Westsachsen/Zwickau.- „Wenn Deutschland so scheiße ist, warum sind Sie dann hier?“. Dieser Satz des Zwickauer Richters, Stephan Zantke (Foto oben), machte Ende 2017 Schlagzeilen in ganz Europa. Ein Jahr später veröffentlichte Zantke ein Buch unter gleichnamigem Titel. Damit machte er sich keineswegs überall Freunde. Einige Medien verglichen ihn gar mit dem „Richter Gnadenlos“ Ronald Barnabas Schill (Foto unten), dem ehemaligen Innensenator der Stadt Hamburg und Vorsitzenden der Partei Rechtsstaatlicher Offensive (PRO), der „absurd hohe Urteile gegen Migranten mit ausländerfeindlichen Sprüchen“ garniert habe. Inzwischen gebe es viele Richter dieser Art, wobei Zantke 2017 „von der bürgerlichen Presse gehypt“ wurde.

Doch wie ist der Stand heute in Sachsen - in Zwickau? Ein Assistenzarzt berichtet von einem Besuch des Zwickauer Amtsrichters Rainer Droll, der als Bereitschaftsrichter zu einem Notfall in ein psychiatrisches Krankenhaus gerufen wurde. Dort versuchte die Chefärztin ihm zu erklären, warum ein Patient zu seiner und anderer Patienten Sicherheit zwangsmedikamentiert werden sollte. Dafür wird ein richterlicher Beschluss benötigt. Drolls erste Reaktion: „Kann ich bitte einen richtigen Arzt sprechen?!“ Damit spielte er auf die Herkunft der beiden Mediziner an, die im Übrigen in Deutschland studiert haben und seit Jahren in dieser Klinik praktizieren. Das Gespräch mit der Ärztin verweigerte er komplett und wandte sich stattdessen an ihren Assistenten. So, als würde sie gar nicht existieren. Die Klinikleitung hat sich daraufhin beim Justizministerium beschwert. Da der Ausgang noch offen ist, berichten wir zu einem späteren Zeitpunkt noch einmal ausführlich.

Ein weiteres Beispiel betrifft die Zwickauer Staatsanwaltschaft. Markus Colli (Foto mit Justizministerin Constanze Geiert / CDU), der wegen seiner Doppelrolle als Oberstaatsanwalt und gleichzeitig Amtsgerichtsdirektor bereits mehrfach negativ in Erscheinung getreten ist, ermittelt gern gegen Opfer. Vor allem, wenn es Frauen sind. Das belegen mehrere Ermittlungsakten, die der WSZ vorliegen. So ist der Fall einer Frau aus Dortmund bekannt, die bei einem Aufenthalt in Plauen wegen eines angeblichen Tötungsversuchs von der Polizei verhaftet wurde. Sie landete für 147 Tage in Zwickauer Untersuchungshaft. Später stellte sich heraus, dass der angeblich in Tötungsabsicht angegriffene Mann die vermeintliche Täterin zuvor mehrfach vergewaltigt hatte. Colli ermittelte ausschließlich gegen die Frau. Den Vergewaltiger lässt er bis heute unbehelligt.
In einem weiteren Fall wurde eine Frau über Jahre hinweg von mehreren männlichen Nachbarn gestalkt und belästigt. Als sie sich eines Tages in ihrer Verzweiflung mit einem Steinwurf wehrte, der noch nicht einmal getroffen hat, wurde sie angeklagt. Die beiden Männern hingegen bleiben unbehelligt.
Uns liegen weitere Zuschriften mit ähnlichem Inhalt vor. Dies alles aufzuarbeiten, wird einige Zeit dauern. Es lohnt sich also, die WSZ regelmäßig zu lesen. Sie können uns gern mit einer
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