30 Oktober 2018

Schulangst und Schulverweigerung: eine Frage des Bildungsniveaus?

Chemnitz/Zwickau/Meerane.- Verweigert sich der Schüler der Schule oder die Schule dem Schüler? Dieser zentralen Frage stellte sich das erste Fachsymposium der Professor Dr. Clauß Dietz Stiftung „Schulangst und Schulverweigerung – Gründe, Entwicklungen, Maßnahmen“, welches anlässlich des 20-jährigen Bestehens des Kinder- und Jugendförderprojekts „Start-Off“ am 25. Oktober in Meerane stattfand.
Laut Angabe des Sächsischen Kultusministeriums wurden allein im Jahr 2016 mehr als 6000 Ordnungswidrigkeitsverfahren mit Bezug auf unentschuldigtes Fehlen von Schülern in Sachsen erhoben. Dies macht deutlich, welch große Herausforderung das Thema Schulverweigerung für Schule und Gesellschaft ist. Prof. Dr. Kerstin Popp von der Universität Leipzig erörterte in ihrem Referat unter anderem die mangelnde Belastbarkeit der Daten zur Schulverweigerung, da diese in vielen Bundesländern höchst unterschiedlich erhoben und sich oft nur über die Zahl der verhängten Ordnungswidrigkeiten definieren würden. Darüber hinaus erläuterte sie Formen der Schulverweigerung von Schwänzen über Zurückhalten bis hin zur Verweigerung und stellte die bereits eingangs erwähnte Frage: „Verweigert sich der Schüler der Schule oder die Schule dem Schüler?“
Die verfassungs- und schulrechtlichen Grundlagen sowie die damit einhergehenden Instrumentarien erklärte Anja Meyer, Referentin für Rechts- und Verwaltungsangelegenheiten im Landesamt für Schule und Bildung, Standort Chemnitz. Sie betonte noch einmal den Wert der gesetzlichen Schulpflicht und informierte über den Verfahrensablauf, und die bestehenden Netzwerke bei Schulpflichtsverletzung.
Zum Thema Schulabsentismus und wie diesem in der Praxis begegnet wird und werden kann, äußerte sich Antje Schmidt vom Projekt „start off“ der Professor Dr. Clauß Dietz Stiftung: „Es sind tatsächlich mehr Jungen als Mädchen betroffen und oft müssen erst ganz andere „Baustellen“ in Angriff genommen werden, bevor eine Reintegration in Frage kommt.“ Sie erklärte außerdem, dass die bei „start off“ betreuten Kinder in der Regel ein Jahr begleitet werden und man mit Stolz auf eine 80-prozentige Erfolgsquote schauen kann.
Dass dabei vor allem die persönliche Beziehung zum Betroffenen eine wichtige Voraussetzung ist, bestätigten in einem Praxisgespräch auch Heidi Baumann und Jana Künzel. Die Schulleiterin und die Lehrerin der Rudolf-Weiß-Schule Zwickau räumten ein, dass Schulverweigerung sowie deren Gründe oft schwer zu erkennen respektive zu erfassen sind. In ihren Beiträgen gingen sie auf die Vielfalt der unterschiedlichen Fälle ein und hoben die Bedeutung der frühzeitigen Diagnose von Symptomen des Schulabsentismus, aber auch die Möglichkeiten schulischer Intervention bei der Prävention hervor.
Die insgesamt 87 Fachteilnehmer des Symposiums nutzten rege die Möglichkeiten zur Diskussion und des Erfahrungsaustausches. Vor allem die Situation an den Schulen, die sich oft mit der Problematik alleingelassen fühlen, aber durch die verstärkte Präsenz von Schulsozialarbeitern völlig neue Möglichkeiten der Intervention haben, standen immer wieder im Fokus. Diskutiert wurden in diesem Kontext auch das Ansehen des Lehrerberufes, die Bedeutung der Elternarbeit sowie die Problematik diverser Organisations- und Informationsketten etwa zwischen Schulen und Ordnungsämtern.
„Ich bin hocherfreut über dieses unglaublich spannende und ertragreiche erste Symposium der Stiftung, und würde mich sehr freuen, wenn wir dieses so wichtige Thema im Rahmen einer Folgeveranstaltung vertiefen könnten“ sagte Prof. Dr. Dietz zum Abschluss der Veranstaltung, was auch den Wünschen des Fachpublikums entspricht.
Das Projekt „start off“ der Professor Dr. Clauß Dietz Stiftung arbeitet seit 1998 in Zwickau. In diesen zwanzig Jahren hat man es geschafft, dass 80 Prozent der bis jetzt 216 betreuten Schulverweigerer in den Regelschulbetrieb wieder integriert bzw. in berufsvorbereitende Maßnahmen entlassen werden konnten.
Die Professor Dr. Clauß Dietz Stiftung setzt sich als Stiftung mit dem Schwerpunkt Bildung sachsenweit für die Verbesserung des Bildungsniveaus ein und hat es sich zur Aufgabe gemacht, Kinder und Jugendliche fit zu machen fürs Leben. Das Thema Schulverweigerung und Prävention von Schulabbruch ist seit Bestehen der Stiftung ein Kernthema und eine Herzensangelegenheit für alle Mitglieder, Unterstützer und Förderer. So beispielsweise auch des Kooperationspartners – der DPFA-Schulen gGmbH. Das Kinder- und Jugendförderprojekt „start off“ in der Trägerschaft der Stiftung leistet seit nunmehr 20 Jahren Dank der Förderung des Landratsamtes Zwickau einen wesentlichen Beitrag bei der Begegnung von Schulverweigerung in der Region Zwickau. Wenn auch Sie derartige Vorhaben unterstützen wollen, freut sich die Stiftung jederzeit über Spenden und Kontaktaufnahme durch Kooperationspartner. Über das Projekt und weitere Aktivitäten der Stiftung können Sie sich jederzeit unter www.dietz-stiftung.de informieren.

Quelle und Fotos: DPFA

Philosophen diskutieren im King-Zentrum die „Grenzen der Toleranz“

Werdau.- Am Donnerstag, den 8. November um 19.00 Uhr stehen die „Grenzen der Toleranz“ im Mittelpunkt einer Veranstaltung, zu der das Martin-Luther-King-Zentrum einlädt. Das Philosophenpaar Thea und Bruno Johannsson erkundet die Rolle von Toleranz im persönlichen Umfeld sowie in der Gesellschaft. Dabei ordnen sie ihren Toleranzbegriff in ein allgemeines Meinungs-/Verhaltens-Reaktions-Schema ein. Und sie fragen nach den Grenzen der individuellen und gesellschaftlichen Toleranz und den Ursachen dafür.
Toleranz erweist sich kurzfristig als wertvoller Puffer für den sozialen Frieden, langfristig kann zu viel Toleranz evtl. zur Verschärfung von Problemen und zu Politikverdrossenheit führen. Wie gehen wir mit Andersdenkenden, wie mit Extremisten um? Welchen Kommunikationsstil verlangt Toleranz? Wieviel Offenheit verkraftet unsere Demokratie, was bedroht sie? An Hand konkreter und aktueller Beispiele wird das Publikum in die Diskussion einbezogen.
Thea und Bruno sind Gründungsmitglieder des Vereins für Freie Bildung e. V., Chemnitz und Mit-Initiatoren und Moderatoren des Café Philo in Chemnitz.

Erste deutsche Stammzellspenderdatei mit 10.000 Euro unterstützt

Lichtenstein.- Die Vereinsmitglieder von „Erzgebirge gegen Blutkrebs“ aus Lichtenstein (Kreis Zwickau) haben ein Ziel: Lebensretter für Leukämiepatienten finden. Im März haben sie sich deshalb mit der Stefan-Morsch-Stiftung, Hilfe für Leukämie- und Tumorkranke zusammen getan, um gemeinsam Überlebens-chancen für Blutkrebskranke zu schaffen. Jetzt hat der Vereinsvorstand die Birkenfelder Stiftung besucht, um sich vor Ort ein Bild zu machen. Mit im Gepäck: ein Spendenscheck über 10.000 Euro.
Um drei Uhr morgens hat sich Jana Lorenz mit fünf weiteren Vereinsmitgliedern vom sächsischen Lichtenstein auf den Weg gemacht: in das rund 530 Kilometer entfernte rheinland-pfälzische Birkenfeld, dem Sitz Deutschlands erster Stammzellspenderdatei. Sie wollten sich darüber informieren, wie sich rund 70 Mitarbeiter täglich für Lebenschancen Betroffener einsetzen. Lorenz und ihre Begleiter sind begeistert: „Hier sind alle spürbar mit Herzblut dabei. Egal ob im Labor, der Station für Stammzellentnahme oder dem internationalen Spendersuchzentrum.“
Stefan Morsch, Namensgeber der Stiftung, erkrankte Anfang der 80er Jahre an Leukämie. Als erstem Europäer wurden ihm in Seattle erfolgreich Stammzellen eines unverwandten Spenders transplantiert. Wenige Monate nach der Transplantation, am 17. Dezember 1984, starb der 17-Jährige an den Folgen einer Lungenentzündung. Es war seine Idee, in Deutschland eine Spenderdatei zu gründen, damit alle Leukämiepatienten die Chance auf Heilung bekommen. Stefans Eltern Hiltrud und Emil Morsch gründeten deshalb 1986 die Stefan-Morsch-Stiftung, mit dem Ziel Patienten und ihren Angehörigen zu helfen.
Seit zwei Jahren organisieren die Logopädin und ihr Team in Sachsen während ihrer Freizeit Typisierungen und rufen zu Spenden auf, alles um Erkrankten beim Kampf gegen Blutkrebs zu helfen. Wer bei Lorenz eine Speichelprobe abgibt, wird seit dem Frühjahr als Stammzellspender in der Datei der Stefan-Morsch-Stiftung registriert und steht weltweit für Leukämiekranke zur Verfügung. Seit April waren das bisher rund 570 Menschen. „Wir haben einen großen Rückhalt in unserer Region. Viele Menschen unterstützen unsere Hilfeaufrufe mit Spenden. 10.000 Euro sind so zusammengekommen. Die möchten wir jetzt an die Stiftung weitergeben.“
Susanne Morsch, Vorstandsvorsitzende der Stiftung ist zunächst sprachlos vor Rührung: „Das Erzgebirge gegen Blutkrebs ist für uns ein starker Partner in Sachsen, um Leukämie- und Tumorkranken helfen zu können. Die 10.000 Euro Spenden fließen direkt in die Spenderneugewinnung. Für jede Typisierung entstehen uns Registrierungskosten von etwa 40 Euro. Um jungen Menschen die Typisierung kostenlos anzubieten, finanzieren wir diese Kosten mithilfe von Spenden. Die 10 000 Euro ermöglichen, dass wir 250 neue Spender aufnehmen können. Das sind 250 Lebenschancen für Patienten.“
Foto (Stefan Morsch Stiftung): Hintere Reihe, von links: Angela Wächtler, Franziska Fiedler, Heike Magerl, Uwe Lorenz. Vorne, von links: Steffi Schubert, Jana Lorenz, Vorstandsvorsitzende der Stiftung Susanne Morsch und Elisabeth Pfaff.

Foto: Stefan-Morsch-Stiftung/Annika Zimmer

26 Oktober 2018

EU-Projekt beim Tag des Einbruchschutzes 2018

Zwickau/Plauen.- Freitag und Samstag stehen in Bezug auf die Präventionsarbeit der Polizeidirektion Zwickau im Zeichen der Vorbeugung von Einbrüchen. Denn der letzte Sonntag im Oktober ist wie in den zurückliegenden Jahren deutschlandweit der „Tag des Einbruchschutzes“ und der Kampagne „Keinbruch“. Aus diesem Grund sind Volker Flemig und Matthias König von der Polizeilichen Beratungsstelle an beiden Tagen beratend unterwegs. So stehen sie am Freitag von 10 Uhr bis 19 Uhr im Eingangsbereich des Möbelhauses Porta im Zwickauer „Glück-Auf-Center“ und am Samstag von 9 Uhr bis 16 Uhr im Plauener „Elster Park“ für alle Bürgerinnen und Bürger als Ansprechpartner zur Verfügung. Dabei geht es um Beratung und die Beantwortung von Fragen rund um das Thema Einbruchschutz. Hierbei kommen auch Modelle, bspw. von Schutzfolien oder Schlössern zum Einsatz.
Im Rahmen des durch die EU geförderten Projektes zur koordinierten Öffentlichkeitsarbeit war am Freitagmittag auch eine Vertreterin der Bezirkspolizeidirektion Karlovy Vary im Zwickauer „Glück-Auf-Center“ (siehe Foto) und informierte sich über Inhalt und Form der polizeilichen Präventionsarbeit der Polizeidirektion Zwickau zum Thema Einbruchschutz. Dabei nahm sie interessante Anregungen mit.
Quelle und Foto: PD Zwickau

23 Oktober 2018

Konzert-Tipp der Woche: Die Zöllner – mit Pauken und Trompeten

Bad Elster.- Am Sonnabend, den 3. November gastiert um 19.30 Uhr die ostdeutsche Kultband DIE ZÖLLNER in Big-Band-Besetzung mit ihrem Jubiläumskonzert »30 Jahre mit Pauken und Trompeten« im König Albert Theater Bad Elster. Im legendären Konzertsommer 1988 traten DIE ZÖLLNER vor 70.000 Menschen als Support von James Brown in Berlin Weißensee erstmalig als Bigband in Erscheinung. 30 Jahre später darf sich nun Bad Elster auf ein Theaterkonzert der Kultband voller Funk & Soul freuen! Mit Titeln wie »Käfer auf’m Blatt« und »Viel zu weit« wurden sie in den letzten Tagen der DDR berühmt, das Debütalbum aus dem Jahre 1990 war gleichzeitig die letzte Veröffentlichung des volkseigenen Plattenlabels AMIGA. Mit souligen Balladen und funkig-jazzigen Bläsersätzen mischen DIE ZÖLLNER seitdem im gesamtdeutschen Musikzirkus mit und begeistern bis heute die Manegen landauf landab. Die Vollblutmusiker um den erfolgreichen Künstler Dirk Zöllner sind immer eine Garantie für energiegeladene Konzertereignisse, was sie durch ihre nicht versiegende, kreativen Präsenz und Spielfreude immer wieder unter Beweis stellen. Zum 30-jährigem Jubiläum erscheint nun ein neues Album als Konzentrat des Bandschaffens, welches die Rolle DER ZÖLLNER als Pioniere des deutschen Funk & Soul unter Beweis stellen soll. Die knackigsten Songs und gefühlvollsten Balladen werden dabei aufpoliert und dem Liebhaber der gehobenen Musikkultur auf der großen Jubiläumstour präsentiert – Vorhang auf, Manege frei für die legendären ZÖLLNER! Tickets: 037437/53 900 | www.koenig-albert-theater.de
Festival-Tipp der Woche: The Irish Folk Festival on stage
Das einzigartige, über 40-jährige Irish Folk Festival lädt das Publikum am Sonntag, den 4. November um 19.00 Uhr einem  besonderen Erlebnis in das König Albert Theater Bad Elster ein. Jedes Jahr steht diese Festivaltour unter einem besonderen Motto, das einen aktuellen Bezug zur grünen Insel hat. In diesem Jahr stellt bekanntlich der Brexit die irische Kultur vor einige spannende Fragen. Die Antwort darauf heißt 2018: Music knows no borders! Denn wer sich mit irischer Kultur auskennt, der weiß: Musik, Tanz und Gesang sind der Stoff aus dem Träume sind – sie kennen keine Grenzen! Mit Christy Barry & James Devitt begeistern dabei zwei in Ehren ergraute Gentlemen der traditionellen Szene mit ihrem entspannt gespielten »old time« Stil die Festivalbühne Bad Elster, das frisch vermählte Musikerpaar Joanna Hyde & Tadhg Ó Meachair erfreut mit irisch-amerikanischen Tunes als transatlantisches Klangerlebnis und die berühmte Harfenistin Ailie Robertson’s präsentiert mit »Traditional Spirits« eine berauschende Hommage an den schottischen Whisky, ganz nach der alten Kunst des »whisky blending« als Mixtur aus Tradition, Jazz und Klassik. Abgerundet wird dieser lebenslustige Abend von den jungen Damen des Quintetts THE OUTSIDE TRACK und ihren erfrischenden und kreativen Interpretationen keltischer Musik aus überschäumender Spiellaune, beeindruckender Virtuosität, Stepptanzeinlagen, eigenwilligen Arrangements und einer großartigen Sängerin! Der beliebte Höhepunkt dieses grenzenlosen, lebenslustigen Konzertabends ist dann wieder die gemeinsame Irish-Folk-Session als großes Finale mit allen Künstlern: Music knows no borders! Vorhang auf für ein Festival voll irischer Spielfreude und großer Unterhaltung! Tickets: 037437/53 900 | www.koenig-albert-theater.de

Mit künstlerischer Anleitung: junge Leute wollen Stützwand neu gestalten

Werdau.- Sie ist grau, beschmiert und zugleich irgendwie verlockend – die Stützwand am Roten Berg am Eingang zum Werdauer Ortsteil Steinpleis. Während der Herbst die Natur in Werdau in ein buntes, jedoch vergängliches Farbenmeer taucht, fehlt hier klar noch das gewisse Etwas. Genau das wollen engagierte Jugendliche aus Werdau und Umgebung nun schaffen.
Die Projektgruppe „MitBestimmer“ hat es sich zum Ziel gesetzt, an den nächsten beiden Wochenenden Farbe an die Wand zu bekommen. Konkret sollen so viele Wandelemente wie möglich gemeinsam bunt bemalt und unter professioneller Anleitung von Künstlern besprayt werden.
Unterstützung erhalten die jungen Leute davon unter anderem von der Stadtverwaltung, dem EGN-Baumarkt Werdau und der Steuerungs- und Entwicklungsgruppe kommunale Jugendbeteiligung. Letztere entwickelt seit einigen Monaten gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern neue Wege der Mitgestaltung der Pleißestadt.
Die Arbeitseinsätze zur großen Graffiti- und Mal-Aktion finden am 27. Oktober und 3. November jeweils ab 13 Uhr vor Ort statt. Weitere Helferinnen und Helfer sind dabei herzlich willkommen, ebenso Unterstützer mit Farbe, Pinseln und anderen Materialien. Interessenten werden gebeten, sich im Vorfeld mit der Projektgruppe „MitBestimmer“ unter der E-Mail-Adresse mitbestimmer.werdau@gmail.com in Verbindung zu setzen.
Quelle und Foto: Stadtverwaltung Werdau

Historische Stadtansichten Werdaus: die Zeitreise geht weiter

Werdau.- Der Werdauer Ulrich Puchelt war schon immer interessiert an der Geschichte seiner Heimat. 2013 teilte er seine Eindrücke und seinen Bilderfundus mit anderen Gleichgesinnten und brachte erstmals einen historischen Stadtkalender heraus. Dieser beschäftigte sich damals noch mit der lokalen Gastronomie und ihrer Geschichte. Und auch in diesem Jahr gibt es etwas Neues. Unter dem Titel „Werdau – vor einiger Zeit“ erschien nun der Kalender 2019 mit 12 Motiven, die wohl nicht jeder Werdauer auf Anhieb zuordnen kann. Somit gewährt Ulrich Puchelt Bürgern und Gästen der Pleißestadt einen in dieser Form einmaliger Blick in die Geschichte seiner Heimat. Präsentiert werden sowohl verschwundene Orte, wie etwa das Stadtbad oder Tivoli, als auch solche, die heute in neuer, meist anderer Nutzung den Bürgern wieder zur Verfügung stehen. So manches Objekt, wie etwa die ehemalige „Walkmühle“ am Grünanger 30, die heute ein schön saniertes Wohnhaus ist, wurde wieder aus ihrem Dornröschen wach geküsst.
Der Kalender ist für 10,00 Euro unter anderem bei Kalitzkis Puppenstuben in der August-Bebel-Straße, im Stadt- und Dampfmaschinenmuseum sowie an der Werdauer Stadtinformation erhältlich.

Quelle und Foto: Stadtverwaltung Werdau

BARMER Telefonhotline: Winterzeit - Zeitumstellung - Schlafstörungen

Westsachsen/Dresden.- Über die Hälfte aller Sachsen fühlt sich morgens eigentlich ausgeschlafen, erholt und erfrischt. Sie haben beim Einschlafen keine Probleme, schlafen gut und schnell ein. Rund 70 Prozent sind mit ihrem Schlaf zufrieden. Lediglich 22 Prozent berichten von Schlafstörungen. Zu diesem Ergebnis kam eine repräsentative Befragung der BARMER. Gerade die Tage um die Zeitumstellung im März und Oktober gelten jedoch als besonders problematisch. Hier werden auch einige Sachsen mehr unter Schlafproblemen leiden. Für alle, die in der Nacht vom 27. zum 28. Oktober wach liegen, schaltet die BARMER eine Hotline zum Thema ‚Gesunder Schlaf‘. Erreichbar ist der BARMER Teledoktor für alle Interessierten unabhängig von der Kassenzugehörigkeit in der Zeit von 0 bis fünf Uhr unter der kostenfreien Telefonnummer: 0800 8484 111. Anrufer erhalten Antwort auf ihre Fragen zum Thema gesunder Schlaf, Tipps für eine richtige Schlafhygiene und Informationen zu Schlafstörungen, deren Formen, Folgen sowie Behandlung.
Nicht nur Zeitumstellung, auch Digitalisierung stört erholsamen Schlaf
Der erste Blick und oft auch der letzte Blick gelten dem Handy. Smartphone oder Tablet im Schlafzimmer rauben immer mehr Menschen regelmäßig den Schlaf. 33 Prozent von denen, die elektronische Geräte permanent im Schlafzimmer haben, bleiben häufig oder immer länger als beabsichtigt auf. Von denen, die ohne Elektronik im Schlafzimmer auskommen, sind dies nur 15 Prozent. 36 Prozent der Bevölkerung beklagen zudem Einschlafprobleme. „Die Digitalisierung bietet im Alltag enorme Chancen und Potenziale. Unsere Befragung zur Schlafgesundheit in Deutschland zeigt aber auch, dass es sinnvoll ist, nicht permanent online zu sein“, so Dr. Fabian Magerl, Landesgeschäftsführer der BARMER in Sachsen. Dies sei allein schon deshalb wichtig, da ausreichender guter Schlaf Voraussetzung für körperliche und seelische Gesundheit sei. 38 Prozent der Befragten schlafen jedoch in einer typischen Arbeitswoche nur sechs Stunden und weniger. Auch mehr als jeder zweite Sachse gab an gern etwas länger zu schlafen. Magerl: „Die Nutzungsgewohnheiten elektronischer Medien im Schlafzimmer verwundern nicht angesichts der Tatsache, dass jeweils knapp 40 Prozent der Befragten ihre Smartphones und Fernseher häufig oder dauerhaft nutzen. Auch bei PC und Laptop sind dies immerhin noch 21 Prozent.“
Stress und private Sorgen stören ebenfalls den gesunden Schlaf
Zugleich deckt die Befragung auf, dass neben der Digitalisierung auch private Sorgen und Stress Hindernisse für einen gesunden Schlaf sind. 39 Prozent der Befragten gaben dies als Ursache für eine Störung ihres Schlafes an. Gesundheitliche Probleme sind mit 34 Prozent zweitwichtigste Störfaktoren, gefolgt von beruflichen Problemen (33 Prozent). Die meisten von Schlafstörungen Betroffenen (26 Prozent) leiden an Ein- und Durchschlafstörungen. Knapp die Hälfte von ihnen (45 Prozent) waren damit beim Arzt, und in sechs von zehn Fällen bestätigte die Diagnose eine Schlafstörung.
Quelle und Grafiken: BARMER

20 Oktober 2018

Live-Multivisionsshow: Island – Naturwunder am Polarkreis

Werdau.- In ihrer Live-Multivisionsshow berichten Sandra Butscheike und Steffen Mender am Samstag, den 24.11.2018, ab 19:30 Uhr in der Stadthalle „Pleißental“ in Werdau über ihre Reisen durch Island.
Island ist wild, einzigartig und atemberaubend schön. Naturgewalten haben auf der größten Vulkaninsel der Erde eine unvergleichliche Vielfalt an spektakulären Landschaften geschaffen. Geysire, blubbernde Schlammtöpfe, heiße Quellen, unberührte Fjorde, bizarre Vulkane, unwirkliche Mondlandschaften, ausgedehnte Lavafelder, unzählige Wasserfälle und gewaltige Gletscher bestimmen das Bild der Insel.
Mehrere Monate waren Sandra Butscheike und Steffen Mender in allen Landesteilen unterwegs. Mit ihrem VW-Bus bereisten die Beiden die bekannten Highlights entlang der Ringstraße, die Westfjorde und die Halbinsel Snæfellsnes. Sie durchquerten auf verschiedenen Touren das Hochland und erkundeten auf zahlreichen Wanderungen die Insel, allen voran der Laugavegur. Aus nächster Nähe beobachteten die Fotojournalisten Polarfüchse, Wale, Robben und unzählige Papageientaucher.
Im Nordwesten Islands besuchten die Beiden eine Pferdefarm und erfuhren viel über die Besonderheiten der Islandpferde. Sie feierten mit zigtausend Isländern den „Großen Fischtag“ in Dalvik und die Kulturnacht in Reykjavik. Im Haifisch-Museum erklärte Ihnen Christian, wie die isländische Spezialität Hákarl hergestellt wird und Ólafur zeigte den Beiden, welche Leckereien er mit natürlicher Erdwärme kocht. Sobald die Nächte kürzer werden, erhellt ein weiteres Naturschauspiel den isländischen Himmel. Der magische Tanz der Polarlichter macht die Faszination Island perfekt.
Mit Fotoapparat, Videokamera und Drohne haben Sandra Butscheike und Steffen Mender die überwältigende Schönheit Islands eingefangen, die wohl jeden in ihren Bann zieht.
Karten gibt es in allen Freie Presse-Shops in der Nähe sowie an der Abendkasse.
Infos auch unter www.outdoorvisionen.de
Text und Fotos: Steffen Mender / Sandra Butscheike

Neue Schenkung für Museum: Spätwerk von Max Pechstein

Zwickau.- Das Max-Pechstein-Museum ist bald um ein Exponat reicher. Die Enkel von Max Pechstein, Julia und Alexander Pechstein, übergeben am 7. November 2018 die Tempera-Malerei „Drei Palauerinnen nach dem Bad“ von 1949. Allein durch seine Größe nimmt das Exponat eine besondere Stellung innerhalb des Gesamtwerkes des Künstlers ein.
Der intensiv rot-orange glühende Sonnenball leuchtet durch das üppige Grün der exotischen Landschaft. Eine nur mit einem gelben Grasrock bekleidete Frau sitzt auf einem Hocker, ihr zugewandt eine Kniende, ebenfalls im gräsernen Rock, zu ihrer Linken und eine gänzlich unbekleidete Südsee-Schönheit zu ihrer Rechten. Zu ihren Füßen kriechen Schlange und Eidechse. Ein Mann bewegt sich von der Gruppe weg in Richtung eines kleinen blauen Sees hinter ihr. Umrahmt und geschützt von palmenartigen Bäumen und hohen Gräsern, zwischen denen immer wieder große, rote, exotische Blüten hervorleuchten, baden hier zwei weitere Frauen.
Das 232 × 189 cm große, auf Karton ausgeführte Gemälde zeigt eine Südsee-Interpretation, die für Pechsteins späte Schaffensphase typisch ist. Sie wurzelt in einem damals bereits 35 Jahre zurückliegenden, den Künstler nachhaltig prägenden Aufenthalt auf den Palau-Inseln im Südpazifik. Gleichermaßen fasziniert wie inspiriert war Max Pechstein seit seiner Studienzeit in Dresden ab 1900 von der reduzierten Formensprache afrikanischer und ozeanischer Kunst. Jene Leidenschaft teilte er auch mit seinen „Brücke“-Kollegen. Besonders die Palau-Sammlung im dortigen Völkerkundemuseum, darunter ein mit Schnitzereien und Malereien verzierter Hausbalken, hatte es den jungen Künstlern angetan. In seinen Memoiren erinnert sich Pechstein, dass dieser Balken in ihm den Entschluss geweckt habe, in die Südsee zu reisen. 1914 war es soweit. Die Reise von Max Pechstein und seiner jungen Ehefrau Lotte war vom Wunsch motiviert, „allem Gezwungenen und Kultivierten“ zu entfliehen. Rückblickend vom Künstler als großes Abenteuer beschrieben, war der Aufenthalt voller Strapazen und nahm mit Ausbruch des Ersten Weltkriegs einen unvorhergesehenen Verlauf. Kriegsgefangenschaft und der mehrheitliche Verlust seiner vor Ort geschaffenen Werke gingen damit einher. Ungeachtet dessen wurde die in der deutschen Kolonie verbrachte Zeit für Pechstein zunächst ab 1917 und verstärkt nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem Schlüsselmotiv seiner Kunst. In Hunderten von Gemälden und in einer Lithographie-Mappe übermittelt er ein romantisiertes Bild der Südsee, das natürlich von seinem eigenen Ideal getragen wurde: der Einheit von Mensch und Natur, Leben und Kunst. Die Klischees vom unberührten Wilden waren gemeinhin noch allgegenwärtig. Pechsteins Palau-Erfahrung wurde Teil seiner Identität. Bis an sein Lebensende dachte er nostalgisch an das „Paradies seines Lebens“ zurück.
In einer von Zerstörung und Elend bestimmten Zeit nach 1945 verleiht er seiner Hoffnung und Erinnerung mit hellen, strahlenden Farben Ausdruck. Gerade in seinen letzten Schaffensjahren lässt Pechstein einige seiner durch Flucht, NS-Diffamierung oder Krieg verlorenen Bilder wieder neu entstehen. Dabei bemüht er sich nicht um Authentizität, sondern interpretiert und kombiniert exotisch Anmutendes: So sitzt das den Betrachter anblickende Modell auf einem aufwendig geschnitzten Hocker aus dem afrikanischen Kamerun (der sich in Pechsteins eigener Sammlung befand), wohingegen Kleidung, zum Teil Frisur, Hals- und Haarschmuck typisch für die palauische Kultur sind. Die als verschollen geltende erste Ausführung des Motivs in einem Gemälde ist durch eine historische Fotografie in die Zeit um 1930 zu datieren. Eine vorbereitende kleinformatige Tuschpinselzeichnung („Drei Akte“, 1930) existiert noch heute. Ein weiterer Glücksfall: Zu entdecken ist das Bild im 1950 gedrehten Dokumentarfilm von Hans Cürlis, der den knapp 70-jährigen Künstler bei der Arbeit in seinem Atelier zeigt.
Das Magazin der Kulturstiftung der Länder, Arsprototo, ermöglichte einen Spendenaufruf in seiner Ausgabe vom Februar 2017. Dank dieser Unterstützung und der eingegangen, großzügigen Spenden konnte das Werk restauriert werden.
Das Max-Pechstein-Museum ist seit 2014 wichtiger Bestandteil der KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU. Zu sehen sind in der Dauerausstellung Werke aus sieben Jahrzehnten, angefangen beim frühesten erhaltenen Gemälde „Geierwally“ aus dem Jahr 1896 über die Werke der „Brücke“-Zeit bis hin zu Gemälden aus den letzten Lebens- und Schaffensjahren des in Zwickau geborenen Künstlers. In Sonderausstellungen stellt das Museum einzelne Aspekte zum Schaffen Max Pechsteins vor oder stellt sein Werk in den zeit- und kunstgeschichtlichen Kontext.
Aktuell und bis Januar 2019 ist in den KUNSTSAMMLUNGEN ZWICKAU die Sonderausstellung "Back to Paradise" zu sehen, in der über 100 Meisterwerke des Expressionismus zu sehen sind. Am Donnerstag, dem 8. November findet außerdem das wissenschaftliche Symposium „TANZ!kunst. Max Pechstein: Bühne, Parkett, Manege“ statt, das auch der Vorbereitung einer umfangreiche Sonderausstellung im kommenden Jahr dient. Anmeldungen sind noch möglich.
In ihrem Bemühen, Leben und Werk Pechsteins zu bewahren und zu erschließen, werden die KUNSTSAMMLUNGEN nachhaltig unterstützt. Zu den Förderern gehört in besonderem Maß die Max Pechstein Urheberrechtsgemeinschaft. Sie steht dem Museum nicht nur mit Rat und als Leihgeber zur Seite. Bereits mehrfach konnte die Stadt Zwickau Schenkungen entgegen nehmen. Schon zur Eröffnung des Pechstein-Museums übergab Alexander Pechstein ein umfangreiches Konvolut an Briefen und Postkarten. Danach folgten beispielsweise ein Reisetagebuch der ersten Ehefrau Max Pechsteins von 1914, originale Druckstöcke oder eine Malerei, die als Füllung für einen Paravent diente und zwischen 1945 bis 1947 entstand.
Die neueste Schenkung, das Großformat „Drei Palauerinnen nach dem Bad“, wird in den kommenden Monaten in den Kunstsammlungen zu sehen sein und somit der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.
Quelle: Stadtverwaltung Zwickau
Foto: Atelier Lorenz