Sonntag, 14. November 2021

Aus „Angst vor der Mafia“: Rechtsanwälte meiden Zwickauer Gerichte

Westsachsen/Dresden/Zwickau.-
Es klingt wie die Schlüsselszene aus dem Drehbuch eines schlechten Mafiosi-Films. Ein potenzieller Mandant ruft einen Anwalt an und bittet um Beistand bei einem Prozess. Als Antwort erhält er dann: „Wenn ich Sie vertrete, dann kann ich gleich meine Koffer packen und 500 Kilometer weit weg ziehen. Ich lege mich doch hier nicht mit der Stasi und der Mafia an!“. Der Rechtsanwalt aus Crimmitschau meint das ernst, wiederholte diese Aussage auch gegenüber dem Zwickauer Bundestagsabgeordneten Carsten Körber (CDU/Foto). Dieser zeigte sich zunächst erschüttert, konnte oder wollte es nicht glauben: „In der Justiz muss sauber gearbeitet werden“, war damals seine Reaktion darauf. Inzwischen ist klar: Körber weiß schon lange, mit welchen Methoden hier in Zwickau hantiert wird. Bereits seit Jahren erreichen ihn  und seine Politikerkollegen in der Dresdener Staatskanzlei Berichte über merkwürdige Vorgänge an den Zwickauer und auch Dresdner Gerichten. Die Akten, die ihnen vorliegen, sind voll mit deutlichen Hinweisen, wie diesen:
Rechtsanwältin Grit Lehmann (Leipzig): „Ich erkenne anhand Ihrer Akte sittenwidriges Verhalten am Familiengericht in Zwickau. Ihr ganzer Fall ist deshalb null und nichtig“. Rechtsanwalt Kay Estel (Chemnitz/DIE LINKE): „An der Richtigkeit meiner Auskunft halte ich fest. Ich werde jedoch nicht weiter Wasser auf die Mühlen gießen und Richtern strafrechtlich relevantes Verhalten nachweisen“. Rechtsanwalt Martin Kohlmann (Chemnitz/Freie Sachsen): „Da können wir nichts machen. Wir haben es in Zwickau und Dresden mit zwei hochkriminellen Gerichten zu tun“. Rechtsanwalt Carsten Dittrich (Leipzig): „Meine Mandantin wurde Spielball der Justiz und der sie bisher vertretenden Rechtsanwälte mit dem Ergebnis ihrer Ruinierung“. Rechtsanwalt Martin Braukmann (Pirna/AfD): „Gegen die Richter des Oberlandesgericht Dresden müsste eigentlich ermittelt werden. Aber das wird nicht passieren - Stichwort Sachsensumpf“. Rechtsanwalt Ulrich Magerl (Potsdam/CDU): „Dass Sie Opfer von Straftaten der Justiz sind, weiß ich. Sie werden aber in diesem System kein Recht bekommen“.
Bemerkenswert ist, dass fast alle Anwälte die Leute mit diesem Wissen alleine lassen. Nicht eine bzw. einer hatte bisher den Mut, die Sache durchzuziehen. Das Stasi-Netzwerk, seit der Wende gepaart mit den Methoden der Scientology-Sekte, scheint undurchdringbar. Es regieren Angst und Korruption. Das sagen unabhängig voneinander involvierte Juristen. Auch Richter und Justizsekretäre, die wir bisher nicht namentlich benannt haben. Die Sächsische Staatsregierung spricht dagegen weiter gern vom „funktionierenden Rechtsstaat“.