtsanierung wäre einerseits sehr kostenaufwändig gewesen. Andererseits gelänge es nicht, optimale Bedingungen für die Sprachheilschule zu schaffen. Aufgrund des Altbaus wären stets Kompromisse erforderlich.
Aus diesem Grund fasste der Stadtrat der Stadt Zwickau im Jahr 2016 einstimmig den Vorhabensbeschluss für einen Ersatzneubau, der sich in unmittelbarer Nachbarschaft zum derzeitigen Standort im Stadtteil Neuplanitz befindet. Im Oktober 2018 fasste das Gremium, ebenfalls einstimmig, die erforderliche Änderung des Vorhabensbeschlusses. Es entsteht ein ein- bis zweigeschossiger Rundbau mit offenem Innenhof. Insgesamt wird der Schulneubau für 12 Klassen, das heißt für fast 170 Schüler und Schülerinnen, konzipiert. Derzeit besuchen rund 110 Kinder aus der gesamten Region die Bildungseinrichtung. Es sind 22 Lehrkräfte tätig. Des Weiteren sind Schulsozialarbeiter, Schulpersonal wie Hausmeister, Sekretärin, Essen- und Putzpersonal sowie zeitweise anwesende Praktikanten und Referendare beschäftigt. Die Schule ist regelmäßig Veranstaltungsort für Weiterbildungen im Bereich des sonderpädagogischen Förderbedarfs „Sprache“. Mit dem Neubau eingeordnet werden ausreichend Pkw-Stellplätze, ein Behindertenparkplatz sowie Fahrradabstellplätze.
Die Gesamtkosten sind mit rund 6,9 Mio. Euro veranschlagt, davon erhält die Stadt Zwickau etwa 2,2 Mio. Euro aus dem Förderprogramm zur Verbesserung der schulischen Infrastruktur im Freistaat Sachsen (Budget „Sachsen“). Geleitet wird das Bauprojekt vom städtischen Liegenschafts- und Hochbauamt. Beteiligt sind außerdem 13 Planungsbüros und Baufirmen, die vornehmlich aus Zwickau und dem engeren Umfeld stammen.
Ab Ende August erfolgt die Baufeldfreimachung, an die sich ab Ende des Jahres die erforderliche Bohrpfahlgründung anschließt. Der Rohbau soll schließlich im Mai 2021 abgeschlossen sein. Es folgt der Innenausbau, die Ausstattung sowie die Freiflächengestaltung. Die Übergabe an den Nutzer ist schließlich im Sommer 2021 vorgesehen.

Quelle und Fotos: Stadtverwaltung Zwickau

Ministerpräsident auf Wahlkampftour: Justizskandal ist Hauptthema

Zwickau.- Am 13. August besuchte der amtierende Sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer im Rahmen seiner Wahlkampftour die vom Justizskandal um Urkundenfälschung im Amt, Rechtsbeugung und Korruption gebeutelte Muldestadt. Am Wahlkampfstand der CDU an der Ecke zwischen Innerer Plauenscher Straße und Dr.-Friedrichs-Ring empfiehlt er in einer kurzen Ansprache den Zuhörern, seinen Parteifreund Gerald Otto zu wählen. Danach bittet er die Leute, zum Gespräch näher heran zu kommen.
Was der smarte 44-jährige zu diesem Zeitpunkt noch nicht ahnt, ist die Heftikeit an Kritik und auch Vorwürfen, mit denen er konfrontiert werden würde. So machte ein Zwickauer Unternehmer, der betont parteilos zu sein, ihn und seine Partei für den Unmut verantwortlich, der jetzt in der Bevölkerung vorherrsche. „Durch Ihre Politik sind die Leute frustriert und wählen jetzt die AfD.“ Außerdem hätten er und seine Parteifreunde 2015 die unverantwortliche Flüchtlingspolitik der Kanzlerin kritiklos hingenommen. Kretschmer versucht sich zu rechtfertigen, indem er zu bedenken gibt, dass er als einziger den Mut gehabt hätte, zu widersprechen. „Ja aber erst jetzt, wo Sie Angst haben, die Wahl zu verlieren!“, wirft ihm der Mann an den Kopf.
Es folgen weitere Themen von anderen Anwesenden, die ihn auf die umweltschädliche Kreuzschifffahrt-Industrie, auf eine Verkleinerung des Landtags und auf Bürokratieabbau ansprechen. Kurz bevor Kretschmar zu seinem nächsten Termin in die Westsächsische Hochschule weiter muss, konfrontiert ihn ein Bürger mit dem Justizskandal am Zwickauer Amtsgericht (WSZ berichtete). Der Ministerpräsident und sein Justizminister hätten es bisher versäumt, die ihnen persönlich seit Jahren bekannten Probleme in der Zwickauer Justiz zu thematisieren und zu lösen.
Den genauen Wortlaut gibt es in diesem Video: Westsächsisches Fernsehen

Foto: ZPA

Donnerstag, 15. August 2019

Tipp der Woche: Pariser Leben im König Albert Theater

Bad Elster.- Am Freitag, den 23. August öffnet sich um 19.30 Uhr der Vorhang für die spritzig-frivole Operette »Pariser Leben« von Jacques Offenbach im König Albert Theater Bad Elster als Beitrag zum Offenbach-Jahr 2019. In der Inszenierung von Christopher Tölle musizieren die Landesbühnen Sachsen mit der Elbland Philharmonie Sachsen unter der musikalischen Gesamtleitung von GMD Florian Merz. Diese Operette zählt zu den erfolgreichsten Werken des Komponisten, der hier mit seinen Librettisten Henri Meilhac und Ludovic Halévy einen spöttischen Blick wirft auf das Klischee, das die Touristen aller Welt von Paris haben als einer Metropole des Champagner-Rausches und der lockeren Sitten. Ein wohlhabender schwedischer Baron und seine Gattin reisen erstmals nach Paris, um sich – wie sie heimlich planen – durchaus nicht immer gemeinsam zu vergnügen! Als Fremdenführer bieten sich ihnen die mittellosen Lebemänner Gardefeu und Bobinet an: Um an Geld und die hübsche Schwedin heranzukommen, erklärt Gardefeu kurzerhand seine Wohnung zu einer Filiale des »überbuchten« Grandhotels und einen Tag später verwandelt sich Freund Bobinet in einen »Admiral«, um in den Räumlichkeiten einer verreisten Tante ein großes Fest zu geben – mit der verkleideten Dienerschaft als »Hautevollee«. Natürlich fliegt der Schwindel auf, doch schließlich verzichtet der schwedische Baron auf ein Duell mit seinen Gastgebern: Denn wie der Mexikaner seinen Maskenball, hat auch er das »Paris seiner Träume« finanziell mitinszeniert und sich wie alle Beteiligten beim Feiern zur Musik dieser berauschenden Offenbachiade prächtig amüsiert! Tickets: (037437) 53 900 und www.koenig-albert-theater.de

Foto: Pawel Sosnowski

Quecksilber in Zahnfüllungen: Sachsens Bevölkerung wird weiter vergiftet

Reichenbach/Westsachsen.- Der umstrittene quecksilberhaltige Zahn-Füllstoff Amalgam soll eigentlich bis 2030 verschwinden. Sächsische Zahnärzte wollen ihn aber weiter einsetzen. Betroffene Patienten, gesundheitlich Geschädigte und Selbsthilfegruppen laufen dagegen Sturm. Für Ina Schiffler, die Leiterin der SHG Zahnmaterial-Geschädigte in Reichenbach (Foto unten), ist die derzeitige Praxis ein Unding. Sie ist selbst von den gesundheitsschädlichen Auswirkungen der Füllungen betroffen und sagt: „Die Befürworter dieser giftigen Substanz muss man immer gleich fragen, wie viel sie denn davon selbst im Mund haben, wenn sie es so gut finden. Quecksilber ist eines der schlimmsten Gifte und es hat deshalb im Körper des Menschen nichts zu suchen.“
Bereits seit Juli letzten Jahres bekommen Schwangere, Stillende, Kinder bis zum 15. Lebensjahr sowie Nierenkranke und Allergiker keine quecksilberhaltigen Zahnfüllungen mehr. Alle anderen müssen für Kunststofffüllungen privat zuzahlen. „Das können bis zu 100 Euro pro Füllung sein, bei Keramik- oder Goldinlays sogar noch weit mehr", sagt Dr. Holger Weißig, Chef der Kassenzahnärztlichen Vereinigung (KZV) Sachsen. „Hätten wir ein generelles Amalgamverbot, müssten die Mehrkosten für Alternativen von den Kassen getragen werden. Das könnte sich auch auf die Beiträge auswirken.“
Florian Schulze, Geschäftsführer der IG Umwelt und Zahnmedizin, kritisiert die Zurückhaltung der Bundesregierung. „Es wurde weder ein Zeitpunkt für den Amalgamausstieg festgelegt, noch eine konkrete Maßnahme dafür beschlossen, wie man den Einsatz von Amalgam auf unverzichtbare Spezialfälle beschränken möchte.“ Schulze bezeichnet Quecksilber als eines der giftigsten Elemente der Erde. Geringste Mengen könnten bereits schwerwiegende Gesundheitsschäden nach sich ziehen. „Wenn die meisten quecksilberhaltigen Produkte wie Batterien, Lampen oder Thermometer ab 2020 verboten werden, sollte bei Amalgamfüllungen keine Ausnahme gemacht werden“, sagt er.
Quecksilber ist ein Zell- und Nervengift, das sich nicht nur im Kiefer, sondern auch in Nieren, Gehirn und Gelenken ablagern kann. Deshalb soll Amalgam bis 2030 aus der Zahnmedizin verschwinden. Allerdings weniger aus gesundheitlichen, sondern aus Umweltschutzgründen.
Für Ina Schiffler der blanke Hohn: „Ich sehe darin nach wie vor eine vorsätzliche Körperverletzung. Es geht immer nur ums Geld. Für die einfache Bevölkerung ist das billigste immer gut genug. Ob es uns schadet, interessiert niemanden.“
Bis 1. Juli mussten die EU-Mitgliedsstaaten nationale Aktionspläne beschließen, wie sie Amalgam weiter reduzieren wollen. Schweden und Norwegen sind hier Vorreiter. Dort gilt schon seit zehn Jahren ein absolutes Amalgamverbot. Deutschland folgt diesem Beispiel nicht. Die Bundesregierung verspricht lediglich, die Verwendung von Amalgam zu senken und den Einsatz auf unverzichtbare Spezialfälle zu beschränken. Für alle, die nicht zu einer Risikogruppe gehören, bleibt Amalgam in Deutschland weiterhin die Regelversorgung. Trotz neuer EU-Verordnung scheiden sich beim Thema Amalgam also weiterhin die Geister.

Fotos: BARMER/ZPA

Verkehrsinsel auf Stenner Straße wird zurückgebaut

Zwickau.- Das Tiefbauamt sieht vor, noch im 3. Quartal 2019 die Verkehrsinsel auf der Stenner Straße, zwischen Rudolf-Breitscheid-Straße und Am Flugplatz, ersatzlos zurückzubauen.
Die in den 1990er Jahren eingerichtete Verkehrsinsel diente ursprünglich der Verkehrsberuhigung. Aufgrund der zurückgegangenen Verkehrsbelastung in diesem Bereich ist die Notwendigkeit einer Verkehrsinsel nicht mehr gegeben.
Der Rückbau wird zukünftig auch dem Winterdienst auf der Stenner Straße entgegenkommen. Bei dessen Durchführung kam es bisher, in Folge der geringen Durchfahrtsbreite an der Verkehrsinsel, häufig zu Problemen hinsichtlich der seitlichen Ablagerung des geräumten Schnees am rechten Fahrbahnrand. Der aufgetürmte Schnee vor der Verkehrsinsel führte zu Einschränkungen der Sichtbeziehung für die Verkehrsteilnehmer.
Der Rückbau und die anpassenden Arbeiten am Straßenbelag werden unter Vollsperrung (ca. 1 Woche) erfolgen. Die Baumaßnahme wird im Rahmen des zur Verfügung stehenden Haushaltes 2019 umgesetzt.

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Zwickau

Dienstag, 13. August 2019

Schlossführung in Greiz: Erkundungen im Wahrzeichen der Stadt

Greiz.- Das Obere Schloss ist ein weithin bekanntes, architektonisch wertvolles und markantes Kulturdenkmal, das jeden Betrachter in seinen Bann zieht. Als Wahrzeichen vergangener deutscher Geschichte gibt es dem reizvollen Greizer Landschaftsbild im Tal der Weißen Elster ein charakteristisches Gepräge. Als ehemaliges Residenzschloss wartet es mit einer interessanten und wechselvollen Geschichte auf.
Im Rahmen einer öffentlichen Schlossführung über das Gelände des Oberen Schlosses Greiz können alle Interessierten am Samstag, 17.08.2019, auf den Spuren der einstmals fürstlichen Bewohner des Oberen Schlosses wandeln und Episoden aus der Vergangenheit und Gegenwart des beeindruckenden Schlosses erfahren. Die Besichtigung des Fürstlichen Marstalls, des Brunnenraumes und des Gefängnisses sind u.a. Inhalt des Rundganges.
Für Fragen rund um die öffentliche Führung auf dem Oberen Schloss Greiz stehen die Mitarbeiterinnen der Tourist-Information Greiz unter Telefon (03661) 689815 zur Verfügung. Internet: www.greiz.de
Termin: Samstag, 17. August 2019
Preise: Erwachsene 4,00 Euro, Kinder 1,50 Euro
Treffpunkt: Greiz, Oberes Schloss, Torhaus, Schloss-Information
Zeit: 14.00 Uhr, Dauer ca. 1 ½  Stunden

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Greiz

Sonntag, 11. August 2019

Ministerpräsident fühlt sich belästigt: Strafantrag gegen Arzt scheitert

Westsachsen/Ostthüringen.- Im Juli 2017 titelte die Ostthüringer Zeitung (OTZ) „Ministerpräsident stellt Strafantrag gegen Arzt“. Hintergrund war ein Streit zwischen dem amtierenden Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow (Foto oben) und dem Dipl. med. und Facharzt für Anatomie, Psychiatrie und Psychotherapie, Wilfried Meißner (Foto unten). Worüber die OTZ bis heute nicht berichtete, ist der Ausgang des Verfahrens.
Meißner hatte seinerzeit im Namen des Vereins „Anti-Korruption . Reformation 2014 e.V.“ eine Anfrage an den Ministerpräsidenten gestellt, ob dieser in die Machenschaften der seit 1996 vom Verfassungsschutz unter Beobachtung stehenden Psychosekte Scientology verwickelt sei. Dazu übersandte er ihm ein Formular mit ganz spezifischen Fragen und machte es über das Internet öffentlich. „Die Beantwortung dieser Fragen ist elementar wichtig für unsere Gesellschaft, um zu erfahren, wer in unserem Land an den Hebeln der Macht sitzt“, so Meißner. Ramelow fühlte sich offensichtlich belästigt und verweigerte die Antwort. Als Meißner eine „Kontaktaufnahme von der Seite“ über dessen Ehefrau versuchte, platzte dem Ministerpräsidenten der Kragen. Er stellte Strafantrag wegen übler Nachrede, die Staatsanwaltschaft Gera eröffnete die Klage unter dem Aktenzeichen 122 Js 10980/17.
Doch was ist daraus geworden? Zunächst machte Wilfried Meißner auch diese Anklageschrift auf seiner Homepage für jedermann einsehbar öffentlich. Damit rief er erneut die Staatsanwaltschaft auf den Plan, die ihm „verbotene Mitteilungen über Gerichtsverhandlungen gem. § 353d Nr, 3 StGB“ vorwarf. Seine Wohnung wurde durchsucht, der Computer beschlagnahmt und Strafbefehl erlassen. Demnach sollte Meißner zur Strafe einen hohen dreistelligen Betrag zahlen. Dagegen ging er in Widerspruch und verlangte darüber hinaus Akteneinsicht.
Am 22. November 2018 urteilte das Amtsgericht Rudolstadt im Namen des Volkes: „Der Angeklagte wird freigesprochen. Die Kosten des Verfahrens und die notwendigen Auslagen des Angeklagten trägt die Staatskasse. Der Angeklagte ist für die Durchsuchung seiner Wohnung und die Beschlagnahme seines Computers zu entschädigen.“
Was motiviert den Mediziner, sich ehrenamtlich und in seiner Freizeit so stark im Kampf gegen Korruption und Scientology zu engagieren? Dazu sagt Wilfried Meißner: „Wir wollen mit unserem Verein dazu beitragen, dass die Methoden der Scientology von jedem erkannt werden. Dazu gibt es eine ausführliche Veröffentlichung auf meiner Internetseite. Wenn eine Person in Schlüsselposition nicht Stellung beziehen will, so wie im Fall Ramelow, ist das immer bedenklich“, gibt der Psychiater zu bedenken. „Das nährt natürlich den Verdacht, dass etwas vertuscht werden soll.“  Und er verweist auf ein Urteil des VG Berlin vom 31. Mai 2016 (VG 4 K 295.14): „Kein Zugang zu Verschlusssachen bei Scientology-Mitgliedschaft“.

Mittwoch, 31. Juli 2019

Straßenbahn brennt: Kreuzung Kolping- und Leipziger Straße gesperrt

Zwickau.- Heutige ging um 10.22 Uhr über Notruf in der Leitstelle, Crimmitschauer Straße 35, die Meldung ein, dass eine Straßenbahn der Städtischen Verkehrsbetriebe Zwickau im Kreuzungsbereich Leipziger Straße/Ecke Kolpingstraße brennt.
Beim Eintreffen der Berufsfeuerwehr Zwickau befanden sich bereits keine Personen mehr in der Straßenbahn. Der Fahrer der Bahn hatte selbst schon erste Löschversuche mit einem Handfeuerlöscher unternommen und konnte somit schlimmeres verhindern. Offene Flammen waren jedoch noch unter dem vorderen Radsatz der Straßenbahn zu erkennen. Hier brannte es im Bereich des elektrischen Anschlusskastens. Die Kameraden der Berufsfeuerwehr konnten den Brand mittels Pulver und Wasser recht schnell löschen und damit ein Übergreifen der Flammen auf die Straßenbahn verhindern.
Im Einsatz waren 19 Einsatzkräfte und ein Löschfahrzeug der Berufsfeuerwehr Zwickau. Alarmiert wurden auch Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Zwickau Mitte. Diese kamen nicht mehr zum Einsatz.

Dienstag, 30. Juli 2019

Schlagerkönig Jürgen Drews im NaturTheater Bad Elster

Bad Elster.- Am Sonnabend, den 10. August lädt Schlagerikone und Kultstar Jürgen Drews um 20.00 Uhr zur großen Konzertshow in die Partyarena des NaturTheaters Bad Elster ein! Der Schlager- »König von Mallorca« hält Einzug im Königsbad: Bad Elster freut sich auf den großartigen Jürgen Drews! Diese abwechslungsreiche Show verspricht pure Unterhaltung und sorgt mit speziellen Showeinlagen von Jürgen Drews für tolle Abwechslung. Er selbst bezeichnet diese Konzertshow als kleine Zeitreise durch sein Leben. Neben älteren Hits wie »Wir ziehn heut Abend auf´s Dach« oder »Barfuß durch den Sommer« gibt es auch englische Balladen mit Gänsehautgarantie. Auch seine Zeit bei den Les Humphries Singers lässt der Schlagerstar Revue passieren. Aber natürlich dürfen seine Partyhits und Schlagerperlen nicht fehlen, die gerade live mit Band zur Erlebnisparty werden! Tickets: 037437/ 53 900 | www.naturtheater-badelster.de

Foto: MORITZ-KUENSTER-MONSTERPICS

Tom Gregory kommt zum Stadtfest nach Zwickau

Zwickau.- Kaltstart in die Musikindustrie: 2017 veröffentlichte Tom Gregory seine Debütsingle RUN TO YOU (Airplaypeak #26 / 25 Mio. Streams) auf einem der erfolgreichsten Dance Labels: Kontor Records. 2018 wurde der Song zu einem der meist gespielten Radiohits. Zwei weitere Singles folgten. LOSING SLEEP und HONEST zeigten wie facettenreich der junge Brite ist. Jetzt kommt er am 17. August zum Stadtfest nach Zwickau.
Schneller Erfolg bringt aber auch große Herausforderungen mit sich. Tom fragte sich „Wer bin ich“ und „Wofür steht meine Musik“ – an diesem Punkt steht wohl jeder Künstler irgendwann, wenn er auf dem Weg nach ganz oben ist. Dass Tom facettenreich und talentiert ist, hat er bereits bewiesen. Er lieferte unter anderem Top Lines für Gestört aber GeiL und EDX. Was dem jungen Briten immer klarer wurde ist, dass er nicht in eine Schublade gesteckt werden möchte. Glattgebügelter Pop und Belanglosigkeit sprechen ihm nicht aus der Seele - und seine Stimme trifft die Menschen genau dort - in der Seele.
Werte wie diese wurden ihm früh vermittelt: „Ich habe viel Gitarrenmusik gehört und wurde außerdem sehr von meinem Vater inspiriert. Er hat mir Bands wie Kool & The Gang und James Taylor nahegebracht. Ich habe mich wenig für moderne Musik interessiert und lieber solche Bands gehört, während meine Freunde Acts wie Eminem gefeiert haben“. Mit SMALL STEPS beginnt ein neuer Abschnitt in Tom Gregorys Karriere. Organisch, urban, ausdrucksstark. Nicht am Reissbrett entstanden, sondern in seinem tiefsten Inneren kreiert und mit seinen Produzenten Matt James und Frank Sanders (M-22) in die Welt gebracht.

Foto: Maximilian König

Freitag, 26. Juli 2019

Gefährliche Grillkeime: Rund 6.000 Sachsen erkranken pro Jahr

Westsachsen/Dresden.- Schnell einen Salat zubereiten und das Grillgut auf den Grill legen, fertig ist der entspannte kulinarische Sommerabend. Doch gerade bei hohen Temperaturen ist Vorsicht im Umgang mit Lebensmitteln geboten. Campylobacter heißt eines der Bakterien, die gesundheitliche Probleme hervorrufen können. Die Bakterien sind vor allem in Geflügel- oder Hackfleisch enthalten und können eine Darmentzündung hervorrufen. Die sogenannte Campylobacter-Enteritis ist laut Robert Koch-Institut die häufigste bakterielle meldepflichtige Erkrankung in Deutschland. „Die Tendenz ist steigend. 2018 wurden in Sachsen 5.518 Fälle gemeldet, im Jahr davor waren es noch 5.136“, sagt BARMER Sprecherin Claudia Szymula. In diesem Jahr wurden bereits 2.250 Fälle registriert.
Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen
Die ersten Symptome lassen zunächst noch nicht auf das Essen als Ursache schließen, zumal die Beschwerden erst einige Tage nach der Infektion auftreten. „Oft leidet der Betroffene unter Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen und Abgeschlagenheit, bevor es dann zu starken Bauchschmerzen mit Krämpfen, Durchfall und Übelkeit kommt“, erklärt Szymula. Nach etwa einer Woche klingen die Probleme ab. Allerdings besteht die Ansteckungsgefahr weiterhin, solange das Bakterium ausgeschieden wird, insgesamt über zwei bis vier Wochen. Vor allem für Babys und Kleinkinder oder auch Senioren ist eine Campylobacter-Infektion gefährlich, weil sie durch die Durchfälle viel Flüssigkeit verlieren und dadurch besonders schnell geschwächt sind.
Fleisch sauber zubereiten
Damit es gar nicht erst zu einer Infektion kommt, empfiehlt sich ein besonders vorsichtiger Umgang mit dem Grillgut. Vor allem auf Geflügel und Hackfleisch, aber auch in Ei oder Speiseeis findet sich das Bakterium. Allerdings ist es mit bloßem Auge nicht erkennbar, denn es verändert die Lebensmittel äußerlich nicht und bringt auch keine Veränderung im Geruch mit sich. „Vor einer Campylobacter-Infektion kann man sich am besten mit konsequenter Hygiene im Umgang mit Lebensmitteln schützen.
Für die Zubereitung der Speisen bedeutet das beispielsweise, Fleisch getrennt von anderen Lebensmitteln aufzubewahren und zu verarbeiten. Das beginnt im Kühlschrank und geht weiter mit getrennten Schneidemessern und Brettchen“, so Szymula. Da ein Einfrieren von Fleisch die Erreger nicht vollständig abtötet, kann das Tauwasser ebenfalls Campylobacter enthalten. Zwischen dem Zubereiten verschiedener Zutaten und Fleisch sollten daher immer gründlich die Hände gewaschen werden, um eine Verunreinigung von Salat und Co. zu vermeiden. Verpackungen sollten zügig entsorgt, das verwendete Geschirr zeitnah abgewaschen und die Arbeitsfläche sauber gehalten werden. Auf dem Grill empfiehlt es sich, Fleisch immer gut durchzugaren.

Quelle und Foto oben: BARMER
Foto unten: Kochbar

Donnerstag, 25. Juli 2019

Rausgeputzt: Konzert- und Ballhaus strahlt in ursprünglichen Farben

Zwickau.- Einigen Zwickauern ist es sicher schon aufgefallen: Ein 116 Jahre altes Gemäuer im Norden der Stadt putzt sich raus – das Konzert- und Ballhaus „Neue Welt“. Vor ein paar Tagen fiel das Gerüst und lässt nun einen uneingeschränkten Blick auf die neue Farbgebung des historischen Gebäudes zu.
An der denkmalgeschützte Fassade hatten die Witterungs- und Umwelteinflüsse ihre Spuren hinterlassen. Der Putz wurde ausgebessert, teilweise erneuert und eine neue Farbgestaltung aufgebracht. Diese erfolgte auf Grundlage restauratorischer Untersuchungen und in Anlehnung an eine zeitgenössische, kolorierte Postkarte aus der Sammlung der Familie Harzer (ehemalige Besitzer). Die seitens der Stadt beauftragte Restauratorin Claudia Herrmann aus Dresden griff interessante Details auf und lies diese in ihr Farbkonzept einfließen. Die neue hellgraue Fassadenfläche ist nun wieder - wie einst - mit hell gefassten Stuckaturen gestaltet und die im Ziergiebel heute teilweise noch erhaltene, plastische Beschriftung hebt sich farbkompositorisch durch einen kräftigen Rotton ab.
Derzeit erfolgen noch Betonsanierungen am Fundament an der Nordseite des Hauses und eine Sockelsanierung. Am Gebäudekomplex, 1903 nach Plänen von Johannes Henning und Emil Rascher fertiggestellt (Hauptgebäude) und in den 1980er Jahren teilweise umgebaut bzw. erweitert, erfolgten bereits in den Jahren 2012 und 2014 bis 2017 verschiedene bauliche Brandschutz- und Sanierungsmaßnahmen. Erneuert bzw. saniert wurden u. a. die Elektroanlage in allen Gebäudeteilen, die Toilettenanlagen und Büroräume, das Parkett im Bereich der Emporen und der Treppen, die Fenster im Funktionsanbau, die Kälte- und Rückkühlungsanlage, die Wandhydranten und die gesamte Beleuchtung im Ballsaal einschl. Kronleuchter und deren Restaurierung.
Im April 2018 beschloss der Stadtrat, den Brandschutz des Hauses den aktuellen Vorgaben anzupassen und weitere Teile des Gebäudes zu sanieren. Nach erfolgten Ausschreibungen der Bauleistungen konnten die Sanierungsarbeiten im Juli 2018 fortgeführt werden.
Zunächst erfolgten Malerarbeiten an den denkmalgeschützten Wandbereichen und ein Austausch der Heizkörper im Ballsaal. Eine Frischekur erhielten auch die Treppenhäuser im Verwaltungsbau, der Personaleingang/Tageskasse und die Personaltoiletten. Und auch die Fußböden, Innentüren, Sanitäreinrichtungen, die Heizung und die Elt-Anlage wurden erneuert. Eine kleine Veränderung wird Besuchern sicher auch im Foyer auffallen: Hier musste - zur Gewährleistung des Rettungsweges - der Barbereich umgesetzt werden.
Auch wenn derzeit die Arbeiten noch auf Hochtouren laufen, ist der Saal nach der spielfreien Zeit ab Ende August 2019 wieder uneingeschränkt nutzbar. Eine der ersten Veranstaltungen, die nach der Fertigstellung stattfinden werden, ist am 21. und 22. September die Anime-Convention „ShiroCo 2019“. Veranstalter ist der Verein „Ich sehe die Sonne e.V.“ in Kooperation mit der Jugendinitiative JACKT. Weiterführende Informationen gibt es hier: Anime-Convention

Quelle und Fotos: Stadtverwaltung Zwickau

Dienstag, 23. Juli 2019

Neuer Botschafter: Max-Pechstein-Bus geht auf Reisen

Zwickau.- Die Stadt und die KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum haben einen neuen Botschafter: Ein Bus, der in Deutschland und Europa unterwegs sein und rund 50.000 Kilometer pro Jahr zurücklegen wird. Ein Portrait des Zwickauer Expressionisten Max Pechstein und dessen Zitat „Malen ist ein verdammt feines Laster“ ziert den Bus, in dem 25 Personen Platz finden.
Max Pechstein war nicht nur ein bedeutender Maler und Grafiker, Reisen war für den gebürtigen Zwickau ein existentielles Bedürfnis. „Max Pechstein reiste allein im Rahmen seines Aufenthaltes in Palau 1914/15 einmal um den Globus. Nach seinem Studium an der Dresdener Kunstakademie hatte er früh Italien und Frankreich bereist, fand ein erstes Malerparadies in Nidden auf der Kurischen Nehrung. Die lebenslange Sehnsucht nach Ursprünglichkeit führte ihn schließlich regelmäßig nach Leba und Rowe in Hinterpommern, wo er seine zweite Heimat fand“, so Annika Weise, Kuratorin des Max-Pechstein-Museums.
Ermöglicht hat diesen Pechstein-Bus der Busbetrieb Steffen Beck, der die Flächen kostenlos zur Verfügung stellt. Steffen Beck engagiert sich nicht das erste Mal in dieser Weise für Zwickau: Bereits 2010 konnte ein Schumann-Bus präsentiert werden. 2015 folgte dann ein neuer. 2016 wurde dieser durch einen August-Horch-Bus ergänzt.
Auf dem Foto von links: Steffen Beck (Busbetrieb), Dr. Petra Lewey (Leiterin KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum), Dr. Michael Löffler (Leiter Kulturamt)

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Zwickau

Kleine große Liebe: Annett Louisan in Bad Elster

Bad Elster.- Am Freitag, den 2. August beehrt Publikumsliebling Annett Louisan um 20.00 Uhr im Zuge ihrer Sommertour zum neuen Album „Kleine große Liebe“ das NaturTheater Bad Elster. Annett Louisan ist die Stimme des deutschsprachigen Chansons! Zahlreiche Gold- und Platin-Alben stehen für sich. Bis heute hat sie weit mehr als eine Million Tonträger verkauft. Mit der Tournee zum neuen Album »Kleine große Liebe« wird die großartige Künstlerin nun im Sommer auch Station im besonderen Open-Air-Ambiente Bad Elsters Station machen und mit ihrer Aura ganz einzigartige Live-Atmosphäre in das NaturTheater zaubern. Die neue Annett Louisan hat sich geändert, ist angekommen, um gleich wieder loszufahren. Das neue Album ist endlich ein Album, auf dem sie erzählt, das noch mehr als zuvor von ihr handelt, dass ihr näher kommt als jedes ihrer bisherigen Alben, und das trotzdem so gut und so schlüssig in ihre Lebens- und Künstlergeschichte passt. Angekommen ist sie, weil alle Träume des Jungseins gelebt sind, und am Ende der Träume oft hässliche Wahrheiten stehen; und losgefahren ist sie, weil so viele neue Wege zu gehen und zu leben sind. Und es sich lohnt. In ihrem Bad-Elster-Konzert wird sie davon erzählen, von dem Weg einer Künstlerin, erwachsen zu werden, aufmerksam zu bleiben, Verantwortung für sich und anderen zu übernehmen, und sich selbst treu geblieben zu sein. Kleine große Liebe – Bad Elster freut sich.
Tickets unter: (037437) 53 900 oder www.naturtheater-badelster.de

Foto: Christoph Köstlin

Montag, 22. Juli 2019

BARMER-Umfrage: Patienten zweifeln am Sinn von Operationen

Westsachsen/Dresden.-  Viele Patienten zweifeln am Sinn von planbaren Operationen. Das belegt eine repräsentative BARMER-Erhebung, für die im März bundesweit 1.000 Männer und Frauen ab 18 Jahren befragt wurden. Würde ihnen eine planbare Operation vorgeschlagen, gaben 65 Prozent aller Befragten an, an der Notwendigkeit zu zweifeln. Nur 57 Prozent der Befragten mit einem planbaren medizinischen Eingriff allerdings veranlassen ihre Zweifel, sich tatsächlich eine Zweitmeinung einzuholen. Dabei zeigt die Umfrage, dass die Meinung anderer Ärztinnen oder Ärzte in nicht wenigen Fällen ganz anders ausfällt. 72 Prozent der Befragten geben an, die erste Diagnose bestätigt bekommen zu haben, 21 Prozent bekamen die Therapieempfehlung bestätigt. Dennoch erhielten acht Prozent eine andere Diagnose und 17 Prozent eine andere Therapieempfehlung. „Wir haben ein Informationsdefizit in Deutschland, was Operationen angeht. Wissens- und Informationslücken dürfen nicht dazu beitragen, dass unnötige Eingriffe vorgenommen werden“, sagt Dr. Fabian Magerl, Landesgeschäftsführer der BARMER in Sachsen. Er fordert die Patienten auf, vom Recht auf Zweitmeinung Gebrauch zu machen.
Alter, Bildung und Einkommen beeinflussen Interesse
Die zusammen mit dem Marktforschungsunternehmen respondi durchgeführte Online-Umfrage zeigt, dass die Faktoren Alter, Bildung und Einkommen die Offenheit gegenüber Zweitmeinungen beeinflussen. Je höher Einkommen und Bildung, desto öfter wurden weitere Meinungen erfragt. Die 40- bis 49-Jährigen fielen dabei als besonders kritisch auf. „Mit dem sozialen Status und der Lebenserfahrung steigt die Bereitschaft, ärztliche Empfehlungen zu hinterfragen. Zweitmeinungen sind jedoch für Patientinnen und Patienten jeden Alters interessant, die vor einem planbaren Eingriff stehen“, so Magerl. Die BARMER hat seit dem Jahr 2013 Angebote für Zweitmeinungen vor Eingriffen an Rücken, Knie, Hüfte und zu Zahnersatz aufgelegt.
Zweitmeinung im Bereich Orthopädie und Chirurgie am häufigsten
Am häufigsten holten die Befragten Zweitmeinungen ein, wenn es um planbare Eingriffe im Bereich der Orthopädie und Unfallchirurgie (27 Prozent), der allgemeinen Chirurgie (24 Prozent), der Gynäkologie (zehn Prozent) sowie der Hals-, Nasen- und Ohrenheilkunde (acht Prozent) ging. Von den Befragten, die keine Zweitmeinung eingeholt haben, sagten 67 Prozent, dass sie die Notwendigkeit des Eingriffs nicht bezweifelten. Mehr als jeder Zweite (55 Prozent) fühlte sich vom Arzt ausreichend aufgeklärt.

Quelle und Grafik: BARMER

Sonntag, 21. Juli 2019

Amtsgericht Zwickau: Kommt die Wende nach der Landtagswahl?

Sachsen/Dresden/Zwickau.- Die Korruptionsvorwürfe gegen Richter, Staats- und Rechtsanwälte am Zwickauer Amtsgericht reißen nicht ab. Inzwischen geht es nicht mehr „nur“ um Rechtsbeugung, Urkundenfälschung und Strafvereitelung im Amt (WSZ berichtete). Mittlerweile wird versucht, die Täter-Opfer-Rolle umzukehren, indem man der vom Justizskandal Betroffenen ein Ermittlungsverfahren anhängt. Sie soll in ihrer Verzweiflung einen Richter als „kriminellen, asozialen, strafvereitelnden, unverschämten Lumpenhund“ bezeichnet haben. Der Verdacht der Beleidigung steht im Raum. Im Vergleich zu den ihr von Amts wegen angetanen Ungerechtigkeiten während der letzten sieben Jahre gleicht diese Anzeige einem schlechten Witz. Gerade dann, wenn man weiß, dass sie vom Vizepräsidenten des Landgerichts Zwickau, Klaus Hartmann kommt. „Das bestätigt den Verdacht der Strafvereitelung im Amt erneut“, meint die Betroffene.

Während Justizminister Sebastian Gemkow (CDU) trotz der Bitte um Aufklärung und jetzt umfangreicher Kenntnisse über die Praktiken in Zwickau bisher untätig blieb, äußert sich der Innenpolitische Sprecher der AfD, Sebastian Wippel (MdL) unverblümt deutlich, was seine Partei davon hält: „Wir beabsichtigen im September die Regierung zu stellen. In diesem Atemzug wird sich das Thema der Ministeriumsführung neu stellen. Sollten wir nicht regieren, dann wird sich unser zu benennender Justiz- bzw. Rechtspolitischer Sprecher mit dem Thema befassen.“
Bleibt also für die Betroffene nur die Hoffnung auf einen Sieg der AfD im Sächsischen Landtag? Die derzeitige Landesregierung scheint darauf hin zu arbeiten.

Auf dem Foto oben ist Justizminister Sebastian Gemkow (CDU), Mitte, mit dem Zwickauer Landgerichtspräsidenten Dirk Eberhardt Kirst, links, und dem leitenden Oberstaatsanwalt Uwe Wiegner bei deren Amsteinführung im August 2017 gemeinsam abgelichtet. Brisant: Kirst deckt nach wie vor die Urkundenfälschung im Verfahren 8 F 1059/07 und Wiegner weigert sich, in dem Fall weiter zu ermitteln.