Mittwoch, 7. Juli 2021

Konrad-Adenauer-Stiftung: „Demokratie-Bus“ der CDU in Zwickau

Westsachsen/Zwickau.-
Im Vorfeld der anstehenden Bundestagswahl rollt in diesen Tagen der sogenannte Demokratie-Bus der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung durch die Lande. Politische Bildung nennen es die einen, Stimmenfang für die CDU die anderen. Am vergangenen Montag legte der Bus einen Zwischenstopp am Georgenplatz in Zwickau ein.
Die Mitarbeiter der Stiftung wollten mit Bürgern und Gästen der Muldestadt auf diesem Wege das Gespräch suchen und erfahren, wo ihnen der Schuh drückt. Als prominentes Zugpferd konnte man für diesen Tag den hiesigen CDU-Landtagsabgeordneten und Stadtrat Gerald Otto (Foto oben, Mitte) gewinnen, der sich in gewohnt freundlicher und nachbarschaftlicher Art den Fragen von Passanten widmete. Die aktuelle Themenpalette, so Otto, sei sehr vielseitig. Viele würden den Bus auch dazu nutzen, um einmal ordentlich Dampf abzulassen, was jedoch völlig in Ordnung und auch berechtigt sei. Der anstehenden Bundestagswahl sieht der CDU-Mann mit großem Optimismus entgegen. In den Kanzlerkandidaten seiner Partei, Armin Laschet, setzt er große Hoffnungen.
Die parteinahe Stiftung hatte eine große Menge an interessantem Infomaterial zu nahezu allen relevanten gesellschaftlichen Themen im Gepäck. Ulrike Büchel, die die Organisation an diesem Tag übernommen hatte, widmete sich mit Geduld und Einfühlungsvermögen den bunt gemischten Anliegen der Zwickauer. Generell bestünde das Problem, dass viele Menschen das Gefühl hätten, ihnen würde niemand mehr zuhören. Positiv überrascht sei man jedoch von der großen Resonanz und dem regen Interesse, welches der Demokratie-Bus auf sich zöge, so Büchel. Dies sei in anderen Regionen, durch die der Bus in den vergangenen Tagen gereist war, nicht immer der Fall gewesen.
Auch Reiner Gelfort von der „Bürgerinitiative für die Energiewende in Zwickau und Umgebung“ ließ sich die Gelegenheit nicht entgehen, dem Bus an diesem Tag einen Besuch abzustatten. Er übergab der Organisationsleitung ein Flugblatt (siehe Foto unten) und schilderte im Anschluss seine Eindrücke folgendermaßen: „Es bestehen große Demokratiedefizite, die auch durch die Werbetour eines Busses nicht ausgeglichen werden können. Wenigstens haben die Akteure diesmal zugehört. Ob sich an den derzeitigen Zuständen etwas ändert, werden wir sehen. Viel Hoffnung habe ich nach all den Erfahrungen der letzten Jahre allerdings nicht mehr. Durch das verantwortungslose Handeln vieler Politiker und Juristen sehe ich die freiheitlich demokratische Grundordnung in Gefahr.“
Also tourt der Demokratie-Bus durch die Lande und die Leute glauben weiter, dass sie durch Wahlen oder mittels Petitionen etwas ändern könnten. Wie wunderbar naiv das ist...

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