Samstag, 29. August 2020

Umzug in den Schwurgerichtssaal: Richter beugt sich öffentlichem Druck

Westsachsen/Zwickau.-
Gestern begann am Zwickauer Landgericht die langerwartete Neuauflage der Verhandlung gegen Hardy G.. Der mittlerweile 32-Jährige sitzt nun seit über zwei Jahren in Untersuchungshaft. Sein Fall hatte ebenso wie die ominösen Begleitumstände bundesweit für großes Aufsehen gesorgt (WSZ berichtete).
Nun räumte das Landgericht unter Leitung von Ruppert Geußer gravierende Fehler bei der vorangegangenen Verurteilung ein. Beim Oberlandesgericht in Dresden war man offensichtlich zu demselben Ergebnis gekommen, denn die Revision des Angeklagten gegen das Urteil war in Teilen erfolgreich. Nun soll erneut geklärt werden, was sich im Jahre 2018 vor der Verhaftung des Angeklagten, der zeitweise mit dem umstrittenen Instrument der Öffentlichkeitsfahndung bundesweit gesucht worden war, zutrug. Besonderes Augenmerk dürfte auch diesmal wieder auf die Langwaffe gerichtet sein, die der Angeklagte vor seiner Verhaftung angeblich mit sich geführt haben soll. Hardy G. bestreitet dies bis heute vehement, was er gestern in seinen fast dreistündigen Ausführungen noch einmal klar zum Ausdruck brachte.
Gegen den Vorsitzenden Richter Ruppert Geußer  läuft derweil ein Befangenheitsantrag. Geußer soll den Angeklagten im Vorfeld des Prozesses zu einem Teilgeständnis gedrängt und ihm gleichzeitig angekündigt haben, andernfalls das Strafmaß des fehlerhaften Urteils beibehalten zu wollen. Ein Verhalten, das der Angeklagte offenbar als Erpressung empfand. Bis zur Entscheidung über Geußers Befangenheit führt dieser jedoch weiterhin die Verhandlung.
Schon vor Beginn hatte es zahlreiche Unstimmigkeiten im Gebäude des Landgerichts gegeben. Mit der Begründung des „Seuchenschutzes“ war die Anzahl im Besucherbereich des Verhandlungssaals auf lediglich sechs Sitze limitiert. Fünf der sechs Plätze nahmen zudem Polizisten in Zivil ein, weiteren Besuchern und Medienvertretern der Westsächsischen Zeitung hingegen wollte man zunächst den Einlass aus Platzgründen verwehren. Die Geschäftsführerin des Landgerichts, Ute Zeuner, meinte hierzu, die vorgeschriebene Öffentlichkeit sei schließlich auch gegeben, wenn Polizisten bei der Verhandlung als Zuschauer zugegen wären. Diese Sichtweise sorgte bei den abgewiesenen Besuchern für Empörung.
Richter Geußer verlegte die Verhandlung schließlich in den an diesem Tag freien Schwurgerichtssaal, der trotz Abstands- und Hygieneregeln ausreichend Platz für alle interessierten Gäste bot. Allerdings mussten sich die Besucher und Medienvertreter hierfür einer erneuten Leibesvisitation unterziehen, um das befürchtete Mitführen von möglichen Aufnahmegeräten auszuschließen. Um kurz nach 15 Uhr endete der erste Verhandlungstag dieses Revisionsprozesses. Die Fortsetzung findet am 16.September statt.
Vertreter der Zwickauer Lokalzeitung „Freie“ Presse waren nicht anwesend. Das Blatt veröffentlichte heute eine Pressemitteilung als eigenen Bericht, die der Gerichtssprecher Altfrid Luthe gestern noch vor der Verhandlung veröffentlichte. Der Informationsgehalt, den die Lokalredakteurin Bettina Junge (Foto unten) den Lesern zumutet, ist demzufolge gleich null. Der Aktualitätsstand ist vom November 2019.

Donnerstag, 27. August 2020

Flohmarkt: Wo Plunder noch zu einem echten Schnäppchen wird

Westsachsen/Werdau.-
Haben auch Sie kleine Schmuckstücke, mit denen Sie anderen eine Freude bereiten wollen? Dann sind Sie zur 1. Auflage des Werdauer Herbstflohmarkt am 10.10.2020 von 09:00 bis 13:00 Uhr auf dem Marktplatz genau richtig. Hier können Sie Ihren Dingen, welche nicht mehr benötigt werden, ein neues „zu Hause“ schenken. An diesem Tag findet auch eine Versteigerung von Fundfahrrädern der Stadt Werdau statt. Zwar dürften keine Luxusräder darunter sein, aber wer über ein handwerkliches Geschick verfügt, kann für wenig Geld sicherlich noch einen ansehnlichen Drahtesel daraus machen. Wir würden uns über einen großen Kundenansturm freuen, damit auch das Markttreiben im Herzen der Pleißestadt wiederaufleben kann.

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Werdau

Mittwoch, 26. August 2020

Lumpenhund-Autorin vor Gericht: Wird das Buch jetzt doch verboten?

Westsachsen/Zwickau.-
„Ihr persönliches Erscheinen wird angeordnet. Sind Sie bei Beginn der Hauptverhandlung nicht erschienen und ist das Ausbleiben nicht genügend entschuldigt, so kann Ihre Vorführung bzw. Verhaftung angeordnet werden.“
Mit dieser Drohung zwingt das Zwickauer Landgericht erneut die Autorin des „Lumpenhund-Buches“, Claudia Friedrich, vor den Kadi. Richter Rupert Geußer hat die Berufung der Staatsanwaltschaft Zwickau angenommen und leistet damit der Verfolgung einer Unschuldigen weiter Vorschub (WSZ berichtete). Dazu äußert sich die Betroffene wie folgt: „Die Menschenwürde findet hinter den Mauern der sächsischen Justizgebäude, hier vor allem Zwickau, immer weniger Achtung. Menschen werden behandelt wie dumme Sklaven. Man bereichert sich durch gemeinsam geplante Offizialdelikte, wie das Überkleben eines gültigen Rechtskraftvermerkes und deckt die Straftäter durch Strafvereitelung im Amt. Dreist und unverschämt beugt man Recht und Gesetz, handelt sittenwidrig zum Nachteil ehrlicher und Recht suchender Menschen. Äußern sich dann die betrogenen, seelisch gequälten Menschen gemäß § 193 StGB, ignoriert man auch die Wahrnehmung berechtigter Interessen und stellt sie als „Gefährder“ vor Gericht. Man verfolgt Unschuldige, um die eigenen Straftaten und Verbrechen gemeinsam mit den Berufskollegen vertuschen zu können.“
In erster Instanz wurde Friedrich vom Vorwurf der Beleidigung bereits freigesprochen. Heiko Eisenreich, Richter am Zwickauer Amtsgericht, las damals die Email mit der angeblichen Richterbeleidigung im Wortlaut vor. Darin war detailliert beschrieben, warum die Angeklagte gegenüber Richter Adolf Lindenberger zu so drastischen Worten wie „krimineller, asozialer, strafvereitelnder, unverschämter Lumpenhund“ greifen musste. Das eigentliche Verbrechen, die im Amt begangene Urkundenfälschung, wurde auch nach der Verlesung durch den Richter nicht thematisiert. Im Gegenteil: Die Staatsanwaltschaft Zwickau verfolgt weiter das Opfer, anstatt die Täter zu ermitteln. Nun beteiligt sich ein weiterer Richter an dieser Hetzjagd. Ein Richter übrigens, den die WSZ bereits im März danach gefragt hat, ob er Teil einer kriminellen Vereinigung ist. Eine Antwort steht bis heute aus. Für ein klares NEIN ist es nach so langer Zeit des Zögerns längst zu spät.
In anderen Fällen ist Richter Geußer übrigens wesentlich nachsichtiger. RTL berichtete im April 2018 wie folgt: „Dieses Urteil am Landgericht Zwickau macht sprachlos! Der Richter Rupert Geußer (55) hat die Haftstrafe für den Algerier Adel S. (28) von dreieinhalb auf zweieinhalb Jahre gesenkt - dabei hat der Mann in sieben Monaten sechs Straftaten begangen. Den 26-jährigen Jihad A. habe er sogar mit einem Messer entstellt.“
Der Termin gegen Claudia Friedrich findet am 26. November umd 9 Uhr im Landgericht Zwickau statt. Die Verhandlung ist öffentlich.

Foto oben: Teil einer kriminellen Vereinigung? Keiner der Befragten hat dies bisher bestritten.
Foto unten: Das Lumpenhund-Buch gibt es derzeit noch in der Redaktion der WSZ zu kaufen.

Mit neuer Lok: Täglich pünktlich und zuverlässig ins Grüne starten

Westsachsen/Werdau.-
Gleich ums Eck vom Werdauer Westbahnhof steht seit heute eine einzigartige neue Lok mit zwei Wagons. Wenngleich auch hier die Räder still und nicht auf Schienen stehen, sind bereits alle Plätze ausgebucht. Die „FLOTTE LOTTE“ im Garten der Integrativen Kita „Schöne Aussicht“ lädt zu neuem Spielspaß ein. Dank der Stadtverwaltung Werdau, dem Träger der Einrichtung sowie den Firmen Freiholzgestaltung Stephan Drese und Garten- und Landschaftspflege Heuschkel können ab sofort die kleinen Schaffner, Zugführer und Fahrgäste jeden Tag aufs Neue pünktlich und zuverlässig ins Grüne starten.

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Werdau

Berufung wegen Kinderpornografie: Haftstrafe zur Bewährung ausgesetzt

Westsachsen/Zwickau.-
Für viel Wirbel sorgte am Montag die Berufungsverhandlung gegen einen Zwickauer Musiklehrer, der wegen der Verbreitung und des Besitzes von kinderpornografischem Material angeklagt war. In erster Instanz wurde er bereits zu einer Haftstrafe verurteilt. Uwe M. hat das damalige Urteil nicht akzeptiert und legte Rechtsmittel ein. Mit Erfolg, wie sich herausstellen sollte.
Ein Teil der Verhandlung fand unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Nicht nur das warf einige Fragen auf, die unbeantwortet blieben. Zunächst wären hier die äußerst undurchsichtigen Geldgeschäfte zu nennen, die der Angeklagte für den Förderverein des Clara-Wieck-Gymnasiums abwickelte. In einer vorangegangenen Verhandlung war dieser bereits wegen zahlreicher Betrugs- und Fälschungsdelikte im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Schatzmeister verurteilt worden. Diese seien so gravierend, dass man sich fragt, wie eine derartige finanzielle Intransparenz bei einem Schulförderverein so lange unbemerkt bleiben konnte, meint ein Prozessbeobachter.
Unklar bleibt auch, ob M. tatsächlich allein verantwortlich ist für die äußerst „kreative“ Buchführung des Schulfördervereins oder ob es noch andere Nutznießer gab. Auch stellt sich die Frage, warum Uwe M. überhaupt so lange an der Schule beschäftigt werden konnte. Dass er „jüngere Frauen bevorzuge“, wie es der Vorsitzende Richter Torsten Sommer am Montag formulierte, sei seit geraumer Zeit bekannt. Hiermit spielte Sommer auf M.s sexuelle Kontakte zu einem minderjährigen Mädchen an. Uwe M. ist für diese „Bevorzugung jüngerer Frauen“ bereits vorgestraft. Seine Betrugs- und Kinderporno-Aktivitäten stellen somit einen Bewährungsverstoß dar. Die Frage von Reportern, ob es noch weitere Opfer gäbe, ließ der Musiklehrer auch nach der Verhandlung unbeantwortet. Zahlreiche Eltern dürfte dies allerdings ebenso interessieren wie die Frage, wie es sein konnte, dass dieser Mann so lange mit Kindern und Jugendlichen arbeiten durfte.
Trotz der Vorstrafe für seine pädophilen Aktivitäten will man erst durch die Betrugsermittlungen und die damit verbundene Hausdurchsuchung auf die die Kinderporno-Aktivitäten des Angeklagten gestoßen sein. M. hingegen gab an, die betreffenden Dateien von seinem Computer nur deshalb auf sein Mobiltelefon übertragen zu haben, um diese zur Polizei zu bringen. Leider sei ihm die Hausdurchsuchung trotz des vereinbarten Termins bei der Polizei zuvorgekommen. Ob diese Angabe korrekt ist, konnte die Beweiserhebung allerdings nicht abschließend klären. Trotz allem schätzte das Zwickauer Landgericht die Aussichten für den Angeklagten sehr optimistisch ein und würdigte auch die Repressionen, die der Musiklehrer durch die Anklage in seinem privaten Umfeld bereits habe erdulden müssen. Uwe M. verzichtete auf weitere Rechtsmittel.

Dienstag, 25. August 2020

Die SVZ informiert: Neuer Strom am etablierten Standort

Westsachsen/Zwickau.-
Elektromobilität erfordert leistungsfähige Infrastrukturen, das gilt ganz besonders für die Städtischen Verkehrsbetriebe Zwickau GmbH (SVZ). Für die Energieversorgung ihrer Stadtbahnstrecke nach Zwickau-Eckersbach haben sie das Gleichrichterunterwerk Sternenstraße in den letzten Monaten für 1,39 Mio. Euro grundlegend modernisieren lassen. Die Maßnahme wurde mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.
Als die Stadt Zwickau in den 1980er Jahren in einer Stadtbahn nach Eckersbach die verkehrliche Zukunft erkannte, folgte am 03.10.1986 die Grundsteinlegung zum GUW Sternenstraße als erste Bauleistung. Begründet durch den damaligen Ressourcenmangel verzögerte sich aber die Fertigstellung der Strecke und damit auch die reguläre Betriebsaufnahme des Bahnstromwerks auf den 19.09.1992. Seither versorgt es den östlichen Teil des Zwickauer Meterspurnetzes mit elektrischer Energie. Inzwischen war die Anlage aber zusehends in die Jahre gekommen und die Versorgungssicherheit als kritisch einzustufen. Dies mündete in die Planung, das „GUW 2“ – wie es die SVZ-Techniker nennen – in der bestehenden Bauhülle mit nagelneuer Elektrotechnik auszustatten.
„Das ist ein großer Tag für die Zwickauer Elektromobilität“, sagte Dr. Steffen Schranil, Leiter Technik und Projektleiter der Grundinstandsetzung des Bahnstromwerks am Rande der Bahnabnahme am 21.08.2020. Eigens dafür waren Vertreter der Technischen Aufsichtsbehörde aus der Landeshauptstadt Dresden in die Muldestadt gekommen. Gemeinsam mit dem Auftragnehmer Omexon Ebehako aus Zwickau mündeten die Anstrengungen der letzten sechs Monate Kernbauzeit in die Betriebsfreigabe. Mit dem Entfernen der letzten Schaltprovisorien am 24.08.2020 steht dem Vollbetrieb der neuen Anlage nun nichts mehr im Wege.
Das neue alte Gleichrichterunterwerk besteht aus zwei Transformatoren am 10 kV-Mittelspannungsnetz zu je 1,6 MVA Nennleistung. Diese speisen zwei Diodengleichrichter, welche über eine Gleichstrom-Sammelschiene querverbunden sind. Insgesamt fünf redundant ausgeführte Speiseabgänge transportieren die elektrische Energie mit 600 V Nennspannung zur Fahrleitungsanlage. Diese überspannt die rund vier Kilometer lange Strecke zwischen Neuer Bierbrücke und der Wendeschleife Eckersbach, welche die anspruchsvolle größte Steigung der Zwickauer Straßenbahn beinhaltet.
Dass die Fahrgäste von alledem fast nichts mitbekommen haben, ist der detaillierten Bauplanung und dem insgesamt erfreulichen Bauablauf zuzuschreiben. Einzig für die Kurzschlussversuche am 04.08.2020 musste baubedingt eine halbe Tagschicht Schienenersatzverkehr disponiert werden. Die Modernisierung der Bahnenergieversorgung geht indes in die nächste Runde: Die Planungen für die Dezentralisierung des Gleichrichterunterwerks Schlachthofstraße in Pölbitz sind bereits in vollem Gange.

Sonntag, 23. August 2020

Leserbrief zum Thema „Stasi-Methoden in Zwickau bei Gericht“

Westsachsen/Plauen/Zwickau.-
 Der Plauener Bauoberrat a. D. Harald Groh leidet wie viele andere seit Jahren unter den Zuständen, wie sie im Artikel „Stasi-Methoden bei Gericht: Schmutzige Deals und Korruption“ beschrieben sind. Heute ließ er uns einen Leserbrief zukommen, den wir hier veröffentlichen:
„Ich habe gerade die Antwort des Präsidenten des Landgerichts Zwickau Herrn Dirk Eberhardt Kirst (Foto) vom 19.08.2020 erhalten. Wie zu erwarten war und bereits vorausgeahnt wurde, beruht die Antwort wie immer auf der gewohnten und bekannten Basis von Lug und Trug. Ein Umdenken in der Justiz - auch nach dem Präzedenzfall / Justizskandal Gustl Mollath - und speziell im westsächsischen Willkürlandgerichtsbezirk Zwickau ist nicht zu erkennen. Hier speziell auch nicht des Landgerichtspräsidenten.
Es ist schlimm und ich finde es es äußerst bedenklich, dass der amtierende Landgerichtspräsident aktenkundige und erwiesene Rechtsbeugungen nicht beanstanden und auch nicht dagegen vorgehen will. Statt dessen wie gewohnt den rechtsuchenden Bürger hinter die Fichte führt und mit Tatsachenverdrehungen / Halbwahrheiten / Unwahrheiten bombardiert und verhöhnt. Entscheidungen, Beschlüsse, Urteile im Namen des Volkes auf der Basis von Lug und Trug, ohne Beweisaufnahmen und ohne Zeugenanhörungen, wo nicht ALLES in der Waagschale von Justitia ist, die können noch nicht abgeschlossen sein. Die sind noch nicht abgeschlossen. Auch wenn „neue“ Erkenntnisse vorliegen, ist eine Rückversetzung in den Ausgangszustand bzw. die Wiederaufnahme gesetzlich vorgeschrieben.
Die Verhöhnung des Bürgers / des rechtssuchenden Menschen durch Juristen in Herrenmenschenmanier ist unerträglich, soll aber doch anscheinend so sein. Der permanenten Verdrehung der Tatsachen kann offensichtlich nur noch mit einer BODY CAM (siehe Polizei und aktuelle Fälle), also audiovisueller Aufzeichnung beigekommen werden. Eine solche Entwicklung sollte einem freiheitlich demokratischen und sozialen Rechtsstaat / einer wahren Demokratie wesensfremd sein, aber mindestens zu denken geben.“

Leserbrief von Harald Groh

Bei Wind und Wetter: Rettungshunde des DRK üben in Werdau

Westsachsen/Werdau.-
Ein Einsatz kommt, wenn er eben kommt. Egal ob es stürmt, regnet oder schneit, im Fall der Fälle stehen die Helferinnen und Helfer von Feuerwehren und Hilfsorganisationen ihre Frau bzw. ihren Mann. Dass das auch im Training und Übungen nicht anders ist, stellten die ehrenamtlichen Mitglieder der DRK-Rettungshundestaffel Westsachsen am 22. August in Werdau unter Beweis. Bei strömendem Regen waren sie mit ihren vierbeinigen Helfern seit 8 Uhr an der Teichkette im Kranzberggrund zu Gange, um dort Schritt für Schritt nach vermeintlich vermissten Personen zu suchen. Bereits in wenigen Tagen, um genau zu sein am 30. August von 9 bis 13 Uhr, wird das Team wieder in der Pleißestadt gastieren. Dann werden insgesamt 8 Einsatzkräfte mit ihren Hunden eine Übung in einem leeren Neubaublock auf dem Johann-Gottfried-Herder-Weg durchführen. Das Gebäude, das unmittelbar danach den Abrissbaggern zum Opfer fallen soll, bietet eine ideale und sehr seltene Möglichkeit der sicheren „Trümmersuche“. Der Eigentümer, die Gebäude- und Grundstücksverwaltungs-GmbH Werdau, stellt das Objekt zur Verfügung. Die Rettungshundestaffeln des DRK gehören im Einsatz dem Verbund sächsischer Rettungshunde an. Das ist ein Zusammenschluss aller Hilfsorganisationen, also Arbeiter Samariter Bund, Bundesverband Rettungshunde, Deutsches Rotes Kreuz, Johanniter, Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft und Technisches Hilfswerk. Ziel ist es, die vorhandenen Ressourcen zu bündeln. Zwischen 40 und 50 Einsätze stehen in der Regel jährlich zu Buche. 2020 gab es bereits 27 Einsätze für den Verbund. Bei 11 Einsätzen hat auch die DRK-Rettungshundestaffel Westsachsen den Verbund unterstützt.

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Werdau

Freitag, 21. August 2020

Stasi-Methoden bei Gericht: Schmutzige Deals und Korruption / Teil 2

Westsachsen/Zwickau/Plauen.-
 In unserem ersten Teil stellten wir die Hauptakteure im schmutzigen Zwickauer Justiz-Skandal vor. Am Beispiel eines ahnungslosen Mandanten wurde dann das Geschäftsmodell zum Anwalts- und Gerichtskostenvorschuss erklärt. Heute widmen wir uns einem ganz besonders kriminellen Exemplar von Rechtsanwalt.
Reinhard Schübel, auch bekannt als „Der falsche Doktor aus Plauen“ wollte es unbedingt wissen und verklagte die Westsächsische Zeitung (WSZ). Die Zeitung dürfe nicht behaupten, dass er seinen Doktortitel gekauft hätte. Es folgte der Widerspruch der WSZ und letztlich eine Verhandlung. Zitat aus dem jetzt ergangenen Urteil: „Die einstweilige Verfügung vom 12.3.2020 wird ... aufgehoben. Diesbezüglich wird die Verfügungsklage (des Rechtsanwalts Schübel/A.d.R.) abgewiesen.“
Neben den strafrechtlich relevanten Handlungen aus den im Justiz-Alltag aufgelisteten Beiträgen zur Überklebungsaffäre ist der nun bestätigte Titelmissbrauch des Herr Schübel allerdings nur Teil eines perfiden Plans. Derzeit ist noch offen, ob die WSZ weiter über den Sparkassenskandal schreiben darf. Denn auch hier versuchen Juristen und Politiker sich um jegliche Verantwortung zu drücken. Die WSZ richtete offene Briefe wegen des Verdachts einer kriminellen Vereinigung an alle Richter und Staatsanwälte an beiden Zwickauer Gerichten. Nicht einer hat dem widersprochen. Die Amtsgerichtsdirektorin wehrt sich noch nicht einmal dagegen, dass die Leser offen fordern: „Die Ast gehört in den Knast“.
Den Schaden trägt die Allgemeinheit davon, denn nach all diesen jetzt offenbar gewordenen Verbrechen der Zwickauer Justiz kann kein Bürger mehr auf ein faires Verfahren an einem dieser beiden Gerichte (Amts- und Landgericht) vertrauen. Rechtskraft und Rechtssicherheit wurden zerstört, die Täter schweigen und agieren weiter. In unsere Redaktion kommen Menschen, die verzweifelt sind. Denen alles genommen wurde, als sie in die Mühlen der Zwickauer Justiz gerieten. Meist völlig ahnungslos und hilfesuchend sitzen sie zuerst bei einem Rechtsanwalt, der ihnen natürlich das Blaue vom Himmel verspricht. Dann dealt man mit der Gegenseite und schröpft die Mandantschaft bis nichts mehr übrig ist. Richter und Staatsanwälte unterstützen dies nach Kräften (wir berichteten mehrmals).
Nochmals zur Erinnerung: Nicht ein einziger der angeschriebenen Juristen hat dem Vorwurf der Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung bisher widersprochen!

Kommentar: WSZ
Foto: Screenshot HP Schübel

Folgende Institutionen sind für Beschwerden aus der Bevölkerung zuständig:
Sächsisches Justizministerium, Telefon: 0351 5640 oder 0351 56415004
Rechtsanwaltskammer Sachsen, Telefon: 0351 318590 

Donnerstag, 20. August 2020

Industriearchitektur in Sachsen: erhalten, erleben, erinnern...

Westsachsen/Zwickau.-
Industrieland Sachsen – kaum eine sächsische Region, die nicht mit Industriegeschichte verbunden ist, kaum ein Stadtbild ohne historische Industriebauten. Was bleibt von den Gebäuden, wenn die ursprünglichen Betriebe nicht mehr vor Ort sind? Verfall? Abriss? Umnutzung? Sachsens Kulturreichtum und Identität basieren auf Gewerbe und Industrie. So erinnern die Stätten der Industriekultur an die einst große Bedeutung des Landes als eine der wirtschaftlich stärksten Regionen in Deutschland – sowohl in lebendigen Museen als auch in immer noch aktiven Produktionsstätten. Flankierend zum Jahr der Industriekultur des Freistaates Sachsen und zur großen Landesausstellung BOOM zeigen die KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum vom 22. August bis 15. November 2020 die von der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen (Staatliche Kunstsammlungen Dresden) in Kooperation mit dem Deutschen Werkbund Sachsen e. V. kuratierte Wanderausstellung „Industriearchitektur in Sachsen. erhalten erleben erinnern“ – mit 80 großformatigen Fotografien von Bertram Kober. Die KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU ergänzen die Ausstellung mit einer neu kreierten Schau zu Aspekten der Industriekultur und Arbeitswelt in Sachsens viert größter Stadt.
Mit der Ausstellung ist es gelungen, das Industriezeitalter als ein für die sächsische Geschichte prägendes Kapitel künstlerisch zu dokumentieren und – um erläuternde Texte, dreidimensionale Objekte, historische Fotografien und Filme ergänzt – facettenreich zur Darstellung zu bringen. Die 80 großformatigen Fotografien von Bertram Kober stellen erfolgreiche Nachnutzungskonzepte vor, zeigen ungenutzte Möglichkeiten auf und erinnern an verlorene Schätze der Industriearchitektur und Kulturlandschaft Sachsens. Vorbildhafte Nutzungsideen werden ebenso wie akut gefährdete Gebäude vorgestellt. Architekturfotografie spielt im umfangreichen Werk des mehrfach international ausgezeichneten Leipziger Fotografen Bertram Kober seit Langem eine wichtige Rolle. Durch seinen Fokus gewinnen die zum Teil dringend erhaltungsbedürftigen Bauten neue Kraft und Würde. Seine Bilder sind geprägt von einer ausgewogenen Balance aus Sachlichkeit und Emotionalität. Sie zeigen den Wert der sächsischen Industriearchitektur und fördern damit das Engagement für ihren Erhalt.
Die bereits in mehreren Orten gezeigte Ausstellung wird um interessante Gebäude des aktuellen Ausstellungsortes Zwickau erweitert. So sind neue Aufnahmen vom Verwaltungsgebäude der AOK, vom Kaufhaus Schocken, der Mauritius Privatbrauerei, der historischen Maschinenhalle der Zwickauer Energieversorgung (ZEV) oder vom Martin-Hoop-Schacht IV a mit neu gestaltetem Wandbild zu sehen. Ergänzt wird die Schau mit historischen Fotografien und Filmen aus der Arbeitswelt der DDR des Zwickauer Stadtarchivs, Porträtfotos von Peter Franke, die 1972 im Steinkohlenwerk Martin Hoop entstanden, und mit Objekten aus dem Berg- und Automobilbau.
Im Rahmen des Ausstellungsprojektes gestaltete der in Zwickau geborene Künstler Bodo Korsig eine große Bodenarbeit für die Eingangshalle des Museums. Unter dem Titel „shape of memories“ entwarf der Künstler flexible Schaumstoffelemente, die den Grundriss und die monumentale Architektur des Museumsbaus aufnehmen. Sie können zu Objekten oder zu Sitzinseln umgebaut werden. Parallel zur Ende August/Anfang September 2020 in Zwickau stattfindenden ibug (kurz für Industriebrachenumgestaltung) können in den Kunstsammlungen über einen Großbildschirm Bilder und Filme aus der 2013er-Jahrgang angeschaut werden. Damals fand das ibug-Festival für urbane Kunst im alten Eisenwerk in Zwickau statt.
Das Gebäude der KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum – der Ausstellungsort – ist selbst baulicher Zeuge der durch die Industrialisierung reich gewordenen Zwickauer Bürgerschaft. Der repräsentative Bau wurde nach den Plänen des Zittauer Architekten Richard Schiffner 1914 eröffnet. Doch bereits 1897 wurde mit der „König-Albert-Stiftung“, die vom Zwickauer Stadtrat beschlossen wurde, der Grundstein für ein Museum gelegt, das die mittlerweile zahlreichen städtischen und Vereins-Sammlungen beherbergen sollte. Mehr als zehn Jahre sammelten die Bürger Geld für ihr Museum, das nach zweijähriger Bauzeit am 23. April 1914 als König-Albert-Museum in Gegenwart des König Friedrich August von Sachsen feierlich eröffnet werden konnte.
Die Ausstellung wird unterstützt von der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen an den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden und mitfinanziert durch Steuermittel auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

Quelle und Fotos: Stadtverwaltung Zwickau

Mittwoch, 19. August 2020

Bad Elster: Emotionale Revue im Glanze des Broadways

Westsachsen/Bad Elster.-
Am Sonntag, den 30. August heißt es um 19.00 Uhr wieder Vorhang auf für die neue Show »Best of Broadway« im König Albert Theater Bad Elster. Diese heitere Musicalshow präsentiert dem Publikum eine unterhaltsame, kurzweilige Reise durch lebendige Musicalgeschichte. Die Musical Company Leipzig präsentiert an diesem Abend gemeinsam mit dem Chursächsischen Salonorchester unter der Leitung von Lora Kostina in ihrer neuen, exklusiven Show einen spritzig inszenierten Querschnitt aus 100 Jahren Musicalgeschichte! Das Spektrum reicht dabei von den Anfängen des Musicals bis hin zu aktuellen Genre-Hits. Starke Frauenfiguren, fantasievolle Geschichten und zauberhafte Bühnenwesen verschmelzen so zu einer emotionalen Revue im Glanze des Broadways. Im glänzenden Showambiente erwartet das Publikum Auszüge aus den Musicalklassikern »Cabaret«, »West Side Story« und »Cats« sowie märchenhafte Musicalhits aus dem »Zauberer von Oz«, dem »König der Löwen« oder dem »Starlight Express«. Dazu gibt es mit modernen Musicalsongs aus »Mozart«, »Elisabeth«, »Bangkok« oder »Schach« berühmte Ausschnitte der heutigen Musicalszene, wobei natürlich der Welthit »Lass jetzt los» aus dem Musical-Familienfilm »Die Eiskönigin« nicht fehlen darf – diese großartige Show lässt Sie garantiert nicht los, versprochen! Tickets: 037437/ 53 900 | www.koenig-albert-theater.de

Chronist Ulrich Puchelt veröffentlicht historische Werdauer Ansichten

Westsachsen/Werdau.-
Es ist Hochsommer, für viele die Urlaubszeit des Jahres. Und selbiges ist bereits zu fast zwei Dritteln vorüber. Höchste Zeit, um eine Vorschau auf 2021 zu wagen. Das zumindest hat Werdaus Ortschronist Ulrich Puchelt getan und seinen neuen Kalender mit historischen Ansichten der Pleißestadt auf den Markt gebracht. Der wird von vielen Bewohnern und Freunden der Stadt bereits erwartet, ist er doch seit vielen Jahren fest für Wohnzimmer oder als Geschenk eingeplant. Die Bandbreite der ausgewählten Motive für das kommende Jahr ist ein abwechslungsreicher Querschnitt aus Industriegeschichte, Parkgestaltung und Stadtleben, in der man sich immer wieder neu orientieren muss und in den Details der Ansichten verlieren kann. Der Kalender im Format DIN A4 quer ist zum Preis von 10,00 Euro unter andrem an der Werdauer Stadtinformation, dem Museum und Bastelladen, der Postfiliale auf der Leipziger Straße, der Bäckerei Kindel, Lotto Popp, dem Puppenstubenmuseum sowie bei Thalia Zwickau erhältlich.

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Werdau

Dienstag, 18. August 2020

Stadtführung für Jedermann: Greiz - fürstlich vogtländisch

Westsachsen/Ostthüringen/Greiz.-
Gehen Sie mit dem Gästeführer der Tourist-Information Greiz auf Entdeckungstour und lernen Sie die ehemalige Residenzstadt Greiz während des Rundganges kennen und lieben. Haben Sie sich schon immer gefragt, wer im Unteren Schloss wohnte und welche Funktion die Alte Wache hatte? Dann kommen Sie mit auf die spannende Erkundungstour. Sie erfahren interessante Details zur Geschichte der Stadtkirche St. Marien, werden am Greizer Schlossgarten vorbei zum Röhrenbrunnen geführt und bestaunen die schönen Architekturdekors der im Jugendstil erbauten Straßenzüge. Das Rathaus mit dem Marktplatz und dem Marktbrunnen bilden den Abschluss Ihres Ausfluges in die Geschichte und die Gegenwart unserer Stadt. Infos und Anmeldung unter www.greiz.de / tourismus@greiz.de
Termin: Samstag, 22. August 2020
Preise: Erwachsene 4,00 Euro, Kinder: 2,00 Euro
Tickets: nur im Vorverkauf in der Tourist-Information im Unteren Schloss Greiz
Treffpunkt: Greiz, Unteres Schloss, Burgplatz 12, Tourist-Information
Zeit: 14.00 Uhr, Dauer rund 90 Minuten

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Greiz

Konzert-Tipp der Woche: Folklegende Ray Cooper in Bad Elster

Westsachsen/Bad Elster.-
Am Dienstag, den 25. August können sich die Zuschauer in der KunstWandelhalle Bad Elster um 19.30 Uhr auf ein einzigartiges Konzert des englischen Gitarristen Ray Cooper freuen. Ray Cooper ist Engländer mit schottischen und irischen Vorfahren und seit mehr als 30 Jahren Profimusiker. Den größten Teil, mehr als 25 Jahre war er führendes Mitglied der legendären OYSTERBAND – Englands bekanntester Folkrockgruppe auf hohem musikalischen Niveau. Cooper schöpft textlich teilweise aus skandinavischen Quellen und bedient sich der schwedischen Fiedel und der Kantele aus Finnland. Und auch Cello, Gitarre, Harmonika, Mandoline und Bassgitarre kommen zum Einsatz. Seine Lieder sind zwar folkig angehaucht, aber auch von anderen Stilrichtungen geprägt. Der Multiinstrumentalist spielt Cello, Bass, Gitarre, Mandoline, Kantele, Harmonium und Mundharmonika. Sein musikalisches Spektrum ist ähnlich umfangreich, er spielt eigenes Material, aber auch schottische Balladen, englische Liebes- oder schwedische Hochzeitslieder. Dabei zeigt er seine sehr persönliche Verbundenheit mit seinen historischen Wurzeln. Bad Elster darf sich auf einen wirklich besonderen Abend freuen! Tickets: 037437/ 53 900 | www.kunstwandelhalle.de

Montag, 17. August 2020

Kandidaten-Grillen: Besucher enttäuscht über Dialog-Simulation

Westsachsen/Zwickau.-
 Am vergangenen Samstag hatte der Verein Fortschritt-Vision-Diskurs e.V. mit Unterstützung der Deutschen Fernsehlotterie zum sogenannten „Kandidaten-Grillen“ auf den Zwickauer Hauptmarkt geladen. Die fünf Kandidaten, die sich in wenigen Wochen der Wahl zum/r nächsten Zwickauer Oberbürgermeister/in stellen werden, hatten somit die Gelegenheit, sich und ihre Konzepte der Öffentlichkeit zu präsentieren. Wie der Name der Veranstaltung bereits nahe legte, sollten die Kandidaten parallel zu den an sie gerichteten Fragen auf der Bühne eine symbolische Bratwurst grillen.
Der eigens zu diesem Zweck aus Wuppertal angereiste Moderator der Veranstaltung machte schon in seiner Begrüßung um kurz nach 16 Uhr der noch überschaubaren Zuhörerschaft klar, wie schön es sei, dass man hierzulande frei wählen könne, keinen Diktator hätte und dass schon das einen Applaus wert sei. Dieses Niveau hielt die Veranstaltung bis zum Ende durch, wie die nächsten Stunden zeigen sollten. Neben einer musikalischen Einlage wurde auch ein Spiel aufgeführt, bei dem sich politische Nachwuchstalente in Rhetorik üben konnten, während sie von jeweils anderen Mitspielern mit themenfremden Einwürfen konfrontiert wurden, die sie dann jeweils in ihre Rede einzubauen hatten. Diese Vorstellung sorgte zeitweilig für große Heiterkeit unter den Mitspielern. Konzept freien Unsinn halbwegs eloquent zu vermitteln, so dass es bei oberflächlicher Betrachtung Sinn zu ergeben scheint, wird mittlerweile offensichtlich als wichtigste Kernkompetenz für politische Nachwuchskräfte angesehen.
Um 18.15 Uhr, nachdem sich der Platz sichtlich gefüllt hatte, nahmen schließlich die OB-Kandidaten auf der Bühne Platz. Die sonst als so wichtig erachteten Abstands- und Verhaltensregeln im Zusammenhang mit der Corona-Panik schienen an diesem Tag niemanden zu interessieren; einmal mehr gewann man den Eindruck, dass man bei Auftritten etablierter Politiker gerne dort ein Auge zudrückt, wo man beim einfachen Bürger aktiv einschreitet. Wer gehofft hatte, an diesem Tag eine unzensierte und Ergebnis offene Fragerunde zu erleben, wurde allerdings schon in den nächsten Minuten enttäuscht. Wie schon bei ähnlichen Formaten in der Vergangenheit, mussten die Fragen schriftlich eingereicht werden und konnten auch nicht an einen speziellen Kandidaten oder eine Kandidatin gestellt werden. So bewegten sich viele Fragen vor allem um Nebenbereiche wie das Aufstellen zusätzlicher Mülleimer oder ähnliches.
Beim Dauerbrenner, dem altbekannten Thema Innenstadtbelebung, hielt man sich thematisch mit Abstand am längsten auf. Vor allem die CDU-Kandidatin Kathrin Köhler hatte sich dieses Thema bereits vor Wochen auf ihre Fahnen geschrieben. Die Frage, warum sie der Verödung der Zwickauer Innenstadt in ihrer Funktion als langjährig verantwortliche Baubürgermeisterin tatenlos zugesehen hat, um dies jetzt zu ihrem Wahlkampfthema zu machen, sollte auch an diesem Tag unbeantwortet bleiben. Ebenso wenig erfuhr man, welche konkreten Maßnahmen, außer dem plötzlichen guten Willen Kathrin Köhlers, denn nun hier künftig zum Erfolg führen sollten. Zum Thema Kriminalität und öffentliche Sicherheit beteuerte der AfD-Kandidat Andreas Gerold, dass er sich in Zwickau sehr sicher fühle. In diesem Zusammenhang bedankte er sich auch bei den örtlichen Ämtern und Behörden der Stadt Zwickau für deren gute Arbeit und lobte die seiner Ansicht nach vorbildliche Jugendarbeit in Zwickau. Insgesamt wurden im Laufe der Veranstaltung hauptsächlich Allgemeinplätze bedient, ohne dass es allzu konkret wurde. So bewerteten etliche enttäuschte Besucher das Format als Dialog-Simulation. Lediglich der parteiunabhängige Kandidat Michael Jakob (Foto oben Mitte) hob sich mit unternehmerischem Sachverstand von seinen Mitbewerbern ab. Dass ihm der Stallgeruch des eingefahrenen Politbetriebs fehlt, bewerteten zahlreiche Besucher sehr positiv.

Sonntag, 16. August 2020

OB-Kandidatin Ute Brückner: Rücktritt auf Frage nach Korruption

Westsachsen/Zwickau.-
Zur Oberbürgermeisterwahl am 20. September treten fünf Kandidaten gegeneinander an: Constance Arndt (BfZ), Michael Jakob (parteilos), Kathrin Köhler (CDU), Andreas Gerold (AfD) und Ute Brückner (LINKE). Wir haben allen Kandidaten zehn gleiche Fragen und eine Zusatzfrage gestellt.
Heute wäre die Kandidatin der LINKE, Ute Brückner im Portrait dran gewesen. Nach unserer Zusatzfrage trat sie jetzt vom bereits genehmigten Interview zurück. Ihr Wahlkampfteam verbietet die Veröffentlichung.
Die Zusatzfrage lautet: „Die derzeitige OBin führt ihre Kontrollfunktion als Verwaltungsratsvorsitzende der Sparkasse Zwickau nur sehr mangelhaft aus. Wie werden Sie in dieser Angelegenheit agieren, sollten Sie gewählt werden? (Hintergrundinfos dazu hier: Sparkassen-Skandal)“.
Andere Kandidaten haben damit weniger Probleme. Wie zum Beispiel der Einzelbewerber Michael Jakob, dessen Interview hier nachzulesen ist: „Ich bin zu 100 Prozent verantwortlich“.

Samstag, 15. August 2020

Neue Öffnungszeiten: Museen reagieren auf Besucherwünsche

Westsachsen/Zwickau.-
Nachts um 12 Uhr Pechsteins Südseemotive oder archäologische Funde bestaunen? Das bleibt in den Museen der Stadt Zwickau eine Ausnahme. Flexiblere Öffnungszeiten bieten die KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum und die Priesterhäuser Zwickau gleichwohl. Ab dem 22. August 2020 gelten in den beiden Museen neue Öffnungszeiten. Eine Ausweitung der Öffnungszeiten sei schon lange ein Wunsch vieler Besucher gewesen, so Dr. Michael Löffler, Leiter Kulturamt Zwickau.
Von 11 bis 17 Uhr werden die Priesterhäuser wochentags (Montag ist weiterhin Ruhetag) geöffnet sein. Am Wochenende und Feiertag ist das Haus von 13 bis 17 Uhr zu besichtigen. Die KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum haben wochentags ab 13 Uhr geöffnet, Dienstag und Freitag bis 17 Uhr an den anderen beiden Tagen bis 18 Uhr. Montags ist weiterhin Ruhetag. Am Wochenende und Feiertagen öffnet das Museum bereits ab 11 Uhr.
Priesterhäuser Zwickau
Dienstag bis Freitag 11 bis 17 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertag 13 bis 17 Uhr
KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU Max-Pechstein-Museum
Dienstag und Freitag 13 bis 17 Uhr
Mittwoch und Donnerstag 13 bis 18 Uhr
Samstag, Sonntag und Feiertag 11 bis 17 Uhr

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Zwickau

Freitag, 14. August 2020

Balkonbrand in Pölbitz: Vier Menschen mussten gerettet werden

Westsachsen/Zwickau.-
Am heutigen Freitag wurde die Feuerwehr Zwickau um 10:31 zu einem Brand in die Friedrich-Engels-Straße 65 alarmiert. Beim Eintreffen an der Einsatzstelle brannte der Balkon im Erdgeschoss. Zwei Personen befanden sich noch in der Wohnung und wurden durch die Feuerwehr in Sicherheit gebracht und dem Rettungsdienst übergeben. Das Feuer konnte anschließend schnell gelöscht werden. Des Weiteren mussten zwei weitere Personen aus dem 2. Obergeschoss des Hauses in Sicherheit gebracht werden. Sie wurden ebenfalls durch den anwesenden Rettungsdienst versorgt. Alle Personen waren jedoch nicht verletzt und mussten nicht in eine Klinik verbracht werden. Die abschließenden Maßnahmen an der Einsatzstelle dauerten bis gegen 11:30 Uhr an.
Im Einsatz befand sich die Berufsfeuerwehr Zwickau sowie die Freiwillige Feuerwehr Zwickau-Mitte mit insgesamt 25 Einsatzkräften.

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Zwickau

Graffiti-Schmierereien: Jetzt hat es das Werdauer Rathaus erwischt

Westsachsen/Werdau.-
Vermutlich in der Nacht vom 13. auf den 14. August haben Unbekannte den Seiteneingang des Werdauer Rathauses mit Graffiti besprüht. Die Schmierereien, unter anderem mit einer Beleidigung der Polizei und einer Krone mit der Zahl 412, wurden in Schwarz auf Steine und Abdeckungen des 1911 eingeweihten, unter Denkmalschutz stehenden Gebäudes aufgebracht.
Nach Feststellung am Freitagmorgen wurde umgehend die Polizei informiert, die nun ermittelt. Die Höhe des entstandenen Schadens lässt sich noch nicht beziffern. Die Reinigungsmaßnahmen, die zunächst aus Steuergeldern bezahlt werden müssen, dürften aufgrund der historischen Steinblöcke sehr aufwendig sein. Hinweise zu möglichen Tätern nimmt das Polizeirevier Werdau unter 037617020 entgegen.

Donnerstag, 13. August 2020

Der Anwaltszwang von 1935: „Gesetz aus einer unrühmlichen Zeit“

Osnabrück/Oldenburg/Westsachsen/Werdau/Plauen/Zwickau.- Am 17. Juli 2017 kam der damalige Bundesjustizminister Heiko Maas zum „SPD-Küchentisch-Gespräch“ nach Zwickau in den Alten Gasometer. Hier konnten während des Bundestagswahlkampfes Bürger ihre Anliegen zur Sprache bringen. Zwei Teilnehmer waren extra aus Osnabrück und Oldenburg angereist, um Maas mit verschiedenen Fällen von eindeutiger Rechtsbeugung zu konfrontieren. Der Osnabrücker Lars Hackmann (Foto links) sprach sofort Klartext. Er prangerte an, dass in seinem Fall beweisbar durch alle Instanzen bis hin zum Bundesgerichtshof strafvereitelt würde und sogar ganze Schriftsätze gefälscht worden wären, um die Strafvereitelung zu vertuschen. Hier sind erstaunlich viele Parallelen zum Fall von Claudia Friedrich zu erkennen, aber eine ist besonders eindeutig: Am Anfang steht der Fehler eines Rechtsanwalts. Am Ende steht die komplette Zerstörung des Opfers.


Lars Hackmann ist ein Kämpfer. Er setzt sich nicht nur für seine Belange ein, sondern kämpft seit dem Jahr 2009 gegen Missstände in der Justiz. Auch für viele andere, die von unserem Rechtssystem im Stich gelassen werden. So zum Beispiel für die Werdauerin Claudia Friedrich, die seit Jahren durch das Amtsgericht Zwickau schwer geschädigt wird und den aus Plauen angereisten Harald Groh, der ebenfalls an der Diskussion teilnahm. Dieser fordert Kontrolle endlich auch in der Justiz. Es gebe aktuell keine Unabhängigkeit und keine Gewaltenteilung mehr. Der heute noch praktizierte Anwaltszwang stamme aus dem Jahr 1935, aus einer Zeit, die „für Deutschland unrühmlich ist“, so sein Vorwurf. Weitere Probleme sind aus seiner Sicht, dass es Fehlurteile in Größenordnungen zwischen 25 bis 33 Prozent gebe. Entmündigung und Enteignung in Scheidungsverfahren seien an der Tagesordnung. Groh forderte, dass der mündige Bürger selbst entscheiden dürfen müsse, ob er einen Anwalt beauftragen will oder fit genug für seine eigene Verteidigung ist.
Lars Hackmann fragte am Ende seiner Ausführungen: „Wie eindeutig muss Rechtsbeugung in diesem Land sein, damit sie bestraft wird?“. Zwar bot Heiko Maas ihm ein späteres persönliches Gespräch an, doch daraus wurde nichts. Auf eine Antwort aus dem Justizministerium wartet der Oldenburger noch immer.

Das Gespräch als Video: Hackmann/Maas

Feuerwehr: Rettungskräfte werben bei Einsätzen um engagierte Helfer

Westsachsen/Werdau.-
Wer kennt das nicht: Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienst ziehen bei ihren Einsätzen immer wieder viele neugierige Blicke auf sich. Was für die einen „Gaffer“ sind, sind für andere potenzielle Helfer der Zukunft.
So sehen das jedenfalls die Gemeindefeuerwehr Werdau und das Deutsche Rote Kreuz. Und nutzen genau diesen Gedanken, um Werbung für ihre wichtige, meist ehrenamtliche Arbeit zu machen. „Neugierde ist nichts Anderes als Interesse. Und dieses Interesse versuchen wir in aktives Engagement umzuwandeln“, erklärt André Kleber vom Fachdienst Stadtmarketing / Öffentlichkeitsarbeit / Wirtschaftsförderung der Stadt Werdau. Er geht, in Abstimmung mit den Rettungsorganisationen, seit einigen Wochen in die Offensive.
So werden, wenn es das Einsatzgeschehen und die Rahmenbedingungen hergeben, Faltprospekte mit einer Übersicht über alle ehrenamtlichen Hilfsorganisationen in Werdau durch die Kameraden an umstehende Passanten verteilt. Ein Päckchen mit den Heften, die mit einer Banderole „Interesse ist gut, Engagement ist besser“ versehen sind, liegt stets griffbereit auf dem Einsatzleitwagen des DRK. „Wenn auch nur jeder 100ste, der uns bei der Arbeit beobachtet, im Nachhinein den Weg zu uns findet, wäre das ein riesiger Erfolg. Und wer nicht wagt und aktiv wirbt, der kann auch nicht gewinnen“, unterstützt Gemeindewehrleiter Henning Tröger den neu eingeschlagenen Weg.
Foto: Robby Ludewig (links) und Chris Köhler von der Freiwilligen Feuerwehr Werdau mit den Faltprospekten „Ehrenamtliches Engagement in den Hilfsorganisationen und Feuerwehren Werdaus“ an einer Einsatzstelle.

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Werdau

Ausstellungsbesichtigung: ibug ab 28. August geöffnet

Westsachsen/Zwickau.- In wenigen Tagen startet die Industriebrachenumgestaltung, kurz ibug, mit einer Sonderedition in ihre 15. Auflage. Aufgrund der andauernden COVID-19 Pandemie findet das Festival für urbane Kunst in diesem Jahr in einem kleineren Rahmen statt, mit weniger Künstler*innen und ohne begleitende Veranstaltungen.
Austragungsort ist 2020 der ehemalige königliche Krankenstift an der Ecke Spiegelstraße/Stiftstraße. Seit Anfang August arbeiten rund 20 Kreative aus ganz Deutschland auf dem Außengelände und in den Räumen der Brache. Zwei Wochenenden lang – vom 28. bis zum 30. August sowie vom 04. September bis zum 06. September – können Neugierige und Kunstliebhaber die urbane Ausstellung besichtigen.

Quelle und Foto: Michael Lippold

Mittwoch, 12. August 2020

OB-Kandidat Michael Jakob: „Ich bin zu 100 Prozent verantwortlich“

Westsachsen/Zwickau.- Zur Oberbürgermeisterwahl am 20. September treten fünf Kandidaten gegeneinander an: Constance Arndt (BfZ), Michael Jakob (parteilos), Kathrin Köhler (CDU), Andreas Gerold (AfD) und Ute Brückner (LINKE). Wir haben allen Kandidaten zehn gleiche Fragen und eine Zusatzfrage gestellt. Heute im Portrait: Der Einzelbewerber und Unternehmer Michael Jakob (Foto). Eine Zusammenfassung der Portraits aller Kandidaten gibt es hier: Kandidatenportraits
1. Was hat Sie bewogen, für das Amt des Zwickauer Oberbürgermeisters zu kandidieren?
Ich habe in den letzten Jahren, neben meiner Tätigkeit als Unternehmer versucht, die Stadt interessanter für Unternehmen aber auch für Studierende zu machen. Es gibt infrastrukturelle aber auch bürokratische Stolpersteine und Hürden, die abgeschafft gehören. Hierzu braucht es aber jemanden aus der Wirtschaft, der diese Erfahrungen und Lösungen einbringt. Diese Kompetenz sehe ich bei den anderen Kandidaten nicht. Deshalb meine Bewerbung.
2. Worin sehen Sie die größten Herausforderungen für sich, sollte Ihre Kandidatur erfolgreich sein? Was werden Ihre persönliche Schwerpunkte sein?
Es sind die sozialen Themen, die regelmäßig die Pulsfrequenz von Bürgern erhöhen. Hier sehe ich die größten Herausforderungen beim Thema Kinderbetreuung und den Punkt Patengroßeltern, welchen ich mir auf die Fahne geschrieben habe. Des Weiteren freue ich mich auf die intensive aber auch herausfordernde Zusammenarbeit mit der Westsächsischen Hochschule (WHZ) um die Gründung eines StartUp Centers zu forcieren. Desweiteren werde ich sehr viel Energie in den infrastrukturellen Ausbau stecken.
3. Worin sehen Sie die gravierendsten Fehlentwicklungen in Zwickau in der Vergangenheit?
Es ist die allgemeine Unzufriedenheit und Politikverdrossenheit der Wähler, die durch die Ignoranz der Politik sehr groß geworden ist. Es wird seit Jahren am Bürger vorbei regiert und die Interessen Weniger liegen über den Interessen der Mehrheit. Dies ist mir bei meinem einwöchigen Auftritt auf dem Hauptmarkt im Juli und den daraus resultierenden Gesprächen sehr stark aufgefallen. Auch wurden Gelder in Projekte investiert, die nicht notwendig waren. Als Beispiel nenne ich hier das Verwaltungsgebäude der Gebäude- und Grundstücksgesellschaft mbH (GGZ) in der Gewandhausstraße. Nicht nur, dass wir seit Jahren darüber diskutieren, wie wir mehr Parkplätze in der Innenstadt generieren können und hier verbauen wir Parkplatzmöglichkeiten. Es kommt hinzu dass in der Innenstadt genügend Bürofläche vorhanden ist und leer steht. Da ist es - denke ich - für den Außenstehenden nicht nachvollziehbar, wie diese Entscheidung und die Kosten von acht Millionen Euro gerechtfertigt sind. Selbst wenn solche Investitionen in diesem Bereich und in dieser Höhe geplant werden und vielleicht auch gerechtfertigt sind, sind die Informationsflüsse in die Bevölkerung zu trocken. Es fehlt hier seit Jahren die Kommunikation mit den Bürgern der Stadt.
4. Wie werden Sie mit den immer sichtbarer werdenden wirtschaftlichen Verfallserscheinungen umgehen (Leerstand in der Innenstadt), auch vor dem Hintergrund einer sich abzeichnenden allgemeinen Wirtschaftskrise?
Das ist eben einer meiner Hauptpunkte. Es werden zum Einen zu wenig in die Gründerszene investiert und zum Anderen keine im kleinen Maßstab aber auf die Innenstadt-Läden konzipierte Veranstaltungen geplant. Ich sehe das größte Potenzial darin, sich mit den Inhabern der kleineren Geschäfte zu verständigen und auf diese Weise über den kurzen Informationsweg eine Innenstadtbelebung umzusetzen. Die Diskussion und gemeinsame Lösungsfindung wird seit Jahren in die Kammern der Verwaltung und das Rathaus verlegt, anstatt auf die Unternehmer und Ladenbesitzer zuzugehen und gemeinsam eine Lösung zu finden. Das Problem wird lieber totgeschwiegen, anstatt zu diskutieren. Das gehört sich nicht.
5. Welchen Gewerbesteuerhebesatz halten Sie in Zwickau für angemessen?
Aktuell haben wir 450% Hebesatz. Ich halte ihn für zu hoch. Eine Verringerung des Hebesatzes habe ich auch in meinem Wahlprogramm verankert. Allerdings gilt es hier auch eine vorrübergehende Mindereinnahme zu kompensieren, da durch eine herabsetzung der Gewerbesteuer auch Fördermittel reduziert werden. Es gibt ein Modell in NRW welches funktioniert hat und dieses möchte ich versuchen in Zwickau umsetzen. Dabei ging es um eine Reduzierung des Hebesatzes auf 250%. Das klingt viel und das ist es auch. Nur wenn man sich zu kleine Ziele setzt, ist der Kampfgeist zur Erreichung und die Möglichkeitenausnutzung im Vorhinein schon imaginär geringer.
6. Bedarf der Verwaltungsapparat der Stadt Zwickau Ihrer Ansicht nach einer Reformierung?
Davon bin ich überzeugt. Bürokratieabbau sollte das Ziel sein. Aktuell habe ich den Eindruck, das Wort Team im Verwaltungsapparat steht für „Toll, ein anderer macht's“. Da ist man weit weg vom Dienst am Bürger.
7. Wie werden Sie, sollte Ihre Kandidatur erfolgreich sein, in den Bereichen Kriminalitäts- und Vandalismusbekämpfung sowie öffentliche Sicherheit agieren (Graffiti-Schmierereien, Drogenhandel, Gewalt auf der Straße...)?
Wichtiges Thema! Es beginnt damit, dass in den Medien stets alles und ausführlich ohne Weglassen oder Umschreibung von Tatsachen geschieht. Die Leser bzw. Zuschauer haben das Recht, die Wahrheit unverblümt zu erfahren. Es ist falsch, ihnen irgendetwas vorzuenthalten. Das Misstrauen gegenüber den Medien wird dadurch größer und das Vertrauen schwindet. Wenn die Kriminalitätsstatistik, in welche Richtung auch immer, manipuliert wird, ist das prinzipiell der falsche Weg. Eine Kameraüberwachung von Hotspots des Drogenhandels kann eine Lösung sein. Hier sollte aber die Bevölkerung auch mal befragt werden. Was ist schlimm an einer Befragung der Bevölkerung, wie sie zu einer Videoüberwachung von neuralgischen Punkten in der Stadt steht? Bürgerentscheid heißt hier der Ansatz. Grafittischmierereien - denke ich - kann man nur begegnen, indem man Flächen zur künstlerischen Betätigung schafft. Bei allen anderen Aktivitäten der Sprayer, die irgendwelche Botschaften in welcher Art auch immer an Gegenstände sprühen, ist die Gesellschaft gefordert. Verhindern wird man es nicht können. Hier kann man sehr viel Energie und Geld investieren und es bringt keine nennenswerte Verbesserung. Die Gewalt auf der Straße, egal von wem diese ausgeht, ist nach meinem Denken gleich zu behandeln und auch im schnelleren Verfahren abzuwickeln. Heutzutage wird nach meinem Geschmack zu sehr differenziert aus welcher Ecke die Gewalt gegen Andere herrührt. Die römische Göttin der Gerechtigkeit Justitia hat die Augen nicht ohne Grund verbunden. Sie sollte für Alle in gleichem Maß Gerechtigkeit sprechen. Ich wünsche mir im Gegenzug auch mehr Zivilcourage der Bürger, ohne jemanden zu denunzieren.
8. Wie ist Ihr Standpunkt zu politischer Einflussnahme in Form von Fördergeldern an ideologisch geprägte, meist radikal links orientierte Vereine?

Es ist für mich egal welche Ideologie oder politische Richtung ein Verein vertritt, solange es mit dem Grundgesetz und dem geltenden Recht konform ist. Sollte es jedoch zu einer Radikalisierung kommen und hierdurch die freiheitliche Grundordnung gefährdet sein, sehe ich nicht nur keinen Anlass einer Förderung sondern auch eine Rückforderung der geleisteten Fördermittel.
9. Die Stadt Zwickau verfügt über eine lange Geschichte mit zahlreichen Höhen und Tiefen. Was bewegt Sie hiervon am meisten?
Am meisten bewegt mich in Zwickau die Wandlung eines Kohlebergbaugebietes in eine Industriestadt der Moderne. Die gewaltigen Bergbaugebiete, die es in der Region gab und die Zwickau Arbeit und Wohlstand gebracht haben, sind in Form von Denkmälern und Ausstellungen heute noch vorhanden. Man sieht heute an verschiedenen Orten noch die Nachwehen der unterirdischen Aushöhlung. Erstaunlich ist für mich, dass die B93 in Bockwa mal gerade war und über die Jahre sich abgesenkt hat.
Zwickau hat sich in den letzten 50 Jahren von einer Industriestadt mit Fokus auf Kohleförderung und Kohleveredelung zu einer Industriestadt mit dem Fokus auf Wissenschaft / Technik und Automobilbau gewandelt. Dass die Verwandlung in Zwickau längst nicht abgeschlossen ist, sollte jedem klar sein. Ich möchte Zwickau industriell aber auch zwischenmenschlich weiter nach vorn bringen. Ich möchte den Zusammenhalt der Gesellschaft von vor 50 Jahren wieder forcieren und gemeinsam mit den kleinen und großen Unternehmen Zwickau für die Region und über diese hinaus bekannt, zukunftsweisend und lebenswert machen.
10. Wie verbringt der Privatmensch Michael Jakob seine Freizeit?
Ich bin gern mit Freunden unterwegs, treffe diese aber auch in gemütlicher Atmosphäre in Haus, Hof und Garten. Einmal die Woche fahre ich in unserer Fahrradgruppe abends so 25-40 km Fahrrad. Das kommt aktuell leider zu selten vor. Im Sommer bin ich am Wochenende zu mehreren Veranstaltungen, die von Vereine ausgerichtet werden, in denen ich mich engagiere. Ich spiele seit fünf Jahren Golf, was mir einen sehr guten Ausgleich bietet, um den Kopf frei zu bekommen. Mit dem Motorrad unternehme ich mit Freunde gern mal mehrere Tage am Stück Reisen durch Deutschland und die angrenzenden Länder. Im September veranstalte ich gemeinsam mit einer Freundin seit über zehn Jahren das Event Zwickau meets Friends (Zwickau trifft seine Freunde). Hierbei geht es um das regelmäßige Zusammenkommen von Studenten im Rahmen des internationalen Konstruktionswettbewerbs für Formel Rennwagen, der Formula Student, um den internationalen Austausch von Wissen und Technik aber auch der Bildung von Netzwerken über die Region hinaus. Das ist seit Jahren eine Herzensangelegenheit. Ansonsten genieße ich auch sehr gern die Ruhe bei einem Angelausflug in der Region oder einem Abend in der Sauna.
Zusatzfrage: Die derzeitige OBin führt ihre Kontrollfunktion als Verwaltungsratsvorsitzende der Sparkasse Zwickau nur sehr mangelhaft aus. Wie werden Sie in dieser Angelegenheit agieren, sollten Sie gewählt werden? (Hintergrundinfos dazu hier: Sparkassen-Skandal)
Anders als bei den Berufspolitikern und Nicht-Unternehmern habe ich in meinem Unternehmen gelernt, unangenehme Fragen zu stellen. Als Geschäftsführer bin ich zu 100 Prozent für mein Handeln verantwortlich. Ich habe die Kontrollfunktion über die technischen /wirtschaftlichen Belange. Somit ist mein Blick von vorn herein differenzierter. Wie es jedoch zu den Korruptionsvorwürfen kam, kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht zweifelsfrei nachvollziehen.

Dienstag, 11. August 2020

Bitte um Mithilfe: Junge Bäume brauchen dringend Wasser

Westsachsen/Zwickau.-
Die Trockenheit in Verbindung mit den hohen Temperaturen der letzten Wochen machen auch in diesem Jahr wieder dem Menschen zu schaffen. Doch auch Bäume leiden unter der Trockenheit. Insbesondere junge Bäume, die innerhalb der letzten zehn Jahre gepflanzt wurden, haben noch kein so tief reichendes Wurzelwerk, um an die wasserführenden Bodenschichten zu gelangen. Diese Jungbäume sind umso mehr auf Niederschlagswasser angewiesen. Bleiben Niederschläge aus oder sind zu gering, erleiden die Bäume den sogenannten „Trockenstress“, welcher bis zum Absterben der Bäume führen kann. Helfen kann in diesen Dürrezeiten nur regelmäßiges und ausreichendes Wässern. In diesem Zusammenhang bitten das Garten- und Friedhofsamt und das Umweltbüro die Zwickauerinnen und Zwickauer wieder um Unterstützung beim Wässern der Jungbäume (ohne Bewässerungs-Sack) in ihrem unmittelbaren Umfeld - soweit diese die Möglichkeit dazu haben. Sinnvoll ist eine regelmäßige Wässerung mit reichlich Wasser. Hierbei genügt einmal pro Woche eine Wassergabe von acht bis zehn Eimern (10-Liter-Eimer). Jeden Tag mit wenig Wasser zu gießen ist nicht sinnvoll, da durch die derzeit starke Verdunstung das dringend benötigte Nass nicht bei den Wurzeln ankommt. Der Zeitpunkt der Wässerung sollte in den Morgen- und Abendstunden liegen, da hier die Verdunstung geringer ist. Die Stadt Zwickau verwendet seit dem letzten Sommer zum Wässern der jungen Straßenbäume Bewässerungs-Säcke und hat damit gute Erfahrungen gemacht. Die Säcke werden einmal wöchentlich bis einmal in 14 Tagen mit rund 100 Liter Wasser gefüllt, welches dann langsam durch kleine Öffnungen an der Unterseite an den Boden abgegeben wird. Das Wasser kann dadurch tief in den Boden eindringen und läuft nicht außerhalb der Baumscheibe. Außerdem geht das Befüllen der Säcke deutlich schneller als das direkte Gießen. Die Stadtgärtner sind so überzeugt von dieser Methode, dass dieses Jahr deutlich mehr Bewässerungs-Säcke zum Einsatz kommen. Derzeit sind drei Wasserwagen des Garten- und Friedhofsamtes von Montag bis Samstag unterwegs und gießen rund 600 Straßen- und Parkbäume. Bei weiter anhaltender Trockenheit steigt der Bedarf auf fast 900 Bäume. Von der Wassergabe profitieren nicht nur die Bäume, sondern auch die Zwickauer selbst. Schließlich spenden die Bäume bei Sommerhitze Schatten, kühlen die Luft durch die Verdunstungsleistung und sorgen außerdem für Sauerstoff und bessere Luft.

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Zwickau

Bad Elster im musikalischen Bilderrausch der Jahreszeiten

Westsachsen/Bad Elster.-
Am Samstag, den 22. August erheben die Musikerinnen und Musiker der Chursächsischen Philharmonie um 19.30 Uhr wieder ihre Instrumente für »Die vier Jahreszeiten« als konzertante Bad-Elster-Bilderschau mit der Musik von Vivaldi im König Albert Theater Bad Elster. Diese exklusive, neue Konzertproduktion der Chursächsischen Philharmonie für das König Albert Theater entführt das Publikum mit Vivaldis weltbekanntem Konzert-Zyklus in einen Rausch der Jahreszeiten: In einer passend inszenierten Bilderschau verschmelzen hier Musik und wunderschön eingefangene Bad-Elster-Impressionen zu einer harmonisch-unterhaltsamen Jahreszeiten-Collage, die alle Sinne berührt. Die Konzertmeisterin Almut Seidel wird hierbei den Solopart und die Leitung übernehmen. Die Gäste Bad Elsters tauchen somit in das Klangbild Vivaldis als Frühling im Elstertal, in der Sommerpracht Königlicher Anlagen, im goldenen Herbst der Festspielmeile und im Wintertraum der historischen Bäderarchitektur ein. Tickets: 037437/ 53 900 | www.koenig-albert-theater.de

Montag, 10. August 2020

Rettungsschwimmer an der Kapazitätsgrenze: Freiwillige willkommen

Westsachsen/Werdau.-
Das anhaltend heiße Sommerwetter treibt vielen Menschen den sprichwörtlichen Schweiß auf die Stirn. Ganz besonders jedoch den Koordinatoren, die für die Ausbildung und Einteilung der Rettungsschwimmer in den Bädern verantwortlich sind. Denn unter anderem aufgrund der optimalen Wetterbedingungen sind die meist ehrenamtlichen Helfer quasi im Dauereinsatz.
Das ist auch bei den Wasserwachten in Crimmitschau und an der Koberbachtalsperre, beide gehören zum DRK-Kreisverband Zwickauer Land e.V., nicht anders. Sie stellen Rettungsschwimmer für die Bäder ihrer Region, die dort das hauptamtliche Schwimmmeisterpersonal unterstützen. „In dieser Saison gab es bislang nahezu keinen Dienst, der abgesagt wurde. Im Gegenteil, es kommen immer mehr Anfragen aus anderen Bädern hinzu“, berichtet Sarah Spath, die in Ihrer Freizeit für die Einteilung an der Kober und in Werdau verantwortlich zeichnet. Und das ist auch in Crimmitschau nicht anders.
Dabei können sich die Ortsgruppen über Nachwuchsmangel nicht beschweren. Viele Kinder, Jugendliche, ja teilweise sogar ganze Familien halten den Wasserwachten die Treue. „Unsere Aufgaben sind jedoch so vielfältig wie das wahre Leben. Nicht jeder Helfer muss Rettungsschwimmer sein. Besonders diese, vor allem die ab 16 Jahren, benötigen wir jedoch in den Sommermonaten“, erläutert Bettina Schlegel, Leiterin der Wasserwacht Crimmitschau. Und genau hier herrscht Mangelware. „Unsere großen und erfahrenen Rettungsschwimmer sind durch Ausbildung, Studium oder Beruf oftmals stark ausgelastet und haben nur wenige Kapazitäten. Und letztlich handelt es sich nun einmal um ein verantwortungsvolles Engagement in der Freizeit, das liegt leider nicht jedem“, so Sarah Spath, die selbst in der Familie des Roten Kreuzes groß geworden ist.
Die diensthabenden Rettungsschwimmer selbst erhalten in Crimmmitschau und Werdau eine Aufwandsentschädigung für ihre Dienste. Diese ist nach Qualifikation gestaffelt. Wer die Helferinnen und Helfer des DRK in der Zukunft unterstützen möchte, ist bei den Wasserwachten jederzeit willkommen. Der nächste Lehrgang findet vom 31.10. bis 22.11. als Wochnendseminar bei der DRK-Wasserwacht Koberbachtalsperre statt.

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Werdau

Freitag, 7. August 2020

Im Interview: Die „Meilensteine“ der Wutbürger

Westsachsen/Berlin.- Die Mainstream-Vertriebswege vermochten es nicht, eine Platte auf den Weg zu bringen. Doch die Band Wutbürger schafften ihren Meilenstein dennoch. Dazu ein aktuelles Interview mit dem Sänger der Band, Andy Habermann (Foto: 2. v.l.).
WSZ: Auf Euren Seiten preist Ihr die neue Platte MEILENSTEIN an. Gab es nicht bereits im Januar eine LP mit diesem Namen? (WSZ berichtete
Andy: Ja, im Januar wurde diese Platte weltweit digital veröffentlicht. Die neue „Meilenstein“ ist dieselbe, nur jetzt als richtige CD plus fünf Bonustracks. Einer davon ist sogar ein feat. mit Bloody32. Sie ist allerdings ausschließlich über unseren Vertrieb erwerbbar. https://www.sub-version-production.de/p/wutbuerger-meilenstein-cd 
WSZ: Warum dieser Exklusiv-Vertrieb?
Andy: 2018 kam unsere erste physische Platte heraus: die Maxi-Single „Ich will ins Licht“. Wir nutzten dafür die Mainstream-Vertriebswege. Nach rund zwei Wochen wurde die Scheibe aus allen Regalen genommen, nachdem eine bestimmte linksradikale Gruppierung alle Partner anschrieb und ihnen die Zensur „empfahl“. Diese Schriftwechsel wurden sogar auf den üblichen Seiten dieser Ratten veröffentlicht. Wir brauchen sowas nicht. Wir machen das auf unsere Art - so wie alles, was wir machen.
WSZ: Wenn man auf euren Social-Media-Seiten stöbert, sieht man das eine oder andere wechselnde Gesicht. Woran liegt das? 
Andy: Eine Band, die am Anfang steht, muss sich erst sortieren. Dem Einen ist der Weg zu hart, dem Anderen fehlt die nötige Leistungsbereitschaft. Personelle Wechsel gibt es in jeder Form der Verbindung - vom MC bis hin zum Unternehmen. Wir müssen sicherstellen, dass wir immer besser werden. Wir können keine Verwundeten zum Schlachtfeld schleppen. Ich empfinde es als ein Privileg, in dieser Band zu spielen, weil sie meines Erachtens eine der ganz wenigen ist, die wirklich an allen Fronten kämpft und in der jeder einzelne Musiker die Eier besitzt, auf einige persönlichen Bedürfnisse und ein normales Leben zu verzichten. Deshalb muss hier jeder für den anderen funktionieren und 100%ig loyal sein, so hart es klingt. Jeder ist ersetzbar- auch ich. 
WSZ: Was war der Grund für Sven Barnacks ausscheiden und warum gibt es keine Info über den vollen Namen des neuen Gitarristen Angelo? 
Andy: Rocco musste aus persönlichen und gesundheitlichen Gründen die Band verlassen. Beste Grüße an dieser Stelle. Was den Gitarristen betrifft: Wir haben unsere Bandmitglieder selten mit Vollnamen vorgestellt. Meist konnten diese unkompliziert über verknüpfte Facebook-Profile festgestellt werden. Bei Angelo sehe ich im Moment schlicht und ergreifend keinen zwingenden Grund dafür. 
WSZ: Wie sieht eure Zukunft aus? Plant Ihr Konzerte? 
Andy: Konzerte vielleicht nicht gleich. Nennen wir es mal Auftritte an vielen Orten. Wir planen für das Frühjahr 2021 eine kleine Deutschland-Tour. Ob wir vorher noch auf der Bühne zu sehen sind, entscheiden unser Leistungsstand und Corona. Auf jeden Fall wird es Musik geben. Nach dem Album ist vor dem Album. Wir haben schon eine ganze Platte fertig geschrieben, die sukzessive vertont wird. 
WSZ: Ihr seid mit Euren Liedern im Zeitgeschehen, träumt nicht irgendeiner Vergangenheit hinterher. Was wünscht ihr Euch für die Zukunft?
Andy: Natürlich träumen wir keiner Vergangenheit hinterher, weil wir Probleme besingen, die ein Deutschland und eine Welt von 2020 betreffen. Ich kann bei solchen Fragen nicht für die ganze Band sprechen. Aber wenn Ihr mich persönlich fragt, träume ich davon, dass noch mehr Leute erkennen, was für Potenzial in uns steckt. Wir sind eine Band, die unter anderem viele unangenehme Themen anspricht, ohne sich in eine Schublade packen zu lassen. Wir hoffen, dass wir die Menschen zum Nachdenken anregen und ihren Kampfgeist wecken. Ansonsten wünschen wir uns als Band, dass die Findungsphase langsam vorbei geht und wir konstanter werden.

Das aktuelle Video von WUTBÜRGER ist hier veröffentlicht: YouTube

Donnerstag, 6. August 2020

Für Frieden und Sozialismus: FDJ wieder auf dem Vormarsch

Westsachsen/Zwickau.-
 „Wir stehen heute hier auf dem Dach des Bundeswehr-Karriere-Beratungsbüros,
weil diese Armee und dieser Staat der Feind der Jugend und der Feind der Völker ist“,
heißt es am heißen Vormittag in der Innere Plauensche Straße. Wie aus dem Nichts
erklimmen sich die Jugendlichen Blauhemden mit einem zehn Meter langen Transparent
das erste Gebäude: „Krieg dem deutschen Krieg! Schmiede deine Waffe: Organisiere
Dich!“, steht in großen Lettern darauf geschrieben.
Eine junge Aktivistin auf dem Dach ruft: „Wir müssen die Gewehre umdrehen. Wir
wollen nicht weiter zusehen, wie diese Armee für das Kapital raubt, gegen die Befreiung
der Völker aufmarschiert und gegen unseren Aufstand und unseren Streik vorgehen wird.
Denn das ist ihr Zweck, nichts anderes. Alles und jeden gegen diesen Staat! Wir fürchten
uns nicht.“

Währenddessen hissen weitere Aktivisten in knapp zehn Meter Höhe ein 20 Quadrat-Meter
großes Kunstwerk vor den Arcaden, auf dem es unter einer bekannten Zeichnung
dreier junger Revolutionäre heißt: „Unsere Feinde sagen: Die Wahrheit ist vernichtet. Aber
wir sagen: Wir wissen sie noch!“
Die Aktion wurde vom Kampagnenbüro beim Zentralrat der Freien Deutschen Jugend organisiert. Ziel ist es, in unregelmäßigen Abständen immer wieder in Städten wie Zwickau anzurücken, um auf gesellschaftliche Misstände aufmerksam zu machen.

Festspiele Bad Elster im Glanz der goldenen Zwanziger

Westsachsen/Bad Elster.- Die Kultur- und Festspielstadt Bad Elster begeistert ganzjährig mit einem abwechslungsreichen und ausstrahlenden Spielplan. Kulturelles Zentrum der Stadt ist das über 100-jährige König Albert Theater als eines der schönsten historischen Theater Mitteldeutschlands. Mit den jährlich im September beginnenden Chursächsischen Festspielen wird in Bad Elster traditionell auch die neue Spielzeit feierlich eröffnet. Die 20. Geburtstagsausgabe dieser glanzvollen Festspiele widmet sich dabei thematisch der inspirierenden Epoche der »Goldenen Zwanziger«. Gewissermaßen stehen die Festspiele damit im Kontext der damaligen kulturell-gesellschaftlichen Blütezeit als Mut machendes, bunt-kreatives Sinnbild der Zuversicht beim Einstieg in eine wiederauflebende Dekade der Kunst und Kultur.
Geplante Höhepunkte des vielstimmigen Festivalprogramms sind die festlichen Symphoniekonzerte der Chursächsischen Philharmonie mit Blick auf die Jubiläen von 25. Jahre EUCHESTRA EGRENSIS (04.09.) und Ludwig van Beethoven am 30. Tag der Deutschen Einheit (03.10.) sowie begeisternde Musiktheater-Aufführungen wie die Opernpremiere „Der Vampyr“ (11.09.), die semikonzertante Aufführung der sächsischen Oper „Der Freischütz“(04.10.) und die spritzige Operette „Pariser Leben“ am 25. September. Weitere Festspielglanzpunkte sind ein Konzert des Moka Efti Orchesters als dem Orchester aus der Kultserie „Babylon Berlin (13.09.), humorvolle Kabarettabende mit Wladimir Kaminer (18.09.) und Uli Masuth (26.09.), ein intensiver Schauspielabend mit Klaus Manns Theatersatire „Mephisto“ (19.09.) oder eine Stummfilmsinfonie mit Live-Orchester zum Filmklassiker „Metropolis“ am 12. September. Abgerundet wird das Festspielprogramm mit dem „Glanz auf dem Vulkan“ (Foto) als einer Showsensation der 20er-Jahre (20.09.) und heiterem Familientheater von „Pittiplatsch & seinen Freunden“ am 27. September.
Bad Elster bietet dabei mit seinen kunstvoll gestalteten Königlichen Anlagen aus mondäner Bäder- und Parkarchitektur und den sieben historischen Veranstaltungsstätten auf der weltweit einmaligen »Festspielmeile der kurzen Wege« eine einzigartige Atmosphäre mit hoher Aufenthaltsqualität für die Chursächsischen Festspiele, die mit spannenden Ausstellungen, verschiedenen Themenführungen und Kammermusik von Ensembles der Chursächsischen Philharmonie ergänzt werden. Neben dem Sächsischen Staatsminister der Finanzen, Hartmut Vorjohann, hat auch wieder Seine Königliche Hoheit Alexander Markgraf von Meissen Herzog zu Sachsen die Schirmherrschaft übernommen. Die Kombination der Angebote macht dabei den besonderen Flair Bad Elsters aus: Heute eine Wanderung durch eine der reizvollsten Naturgegenden Sachsens, morgen die große Welt der Oper im König Albert Theater und danach Entspannung pur mit den Wohlfühlangeboten in der Soletherme Bad Elster - so schweben Körper und Geist auf anspruchsvolle Weise! Aufgrund der angepassten Platzkontingente wird empfohlen, die Theatertickets online oder im Vorverkauf zu erwerben. Alle Infos: 037437/ 53 900 | www.koenig-albert-theater.de

Dienstag, 4. August 2020

Umleitung: Mulderadweg wird grundhaft ausgebaut

Westsachsen/Zwickau.-
Am Montag, 10. August beginnt auf einer Länge von etwa 300 Metern der „Lückenschluss“ des Mulderadwanderweges im Abschnitt zwischen Röhrensteg und Schedewitzer Brücke. Mit Abschluss der Arbeiten wird dann die Strecke zwischen Bockwaer Brücke und Schlobigpark durchgängig in Asphaltbauweise hergestellt sein.
Während der Baumaßnahme erfolgt die Umleitung über den Gehweg entlang der B93 und nach der Fußgängerampel weiter über die Straße „Am Krebsgraben“ bis auf Höhe des Röhrensteges und umgekehrt. Im Interesse eines zügigen Bauablaufes und der Sicherheit von Radfahrern und Fußgängern wird um Einhaltung der ausgeschilderten Umleitung gebeten.
Die Maßnahme ist Bestandteil des Bürgerhaushaltes 2019/2020. Insgesamt stehen für die Ertüchtigung des beliebten Fuß- und Radweges 30.000 Euro zur Verfügung. Der Abschluss der Arbeiten ist für Ende August vorgesehen.

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Zwickau

Tipp der Woche: Jazz im Quartett mit Torsten Zwingenberger

Westsachsen/Bad Elster.-
Am Sonntag, den 16. August öffnet um 19.00 Uhr sich der Vorhang im König Albert Theater Bad Elster im Groove von Jazz & Soul: Der renommierte Drummer Torsten Zwingenberger ist einer der ganz Großen in seinem Genre. In seinem Quartett haben sich nun exquisite Berliner Jazzmusiker zusammengefunden, die live intensiven Groove und mitreißendes Feeling bieten. Der Meister am Schlagzeug ist sowohl im Jazz als auch im Swing zuhause. Bekannt geworden ist er außerdem als Blues- und Boogie-Woogie-Begleiter. Freuen Sie sich an diesem Sommerabend auf modernen Swing, Hardbop, Cooljazz oder auch mal brasilianischen und funkigen Souljazz in einer groovenden Mischung aus Titel des American Songbook und Eigenkompositionen der Bandmusiker. Let’s swing the Summer! Tickets: 037437/ 53 900 | www.koenig-albert-theater.de

Montag, 3. August 2020

HAPPENING to go bringt Musik in die Reichenbacher Innenstadt

Eine kulturelle Einkaufsnacht mit elf Künstlern

Westsachsen/Reichenbach.-
Wieder mehr Leben und Musik in der Reichenbacher Innenstadt, das verspricht das „HAPPENING to go“ am 14. August. Ab 17 Uhr erwartet die Reichenbacher und Besucher eine musikalische Einkaufsnacht mit vielfältigen Angeboten und viel Musikgenuss im Vorrübergehen. An fünf Orten in der Innenstadt spielen insgesamt elf Bands und Solokünstler bunte Straßenmusik und versüßen den Einkaufsbummel. Nachdem zuletzt unzählige Kulturveranstaltungen wie auch die HAPPENING-Konzerte ausfallen mussten, wollen die Veranstalter mit einem neuen Straßenmusik-Format die Stadt wieder erklingen lassen. Das „HAPPENING to go“ ist ein Gemeinschaftswerk von City-Management, Stadtverwaltung und Gewerbeverein. Gefördert wird die Veranstaltung durch die Kulturstiftung Sachsen im Rahmen der Kleinprojektförderung.
Viele Gewerbetreibende in der Innenstadt haben für den Freitagabend besondere Aktionen geplant, länger geöffnet oder bieten kleine Köstlichkeiten an. Dazwischen spielen die Musiker in der Marktstraße, an der Post, am Kölbelschen Eck, auf der Zwickauer Straße und an der Kreuzung von Weinholdstraße und Zenkergasse. Hier können die Menschen auch mit gebührendem Abstand pausieren, der Musik lauschen und den Abend genießen.
Am oberen Ende der Zenkergasse spielen „Loni Lila“ und „Fee“. „Loni Lila“ ist 15 Jahre alt, kommt aus Treuen und pspielt ihre eigenen Songs. Ihre Lieder beschäftigen sich mit dem Alltag, den eigenen Freunden und Träumen. Ihr akustischer-instrumental Pop ist unter anderem von Coldplay beeinflusst. Die Geschichte von „Fee.“ Ist die Geschichte einer anhaltenden Musik-Pilger-Tour: Straßenmusik, Wohnzimmerkonzerte, WG-Sofakanten, Texte(n) ‚on the road’. Das ganze FEE.-Ding rollt immer vorwärts, Richtung Glücksgefühl.
In der Marktstraße erwarten die Besucher „Mayberg“ und „Ostückenberg“. „Mayberg“ ist ein junger Liedermacher aus Leipzig. In seinen Songs gibt er sich Gefühlen mit höchster Intensität hin. In einem Moment von den eigenen Emotionen mitgerissen, positioniert er sich im nächsten als distanzierter Beobachter. „Ostückenberg“ versucht nicht, diese Welt zu verbessern. Er bildet sie ab – so ehrlich, dass es wehtut. Er beherrscht es dabei, genau so viel preiszugeben, dass seine Songs gleichzeitig persönlich und allgemeingültig bleiben.
Am Kölbelschen Eck musizieren „Weltwärts“ und „Sem Seiffert“. Der Akustik-Rock-Artist „Weltwärts“ grooved zwischen treibendem Fernweh und bittersüßer Melancholie und überzeugt dabei mit kreativem Sound, rauchiger Stimme und lyrischem Augenzwinkern. Er verlor sich in der Welt und fand seine Musik. „Sem Seiffert“ ist Straßenmusiker durch und durch. Seine Songs sind an den unterschiedlichsten Orten der Welt entstanden. Die auf Reisen durch Irland, Schottland, Indien, Peru und Laos gewonnenen Eindrücke und farbenprächtige Bilder wurden zu Texten und Musik.
Mitten in der Fußgängerzone Zwickauer Straße warten „Stereochemistry“ und „No King. No Crown“ auf die Zuhörer. „Stereochemistry“ ist nicht der zahme Indiefolk-Act, den man erwartet, wenn die Musikerin mit Gitarre und Koffer in der Tür steht. Die Wahlberlinerin Karla Hajman verwandelt sich im Rampenlicht in eine schillernde Kunstfigur. „No King. No Crown.“ Sind keine Unbekannten in Reichenbach. Kopf aus, Herz an: eine Einladung an die Seele, die den Ohren leichtfüßig in das Abenteuer folgt. Mit atmosphärischen Beats und berührenden Melodien erzählt die Band Geschichten aus dem eigenem Leben. Vor der alten Post gibt es zur Einkaufsnacht drei Acts zu erleben. Den Anfang macht die Plauener Band „Zami“ gefolgt von „Fluse“ und „Peter Piek“. Angetrieben und inspiriert vom Leben spielen „Zami“ ihre Lieder und reflektieren dabei verschiedene Lebenssituationen. ZAMI macht Spaß, bringt zum Nachdenken und lädt zum Träumen ein. „Fluse“ findet man irgendwo zwischen kryptisch-surrealistischen Narrativen, ulkig-folkigem Indie-Sprechgesang, furiosem Gitarrengeschwurbel, emanzipatorischen Messages und filigranem Saitengezupfe. Und dann gibt es die Menschen, die gar nicht wissen, wohin mit all ihren Talenten. Peter Piek gehört zu dieser Spezies. Er widmet sich der Malerei und verschiedenen Instrumenten, ist als Songwriter, Autor und Performancekünstler tätig. Seine Musik ist schrill, schräg und lädt ein zum Wohlfühlen und Genießen. Die ersten Akkorde des Abends erklingen 17.20 Uhr vor der alten Post, an der „Peter Piek“ auch bis 21.50 Uhr den Freitag ausklingen lässt. Während der Veranstaltung müssen sich die Besucher an die bestehenden Verhaltens- und Hygieneregeln halten. Diese sind im gesamten Veranstaltungsgebiet noch einmal visualisiert.
Weitere Informationen finden sich auf den Flyern in den Geschäften der Innenstadt, unter www.dein-reichenbach.de oder auf Facebook.

Quelle und Fotos: City-Management Reichenbach