19 Juni 2026

Kein Vertrauen mehr: Rechtsuchende wenden sich an externe Behörden

Westsachsen/Plauen/Zwickau (Stadt der lügenden Staatsanwaltschaft).- Den Behörden in Zwickau ist nicht mehr zu trauen. Spätestens, seitdem bekannt wurde, dass die Zwickauer Justiz im Schulterschluss regelmäßig und wissentlich gegen geltendes Recht verstößt (Az. 4 O 567/20 / LGZ), ist jegliches Vertrauen in die Redlichkeit der Richter und Staatsanwälte in diesem Gerichtsbezirk zerstört. Genau deshalb wenden sich Betroffene immer öfter an eine externe Behörde. Doch was passiert, wenn eine Straftat, die innerhalb der Zwickauer Justiz begangen wurde, beispielsweise in Leipzig angezeigt wird? Wir haben nachgefragt, das Ergebnis ist ernüchternd:
„Straftaten, die in Zwickau begangen werden, müssen aufgrund der örtlichen Zuständigkeit immer von der Staatsanwaltschaft Zwickau bearbeitet werden“, so die Erklärung. Das bedeutet in der Praxis, dass die Leipziger Staatsanwaltschaft zwar ein Ermittlungsverfahren einleitet, dieses jedoch postwendend an Zwickau abgibt. Im konkreten Fall geht es um eine Anzeige gegen den Richter am Amtsgericht, Rainer Droll, wegen Strafvereitelung im Amt, Rechtsbeugung und anderes. Wer jetzt meint, die Staatsanwaltschaft Zwickau würde den Vorwurf ausführlich prüfen, Zeugen befragen oder sogar eigene Ermittlungen anstellen, ist auf dem Holzweg. Denn selbstverständlich wird das Verfahren sofort eingestellt. Egal, ob die Vorwürfe gerechtfertigt sind.
Ein besonders krasses Beispiel ist der Umgang mit der Personalie Markus Colli (Foto mit Justizministerin Constanze Geiert). Dieser war jahrelang als Oberstaatsanwalt in Zwickau tätig und stand bereits hier unter dem Verdacht der Strafvereitelung im Amt. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, für Rechtsanwalt Reinhard Schübel (den falsche Doktor aus Plauen) eine Promotion erfunden zu haben, die Schübel das Tragen eines Doktortitels erlauben würde. Die Überschrift dieser angeblichen Doktorarbeit würde lauten: „Entwicklung und Wirken der Verfahrensgerichte der slowakischen Republik und der Bundesrepublik Deutschland hinzu einem europäischen Verfassungsgericht?“. Dazu gibt es jedoch keinerlei Veröffentlichung. Die Existenz dieser Arbeit ist eine glatte Lüge. Erfunden von Markus Colli für seinen Berufskollegen Reinhard Schübel.
Nachdem diese und weitere Ungeheuerlichkeiten an die Öffentlichkeit gelangten, versetzte das Justizministerium Colli ans Amtsgericht Aue und beförderte ihn dort zum Direktor. Was ihn allerdings nicht daran hinderte, weiter als Oberstaatsanwalt in Zwickau die Fäden zu ziehen. Trotz der öffentlichen Kritik an dieser Konstellation, übte Colli über mehrere Monate lang zwei Ämter aus, die sich in einer funktionierenden Demokratie eigentlich gegenseitig ausschließen müssten (Fotodokument). Der kollegiale Korpsgeist (birgt die Gefahr, dass Fehler oder Fehlverhalten gedeckt werden) ist nach wie vor stärker als der Wille, sich an Recht und Gesetz zu halten.
Jetzt könnte man auf die Idee kommen, diese Straftaten, genauer gesagt Verbrechen an der Bevölkerung, außerhalb Sachsens, zum Beispiel in Berlin anzuzeigen. Doch auch hier das gleiche Ergebnis: „Straftaten, die in Zwickau begangen werden, müssen aufgrund der örtlichen Zuständigkeit immer von der Staatsanwaltschaft Zwickau bearbeitet werden.“