In der Zwischenzeit wird dem Akten-Zocker von Zwickau weiter Gelegenheit gegeben, Beweis-Akten beiseite zu schaffen, die sein bisheriges gesetzwidriges Tun untermauern würden. Keine übergeordnete Stelle macht auch nur den Anschein, etwas dagegen tun zu wollen. Im Gegenteil: Man unterstützt indirekt die Vertuschungsaktion, indem aktiv weggeschaut wird. Das Problem ist nur, dass heutzutage alles doppelt und dreifach digital kopiert und auch auf Servern außerhalb der Staatsanwaltschaft und der Gerichte gesichert ist.
So gesehen hat der von Colli an den Tag gelegte Aktionismus wenig Sinn. Er könnte die Gelegenheit vielleicht noch nutzen, ein letztes Mal Einfluss auf seine Kollegen zu nehmen, dass sie ihn weiterhin schützen. Ob ihm das gelingt, ist fraglich. Denn jeder, der jetzt noch mit der Zwickauer Überklebungs-Affäre in Verbindung gebracht wird, schaufelt sich karrieremäßig sprichwörtlich sein eigenes Grab.
