18 Juni 2026

Elite-Stipendium: Amerikanerin forscht an Robert-Schumann-Haus

Westsachsen/Zwickau (Stadt des Clara-Schumann-Hörspiels).-
Dass das Robert-Schumann-Haus Zwickau auch eine internationale Forschungsstätte von Rang ist, ist zumindest in der Fachwelt hinreichend bekannt. Das Haus verfügt über die weltgrößte Sammlung an über 4.000 Originalhandschriften – Kompositionen, Tagebüchern und Briefen – der Eheleute Schumann, was es zu einer Hauptanlaufstelle für Wissenschaftler aus der ganzen Welt macht. Mit der Schumann-Briefedition und der neuen Schumann-Gesamtausgabe betreut es zudem zwei weitreichende Projekte der Schumann-Forschung selbst mit.
Nun sind in diesen Tagen gleich drei Wissenschaftlerinnen aus den USA zu Gast in Schumanns Geburtsstadt, um am Originalschauplatz zu unterschiedlichen Themen zu arbeiten. Den Beginn machte Anfang Juni Katie Ritzema – Pianistin, Organistin und Studentin der Musikwissenschaft an der Washington University St. Louis/USA. Am Robert-Schumann-Haus arbeitete sie zu den Londoner Auftritten der Pianistin Clara Schumann. Außerdem engagiert sich Katie Ritzema im Bereich öffentlicher Musikwissenschaft, indem sie über ihre Social Media Präsenz klassische Musik – insbesondere von Frauen – einem größeren Personenkreis zugänglich macht. Ihren Aufenthalt legte sie bewusst genau in die Zeit des Zwickauer Schumann-Festes, von dem sie sämtliche Veranstaltungen miterlebte und begeistert von deren Niveau war.
In dieser Woche kam Abigail Nordan vom Boston Conservatory in Berklee zu Archivforschungen nach Zwickau. Sie ist studierte Psychologin und arbeitet auch als Chorleiterin. Sie forscht zur Krankengeschichte in den Endenich-Akten Robert Schumanns und konnte in der Bibliothek des Robert-Schumann-Hauses vorhandene rare Publikationen aus der NS-Zeit dazu konsultieren.
Vom 1. Juli an wird Alexis Smith – außerordentliche Professorin für Germanistik an der Hannover Faculty/Indiana, USA – für ein halbes Jahr Archiv und Bibliothek des Robert-Schumann-Hauses nutzen können. Sie erhielt das renommierte Fulbright Stipendium für die Übersetzung der Schumann-Tagebücher ins Englische. Hintergrund ist, dass mit dieser Übersetzung auch Lesern im angloamerikanischen Sprachraum die Möglichkeit eröffnet werden soll, ein tieferes Verständnis für Leben und Werk Robert Schumanns zu erlangen.
Quelle und Fotos: Stadtverwaltung Zwickau
Hörspiel-CD aus dem Leben von Clara Schumann