Mittwoch, 28. Februar 2018

Freiburger Künstler zurück in der Stadt seiner Jugend

Portrait Wolfram Zimmer©WolframZimmerBad Elster.- Am vergangenen Sonntag wurde im Zuge einer feierlichen Vernissage die neue Ausstellung »Von der Idee zum Bild« mit Zeichnungen und Malereien von Wolfram Zimmer aus Freiburg im Breisgau in der KunstWandelhalle Bad Elster eröffnet. Der in Bad Elster aufgewachsene Wolfram Zimmer kehrt damit in die Stadt seiner Jugend zurück: Der heute im Schwarzwald lebende Künstler gibt in seiner Ausstellung einen sensiblen Eindruck seines künstlerischen Schaffensprozesses. Seine Ausstellung zeigt gegenständliche Landschafts- und Architekturbilder, in denen die Gedanken über die Geschehnisse in der Welt zu Bild-Ideen werden.
In seinen »Käfigbildern« geht der Künstler von einer 1973 entdeckten Stelle in Paris aus, die ihn so faszinierte, dass er daraus eine Vielzahl von Szenerien entwickelte, die an menschliche Lebenssituationen erinnern. Einige davon setzte er in eindrucksvolle Gemälde um. Seine »Altstadtbilder«, inspiriert von seiner Studienzeit in Karlsruhe, zeigen mitleidsvoll den Niedergang und Abriss eines intakten Stadtteils, um Platz für modernes Wohnen zu schaffen. Neuere Bilder geben Einblick in das Entstehen von Bildern als »Malerei aus der Palette«, die im Gemälde sichtbar integriert bleibt. Dabei ist es ihm gelungen, mit der Beschränkung auf die Grundfarben Blau, Gelb, Rot, Weiß und Schwarz, die komplette Farbwelt darzustellen. Dabei sind Bilder für Wolfram Zimmer keinesfalls nur oberflächliche Anschauungen, sondern spiegeln in der Kunst oft ein stückweit individuelle Ansichten des Weltgeschehens oder Zusammenhänge in Politik, Wirtschaft und dem irdischen Leben wider. Lebenslang skizzierte er leicht und rasch seine alltägliche Welt mit dem Wunsch, diese in Bildern lebendig werden zu lassen. Aus diesen vielen Skizzen sind farbige Bildentwürfe geworden, quasi Vor-Bilder für größere Malereien, die in dieser sehenswerten Ausstellung gezeigt werden.
Ausstellung Wolfram Zimmer ©KatrinHoyer„Das Entdecken einer Situation, die gar nicht von großer Bedeutung sein muss, ist eine wichtige Voraussetzung. Beim Fotografieren wird das Gesehene eher sehr gleichmäßig realistisch wiedergegeben. Beim zeichnerischen Festhalten ist mehr Können, Mühe und Umsetzung gefordert“ erklärt Zimmer und ergänzt: „Das individuelle, das mögliche interpretierende Gestalten ist spannender und wertvoll. Beim Malen kann sich die Bildgestaltung erweitern und steigern, sogar zu nachdenklicher Mitteilung.“
Wolfram Zimmer wurde am 28.8.1944 in Bunzlau/Schlesien geboren, kurz vor Ende des 2. Weltkrieges flüchtete die Familie und kam 1945 nach Bad Elster. Hier ging er zur Schule, bis er 1956 mit seinen Eltern und Geschwistern nach Freiburg im Breisgau zog. Die Verbindung mit Bad Elster hielt bis heute an. Nach dem Abitur studierte er in Karlsruhe an der Kunstakademie Malerei und der Uni Kunstgeschichte und Philosophie. 1971 begann er als Kunsterzieher an Gymnasien in Karlsruhe und Freiburg.  Seine interessante Ausstellung kann noch bis zum 8. April jeweils von Mittwoch bis Sonntag von 14.00 bis 17.30 Uhr sowie an den Wochenenden und an Feiertagen zusätzlich von 09.30 Uhr bis 12.00 Uhr sowie zu den Veranstaltungen in der KunstWandelhalle Bad Elster besichtigt werden. Der Eintritt ist frei. Weitere Informationen unter www.kunstwandelhalle.de

Quelle und Fotos: Chursächsische Verwaltungs GmbH