Dienstag, 25. August 2020

Die SVZ informiert: Neuer Strom am etablierten Standort

Westsachsen/Zwickau.-
Elektromobilität erfordert leistungsfähige Infrastrukturen, das gilt ganz besonders für die Städtischen Verkehrsbetriebe Zwickau GmbH (SVZ). Für die Energieversorgung ihrer Stadtbahnstrecke nach Zwickau-Eckersbach haben sie das Gleichrichterunterwerk Sternenstraße in den letzten Monaten für 1,39 Mio. Euro grundlegend modernisieren lassen. Die Maßnahme wurde mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalts.
Als die Stadt Zwickau in den 1980er Jahren in einer Stadtbahn nach Eckersbach die verkehrliche Zukunft erkannte, folgte am 03.10.1986 die Grundsteinlegung zum GUW Sternenstraße als erste Bauleistung. Begründet durch den damaligen Ressourcenmangel verzögerte sich aber die Fertigstellung der Strecke und damit auch die reguläre Betriebsaufnahme des Bahnstromwerks auf den 19.09.1992. Seither versorgt es den östlichen Teil des Zwickauer Meterspurnetzes mit elektrischer Energie. Inzwischen war die Anlage aber zusehends in die Jahre gekommen und die Versorgungssicherheit als kritisch einzustufen. Dies mündete in die Planung, das „GUW 2“ – wie es die SVZ-Techniker nennen – in der bestehenden Bauhülle mit nagelneuer Elektrotechnik auszustatten.
„Das ist ein großer Tag für die Zwickauer Elektromobilität“, sagte Dr. Steffen Schranil, Leiter Technik und Projektleiter der Grundinstandsetzung des Bahnstromwerks am Rande der Bahnabnahme am 21.08.2020. Eigens dafür waren Vertreter der Technischen Aufsichtsbehörde aus der Landeshauptstadt Dresden in die Muldestadt gekommen. Gemeinsam mit dem Auftragnehmer Omexon Ebehako aus Zwickau mündeten die Anstrengungen der letzten sechs Monate Kernbauzeit in die Betriebsfreigabe. Mit dem Entfernen der letzten Schaltprovisorien am 24.08.2020 steht dem Vollbetrieb der neuen Anlage nun nichts mehr im Wege.
Das neue alte Gleichrichterunterwerk besteht aus zwei Transformatoren am 10 kV-Mittelspannungsnetz zu je 1,6 MVA Nennleistung. Diese speisen zwei Diodengleichrichter, welche über eine Gleichstrom-Sammelschiene querverbunden sind. Insgesamt fünf redundant ausgeführte Speiseabgänge transportieren die elektrische Energie mit 600 V Nennspannung zur Fahrleitungsanlage. Diese überspannt die rund vier Kilometer lange Strecke zwischen Neuer Bierbrücke und der Wendeschleife Eckersbach, welche die anspruchsvolle größte Steigung der Zwickauer Straßenbahn beinhaltet.
Dass die Fahrgäste von alledem fast nichts mitbekommen haben, ist der detaillierten Bauplanung und dem insgesamt erfreulichen Bauablauf zuzuschreiben. Einzig für die Kurzschlussversuche am 04.08.2020 musste baubedingt eine halbe Tagschicht Schienenersatzverkehr disponiert werden. Die Modernisierung der Bahnenergieversorgung geht indes in die nächste Runde: Die Planungen für die Dezentralisierung des Gleichrichterunterwerks Schlachthofstraße in Pölbitz sind bereits in vollem Gange.